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Garten-Ratgeber

Im Juli säen: Gemüse, Salat und Kräuter für die Herbsternte

Gartenkalendervon Kathrin Schendel7 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Aussaatliste für Juli
  2. Das Beet nach Frühkulturen vorbereiten
  3. Fruchtfolge: was nach was passt
  4. Kohl im Sommer: Chinakohl, Pak Choi und Kohlrabi
  5. Herbstsalate: Endivie, Radicchio und Zuckerhut
  6. Wenn es zu heiß zum Keimen ist
  7. Fenchel, Wurzelgemüse und Rettich
  8. Kräuter im Juli säen
  9. Häufige Fragen

Im Juli ist noch viel Zeit für eine zweite Ernte. Jetzt säen Sie Chinakohl, Pak Choi, Endivien, Radicchio, Zuckerhut, Herbstrettich, Radieschen, Rucola, Fenchel, Mangold sowie Dill und Petersilie; in den ersten Julitagen gelingen auch noch Buschbohnen, Möhren und Rote Bete. Geerntet wird von September bis in den November, manches überwintert sogar. Die größte Hürde ist nicht die Jahreszeit, sondern die Hitze: Viele Samen keimen bei hohen Bodentemperaturen schlecht.

Ob sich eine Kultur noch lohnt, entscheidet weniger das Datum als die verbleibende Zeit bis zum ersten Frost. Rechnen Sie von der Entwicklungsdauer auf der Samentüte zurück: In milden Weinbaulagen reicht die Saison oft bis weit in den November, in Höhenlagen ist Mitte Oktober Schluss. Die Hauptsaat für Spinat und Feldsalat folgt erst in Was kann man im August noch säen und pflanzen?, die übrigen Arbeiten des Monats fasst Der Garten im Juli zusammen.

Aussaatliste für Juli

Die Tabelle nennt die gängigen Kulturen mit Aussaat- und Erntezeit. Die Angaben gelten für mittlere Lagen; in warmen Gegenden können Sie später säen, in rauen Lagen sollten Sie sich an den frühen Terminen orientieren.

KulturAussaat im JuliErnte
Buschbohnenbis Anfang JuliEnde August–September
Möhren (frühe Sorten)bis Anfang JuliOktober–November
Rote Betebis Anfang Juli, mild bis Mitte JuliSeptember–Oktober, eher klein
KohlrabiAussaat bis Mitte Juli, Pflanzung bis Ende JuliSeptember–Oktober
ChinakohlMitte bis Ende JuliOktober–November
Pak ChoiJuli bis Mitte Augustnach 6–8 Wochen
Endivie, Radicchio, Zuckerhutbis Mitte Juli, Jungpflanzen bis Anfang AugustSeptember–November
Fenchel (Herbstsorten)bis Mitte JuliSeptember–Oktober
Herbst- und WinterrettichJuli bis Anfang AugustOktober–November
Radieschen, Rucola, Asia-Salatelaufendnach 4–6 Wochen
Mangold, Pflücksalatbis Mitte Juliab September, Mangold teils bis ins Frühjahr
Dill, PetersilieJuli–AugustHerbst, Petersilie auch im Frühjahr

Grünkohl und Winterporree werden im Juli nicht mehr gesät, sondern als Jungpflanzen gesetzt; sie stehen dann bis in den Winter im Beet.

Das Beet nach Frühkulturen vorbereiten

Im Juli werden viele Beete frei: Frühkartoffeln, Erbsen, Frühkohlrabi, frühe Salate und Knoblauch sind geerntet. Ein abgeerntetes Beet sollte nicht lange brach liegen, sonst übernimmt das Unkraut, und der Boden trocknet aus. Räumen Sie Pflanzenreste ab, jäten Sie gründlich und lockern Sie den Boden mit Grubber oder Sauzahn flach auf. Umgraben ist im Sommer unnötig und lässt die Erde nur noch schneller austrocknen.

Erbsen und Bohnen schneiden Sie knapp über dem Boden ab; die Wurzeln mit ihren stickstoffbindenden Knöllchenbakterien bleiben in der Erde. Arbeiten Sie etwa 2–3 Liter reifen Kompost je Quadratmeter oberflächlich ein; für Starkzehrer wie Chinakohl darf es etwas mehr sein. Frischer Mist gehört jetzt nicht mehr ins Beet. Vor der Aussaat wässern Sie die Fläche am Vortag durchdringend, damit die Samen in feuchten Boden kommen.

Fruchtfolge: was nach was passt

Die Nachkultur sollte möglichst nicht aus derselben Pflanzenfamilie stammen wie die Vorkultur. Besonders wichtig ist das bei den Kreuzblütlern: Chinakohl, Pak Choi, Kohlrabi, Rettich, Radieschen und Rucola gehören alle dazu und teilen sich Schädlinge wie Kohlfliege und Erdflöhe sowie die Bodenkrankheit Kohlhernie. Sie folgen deshalb am besten auf Frühkartoffeln, Erbsen, Zwiebeln oder Salat, nicht auf Frühkohl.

Endivien und Radicchio passen gut nach Erbsen oder Frühkartoffeln, Fenchel nach Salat oder Zwiebeln. Schnelle Kulturen wie Radieschen lassen sich zwischen langsame setzen und sind geerntet, bevor diese den Platz brauchen. Welche Nachbarn sich vertragen, zeigt Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.

Kohl im Sommer: Chinakohl, Pak Choi und Kohlrabi

Chinakohl ist die typische Juli-Kultur. Vor Mitte Juli gesät, neigt er zum Schießen, weil er auf lange Tage mit Blütenbildung reagiert; ab Mitte Juli, wenn die Tage wieder kürzer werden, bildet er feste Köpfe. Säen Sie direkt ins Beet in Reihen mit etwa 40 cm Abstand und vereinzeln Sie später auf 30–40 cm in der Reihe. Chinakohl verträgt das Umpflanzen schlecht; wer vorzieht, nimmt Töpfchen oder Multitopfplatten.

Pak Choi wächst schneller und lässt sich auch als junges Blattgemüse ernten, wahlweise einzelne Blätter oder die ganze Staude. Kohlrabi gelingt im Juli am sichersten als Jungpflanze. Alle drei brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit: Trockenphasen führen zu holzigem Kohlrabi und bitteren Blättern. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Saat hält Kohlfliegen und Erdflöhe fern, die bei trockener Hitze Keimlinge regelrecht durchlöchern.

Herbstsalate: Endivie, Radicchio und Zuckerhut

Endivien, Radicchio und Zuckerhut sind die Salate für den Herbst. Sie vertragen kühle Nächte und leichte Fröste besser als Kopfsalat und schmecken nach den ersten kalten Tagen milder. Säen Sie bis Mitte Juli oder pflanzen Sie Jungpflanzen bis Anfang August mit etwa 30–35 cm Abstand. Endivien lassen sich zwei Wochen vor der Ernte zusammenbinden, damit die inneren Blätter hell und weniger bitter werden; das Innere muss dabei trocken sein, sonst fault es.

Kopf- und Pflücksalat lassen sich im Juli ebenfalls säen, sind aber bei Hitze heikel: Sie schießen schnell und keimen schlecht. Nehmen Sie ausgewiesene Sommersorten, die als schossfest gelten, und säen Sie lieber mehrfach in kleinen Mengen. Wie Sie von März bis Oktober durchgehend ernten, erklärt Frischer Salat von März bis Oktober.

Wenn es zu heiß zum Keimen ist

Kopfsalat ist das bekannteste Beispiel für eine hitzebedingte Keimsperre: Über etwa 20 °C Bodentemperatur keimen viele Salatsorten nur noch lückenhaft, über 25 °C oft gar nicht. Ähnlich empfindlich sind Spinat, Feldsalat und Kerbel. Andere Kulturen wie Möhren keimen zwar, aber die Saatrillen trocknen in der Hitze aus, bevor die Keimlinge die Oberfläche erreichen.

Mit ein paar Kniffen gelingt die Sommersaat trotzdem:

  1. Kühl säen. Säen Sie am Abend oder an einem bedeckten Tag.
  2. Saatrillen vorwässern. Gießen Sie die Rille vor der Saat kräftig an und bedecken Sie die Samen dann mit trockener Erde. So bleibt die Feuchtigkeit unten.
  3. Abdecken bis zum Keimen. Ein Brett oder ein feuchtes Vlies auf der Reihe hält Boden und Samen kühl. Sobald Keimlinge erscheinen, muss die Abdeckung weg.
  4. Salat kühl vorziehen. Säen Sie Salat in Töpfchen an einem schattigen Platz, etwa auf der Nordseite des Hauses, und pflanzen Sie ihn nach drei bis vier Wochen aus. Salat ist Lichtkeimer und wird nur hauchdünn bedeckt.

Nach dem Keimen gießen Sie morgens und bei Hitze zusätzlich am frühen Abend mit feinem Strahl. Wo es gar nicht klappt, weichen Sie auf Kulturen aus, die Wärme mögen: Chinakohl, Pak Choi, Rucola und Mangold keimen auch im Hochsommer zügig.

Fenchel, Wurzelgemüse und Rettich

Knollenfenchel gehört zu den Kulturen, die im Sommer sogar besser gelingen als im Frühjahr. Früh gesät reagiert er auf die langen Tage oft mit Schossen statt mit einer dicken Knolle. Nehmen Sie ausgewiesene Herbstsorten, säen Sie bis Mitte Juli oder ziehen Sie in Töpfchen vor und setzen Sie die Jungpflanzen Anfang August mit etwa 30 cm Abstand aus. In raueren Lagen verlängert ein Frühbeet die Saison um einige Wochen. Mehr zum Anbau lesen Sie unter Gemüsefenchel aus dem Garten.

Weißkohl im sommerlichen Gemüsebeet
Weißkohl im sommerlichen Gemüsebeet

Möhren und Rote Bete sind im Juli Grenzfälle. Frühe, schnell wachsende Möhrensorten schaffen es bis zum Herbst noch, wenn sie in den ersten Julitagen in den Boden kommen; Rote Bete bleibt kleiner und lässt sich dafür mit etwas engerem Abstand säen. Herbst- und Winterrettich dagegen ist eine echte Sommerkultur: Im Juli gesät, bildet er bis Oktober kräftige Wurzeln, die sich im kühlen Keller wochenlang lagern lassen.

Kräuter im Juli säen

Auch einige Kräuter lassen sich jetzt noch säen. Dill keimt schnell und ist nach etwa sechs Wochen erntereif; säen Sie ihn in mehreren Sätzen, dann ist bis zum Herbst immer frisches Kraut da. Petersilie braucht zwei bis vier Wochen zum Keimen, im Juli gesät liefert sie im Herbst Blätter und treibt im nächsten Frühjahr erneut aus, bevor sie blüht. Halten Sie die Saat bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht.

Rucola und Kresse gelingen fast immer. Kerbel und Koriander schießen bei Hitze sehr schnell in Blüte; für sie ist Ende August die bessere Zeit. Basilikum bringt aus einer Julisaat nur noch eine kurze Ernte, im Topf auf einem warmen Balkon hat er die besseren Chancen.

Häufige Fragen

Was kann man im Juli noch säen?

Chinakohl, Pak Choi, Endivien, Radicchio, Zuckerhut, Herbstfenchel, Herbst- und Winterrettich, Radieschen, Rucola, Mangold, Pflücksalat, Dill und Petersilie. Buschbohnen, frühe Möhren und Rote Bete gelingen noch, wenn sie in den ersten Julitagen gesät werden.

Warum keimt mein Salat im Sommer nicht?

Viele Salatsorten keimen über etwa 20 °C Bodentemperatur nur noch schlecht. Säen Sie abends, gießen Sie die Saatrille vorher an, beschatten Sie die Reihe bis zum Keimen oder ziehen Sie die Pflanzen an einem kühlen, schattigen Platz in Töpfchen vor.

Kann man im Juli Spinat und Feldsalat säen?

Besser nicht. Beide keimen in der Sommerhitze schlecht und schießen schnell. Die Hauptsaat für Herbst- und Winterspinat sowie für Feldsalat beginnt ab Mitte August.

Muss man das Beet nach der Ernte düngen?

Etwa 2–3 Liter reifer Kompost je Quadratmeter reichen für die meisten Nachkulturen. Nach Erbsen und Bohnen ist der Boden ohnehin mit Stickstoff angereichert.

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