Frischer Salat von März bis Oktober
Inhalt10 Abschnitte
- Warum nicht jeder Salat zu jeder Zeit gelingt
- Die Salatarten im Überblick
- Aussaat- und Pflanztermine
- Staffeln: Wann die nächste Aussaat fällig ist
- Saisonstart im März: Frühbeet und Vlies
- Salat richtig pflanzen
- Salat im Sommer: gegen Schießen und Bitterkeit
- Schnecken und andere Plagen
- Ernten, damit es weitergeht
- Häufige Fragen
Frischen Salat gibt es aus dem eigenen Garten von März bis in den Oktober, wenn Sie zwei Dinge beherzigen: die richtige Salatart zur richtigen Jahreszeit und kleine, häufige Aussaaten statt eines großen Beets auf einmal. Im Frühjahr wachsen Kopf- und Schnittsalat, im Sommer die hitzefesten Batavia-, Eis- und Romanasalate, im Herbst Endivie, Zuckerhut und Feldsalat. Im Frühbeet oder unter Vlies beginnt die Saison schon im März.

Warum nicht jeder Salat zu jeder Zeit gelingt
Die meisten Blattsalate sind Langtagpflanzen: Werden die Tage im Frühsommer lang und warm, beginnen sie zu „schießen“, sie strecken sich, bilden einen Blütenstängel und schmecken bitter. Frühjahrssorten des Kopfsalats reagieren darauf besonders schnell. Dazu kommt ein zweites Problem: Salatsamen keimen bei Temperaturen über etwa 20 °C schlecht oder gar nicht. Im Hochsommer gesäter Salat läuft deshalb oft nur lückenhaft auf.
Daraus folgt die Grundregel: Im Frühjahr säen Sie die klassischen Frühsorten, ab Mai schossfeste Sommersorten und Salate wie Batavia oder Eissalat, und ab Juni die Herbst- und Wintersalate. Auf der Samentüte steht, für welche Jahreszeit eine Sorte gezüchtet ist – diese Angabe ist wichtiger als der Name.
Die Salatarten im Überblick
- Kopfsalat (Buttersalat) bildet zarte, weiche Köpfe. Frühsorten für März und April, schossfeste Sommersorten für Mai bis Juli, eigene Sorten für den Herbst.
- Pflück- und Eichblattsalat bildet keinen festen Kopf. Sie ernten laufend die äußeren Blätter, dann wächst die Pflanze über mehrere Wochen nach.
- Schnittsalat wird dicht in Reihen gesät und wie Kresse geschnitten, sobald die Blätter handhoch sind. Er treibt ein- bis zweimal nach und ist der schnellste Salat überhaupt.
- Batavia und Eissalat haben knackige, festere Blätter und vertragen Sommerhitze deutlich besser als Kopfsalat.
- Romana (Römersalat) wächst hoch und aufrecht, ist robust und kommt im Frühjahr wie im Hochsommer gut zurecht.
- Endivie und Zuckerhut sind Zichoriensalate mit leicht bitterem Aroma. Sie werden im Sommer gesät und im Herbst geerntet, leichte Fröste vertragen sie.
- Feldsalat wird ab August gesät und ist so winterhart, dass er in milden Lagen bis ins Frühjahr geerntet werden kann.
Aussaat- und Pflanztermine
Die folgenden Zeiten gelten für mittlere Lagen. In milden Weinbaugebieten geht es etwa zwei Wochen früher los, in rauen Höhenlagen entsprechend später.
| Salat | Aussaat ins Beet | Pflanzen setzen | Ernte |
| Schnittsalat | Mitte März bis Anfang September | nicht üblich | etwa 4–6 Wochen nach der Saat |
| Kopfsalat | Frühsorten ab März ins Frühbeet, Sommersorten ab Mai | ab März unter Vlies oder im Frühbeet | Mai bis Oktober |
| Pflücksalat | April bis Mitte August | ab Mitte März unter Vlies | Mai bis Oktober |
| Batavia | März bis Mitte August | ab März unter Vlies | Mai bis Oktober |
| Eissalat | April bis Ende Juli | April bis Mitte August | Juni bis Oktober |
| Romana | Mitte April und Mitte Juni bis Mitte Juli | März bis Mai und Mitte Juli bis Mitte August | Juni bis Oktober |
| Endivie | Mitte Juni bis Juli | Mitte Juli bis Mitte August | September bis November |
| Feldsalat | August bis September | nicht üblich | Oktober bis März |
Staffeln: Wann die nächste Aussaat fällig ist
Wer einmal im Frühjahr zwanzig Salatköpfe pflanzt, hat im Juni zwanzig Köpfe gleichzeitig – und danach nichts. Besser sind kleine Sätze von vier bis acht Pflanzen im Abstand von zwei bis drei Wochen. Einen praktischen Anhaltspunkt gibt der Salat selbst: Säen Sie den nächsten Satz, sobald der vorherige zwei bis drei echte Blätter gebildet hat. So passt sich der Rhythmus automatisch dem Wetter an, im kühlen Frühjahr langsamer, im Sommer schneller.
Besonders einfach wird das Staffeln mit Jungpflanzen, die Sie in Multitopfplatten auf der Fensterbank, im Frühbeet oder an einem halbschattigen Platz vorziehen. Sie haben dann immer ein paar Pflänzchen parat, wenn im Beet eine Lücke frei wird. Schnittsalat säen Sie direkt und in kurzen Reihen.
Saisonstart im März: Frühbeet und Vlies
Im März ist der Boden im Freiland meist noch zu kalt, im Frühbeet aber herrscht schon ein anderes Klima. Sobald es nicht mehr dauerhaft friert, können Sie dort Schnittsalat säen und vorgezogene Kopf- und Pflücksalate setzen. An sonnigen Tagen lüften Sie tagsüber, sonst wird es unter dem Glas schnell zu warm. Im Beet ersetzt ein doppelt gelegtes Vlies oder ein Folientunnel das Frühbeet für Jungpflanzen: Salat verträgt leichten Frost, unter Vlies wächst er aber deutlich zügiger. Weitere Kulturen für diesen Monat finden Sie unter Aussaat im März.
Salat richtig pflanzen
Salat ist ein Lichtkeimer: Säen Sie ihn nur hauchdünn mit Erde bedeckt. Bei der Pflanzung gilt die wichtigste Regel: Salat wird so hoch gesetzt, dass der Wurzelballen noch leicht aus der Erde schaut – „der Salat muss im Wind flattern“, sagt eine alte Gärtnerregel. Zu tief gesetzte Pflanzen faulen am Herz. Die Abstände liegen bei etwa 25–30 cm für Kopf-, Pflück- und Eissalat, bei Romana und Endivie bei etwa 30–35 cm.
Salat braucht einen humosen, lockeren Boden, aber keine üppige Düngung. Eine Gabe reifer Kompost genügt; frischer Mist oder viel Stickstoffdünger fördern Nitrat in den Blättern und Fäulnis. Salat wächst gut in Mischkultur mit Kohlrabi, Möhren, Radieschen, Erbsen oder Zwiebeln – er füllt Lücken und beschattet den Boden. Anregungen dazu gibt der Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Salat im Sommer: gegen Schießen und Bitterkeit
Im Hochsommer entscheidet der Standort. Während Frühjahrssalat die volle Sonne sucht, wachsen Sommersaaten besser an einem Platz mit leichtem Nachmittagsschatten, etwa neben Stangenbohnen oder Tomaten. Säen Sie an heißen Tagen am Abend, gießen Sie die Saatrille vorher an und halten Sie sie mit einem Brett oder Vlies kühl, bis die Keimlinge erscheinen. Alternativ säen Sie in Töpfe und stellen diese an einen kühlen, hellen Ort.
Gegossen wird gleichmäßig, morgens und direkt auf den Boden. Trockenstress lässt Salat schneller schießen und macht die Blätter bitter. Eine dünne Mulchschicht hält die Feuchte und die Erde kühler. Endivien werden weniger bitter, wenn Sie die Köpfe etwa zwei Wochen vor der Ernte zusammenbinden oder mit einem Teller abdecken, sodass das Innere bleicht.
Schnecken und andere Plagen
Der größte Gegner im Salatbeet ist die Nacktschnecke. Jungpflanzen verschwinden oft in einer Nacht. Sammeln Sie abends und frühmorgens, legen Sie Bretter aus, unter denen sich die Tiere tagsüber verstecken, und gießen Sie morgens statt abends. Dauerhaft wirkt ein Schneckenzaun rund ums Beet. Blattläuse an den Herzblättern spülen Sie mit Wasser ab. Grauschimmel und Falscher Mehltau treten vor allem in feuchten, dicht stehenden Beständen auf; ausreichende Abstände und Gießen von unten beugen vor.
Ernten, damit es weitergeht
Kopfsalat ernten Sie, sobald der Kopf fest geschlossen ist, am besten morgens, wenn die Blätter frisch und knackig sind. Warten Sie nicht zu lange, denn überständige Köpfe schießen rasch. Bei Pflück- und Eichblattsalat nehmen Sie immer nur die äußeren Blätter und lassen das Herz stehen. Schnittsalat schneiden Sie etwa 3–5 cm über dem Boden, dann treibt er noch einmal durch. Für die Zeit nach Oktober lohnt ein Beet mit Feldsalat oder Winterportulak; welche Kulturen sich im Spätsommer noch säen lassen, zeigt der Beitrag Gartenkalender: Aussaat im September.
Häufige Fragen
Was kann man im März ins Frühbeet säen?
Schnittsalat, Pflücksalat, frühe Kopfsalatsorten, Radieschen, Spinat und Kresse. Vorgezogene Salatpflanzen dürfen ab März ebenfalls ins Frühbeet. Bei Sonne tagsüber lüften.
Warum keimt mein Salat im Sommer nicht?
Salatsamen keimen bei Bodentemperaturen über etwa 20 °C schlecht. Säen Sie abends, halten Sie die Rille kühl und feucht oder ziehen Sie die Pflanzen im Schatten vor.
Wie oft sollte man Salat nachsäen?
Alle zwei bis drei Wochen einen kleinen Satz, oder immer dann, wenn der vorige Satz zwei bis drei echte Blätter hat.
Welcher Salat verträgt Hitze am besten?
Batavia, Eissalat und Romana sowie ausdrücklich schossfeste Sommersorten des Kopfsalats.



