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Garten-Ratgeber

Blumenzwiebeln – bunter Garten ganzes Jahr lang

Blumen & Staudenvon Christoph8 Min. · 12 Abschnitte
Inhalt12 Abschnitte
  1. Was Zwiebeln, Knollen und Rhizome unterscheidet
  2. Blumenzwiebeln im Herbst pflanzen: der richtige Zeitpunkt
  3. Den Boden vorbereiten
  4. Pflanztiefe und Abstand
  5. Die Lasagne-Methode für Kübel und kleine Beete
  6. Sommer- und Herbstblüher: Pflanzung im Frühjahr
  7. Das Zwiebelblumen-Jahr im Überblick
  8. Nach der Blüte: Laub stehen lassen
  9. Schutz vor Wühlmäusen
  10. Giftige Zwiebelblumen im Blick behalten
  11. Gute Zwiebeln erkennen
  12. Häufige Fragen

Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen kommen im Herbst in die Erde, am besten von Ende September bis Ende November, solange der Boden offen ist. Sommerblüher wie Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien sind dagegen frostempfindlich und werden erst im Frühjahr gepflanzt. Wer beide Gruppen kombiniert und ein paar Herbstblüher ergänzt, hat tatsächlich fast das ganze Jahr über Zwiebelblumen im Beet.

Austreibende Blumenzwiebeln in lockerer Gartenerde
Austreibende Blumenzwiebeln in lockerer Gartenerde

Was Zwiebeln, Knollen und Rhizome unterscheidet

Im Handel landet alles unter dem Etikett „Blumenzwiebeln“, botanisch sind es aber verschiedene Speicherorgane. Echte Zwiebeln wie bei Tulpe, Narzisse, Hyazinthe oder Lilie bestehen aus fleischigen, übereinanderliegenden Blattschuppen auf einer flachen Zwiebelscheibe, aus deren Unterseite die Wurzeln wachsen. Knollen wie bei Krokus oder Gladiole sind verdickte Sprossachsen, die meist von einer faserigen Hülle umgeben sind. Wurzelknollen wie bei Dahlien sind verdickte Wurzeln, und Rhizome wie bei vielen Iris wachsen waagerecht knapp unter der Oberfläche.

Allen gemeinsam ist das Prinzip: Die Pflanze legt in der Saison Vorräte an, zieht ihr Laub ein und überdauert die ungünstige Zeit unter der Erde. Die Blütenanlage für das nächste Jahr steckt bei vielen Frühjahrsblühern schon in der Zwiebel, wenn Sie sie kaufen. Deshalb blühen sie im ersten Jahr fast immer zuverlässig – und deshalb entscheidet die Pflege nach der Blüte darüber, ob sie im zweiten Jahr wiederkommen.

Blumenzwiebeln im Herbst pflanzen: der richtige Zeitpunkt

Die Herbstpflanzung beginnt, sobald die Sommerhitze vorbei ist und der Boden abkühlt. Als Faustregel gilt: Kleine Zwiebeln und früh blühende Arten zuerst, Tulpen zuletzt.

  • September bis Anfang Oktober: Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse, Blausternchen, Traubenhyazinthen und Narzissen. Narzissen bilden früh Wurzeln und danken eine zeitige Pflanzung mit kräftigerem Wuchs.
  • Oktober: Hyazinthen, Zierlauch, Kaiserkronen, Schachbrettblumen und winterharte Lilien.
  • Oktober bis November: Tulpen. In kühlerem Boden ist das Risiko für Pilzkrankheiten wie das Tulpenfeuer geringer, deshalb schadet ein späterer Termin hier nicht.

Nach dem Kalender allein müssen Sie sich nicht richten. Entscheidend ist, dass die Zwiebeln vor dem ersten richtigen Bodenfrost noch einige Wochen Zeit haben, Wurzeln zu bilden. Solange Sie den Spaten in den Boden bekommen, ist es nicht zu spät – auch im Dezember gepflanzte Tulpen blühen meist, oft nur etwas später und kleiner. Zwiebeln, die bis zum Frühjahr in der Tüte liegen, trocknen dagegen aus und sind dann verloren.

Den Boden vorbereiten

Die meisten Zwiebelblumen sind anspruchslos, eines vertragen sie aber gar nicht: Staunässe. In dauernd nassem Boden faulen die Zwiebeln über den Winter. Auf schwerem, lehmigem Boden lohnt es sich deshalb, das Pflanzloch etwas tiefer auszuheben und eine Handbreit groben Sand oder feinen Kies als Drainage einzufüllen. Mehr dazu, wie sich Lehmboden dauerhaft lockern lässt, lesen Sie im Beitrag Schweren Gartenboden verbessern.

Lockern Sie das Beet vor dem Pflanzen spatentief und arbeiten Sie reifen Kompost ein. Das verbessert die Struktur und liefert genug Nährstoffe für den Start. Hornspäne als langsam wirkender organischer Dünger sind ebenfalls geeignet. Frischen Mist sollten Sie dagegen nicht verwenden, er fördert Fäulnis direkt an der Zwiebel.

Pflanztiefe und Abstand

Die bewährte Regel lautet: Pflanzen Sie jede Zwiebel etwa zwei- bis dreimal so tief, wie sie hoch ist, gemessen von der Zwiebelbasis. Eine 5 cm hohe Tulpenzwiebel liegt also 10–15 cm tief, ein kleiner Krokus nur 5–8 cm. In leichten Sandböden darf es etwas tiefer sein, in schwerem Boden etwas flacher.

So gehen Sie vor:

  1. Pflanzloch ausheben. Mit einem Blumenzwiebelpflanzer oder einer Handschaufel, bei Gruppen lieber eine größere Mulde für mehrere Zwiebeln.
  2. Drainage einfüllen. Bei schwerem Boden eine dünne Schicht Sand auf die Sohle.
  3. Zwiebel richtig herum einsetzen. Die Spitze zeigt nach oben, die flache Wurzelscheibe nach unten. Bei Knollen, deren Oben und Unten schwer zu erkennen ist, hilft ein Blick auf alte Wurzelreste.
  4. Erde auffüllen und andrücken. Hohlräume vermeiden, damit die Wurzeln Bodenschluss bekommen.
  5. Angießen. Bei trockenem Herbstwetter einmal gründlich wässern, damit das Wurzelwachstum startet.

Als Abstand genügt meist das Zwei- bis Dreifache des Zwiebeldurchmessers. Gepflanzt in Gruppen von zehn, zwanzig oder mehr Zwiebeln wirken Frühjahrsblüher deutlich stärker als einzeln im Beet verteilt.

Die Lasagne-Methode für Kübel und kleine Beete

Bei der Lasagne- oder Etagenpflanzung setzen Sie mehrere Zwiebelsorten übereinander in einen Topf oder ein Pflanzloch. Unten liegen die großen, spät blühenden Zwiebeln, etwa Tulpen oder Zierlauch, darüber eine Schicht Erde, dann mittelgroße wie Narzissen oder Hyazinthen und ganz oben kleine Frühblüher wie Krokusse, Traubenhyazinthen oder Blausternchen. Die oberen Triebe wachsen seitlich an den unteren Zwiebeln vorbei.

Der Vorteil: Auf derselben Fläche blüht es von Februar oder März bis in den Mai hinein, weil die Etagen nacheinander aufblühen. Für Balkon und Terrasse ist das ideal. Wichtig sind ein Kübel mit Abzugsloch, eine Drainageschicht am Boden und ein geschützter Standort im Winter, denn im Topf frieren die Zwiebeln leichter durch als im Beet. Tipps zur Auswahl und Bepflanzung finden Sie unter Kübel richtig bepflanzen.

Sommer- und Herbstblüher: Pflanzung im Frühjahr

Viele sommerblühende Knollen stammen aus warmen Regionen und sind nicht winterhart. Dazu gehören Dahlien, Gladiolen, Knollenbegonien, Canna, Calla (Zantedeschia) und Freesien. Sie kommen erst in die Erde, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. In den meisten Regionen ist das nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall; Gladiolen lassen sich wegen ihrer Pflanztiefe schon ab April staffelweise setzen. Knollenbegonien und Dahlien können Sie ab März im Haus in Töpfen vortreiben und so einen Vorsprung von mehreren Wochen gewinnen.

Mehr Pflege brauchen diese Sommerblüher tatsächlich: regelmäßiges Gießen, eine Düngung während der Hauptwachstumszeit und bei hohen Sorten eine Stütze. Im Herbst, nach dem ersten leichten Frost, werden die Knollen ausgegraben, getrocknet und frostfrei, kühl und luftig überwintert. Ausführliche Anleitungen finden Sie in den Beiträgen zu Dahlien und zur Pflanzzeit für Gladiolen.

Eine Ausnahme bilden Lilien: Die meisten Gartenlilien sind winterhart und können sowohl im Herbst als auch im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Näheres im Porträt Pflanzen und Pflege von Lilien. Für den Herbstflor schließlich gibt es Herbstkrokusse und Herbstzeitlosen, die bereits im August gepflanzt werden und wenige Wochen später blühen.

Das Zwiebelblumen-Jahr im Überblick

BlütezeitBeispielePflanzzeitWinterhart
Februar–MärzSchneeglöckchen, Winterling, Krokus, BlausternSeptember–Oktoberja
März–AprilNarzisse, Traubenhyazinthe, Hyazinthe, frühe TulpenSeptember–Novemberja
April–Maispäte Tulpen, Kaiserkrone, SchachbrettblumeOktober–Novemberja
Mai–JuniZierlauchSeptember–Oktoberja
Juni–AugustLilien, Gladiolen, CannaHerbst oder Frühjahr (Lilien), April–Mai (übrige)Lilien ja, übrige nein
Juli–OktoberDahlien, Knollenbegoniennach den Eisheiligennein
September–OktoberHerbstkrokus, HerbstzeitloseAugustja

Nach der Blüte: Laub stehen lassen

Der häufigste Grund, warum Tulpen und Narzissen im zweiten Jahr nicht mehr blühen, ist ein zu früher Schnitt. Schneiden Sie nur die verwelkten Blüten ab, das Laub bleibt stehen, bis es gelb wird und sich leicht abziehen lässt. In diesen Wochen füllt die Pflanze ihre Zwiebel für das nächste Jahr auf. Wer die Blätter vorher abmäht oder zusammenbindet, hungert sie aus.

Eine leichte Düngung beim Austrieb im Frühjahr, etwa mit Kompost, unterstützt diesen Vorgang. Viele moderne Tulpensorten lassen trotzdem nach einigen Jahren nach; Wildtulpen und botanische Sorten sind in dieser Hinsicht ausdauernder. Arten wie Krokus, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Blaustern und Winterling vermehren sich dagegen von selbst über Brutzwiebeln und Samen und bilden mit der Zeit dichte Teppiche. Das gelingt allerdings nur, wenn der Rasen, in dem sie stehen, erst nach dem Einziehen des Laubs gemäht wird.

Schutz vor Wühlmäusen

Wühlmäuse fressen besonders gern Tulpen-, Lilien- und Krokuszwiebeln. In gefährdeten Gärten hilft nur mechanischer Schutz: Pflanzkörbe aus engmaschigem Drahtgeflecht, die rundum geschlossen sind und oben knapp unter der Oberfläche enden. Kunststoffkörbe aus dem Handel schützen eher vor dem Verlieren der Zwiebeln beim Umgraben als vor Nagern. Narzissen, Kaiserkronen und Schneeglöckchen werden von Wühlmäusen dagegen meist gemieden, weil sie giftige Inhaltsstoffe enthalten. Wie man Wühlmäuse von Maulwürfen unterscheidet, die geschützt sind und Zwiebeln nicht fressen, lesen Sie im Beitrag Maulwürfe aus dem Garten vertreiben.

Giftige Zwiebelblumen im Blick behalten

Viele Zwiebelblumen sind giftig, und zwar gerade in der Zwiebel. Das gilt für Narzissen, Hyazinthen, Tulpen, Schneeglöckchen, Kaiserkronen und besonders für die Herbstzeitlose, die zu den stark giftigen Gartenpflanzen gehört. Für Hunde, die gern graben, und für kleine Kinder sollten die Zwiebeln deshalb nicht offen herumliegen. Narzissenzwiebeln sind schon mit Küchenzwiebeln verwechselt worden; lagern Sie beides getrennt. Der Pflanzensaft von Tulpen und Narzissen kann bei empfindlicher Haut Reizungen auslösen, Handschuhe beim Pflanzen sind daher sinnvoll. Eine Übersicht bietet der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.

Gute Zwiebeln erkennen

Ob Sie im Gartencenter, in der Gärtnerei oder per Versand kaufen: Gute Blumenzwiebeln sind fest, schwer für ihre Größe und frei von Schimmel, weichen Stellen oder dunklen Flecken. Eine lose, abblätternde Außenhaut ist dagegen kein Mangel. Größere Zwiebeln einer Sorte bringen meist mehr und kräftigere Blüten als kleine. Pflanzen Sie die Ware möglichst bald nach dem Kauf; bis dahin lagern Sie sie kühl, trocken und luftig, nicht in einer geschlossenen Plastiktüte.

Häufige Fragen

Kann man Blumenzwiebeln noch im Dezember pflanzen?

Ja, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Zwiebeln haben dann weniger Zeit zum Einwurzeln und blühen oft etwas später oder schwächer, aber in der Erde sind sie besser aufgehoben als in der Tüte.

Wie tief pflanzt man Blumenzwiebeln?

Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Tulpen und Narzissen landen damit bei 10–15 cm, kleine Frühblüher wie Krokusse bei 5–8 cm.

Müssen Tulpenzwiebeln nach der Blüte ausgegraben werden?

Nein. Winterharte Frühjahrsblüher können im Boden bleiben. Ausgraben lohnt sich nur, wenn der Boden im Sommer sehr feucht ist oder das Beet neu bepflanzt werden soll. Dann nehmen Sie die Zwiebeln erst heraus, wenn das Laub vergilbt ist, und lagern sie trocken bis zum Herbst.

Wann kommen Dahlien und Gladiolen in die Erde?

Nach den letzten Frösten, in den meisten Gegenden ab Ende April (Gladiolen) bzw. nach den Eisheiligen Mitte Mai (Dahlien). Vor dem Winter werden sie wieder ausgegraben und frostfrei gelagert.

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