Ameisen im Hochbeet bekämpfen
Inhalt9 Abschnitte
- Warum Ameisen Hochbeete lieben
- Welchen Schaden Ameisen im Hochbeet anrichten
- Wasser: das einfachste Mittel
- Das Nest mit einem Blumentopf umsiedeln
- Blattläuse bekämpfen, Ameisen verlieren das Interesse
- Duftkräuter, Zimt und andere Hausmittel
- Keine Ameisenköder im Gemüsebeet
- So beugen Sie Ameisen im Hochbeet vor
- Häufige Fragen
Ameisen siedeln sich gern in Hochbeeten an, weil es dort warm, trocken und locker ist. Sie fressen selten Pflanzen, aber sie untergraben die Wurzeln, sodass Jungpflanzen vertrocknen, und sie pflegen Blattläuse. Die wirksamsten Mittel ohne Gift sind regelmäßiges, durchdringendes Gießen, das Umsiedeln des Nestes mit einem Blumentopf und das Bekämpfen der Blattläuse. Chemische Ameisenmittel haben im Gemüsebeet nichts zu suchen.

Warum Ameisen Hochbeete lieben
Ein Hochbeet ist für Ameisen ein idealer Nistplatz. Die Füllung aus Ästen, Laub und Kompost erwärmt sich im Frühjahr schneller als der Gartenboden, ist locker und lässt sich leicht untergraben. Nach einigen Wochen ohne Regen trocknet vor allem der Rand aus – genau das mögen die meisten Gartenameisen. Häufig ist die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger), die auch unter Terrassenplatten nistet.
Ein Wühlmausgitter am Boden hält Ameisen nicht auf, und auch eine Abdeckung oder Frühbeethaube ändert daran nichts. Die Tiere wandern von unten, durch Fugen der Seitenwände oder über Pflanzen ein.
Welchen Schaden Ameisen im Hochbeet anrichten
Ameisen sind zunächst keine Pflanzenfresser. Der Schaden entsteht indirekt:
- Hohlräume im Wurzelbereich: Beim Anlegen ihrer Gänge lockern Ameisen die Erde so stark, dass Wurzeln den Kontakt zum Boden verlieren. Gerade Salat, Kohlrabi und junge Setzlinge welken dann, obwohl gegossen wurde.
- Blattläuse: Ameisen schützen und „melken“ Blattläuse, um an deren süßen Honigtau zu kommen. Wo viele Ameisen sind, halten sich Blattlauskolonien deutlich länger.
- Samen: Frisch gesäte Samen können von Ameisen verschleppt werden, sodass Reihen lückenhaft auflaufen.
Im Erdbeerbeet naschen Ameisen gelegentlich an sehr reifen oder bereits angefressenen Früchten. Ein großer Schaden ist das selten; zügiges Ernten hilft.
Zugleich sind Ameisen nützlich: Sie lockern den Boden, beseitigen tote Insekten und fressen Schädlingslarven. Das Ziel ist daher nicht, sie im ganzen Garten auszurotten, sondern sie aus dem Hochbeet zu vertreiben.
Wasser: das einfachste Mittel
Ameisen mögen es trocken. Gießen Sie das Hochbeet regelmäßig und durchdringend, sodass es auch in tieferen Schichten feucht bleibt. Das tut den meisten Gemüsepflanzen ohnehin gut. Ist ein Nest bereits entstanden, wiederholen Sie das gründliche Wässern an der Stelle über mehrere Tage. Viele Völker ziehen dann von allein um. Mit kochendem Wasser sollten Sie dagegen nicht arbeiten: Es schädigt die Wurzeln Ihrer Pflanzen und das Bodenleben.
Wie viel Wasser ein Beet tatsächlich braucht, lesen Sie im Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?.
Das Nest mit einem Blumentopf umsiedeln
Bewährt hat sich die Umsiedlung mit einem Tontopf:
- Topf vorbereiten. Einen Tontopf mit Abzugsloch locker mit Holzwolle, Stroh oder lockerer Erde füllen.
- Umstülpen. Den Topf kopfüber direkt auf das Nest stellen. Die Sonne erwärmt den Topf, das ist für die Ameisen attraktiv.
- Abwarten. Nach einigen Tagen tragen die Ameisen ihre Brut in den Topf. Sie sehen es an den weißen Puppen und dem regen Verkehr.
- Abtransportieren. Einen Spaten unter den Topf schieben und ihn samt Inhalt an eine Stelle bringen, an der die Ameisen nicht stören, möglichst einige Dutzend Meter entfernt.
Das funktioniert am besten an warmen Tagen und gegebenenfalls in mehreren Durchgängen, bis das ganze Volk samt Königin umgezogen ist.
Blattläuse bekämpfen, Ameisen verlieren das Interesse
Wo viele Ameisen auf den Pflanzen unterwegs sind, lohnt ein Blick auf die Triebspitzen und Blattunterseiten. Ohne Blattläuse verliert das Hochbeet viel von seinem Reiz. Spülen Sie Kolonien mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, zerdrücken Sie sie oder schneiden Sie stark befallene Triebe ab. Fördern Sie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen durch blühende Pflanzen in der Nähe. Weitere Wege stehen in den Beiträgen Mit Knoblauch gegen Blattläuse vorgehen und Schädlingsbekämpfung im Garten.
Duftkräuter, Zimt und andere Hausmittel
Viele Hausmittel sollen Ameisen durch starke Gerüche vertreiben. Dazu gehören Duftkräuter wie Lavendel, Thymian oder Majoran zwischen dem Gemüse, außerdem Zimt, Nelken, Essigwasser oder Kaffeesatz. Die Idee dahinter: Gerüche stören die Duftspuren, mit denen Ameisen sich orientieren. Die Wirkung ist allerdings uneinheitlich und meist nur kurzzeitig. Zimt etwa verliert nach dem nächsten Gießen seinen Effekt. Kräuter im Hochbeet schaden nicht und locken nützliche Insekten an, sind aber eher eine Ergänzung. Ideen für gute Nachbarn im Beet finden Sie unter Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Von Backpulver ist abzuraten. Es tötet einzelne Tiere qualvoll, erreicht das Nest mit der Königin aber kaum und ändert am Grundproblem nichts. Auch Räucherstäbchen im Beet sind wirkungslos bis fragwürdig.
Keine Ameisenköder im Gemüsebeet
Fraßköder und Ameisensprays aus dem Handel sind Biozide oder Pflanzenschutzmittel und im Hochbeet mit Gemüse keine gute Idee. Wirkstoffe können in Boden und Pflanzen gelangen, und die Mittel treffen auch Nützlinge. Wenn überhaupt, gehören solche Mittel nur an Stellen, an denen nichts geerntet wird, und nur streng nach Gebrauchsanweisung. Beachten Sie außerdem: Die Rote Waldameise und verwandte Hügel bauende Waldameisen sind besonders geschützt. Sie kommen im Hochbeet zwar selten vor, dürfen aber weder bekämpft noch ohne Genehmigung umgesiedelt werden.
So beugen Sie Ameisen im Hochbeet vor
- Feucht halten: Ein gleichmäßig feuchtes Beet ist die beste Vorbeugung.
- Mulchen: Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden.
- Lücken schließen: Fugen in Holzwänden abdichten, Folie an der Innenseite erneuern, wenn sie reißt.
- Füllung prüfen: Grobe Äste in der untersten Schicht bilden Hohlräume. Beim Neubefüllen eine gut verdichtete Schicht mit Erde auffüllen.
- Regelmäßig hacken: Leichtes Hacken zerstört beginnende Gänge, bevor sich ein Volk festsetzt.
Weitere Ratgeber zu Schädlingen finden Sie in der Rubrik Schädlinge & Krankheiten.
Häufige Fragen
Schaden Ameisen im Hochbeet den Pflanzen?
Indirekt ja. Sie untergraben die Wurzeln, sodass Pflanzen vertrocknen, verschleppen Samen und pflegen Blattläuse. Fressschäden an den Pflanzen selbst sind selten.
Was hilft schnell gegen Ameisen im Hochbeet?
Mehrere Tage durchdringend gießen und das Nest mit einem umgestülpten, mit Holzwolle gefüllten Tontopf umsiedeln. Beides kommt ohne Gift aus.
Helfen Zimt oder Backpulver gegen Ameisen?
Zimt wirkt allenfalls kurz, bis er abgewaschen ist. Backpulver tötet einzelne Tiere qualvoll, löst das Problem aber nicht und ist deshalb nicht zu empfehlen.
Darf man Ameisen im Hochbeet bekämpfen?
Gartenameisen wie die Wegameise sind nicht geschützt, eine Vertreibung ist erlaubt. Rote Waldameisen sind dagegen besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden.



