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Garten-Ratgeber

Dahlien - Vielfalt und Farbrausch im Garten

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Herkunft und Vielfalt
  2. Die Blütenklassen
  3. Der richtige Standort
  4. Knollen pflanzen: Zeitpunkt und Tiefe
  5. Dahlien im Topf und Balkonkasten
  6. Pflege im Sommer: gießen, düngen, stützen, ausputzen
  7. Schnecken und andere Probleme
  8. Überwintern: ausgraben und frostfrei lagern
  9. Dahlien kombinieren
  10. Häufige Fragen

Dahlien sind die Sommerblumen mit der größten Formen- und Farbvielfalt: von kleinen Pompons bis zu tellergroßen Blüten, von 30 cm hohen Topfsorten bis zu mannshohen Beetpflanzen. Sie blühen von Juli bis zum ersten Frost. Die Knollen kommen ab Ende April oder Anfang Mai in die Erde, ihre jungen Triebe vertragen aber bis nach den Eisheiligen keinen Frost – und im Herbst müssen die Knollen frostfrei überwintern.

Pompon-Dahlien und andere Dahlien in Orange- und Rottönen im Gartenbeet
Pompon-Dahlien und andere Dahlien in Orange- und Rottönen im Gartenbeet

Herkunft und Vielfalt

Die Dahlie (Dahlia), auch Georgine genannt, gehört zu den Korbblütlern und stammt aus den Hochlagen Mexikos und Mittelamerikas. Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Knollen nach Europa, wo sie bald intensiv gezüchtet wurden. Heute sind mehrere zehntausend Sorten registriert, und jedes Jahr kommen neue hinzu.

Die Farbpalette reicht von Weiß über Gelb, Orange, Rosa und Rot bis zu tiefem Violett und fast Schwarz, dazu zweifarbige und gesprenkelte Sorten. Ein echtes Blau gibt es bei Dahlien nicht: Der Pflanze fehlt der dafür nötige Farbstoff, als „blau“ verkaufte Sorten sind lila oder violett. Neben den Blüten schmückt bei manchen Sorten das Laub: Sorten mit fast schwarzem oder bronzefarbenem Blatt, etwa die bekannte rote ‚Bishop of Llandaff‘, bilden starke Kontraste. Die meisten Dahlien haben aber gewöhnliches grünes Laub.

Die Blütenklassen

Um die Vielfalt zu ordnen, werden Dahlien nach ihrer Blütenform in Klassen eingeteilt. Die wichtigsten:

KlasseBlütenformTypische Verwendung
Einfach blühende Dahlienein Kranz flacher Blütenblätter, offene Mitteinsektenfreundlich, naturnahe Beete
Halskrausen-Dahlienäußerer Blütenkranz mit kurzem innerem KragenBeet, Schnitt
Seerosen-Dahlienflach, gefüllt, an Seerosen erinnerndSchnittblume
Dekorative Dahliendicht gefüllt, breite Blütenblätter, oft sehr großBeet, Schnitt, Blickfang
Ball- und Pompon-Dahlienkugelig, eingerollte BlütenblätterSchnitt, Bauerngarten
Kaktus- und Semikaktus-Dahlienspitze, gerollte Blütenblätter, stachelig wirkendBeet, Schnitt

Für Bienen und Hummeln sind nur die einfach blühenden Sorten wertvoll, bei gefüllten Blüten kommen die Insekten nicht an Pollen und Nektar.

Der richtige Standort

Dahlien brauchen einen sonnigen Platz mit mindestens sechs Stunden Sonne und einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt. Staunässe lässt die Knollen faulen. Schwere Böden verbessern Sie vor der Pflanzung mit Kompost und etwas Sand; bei leichten Böden hilft Kompost, Wasser zu halten. Ein windgeschützter Platz verhindert, dass hohe Sorten umknicken.

Knollen pflanzen: Zeitpunkt und Tiefe

Dahlienknollen sind nicht frosthart. Pflanzen Sie sie ab Ende April oder Anfang Mai, wenn der Boden sich erwärmt hat. Bis die Triebe die Erdoberfläche erreichen, vergehen meist zwei bis drei Wochen, dann sind die Eisheiligen Mitte Mai häufig schon vorbei. Kommen die Triebe früher und droht noch Frost, decken Sie sie mit Vlies oder einem umgestülpten Topf ab.

  1. Pflanzloch ausheben. Etwa doppelt so groß wie die Knolle, bei schwerem Boden etwas Sand in die Sohle geben.
  2. Knolle einsetzen. Mit dem Wurzelhals, dem alten Stängelrest, nach oben, so dass die Knolle 5–10 cm mit Erde bedeckt ist.
  3. Stütze setzen. Bei hohen Sorten gleich jetzt einen Stab einschlagen – später verletzen Sie damit leicht die Knolle.
  4. Mäßig angießen. Bis zum Austrieb nur wenig gießen, damit die Knolle nicht fault.

Als Abstand rechnen Sie bei niedrigen Sorten mit 30–40 cm, bei hohen mit 60–80 cm. Wer früher Blüten möchte, treibt die Knollen ab März in Töpfen auf einer hellen, kühlen Fensterbank vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen aus.

Dahlien im Topf und Balkonkasten

Niedrige Sorten, etwa die kompakten Mignon- und Topfdahlien mit 30–50 cm Höhe, eignen sich gut für Kübel und Kästen. Das Gefäß braucht Abzugslöcher und unten eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton, darüber eine nährstoffreiche Kübelpflanzenerde. Im Topf müssen Dahlien häufiger gegossen und gedüngt werden als im Beet. Tipps zur Gefäßwahl gibt der Beitrag Pflanzkübel im Außenbereich – welches Material ist ideal.

Pflege im Sommer: gießen, düngen, stützen, ausputzen

Gießen Sie in Trockenperioden durchdringend, möglichst auf den Boden und nicht über die Blätter. Dahlien sind Starkzehrer: Eine Gabe Kompost beim Pflanzen und ab Juni alle zwei bis drei Wochen ein Blühpflanzendünger halten die Blüte in Gang. Ab Ende August wird nicht mehr gedüngt, damit die Knollen ausreifen.

Hohe Sorten binden Sie an ihren Stab oder stützen sie mit Staudenringen. Schneiden Sie verblühte Blüten regelmäßig bis zum nächsten Blattpaar ab – das ist der wichtigste Handgriff für eine lange Blüte, denn sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Samenbildung. Als Schnittblumen halten Dahlien am besten, wenn Sie sie morgens schneiden, sobald die Blüten fast ganz geöffnet sind.

Schnecken und andere Probleme

Der größte Gegner junger Dahlien sind Schnecken, die frische Triebe über Nacht bis auf den Boden abfressen können. Schützen Sie die Pflanzen in den ersten Wochen besonders, etwa mit Absammeln am Abend, Schneckenkragen oder einem Schneckenzaun. Mehr dazu in Einen Schneckenzaun errichten und Schneckenkorn richtig einsetzen. Im Sommer treten gelegentlich Blattläuse, Ohrwürmer an den Blüten und bei Trockenheit Spinnmilben auf; bei feucht-kühlem Wetter kann Grauschimmel die Blüten befallen.

Dahlien gelten für Menschen als ungiftig, die Knollen wurden in ihrer Heimat sogar gegessen. Für Hunde und Katzen werden beim Fressen von Pflanzenteilen leichte Magen-Darm-Beschwerden beschrieben.

Überwintern: ausgraben und frostfrei lagern

Wenn der erste Frost das Laub schwarz gefärbt hat, spätestens aber vor stärkerem Bodenfrost, graben Sie die Knollen aus. Schneiden Sie die Stängel auf etwa 10 cm zurück, schütteln Sie grobe Erde ab und lassen Sie die Knollen einige Tage kopfüber an einem luftigen, frostfreien Ort abtrocknen, damit Wasser aus den hohlen Stängeln abläuft.

Gelagert werden sie dunkel, kühl und frostfrei bei etwa 4–8 °C, zum Beispiel in Kisten mit trockenem Sand, Torfersatz oder Zeitungspapier in einem kühlen Keller. Kontrollieren Sie die Knollen im Winter gelegentlich: Faulige Stellen schneiden Sie heraus, stark geschrumpfte Knollen waren zu trocken gelagert. Im Frühjahr lassen sich große Knollenstöcke teilen; jedes Teilstück braucht mindestens ein Auge am Wurzelhals, sonst treibt es nicht aus.

Dahlien kombinieren

Im Beet wirken großblumige Dahlien am besten in kleinen Gruppen statt in großen Flächen. Zu filigranen Partnern wie Verbenen, Zinnien, Cosmeen, Astern und Ziergräsern bilden sie einen schönen Kontrast. Mit Sommerastern zusammen verlängern sie die Blüte bis in den Oktober, siehe Sommerastern. Wie sich Knollenblumen generell ins Beet einfügen, lesen Sie im Beitrag Im April ist Pflanzzeit für Gladiolen und in den Tipps zur Gestaltung eines Blumenbeets.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Dahlien?

Ab Ende April oder Anfang Mai, wenn der Boden warm ist. Die Triebe erscheinen meist erst nach den Eisheiligen; kommen sie früher, schützen Sie sie in Frostnächten.

Sind Dahlien winterhart?

Nein. Die Knollen erfrieren im Boden und müssen im Herbst ausgegraben und frostfrei bei etwa 4–8 °C gelagert werden.

Wie tief setzt man Dahlienknollen?

So, dass die Knolle 5–10 cm mit Erde bedeckt ist und der Wurzelhals nach oben zeigt.

Warum blühen meine Dahlien nicht?

Meist ist der Standort zu schattig, es wurde zu stickstoffreich gedüngt, oder Schnecken haben den jungen Austrieb geschwächt. Auch nicht ausgeputzte Blüten bremsen die Nachblüte.

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