Das Gewächshaus innen und außen reinigen
Inhalt9 Abschnitte
- Warum sich die jährliche Reinigung lohnt
- Der beste Zeitpunkt: Spätwinter oder Herbst
- Material, das Sie brauchen
- Das Gewächshaus von außen reinigen
- Stegplatten und Polycarbonat richtig behandeln
- Den Innenraum ausräumen und säubern
- Den Boden im Gewächshaus erneuern
- Technik prüfen, solange alles leer ist
- Häufige Fragen
Ein Gewächshaus sollte einmal im Jahr gründlich gereinigt werden, am besten im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, bevor die ersten Jungpflanzen einziehen, also meist im Februar oder März. Außen geht es um Licht, innen um Hygiene: Schmutz und Algen auf der Eindeckung kosten Licht, in Ritzen, Töpfen und alter Erde überwintern Pilzsporen und Schädlinge. Mit warmem Wasser, einer weichen Bürste und etwas Geduld ist die Arbeit an einem milden Tag erledigt.

Warum sich die jährliche Reinigung lohnt
Im Winter steht die Sonne tief, und jede Schmutzschicht auf dem Dach nimmt den Pflanzen einen Teil des ohnehin knappen Lichts. Staub, Blütenpollen, Vogelkot und vor allem grüne Algenbeläge können die Lichtdurchlässigkeit spürbar senken. Für Sämlinge, die im Frühjahr vergeilen, ist oft nicht die Temperatur schuld, sondern ein schmutziges Dach.
Der zweite Grund ist die Hygiene. Das warme, feuchte Klima im Gewächshaus ist ideal für Pflanzen – aber auch für Grauschimmel, Mehltau, Spinnmilben, Weiße Fliegen und Trauermücken. Viele davon überdauern den Winter in Rahmenfugen, Holzleisten, alten Töpfen und Pflanzenresten. Wer diese Verstecke einmal im Jahr ausräumt, startet mit deutlich weniger Befallsdruck in die Saison. Welche Krankheiten im Gewächshaus besonders häufig sind, zeigt der Beitrag Krankheiten im Gewächshaus vermeiden.
Der beste Zeitpunkt: Spätwinter oder Herbst
Ideal ist ein trockener, milder Tag im Februar oder März, bevor Sie mit der Anzucht beginnen. Das Haus ist dann ohnehin fast leer, und bei geöffneten Fenstern und Türen trocknen die Flächen schnell ab. Im Hochwinter ist es dafür meist zu kalt: Wasser gefriert auf Rahmen und Scheiben, und überwinternde Kübelpflanzen vertragen das Lüften nicht.
Eine gute Alternative ist der Herbst direkt nach dem Abräumen von Tomaten, Gurken und Paprika. Dann entfernen Sie mit den Pflanzenresten zugleich die Schädlinge, die dort überwintern wollten. Wer im Winter Kübelpflanzen im Gewächshaus unterbringt, reinigt vorher im Herbst und macht im Frühjahr nur noch eine kleine Runde.
Material, das Sie brauchen
- weiche Bürste oder Schwamm an einem Teleskopstiel, dazu ein Abzieher
- Eimer mit warmem Wasser und etwas neutraler Seife oder Schmierseife
- Gartenschlauch, gegebenenfalls mit Brausekopf
- ein dünnes, festes Werkzeug (Kunststoffspachtel, Pflanzenetikett) für die Fugen
- Gummihandschuhe, bei Bedarf Leiter mit sicherem Stand
- für Töpfe und Kisten: heißes Wasser und eine Wurzelbürste
Scheuermittel, Stahlwolle, Lösungsmittel und aggressive Reiniger brauchen Sie nicht, bei Kunststoffplatten richten sie sogar Schaden an.
Das Gewächshaus von außen reinigen
- Grob vorspülen. Spülen Sie Dach und Wände mit dem Schlauch ab, damit Sand und Staub beim Wischen keine Kratzer hinterlassen.
- Mit Seifenwasser waschen. Arbeiten Sie mit weicher Bürste und warmem Seifenwasser von oben nach unten. Bei Glas darf es etwas kräftiger sein, bei Kunststoff nur sanft.
- Fugen und Überlappungen säubern. Wo Glasscheiben überlappen oder an Profilen anliegen, sammeln sich Algen und Schmutz. Mit einem Kunststoffspachtel oder einem Pflanzenetikett lässt sich das herauskratzen.
- Klar nachspülen und abziehen. Seifenreste ziehen Staub an. Nachspülen und mit dem Abzieher trocknen, dann gibt es keine Schlieren.
- Dachrinne leeren. Laub und Moos in der Rinne führen zu Überlauf und nassen Fundamenten. Wer das Regenwasser nutzt, hat danach auch sauberes Gießwasser – mehr dazu im Beitrag Regenwasser im Garten sammeln.
Einen Hochdruckreiniger setzen Sie allenfalls bei Glas und nur mit großem Abstand und niedriger Stufe ein. Bei Stegplatten ist er tabu: Der harte Strahl kann die UV-Schutzschicht beschädigen und Wasser samt Schmutz in die Kammern drücken, wo es jahrelang bleibt.
Stegplatten und Polycarbonat richtig behandeln
Doppelstegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sind robust, aber ihre Oberfläche ist weicher als Glas. Waschen Sie sie nur mit viel Wasser, weicher Bürste und milder Seife. Kratzer lassen sich nicht mehr entfernen, und in Kratzern setzen sich künftig Algen besonders gut fest. Lösungsmittel, Glasreiniger mit Alkohol oder Ammoniak und Essigessenz in hoher Konzentration können das Material trüben oder spröde machen.
Grün verfärbte Kammern im Inneren der Platten lassen sich kaum reinigen. Das passiert, wenn die Stirnseiten offen sind oder die Abdeckbänder undicht werden. Prüfen Sie deshalb bei der Reinigung, ob die oberen Kanten mit Aluband verschlossen und die unteren mit einem luftdurchlässigen Filterband versehen sind, damit Kondenswasser ablaufen kann, aber kein Schmutz hineinkommt.
Den Innenraum ausräumen und säubern
Räumen Sie das Haus so weit wie möglich leer. Überwinternde Pflanzen stellen Sie an einem milden Tag vorübergehend in einen geschützten Schuppen oder in die Garage. Nutzen Sie die Gelegenheit, sie auf Schädlinge zu prüfen, Welkes abzuschneiden und kranke Exemplare auszusortieren.
Dann geht es von oben nach unten: Schattiernetze und Luftpolsterfolie abnehmen, Spinnweben und Pflanzenreste abfegen, die Innenseite der Eindeckung wie außen waschen. Besonders gründlich behandeln Sie Rahmenprofile, Stellagen, Regale und Tischplatten, denn dort sitzen Schädlingseier und Sporen. Heißes Wasser mit Seife reicht in den meisten Fällen. Hartnäckige Algen auf Glas lassen sich mit etwas verdünntem Essig lösen; spülen Sie gründlich nach und lassen Sie das Putzwasser nicht in die Beete laufen.
Töpfe, Anzuchtschalen, Multitopfplatten und Stecketiketten weichen Sie in heißem Wasser ein und schrubben sie mit einer Bürste. Bodenbeläge aus Vlies oder Kunstrasen, die über Jahre Feuchtigkeit und Keime gesammelt haben, tauschen Sie besser aus, als sie zu reinigen.
Den Boden im Gewächshaus erneuern
Wer jedes Jahr Tomaten an derselben Stelle zieht, erlebt irgendwann nachlassende Erträge und mehr Wurzel- und Welkekrankheiten. Diese sogenannte Bodenmüdigkeit lässt sich im Gewächshaus schwer umgehen, weil der Platz begrenzt ist. Bewährte Wege sind:
- Fruchtwechsel zwischen Tomaten, Gurken, Paprika und Salaten, soweit die Fläche es zulässt
- Oberboden austauschen: alle paar Jahre die obersten 20–30 cm durch frische Gartenerde und reifen Kompost ersetzen
- Kompost und Gründüngung im Herbst und Winter, damit der Boden belebt bleibt
- Anbau in Kübeln oder Säcken für die empfindlichsten Kulturen
Chemische Bodenentseuchung ist im Hobbygarten keine Option. Das Abbrennen von Schwefel zur Desinfektion, das früher verbreitet war, ist heute nicht mehr zu empfehlen – Schwefeldioxid ist giftig und greift Metall und Dichtungen an.
Technik prüfen, solange alles leer ist
Die Reinigung ist der beste Moment für einen kleinen Kundendienst. Laufen Türen und Fenster leicht, schließen sie dicht? Sind Schrauben und Klammern der Scheiben fest, Dichtungen noch elastisch? Öffnen die automatischen Fensteröffner bei Wärme zuverlässig? Tröpfeln Bewässerungsleitungen, ist der Heizlüfter funktionsfähig? Scharniere und Schiebetüren freuen sich über einen Tropfen Öl. Lose Scheiben sind im Frühjahrssturm schnell zerbrochen; wie Sie das Haus sturmfest machen, lesen Sie unter So schützen Sie Ihr Gewächshaus vor äußeren Einflüssen.
Häufige Fragen
Womit reinigt man ein Gewächshaus am besten?
Mit warmem Wasser, etwas milder Seife und einer weichen Bürste. Das reicht für Glas und Kunststoff. Für Algen auf Glas kann verdünnter Essig helfen, Stegplatten behandeln Sie nur mit Seifenwasser.
Wie bekomme ich Algen aus den Stegplatten?
Auf der Oberfläche mit Seifenwasser und weicher Bürste. Algen in den Kammern lassen sich kaum noch entfernen; vorbeugen können Sie nur, indem Sie die Stirnseiten mit Aluband oben und Filterband unten verschließen.
Wann sollte man das Gewächshaus reinigen?
Am besten im Februar oder März an einem milden, trockenen Tag, bevor die Anzucht beginnt. Alternativ im Herbst direkt nach dem Abräumen der Sommerkulturen.
Muss man das Gewächshaus desinfizieren?
Eine gründliche Reinigung mit heißem Wasser und Seife genügt im Hobbygarten. Wichtiger als ein Desinfektionsmittel ist, Pflanzenreste, alte Erde und Töpfe mit Befall konsequent zu entfernen.



