April: Kohlrabi im Garten anbauen
Inhalt9 Abschnitte
Kohlrabi kommt im April ins Freiland: vorgezogene Jungpflanzen setzen Sie ab Ende März oder Anfang April unter Vlies, direkt säen können Sie ab etwa Mitte April. Wichtig sind ein Abstand von rund 25–30 cm, flaches Pflanzen und gleichmäßige Feuchtigkeit, dann sind die ersten Knollen je nach Sorte schon nach wenigen Wochen erntereif. Weil Kohlrabi so schnell wächst, eignet er sich hervorragend als Vorkultur vor Tomaten, Bohnen oder Gurken.

Kohlrabi im Steckbrief
| Botanischer Name | Brassica oleracea var. gongylodes |
| Familie | Kreuzblütler (Kohlgewächse) |
| Essbarer Teil | verdickte Sprossknolle über der Erde, junge Blätter |
| Nährstoffbedarf | Mittelzehrer |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | humos, gleichmäßig feucht, nicht sauer |
| Pflanzabstand | etwa 25–30 × 30 cm |
| Pflanzung/Aussaat Freiland | Ende März bis Juli |
| Ernte | Mai bis Oktober, je nach Satz |
Anders als Weißkohl oder Rosenkohl wächst Kohlrabi rasch und braucht deutlich weniger Nährstoffe. Das macht ihn zum idealen Gemüse für Lücken und für Einsteiger. Weiße und blaue Sorten schmecken sehr ähnlich; blaue Sorten gelten als etwas langsamer im Wachstum und werden deshalb gern für spätere Sätze verwendet.
Kohlrabi selbst vorziehen
Für die früheste Ernte ziehen Sie Kohlrabi ab Februar oder März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor. Säen Sie in kleine Töpfe oder Multitopfplatten mit Anzuchterde und halten Sie die Saat bei etwa 15–18 °C hell und gleichmäßig feucht. Nach dem Keimen stellen Sie die Sämlinge etwas kühler, damit sie kompakt bleiben, aber nicht dauerhaft kalt.
Längere Kälte ist für junge Kohlrabipflanzen heikel. Stehen sie über viele Tage bei Temperaturen deutlich unter etwa 10 °C, können sie später schießen, also Blüten treiben statt Knollen zu bilden. Das ist der Grund, warum frühe Pflanzungen im Freiland mit Vlies geschützt werden.
Nach etwa vier bis sechs Wochen haben die Jungpflanzen vier bis sechs Blätter und können ausgepflanzt werden. Gekaufte Jungpflanzen sollten einen festen Ballen mit vielen feinen Wurzeln und nicht mehr als etwa fünf Blätter haben – ältere, im Topf gestaute Pflanzen neigen ebenfalls zum Schießen.
Kohlrabi ins Freiland pflanzen
Ins Frühbeet oder unbeheizte Gewächshaus dürfen Jungpflanzen ab Mitte März. Ins Freiland pflanzen Sie ab Ende März oder im April, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. In den ersten Wochen schützt ein Vlies vor Nachtfrost und kaltem Wind und hält nebenbei Erdflöhe fern.
- Boden vorbereiten. Lockern Sie das Beet und arbeiten Sie etwa 2–3 Liter reifen Kompost je Quadratmeter ein.
- Abstand wählen. Setzen Sie die Pflanzen in Reihen mit etwa 30 cm Abstand und in der Reihe 25–30 cm auseinander. Großknollige Herbstsorten brauchen mehr Platz, etwa 40 cm.
- Flach pflanzen. Setzen Sie Kohlrabi nicht tiefer, als er im Topf stand. Wird die Stelle, an der sich die Knolle bildet, mit Erde bedeckt, bleibt die Knolle klein oder verformt sich.
- Angießen und abdecken. Gründlich angießen und bei kühlem Wetter mit Vlies abdecken.
Die Direktsaat ins Beet ist ab etwa Mitte April möglich, wenn der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist. Säen Sie etwa 1 cm tief und vereinzeln Sie die Sämlinge später auf den endgültigen Abstand. Der letzte Satz für eine Herbsternte wird bis etwa Ende Juni oder Juli gesät oder gepflanzt; späte Sätze brauchen im Herbst eventuell Vliesschutz.
Gießen und Düngen
Kohlrabi braucht vor allem eines: gleichmäßige Feuchtigkeit. Schwankt die Wasserversorgung stark, etwa nach Trockenheit gefolgt von einem Wolkenbruch, platzen die Knollen auf oder werden holzig. Gießen Sie deshalb regelmäßig und durchdringend, und halten Sie die Feuchtigkeit mit einer dünnen Mulchschicht aus Grasschnitt im Boden.
Eine Kompostgabe beim Pflanzen deckt den Bedarf früher Sätze meist ab. Bei längerer Kulturdauer kann eine kleine organische Nachdüngung sinnvoll sein. Hohe Stickstoffgaben bringen dagegen viel Laub, lockeres Gewebe und eine geringere Haltbarkeit.
Mischkultur und Fruchtfolge
Kohlrabi verträgt sich gut mit Salat, Spinat, Buschbohnen, Erbsen, Mangold, Sellerie und Tomaten. Eine gemischte Reihe Kohlrabi und Salat nutzt den Platz besonders gut, weil beide in ähnlichem Tempo wachsen. Weitere Kombinationen finden Sie im Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Vermeiden Sie dagegen andere Kreuzblütler auf demselben Beet – dazu gehören alle Kohlarten, Radieschen, Rettich und Rucola. Auf ein Beet, auf dem Kohlgewächse standen, sollten frühestens nach drei bis vier Jahren wieder Kreuzblütler kommen, um der Kohlhernie vorzubeugen, einer Bodenkrankheit, die sich lange im Boden hält. Das gilt auch für Gründüngungen mit Senf oder Ölrettich. Mehr zum Anbau anderer Kohlarten lesen Sie unter Rosenkohl aus dem eigenen Garten.
Schädlinge und Probleme
- Erdflöhe fressen kleine runde Löcher in junge Blätter, vor allem bei Trockenheit. Feucht halten und mit Vlies oder Netz abdecken.
- Kohlfliegen legen ihre Eier am Wurzelhals ab; die Maden fressen an den Wurzeln, die Pflanzen welken. Ein engmaschiges Kulturschutznetz direkt nach dem Pflanzen ist der wirksamste Schutz.
- Kohlweißlinge legen ihre Eier ab dem späten Frühjahr auf die Blätter. Auch hier hilft das Netz; einzelne Raupen sammeln Sie ab.
- Kohlhernie zeigt sich an knotig verdickten Wurzeln und welkenden Pflanzen. Befallene Pflanzen samt Wurzeln entfernen und nicht kompostieren, Fruchtfolge einhalten; kalkreiche, nicht saure Böden sind weniger anfällig.
- Holzige oder aufgeplatzte Knollen sind fast immer eine Folge von unregelmäßigem Gießen oder zu später Ernte.
Weitere Hinweise gibt der Beitrag Raupen im Garten bekämpfen.
Kohlrabi richtig ernten
Ernten Sie Kohlrabi, solange die Knollen zart sind – bei den meisten Sorten, wenn sie etwa Tennisballgröße erreicht haben. Wartet man zu lange, werden sie faserig und holzig; eigens gezüchtete Riesensorten bleiben auch groß zart. Schneiden Sie die Knolle knapp über dem Boden ab. Die jungen Herzblätter sind ebenfalls essbar und lassen sich wie Spinat verwenden.
Frische Knollen halten sich ohne Blätter im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche. Späte Herbstsorten lassen sich kühl und feucht, etwa in einer Kiste mit Sand im Keller, noch einige Wochen lagern.
Was im April außerdem ins Beet darf
Der April ist ein Hauptmonat für Aussaat und Pflanzung. Neben Kohlrabi kommen jetzt Salat, Radieschen, Spinat, Erbsen, Möhren und Zwiebeln ins Freiland. Wärmebedürftige Gemüse wie Tomaten, Gurken und Bohnen warten dagegen bis nach den Eisheiligen Mitte Mai. Eine ausführliche Übersicht mit Gemüse, Blumen und Stauden bietet der Beitrag Was kann man im April pflanzen?, weitere Arbeiten des Monats beschreibt Gartenarbeiten im April.
Häufige Fragen
Wann darf Kohlrabi ins Freiland?
Vorgezogene Jungpflanzen ab Ende März oder Anfang April, sobald der Boden bearbeitbar ist, in den ersten Wochen unter Vlies. Direkt gesät wird ab etwa Mitte April.
Wie tief pflanzt man Kohlrabi?
Nicht tiefer, als er im Anzuchttopf stand. Die Knolle bildet sich über der Erde; wird dieser Bereich mit Erde bedeckt, bleibt sie klein.
Warum bildet mein Kohlrabi keine Knolle?
Häufige Ursachen sind zu tiefes Pflanzen, eine längere Kälteperiode bei jungen Pflanzen, die zum Schießen führt, zu alte Jungpflanzen oder Trockenheit.
Warum platzt Kohlrabi auf?
Fast immer wegen ungleichmäßiger Wasserversorgung: Nach Trockenheit nimmt die Pflanze bei plötzlichem Regen schnell Wasser auf, und die Knolle reißt. Gleichmäßiges Gießen und Mulchen beugen vor.



