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Garten-Ratgeber

Ahorn in vielen Farben und Formen

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Gattung Ahorn im Überblick
  2. Fächer-Ahorn und Japanischer Ahorn
  3. Weitere Ahorne für den Garten
  4. Ahorn im Garten gestalten
  5. Fächer-Ahorn im Kübel
  6. Pflanzen, gießen und düngen
  7. Ahorn schneiden: Spätsommer statt Frühjahr
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Giftigkeit: Vorsicht bei Pferden
  10. Häufige Fragen

Für kleine Gärten, Kübel und japanisch inspirierte Beete ist der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) die erste Wahl, für den Vorgarten der Kugel-Ahorn, für Hecken der heimische Feldahorn. Wer mehr Platz hat, pflanzt Feuer-Ahorn oder Zimt-Ahorn für die Herbstfärbung und die Rinde. Allen gemeinsam: Ahorn wird am besten im Spätsommer geschnitten, weil er im Frühjahr stark blutet, und er mag keine Staunässe.

Fächerahorn (Acer palmatum) mit rot, orange und gelb gefärbtem Laub
Fächerahorn (Acer palmatum) mit rot, orange und gelb gefärbtem Laub

Die Gattung Ahorn im Überblick

Zur Gattung Acer gehören weltweit weit über hundert Arten, die meisten davon in Asien, Nordamerika und Europa. In Deutschland heimisch sind vor allem Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (Acer platanoides) und Feldahorn (Acer campestre). Berg- und Spitzahorn werden 20–30 m hoch und passen nur in sehr große Gärten oder Parks. Für den Hausgarten interessant sind kleinere Arten und Sorten, die als Strauch oder kleiner Baum wachsen.

Erkennbar sind Ahorne an den gegenständigen, meist gelappten Blättern und den geflügelten Früchten, die paarweise zusammenhängen und sich im Fallen drehen – Kinder kennen sie als „Nasenzwicker“.

Fächer-Ahorn und Japanischer Ahorn

Der Fächer-Ahorn stammt aus Japan, Korea und China und ist in unzähligen Sorten im Handel. Die Art selbst wird mit den Jahrzehnten 5–8 m hoch, viele Gartensorten bleiben deutlich kleiner. Besonders beliebt sind die Schlitz-Ahorne (Dissectum-Gruppe) mit fein zerteilten Blättern und überhängendem, schirmartigem Wuchs; sie werden meist nur 1–3 m hoch und oft breiter als hoch.

Die Farbpalette reicht von Frühlingsgrün über Gelb bis zu Purpur und Schwarzrot. Sorten wie ‘Atropurpureum’ oder ‘Bloodgood’ tragen dunkelrotes Laub, ‘Osakazuki’ ist grün und färbt sich im Herbst leuchtend scharlachrot, ‘Sango-kaku’ fällt im Winter durch korallenrote junge Triebe auf. Der verwandte Japanische Ahorn (Acer japonicum) und der Goldahorn (Acer shirasawanum ‘Aureum’) haben rundere, weniger tief eingeschnittene Blätter.

Fächer-Ahorne mögen einen halbschattigen, windgeschützten Platz. In voller Mittagssonne bekommen besonders rotlaubige und geschlitzte Sorten Blattrandnekrosen, im tiefen Schatten vergrünen rote Sorten. Der Boden sollte humos, gleichmäßig feucht, gut durchlässig und leicht sauer bis neutral sein. Spätfröste können den frischen Austrieb schädigen; ansonsten sind ausgepflanzte Exemplare in den meisten Regionen Deutschlands winterhart.

Weitere Ahorne für den Garten

Art oder SorteHöhe (Richtwert)BesonderheitVerwendung
Fächer-Ahorn (Acer palmatum)1–8 m je nach SorteLaubfarben, HerbstfärbungSolitär, Kübel, japanischer Garten
Feuer-Ahorn (Acer tataricum subsp. ginnala)4–6 mleuchtend rote Herbstfärbung, anspruchsloskleiner Baum, Großstrauch
Zimt-Ahorn (Acer griseum)6–10 mzimtbraune, sich abrollende RindeSolitär, Winteraspekt
Kugel-Ahorn (Acer platanoides 'Globosum')abhängig von der Stammhöherunde, später flach-breite KroneVorgarten, Straßenbaum
Feldahorn (Acer campestre)als Baum 10–15 mheimisch, schnittverträglichHecke, Vogelschutzgehölz
Schlangenhaut-Ahorne (z. B. Acer davidii)6–10 mgrün-weiß gestreifte RindeSolitär im Halbschatten

Der Kugel-Ahorn hat eine Besonderheit: Er wächst kaum in die Höhe, weil die Kugelform auf einen Stamm veredelt ist. Die Höhe hängt also von der Stammhöhe beim Kauf ab. Die Krone wird mit den Jahren aber breit und flach, oft 4–6 m im Durchmesser – planen Sie im Vorgarten entsprechend Platz ein. Mehr kleine Hausbäume stellt der Beitrag Kleine Bäume für den Vorgarten vor.

Ahorn im Garten gestalten

Ein Fächer-Ahorn wirkt am besten allein: am Teichrand, vor einer ruhigen Hecke, neben einem Findling oder am Rand eines Kieswegs. Sein filigraner Wuchs braucht Luft um sich herum. Gute Nachbarn sind Farne, Funkien, Japan-Waldgras, Moos, Azaleen und Rhododendren, die ähnliche Ansprüche an Boden und Licht haben. Wer einen fernöstlichen Garten plant, findet Anregungen im Beitrag Japanischen Garten anlegen; auch im Steingarten machen kleine Schlitz-Ahorne eine gute Figur.

Reizvoll ist die Kombination mehrerer Sorten mit unterschiedlichen Blattfarben und Formen, etwa ein grüner, geschlitzter Ahorn vor einem dunkelroten mit breiteren Blättern. Achten Sie dabei auf die Endgröße, damit sich die Pflanzen nach zehn Jahren nicht gegenseitig bedrängen.

Fächer-Ahorn im Kübel

Kleinere Sorten des Fächer-Ahorns gedeihen viele Jahre im Kübel. Das Gefäß sollte deutlich größer als der Wurzelballen sein und unbedingt ein Abzugsloch mit Drainageschicht haben, denn Staunässe ist die häufigste Todesursache. Verwenden Sie eine strukturstabile, humose Kübelpflanzenerde, gern mit etwas Rindenhumus.

Im Kübel sind die Wurzeln dem Frost ungeschützt ausgesetzt. Stellen Sie den Topf im Winter an eine geschützte Hauswand, auf Holz- oder Styroporfüße und umwickeln Sie ihn mit Vlies oder Jute. Gießen Sie an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist. Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr umtopfen oder die obere Erdschicht erneuern. Allgemeine Hinweise stehen im Beitrag Kübelpflanzen pflegen.

Pflanzen, gießen und düngen

Ahorne in Containern können Sie fast das ganze Jahr pflanzen, am günstigsten ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Das Pflanzloch sollte doppelt so breit wie der Ballen sein; schwere Böden lockern Sie mit Kompost und etwas grobem Sand auf. Setzen Sie den Ballen nicht tiefer als er im Topf stand.

In den ersten zwei Jahren braucht ein neu gepflanzter Ahorn bei Trockenheit regelmäßig Wasser, danach nur noch in längeren Trockenperioden. Eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus hält den Boden feucht. Gedüngt wird sparsam: eine Gabe Kompost oder organischer Dünger im Frühjahr genügt. Zu viel Stickstoff macht die Triebe weich und frostempfindlich.

Ahorn schneiden: Spätsommer statt Frühjahr

Ahorne treiben im Frühjahr unter hohem Saftdruck aus. Schnitte in dieser Zeit „bluten“ stark. Das schadet selten dauerhaft, schwächt aber die Pflanze und öffnet Pilzen die Tür. Deshalb gilt: Schnittmaßnahmen im Spätsommer, etwa von August bis September, wenn der Saftdruck gering ist und die Wunden vor dem Winter noch abschotten.

Fächer-Ahorne brauchen im Grunde keinen Schnitt. Entfernen Sie nur abgestorbene, sich kreuzende oder störende Äste direkt am Ansatz. Ein Rückschnitt auf Stummel verträgt er schlecht. Eine Feldahornhecke dagegen ist sehr schnittverträglich: Formschnitt ab Ende Juni, wenn die meisten Vögel ausgebrütet haben, und bei Bedarf noch einmal im Spätsommer. Kräftige Rückschnitte sind nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt. Mehr zur Heckenwahl finden Sie unter Die besten Pflanzen für eine Hecke.

Krankheiten und Schädlinge

Ahorne sind im Allgemeinen robust. Die gefährlichste Krankheit ist die Verticillium-Welke, ein bodenbürtiger Pilz, der die Leitungsbahnen verstopft. Typisch ist, dass einzelne Äste im Sommer plötzlich welken und vertrocknen, während der Rest gesund aussieht; im Querschnitt zeigt das Holz oft dunkle Verfärbungen. Heilen lässt sich die Welke nicht. Schneiden Sie befallene Äste bis ins gesunde Holz zurück, desinfizieren Sie das Werkzeug und pflanzen Sie an dieser Stelle keinen neuen Ahorn.

Weniger dramatisch sind die Teerfleckenkrankheit mit schwarzen Flecken auf den Blättern, die Pflanze kaum schwächt, Echter Mehltau mit weißem Belag und die Rotpustelkrankheit, deren korallenrote Pusteln auf abgestorbenen Zweigen sitzen. Sammeln Sie befallenes Laub im Herbst ein und schneiden Sie tote Zweige heraus. Gallmilben verursachen kleine Pocken auf den Blättern, die harmlos sind.

Beim Bergahorn tritt nach heißen, trockenen Sommern die Rußrindenkrankheit auf: Die Rinde platzt ab, darunter liegt eine schwarze Sporenschicht. Die Sporen können beim Menschen eine Entzündung der Lungenbläschen auslösen. Befallene Bäume sollten nur von Fachleuten mit Atemschutz gefällt werden.

Giftigkeit: Vorsicht bei Pferden

Für Menschen gelten Ahorne als ungiftig. Für Pferde und andere Weidetiere sind dagegen die Samen und Keimlinge des Bergahorns gefährlich: Sie enthalten Hypoglycin A, das eine oft tödliche Muskelerkrankung auslöst. Wer Pferde hält oder an eine Pferdeweide grenzt, pflanzt keinen Bergahorn in die Nähe und entfernt Sämlinge von der Weide.

Häufige Fragen

Welcher Ahorn bleibt klein?

Schlitz-Ahorne der Dissectum-Gruppe bleiben meist bei 1–3 m, viele andere Sorten des Fächer-Ahorns bei 2–4 m. Der Kugel-Ahorn wächst kaum in die Höhe, wird aber breit.

Wann schneidet man einen Fächer-Ahorn?

Wenn überhaupt, im Spätsommer von August bis September. Entfernt werden nur tote, kranke oder störende Äste direkt am Ansatz.

Warum hat mein Fächer-Ahorn braune Blattränder?

Meist ist es Sonnenbrand, Wind oder Trockenheit, bei Kübelpflanzen auch Staunässe oder Salz im Gießwasser. Ein halbschattiger, geschützter Platz und gleichmäßige Feuchtigkeit beugen vor.

Ist Ahorn winterhart?

Die heimischen Arten sind vollkommen winterhart, ausgepflanzte Fächer-Ahorne in den meisten Lagen ebenfalls. Im Kübel brauchen sie Schutz für die Wurzeln, und Spätfröste können den jungen Austrieb schädigen.

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