Raupen im Garten bekämpfen
Inhalt9 Abschnitte
- Raupen an Kohl: die häufigsten Arten
- Raupen an Tomaten, Salat und anderem Gemüse
- Raupen an Obstbäumen und Gehölzen
- Vorsicht: nicht jede Raupe bekämpfen
- Schritt für Schritt: Raupen biologisch bekämpfen
- Leimringe an Obstbäumen
- Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist
- Vorbeugung für die nächste Saison
- Häufige Fragen
Raupen bekämpfen Sie im Garten am wirkungsvollsten, bevor sie Schaden anrichten: Kulturschutznetze über Kohl, regelmäßiges Absuchen der Blattunterseiten nach Eiern und das Absammeln der Raupen reichen in den meisten Gärten aus. Bei starkem Befall gibt es zugelassene biologische Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis, die gezielt Schmetterlingsraupen treffen. Wichtig ist, zuerst herauszufinden, wer da frisst – manche Raupen sind geschützt, andere sogar gesundheitsgefährlich.

Raupen an Kohl: die häufigsten Arten
Kohlgewächse wie Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Kohlrabi sind das Lieblingsziel mehrerer Arten:
- Großer Kohlweißling (Pieris brassicae): Die Raupen sind gelbgrün mit schwarzen Punkten und fressen in Gruppen. Sie können eine Pflanze in wenigen Tagen bis auf die Blattrippen kahl fressen. Die gelben Eier liegen in Paketen auf der Blattunterseite.
- Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae): samtig grüne, gut getarnte Raupen, die einzeln leben und sich gern ins Herz des Kohls bohren.
- Kohleule (Mamestra brassicae): grünlich bis braune, dicke Raupen, die tagsüber versteckt sind und nachts Löcher in die Blätter und später in die Köpfe fressen.
- Kohlmotte: kleine, hellgrüne Raupen, die Fenster in die Blätter fressen und bei Berührung zappelnd an einem Faden herunterfallen.
Die Schmetterlinge fliegen von Mai bis in den Herbst, in warmen Jahren gibt es mehrere Generationen. Der Hauptschaden entsteht meist im Hoch- und Spätsommer.
Raupen an Tomaten, Salat und anderem Gemüse
Die Gemüseeule (Lacanobia oleracea) frisst an Tomaten, Paprika, Salat und vielen anderen Pflanzen. Ihre Raupen sind grün bis braun mit einem hellen Seitenstreifen. An Tomaten bohren sie sich auch in die Früchte, was zu Fäulnis führt. Weil sie vor allem nachts aktiv ist, lohnt sich eine Kontrolle mit der Taschenlampe am Abend. Weitere Eulenfalter-Raupen fressen als „Erdraupen“ nachts Jungpflanzen am Stängelgrund ab; tagsüber finden Sie sie eingerollt knapp unter der Erde neben der Pflanze.
Raupen an Obstbäumen und Gehölzen
- Frostspanner: Die grünen „Spannerraupen“ bewegen sich mit einem typischen Katzenbuckel und fressen im Frühjahr an Knospen, Blättern und jungen Früchten von Obstbäumen. Die Weibchen sind flugunfähig und klettern im Herbst den Stamm hinauf.
- Gespinstmotten: Sie hüllen Pfaffenhütchen, Traubenkirschen oder Apfelbäume in spektakuläre weiße Gespinste. Das sieht dramatisch aus, doch die Gehölze treiben meist im Sommer wieder aus.
- Rosenwickler: Er spinnt Blätter und Knospen von Rosen zusammen und frisst darin. Mehr dazu im Beitrag Der Rosenwickler.
- Buchsbaumzünsler: grün-schwarz gestreifte Raupen in Gespinsten am Buchs; Näheres unter Krankheiten beim Buchsbaum.
Vorsicht: nicht jede Raupe bekämpfen
Viele Raupen gehören zu Schmetterlingen, die wir im Garten gern sehen. Die auffällig grün-schwarz-orange gezeichnete Raupe auf Dill, Fenchel oder Möhren gehört zum Schwalbenschwanz, einer besonders geschützten Art – sie darf nicht getötet werden. Auch Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs an Brennnesseln sind harmlos für Nutzpflanzen. Lassen Sie ruhig eine Ecke mit Brennnesseln stehen.
Umgekehrt gibt es Raupen, die Sie nicht anfassen sollten. Der Eichenprozessionsspinner bildet Nester an Eichen und zieht in langen Reihen am Stamm entlang; seine Brennhaare lösen heftige Hautreizungen und Atembeschwerden aus. Befall melden Sie der Gemeinde oder dem Grünflächenamt, die Beseitigung ist Sache von Fachbetrieben.
Schritt für Schritt: Raupen biologisch bekämpfen
- Schutznetze auflegen. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach dem Pflanzen über Kohl und Salat gespannt, verhindert die Eiablage vollständig. Die Ränder müssen rundum dicht am Boden aufliegen.
- Eier suchen. Drehen Sie ab Mai einmal pro Woche die Blätter um. Eigelege lassen sich zerdrücken oder mit dem Blatt entfernen.
- Raupen absammeln. Kontrollieren Sie Kohl, Tomaten und Salat regelmäßig, am besten morgens und abends. Die Raupen können Sie an Vögel verfüttern oder entsorgen.
- Nützlinge fördern. Meisen und Spatzen füttern ihre Jungen zu großen Teilen mit Raupen, Nistkästen lohnen sich also. Schlupf- und Brackwespen legen ihre Eier in die Raupen; die kleinen gelben Kokons an einer abgestorbenen Kohlweißlingsraupe sollten Sie deshalb liegen lassen.
- Mischkultur nutzen. Kohl zwischen Tomaten, Sellerie oder duftenden Kräutern wird schwerer gefunden als in Reinkultur. Anregungen gibt Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Leimringe an Obstbäumen
Gegen den Frostspanner helfen Leimringe, die Sie Ende September bis Anfang Oktober in etwa 1 m Höhe um den Stamm legen. Sie fangen die flugunfähigen Weibchen auf dem Weg in die Krone ab. Der Ring muss dicht an der Rinde anliegen, sonst krabbeln die Falter darunter hindurch; bei Bäumen mit Stützpfahl gehört auch ein Ring um den Pfahl. Im Frühjahr, spätestens im März, werden die Ringe abgenommen, damit sich keine Nützlinge darin verfangen. Gegen Raupen, die bereits in der Krone fressen, helfen Leimringe nicht mehr. Wie Sie Obstbäume luftig und gut kontrollierbar halten, lesen Sie unter Obstbaumschnitt.
Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist
Frisst sich eine Raupenplage trotz Netz und Absammeln durch das Gemüse, sind zugelassene Mittel mit Bacillus thuringiensis die erste Wahl. Das Bakterium wird von den Raupen mit dem Blatt gefressen und wirkt nur auf Schmetterlingsraupen; Bienen, Marienkäfer und andere Nützlinge werden geschont. Es wirkt am besten gegen junge Raupen und muss bei Regen erneuert werden. Daneben gibt es weitere zugelassene Wirkstoffe, die aber breiter wirken und Nützlinge treffen können.
Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, welches Mittel für Ihre Kultur und den jeweiligen Schädling zugelassen ist, und beachten Sie die Wartezeit bis zur Ernte. Hausmittel wie Tabaksud oder Tabakasche sind keine gute Idee: Nikotin ist hochgiftig, auch für Menschen und Nützlinge, und als Pflanzenschutzmittel verboten.
Vorbeugung für die nächste Saison
- Fruchtfolge einhalten und Kohl nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet setzen.
- Pflanzenreste nach der Ernte entfernen, in denen Puppen überwintern können.
- Netze früh auflegen, nicht erst, wenn die Falter schon fliegen.
- Hecken, Blühstreifen und Nistkästen für Vögel und Schlupfwespen erhalten.
Wie Sie Kohl erfolgreich anbauen, lesen Sie unter Rosenkohl aus dem eigenen Garten. Einen Überblick über weitere Schädlinge bietet Schädlingsbekämpfung im Garten.
Häufige Fragen
Welches Hausmittel hilft gegen die Gemüseeule?
Am wirksamsten ist das abendliche Absammeln mit der Taschenlampe, dazu Netze über Salat und Jungpflanzen. Bei starkem Befall hilft ein zugelassenes Mittel mit Bacillus thuringiensis, das gezielt Raupen trifft.
Wie verhindere ich Raupen am Kohl?
Mit einem engmaschigen Kulturschutznetz, das Sie direkt nach dem Pflanzen auflegen und am Rand dicht verschließen. Dann können die Falter keine Eier ablegen.
Sind Raupen am Dill Schädlinge?
Meist nicht. Grün-schwarz-orange gezeichnete Raupen gehören zum geschützten Schwalbenschwanz. Lassen Sie sie fressen – der Dill wächst nach.
Wann hängt man Leimringe an Obstbäume?
Ende September bis Anfang Oktober, bevor die Frostspanner-Weibchen den Stamm hinaufklettern. Im Frühjahr werden die Ringe wieder abgenommen.



