April: Zeit für den ersten Rasenschnitt
Inhalt10 Abschnitte
- Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
- Vorbereitung im März
- Den Rasenmäher startklar machen
- Der erste Schnitt: nicht zu kurz
- Vertikutieren nach dem ersten oder zweiten Schnitt
- Düngen und Nachsäen im Frühjahr
- Die richtige Reihenfolge im Überblick
- Wie oft und wie tief danach gemäht wird
- Was sonst im April im Garten ansteht
- Häufige Fragen
Der erste Rasenschnitt des Jahres fällt in den meisten Regionen Deutschlands in den April, in milden Lagen auch schon Ende März. Maßgeblich ist nicht der Kalender, sondern das Gras: Sobald es wieder sichtbar wächst und etwa 8–10 cm hoch ist, der Boden abgetrocknet ist und kein Frost mehr droht, wird gemäht – beim ersten Mal nicht kürzer als etwa 4–5 cm. Vertikutieren, Düngen und Nachsäen folgen erst danach.

Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
Rasengräser beginnen zu wachsen, wenn sich der Boden auf etwa 8–10 °C erwärmt hat. In warmen Gegenden ist das im März der Fall, in Mittelgebirgslagen oft erst Ende April. Statt eines festen Datums achten Sie deshalb auf drei Zeichen:
- Das Gras wächst sichtbar. Die Halme sind deutlich länger als im Winter, die Fläche wird dichter und grüner.
- Der Boden trägt. Wenn Sie über den Rasen gehen, bleiben keine tiefen Fußspuren, und es quatscht nicht. Auf nassem Boden verdichten Mäher und Schuhe die Fläche und reißen die Grasnarbe auf.
- Keine Nachtfröste mehr in Sicht. Frisch geschnittene Halme vertragen starken Frost schlechter. Bei gefrorenem oder bereiftem Rasen wird ohnehin nicht gemäht, auch nicht betreten.
Die alte Gärtnerregel, mit dem Mähen zu warten, bis die Narzissen verblüht sind, ist eine grobe Orientierung, aber nicht mehr. Oft ist der Rasen vorher so weit.
Vorbereitung im März
Bevor der Mäher zum ersten Mal läuft, räumen Sie die Fläche auf. Sobald der Boden abgetrocknet ist, entfernen Sie mit einem Laubrechen liegengebliebenes Laub, Äste und Winterreste; darunter vergilbt das Gras und es entstehen Lücken. Maulwurfshügel verteilen Sie mit dem Rechen flach über die Umgebung, die Erde ist ein guter Feinboden für kahle Stellen. Denken Sie daran: Der Maulwurf selbst ist besonders geschützt und darf weder gefangen noch getötet werden, wie der Beitrag Maulwürfe aus dem Garten vertreiben erklärt.
Nutzen Sie die Zeit außerdem für einen Blick auf den Boden. Viel Moos deutet auf Verdichtung, Schatten, Nässe oder einen zu niedrigen pH-Wert hin. Kalk hilft nur, wenn eine Messung tatsächlich einen sauren Boden zeigt; auf neutralem Boden schadet er eher. Wie Sie den pH-Wert prüfen und wann Kalk sinnvoll ist, lesen Sie unter Den Rasen im Herbst kalken.
Den Rasenmäher startklar machen
Nach der Winterpause lohnt ein kurzer Check, bevor Sie loslegen:
- Messer prüfen. Ein stumpfes Messer reißt die Halme ab, statt sie zu schneiden. Die Spitzen fransen aus, werden braun und sind anfälliger für Krankheiten. Lassen Sie das Messer schleifen oder tauschen Sie es aus.
- Schrauben und Gehäuse kontrollieren. Lockere Schrauben, Risse im Gehäuse und beschädigte Kabel werden vor dem ersten Einsatz behoben.
- Benzinmäher warten. Ölstand prüfen, Luftfilter reinigen, Zündkerze kontrollieren und alten Kraftstoff vom Vorjahr ersetzen, denn er altert und kann den Vergaser verkleben.
- Akku laden. Bei Akkumähern den Akku vollständig laden, bevor es losgeht.
- Schnitthöhe einstellen. Für den ersten Schnitt eher hoch, etwa 4–5 cm.
Wer ohnehin über einen neuen Mäher nachdenkt, findet im Beitrag Rasenmäher-Kauf: Darauf sollte man achten eine Entscheidungshilfe.
Der erste Schnitt: nicht zu kurz
Beim ersten Mähen nach dem Winter ist Zurückhaltung gefragt. Kürzen Sie die Halme höchstens um ein Drittel ihrer Länge, niemals um mehr als die Hälfte. Wer einen 12 cm hohen Rasen gleich auf 3 cm herunterschneidet, nimmt ihm den größten Teil seiner Blattmasse, das Gras gerät in Stress, verfärbt sich gelblich, und Moos und Unkraut bekommen Licht und Platz. Ist der Rasen sehr lang geworden, mähen Sie lieber zweimal im Abstand einiger Tage und senken die Schnitthöhe schrittweise.
Mähen Sie nur bei trockenem Gras, damit der Schnitt sauber wird und der Mäher nicht verklebt. Das Schnittgut vom ersten Mähen nehmen Sie auf, denn es ist oft viel und verfilzt sonst auf der Fläche. Später in der Saison kann kurzes Schnittgut beim Mulchmähen liegen bleiben.
Vertikutieren nach dem ersten oder zweiten Schnitt
Vertikutiert wird nicht vor, sondern nach dem ersten oder zweiten Mähen, wenn das Gras kräftig wächst und sich von dem Eingriff schnell erholt. In den meisten Jahren ist das Mitte April bis Mitte Mai der Fall. Vorher mähen Sie den Rasen kurz, etwa auf 3 cm, damit die Messer den Boden erreichen.
Der Vertikutierer ritzt die Grasnarbe wenige Millimeter tief an und zieht Rasenfilz und Moos heraus. Stellen Sie die Messer so ein, dass sie den Boden nur anritzen, nicht aufpflügen. Fahren Sie die Fläche einmal längs und einmal quer ab und rechen Sie das herausgezogene Material ab. Nicht jeder Rasen muss jedes Jahr vertikutiert werden. Wenn der Filz dünn ist und kaum Moos wächst, genügt es, ihn kräftig durchzurechen. Hinweise zum Thema Moos gibt der Beitrag Die Entfernung von Moos im Garten.
Düngen und Nachsäen im Frühjahr
Die erste Düngung gibt dem Rasen nach dem Winter Kraft. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn das Gras sichtbar wächst; viele Gärtner richten sich nach der Forsythienblüte. Gut geeignet ist ein Rasendünger mit Langzeitwirkung, ausgebracht nach Packungsangabe und am besten vor einem Regentag oder mit anschließendem Wässern. Nach dem Vertikutieren gedüngt, schließt sich die Grasnarbe schneller. Überdüngen Sie nicht: Zu viel Stickstoff macht das Gras weich, anfällig und treibt die Mähfrequenz in die Höhe. Eine organische Alternative stellt der Beitrag Unkraut hemmen im Rasen: Bokashi selber herstellen vor.
Kahle Stellen säen Sie nach, sobald der Boden sich auf etwa 10 °C erwärmt hat, meist ab Mitte April. Lockern Sie die Fläche leicht auf, streuen Sie eine passende Rasenmischung, drücken Sie sie an und halten Sie die Saat bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht. Rasensamen keimen im Licht, sie werden also nur leicht eingeharkt, nicht vergraben.
Die richtige Reihenfolge im Überblick
| Schritt | Zeitpunkt | Hinweis |
| Laub und Äste abrechen | März, sobald der Boden abgetrocknet ist | nicht bei nassem Boden betreten |
| Mäher warten | März | Messer schärfen, Kraftstoff erneuern |
| Erster Schnitt | meist April, bei 8–10 cm Wuchshöhe | auf 4–5 cm, höchstens ein Drittel kürzen |
| Vertikutieren | nach dem ersten oder zweiten Schnitt, April bis Mai | nur bei Filz oder Moos, vorher kurz mähen |
| Düngen | wenn das Gras wächst, gern direkt nach dem Vertikutieren | nach Packungsangabe, danach wässern |
| Nachsäen | ab etwa 10 °C Bodentemperatur | bis zum Keimen feucht halten |
Wie oft und wie tief danach gemäht wird
Hat der Rasen richtig Fahrt aufgenommen, mähen Sie im Mai und Juni etwa einmal pro Woche, bei starkem Wachstum auch zweimal. Die ideale Schnitthöhe für einen normalen Gebrauchsrasen liegt bei etwa 4–5 cm, im Schatten etwas höher. Im Hochsommer lassen Sie den Rasen länger stehen, 5–6 cm, denn längere Halme beschatten den Boden und helfen dem Gras, Trockenphasen zu überstehen. Tipps zu speziellen Mähern gibt der Beitrag Mit dem Spindelmäher den Rasen mähen. Denken Sie beim Mähen an die Ruhezeiten: In Wohngebieten sind Rasenmäher an Sonn- und Feiertagen tabu.
Was sonst im April im Garten ansteht
Der April ist einer der arbeitsreichsten Gartenmonate. Neben dem Rasen stehen die Pflanzung von Stauden und Gehölzen, die Aussaat vieler Gemüsearten ins Freiland und das Setzen robuster Sommerblumenzwiebeln an. Frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Dahlien oder Geranien warten dagegen bis nach den Eisheiligen Mitte Mai. Was genau in diesem Monat in die Erde kann, lesen Sie unter Was kann man im April pflanzen? und in der Übersicht Gartenarbeiten im April.
Häufige Fragen
Wann ist der erste Rasenschnitt im Jahr?
Meist im April, in milden Regionen schon Ende März. Gemäht wird, sobald das Gras sichtbar wächst und etwa 8–10 cm hoch ist, der Boden trägt und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.
Wie kurz darf man den Rasen beim ersten Mal mähen?
Nicht kürzer als etwa 4–5 cm und nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal. Ist der Rasen sehr lang, mähen Sie in zwei Durchgängen.
Soll man erst vertikutieren oder erst mähen?
Erst mähen. Vertikutiert wird nach dem ersten oder zweiten Schnitt, wenn das Gras kräftig wächst, und direkt vorher wird der Rasen kurz gemäht.
Wann düngt man den Rasen im Frühjahr?
Sobald das Gras wieder wächst, oft zur Zeit der Forsythienblüte, gern direkt nach dem Vertikutieren. Danach wässern oder vor einem Regentag streuen.



