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Garten-Ratgeber

Die richtige Pflege von Erdbeerpflanzen

Obstvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Einmal tragend, mehrmals tragend oder Monatserdbeere?
  2. Der richtige Standort und Boden
  3. Das Beet vorbereiten
  4. Erdbeeren richtig pflanzen
  5. Gießen und Mulchen
  6. Düngen: weniger ist mehr
  7. Nach der Ernte: schneiden und Ausläufer
  8. Krankheiten und Schädlinge
  9. Häufige Fragen

Erdbeeren danken gute Pflege mit einer Ernte, die jede gekaufte Schale alt aussehen lässt. Das Wichtigste in Kürze: Die beste Pflanzzeit für einmal tragende Sorten ist Mitte Juli bis Ende August, der Standort muss sonnig und der Boden locker und humusreich sein, und nach drei bis vier Jahren braucht das Beet einen Neuanfang an anderer Stelle. Dazwischen geht es vor allem um gleichmäßiges Gießen, Mulchen und den Schnitt nach der Ernte.

Blühende Erdbeerpflanzen mit weißen Blüten im Beet
Blühende Erdbeerpflanzen mit weißen Blüten im Beet

Einmal tragend, mehrmals tragend oder Monatserdbeere?

Im Garten am weitesten verbreitet sind die einmal tragenden Gartenerdbeeren (Fragaria × ananassa). Sie tragen je nach Sorte von Ende Mai bis Juli eine konzentrierte, große Ernte. Frühe bis mittelfrühe Klassiker sind etwa Korona, Elsanta, Polka und Senga Sengana, spätere Sorten verlängern die Saison bis in den Juli.

Mehrmals tragende Sorten wie Ostara bringen eine erste Ernte im Frühsommer und danach bis in den Herbst weitere, kleinere Pflücken. In der Summe ist der Ertrag je Pflanze meist geringer, dafür verteilt er sich. Monatserdbeeren stammen von der Walderdbeere ab, tragen von Juni bis zum Frost kleine, sehr aromatische Früchte und bilden meist keine oder kaum Ausläufer. Sorten wie Rügen oder Alexandria eignen sich gut als Beeteinfassung.

Die meisten modernen Sorten sind selbstfruchtbar. Zwei verschiedene Sorten nebeneinander verbessern trotzdem oft den Fruchtansatz. Eine Ausnahme ist die alte Sorte Mieze Schindler: Sie trägt nur mit einer Befruchtersorte in der Nähe.

Der richtige Standort und Boden

Erdbeeren brauchen Sonne, damit die Früchte Zucker und Aroma bilden. Ein leicht luftiger Platz ist gut, weil Blätter und Früchte nach Regen schnell abtrocknen und Pilze dann weniger Chancen haben. Windige Ecken mit kalter Zugluft verzögern dagegen die Reife.

Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein und Wasser dennoch halten können. Ein schwach saurer pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 ist ideal. Auf schwerem, verdichtetem Lehm leiden Erdbeeren unter Staunässe und Wurzelkrankheiten; dort helfen Kompost, etwas Sand oder ein leicht erhöhtes Beet. Tipps dazu finden Sie im Beitrag Schweren Gartenboden verbessern.

Wichtig ist der Fruchtwechsel: Setzen Sie Erdbeeren nur auf Flächen, auf denen mindestens vier Jahre keine Erdbeeren standen. Sonst reichern sich bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge an, und die neuen Pflanzen kümmern.

Das Beet vorbereiten

Lockern Sie den Boden zwei bis drei Wochen vor der Pflanzung tief mit der Grabegabel und entfernen Sie Wurzelunkräuter gründlich. Anschließend arbeiten Sie reifen Kompost flach ein, etwa drei bis vier Liter je Quadratmeter, bei Bedarf ergänzt um eine Handvoll Hornspäne. Frischer Mist gehört nicht ins Erdbeerbeet: Er ist zu scharf und fördert Fäulnis. Gut verrotteter Mist ist dagegen in Ordnung, wenn er schon einige Monate vorher eingearbeitet wurde.

Danach sollte sich der Boden wieder setzen, deshalb die Wartezeit. Unmittelbar vor dem Pflanzen wird die Oberfläche nur noch mit dem Rechen glatt gezogen.

Erdbeeren richtig pflanzen

Für einmal tragende Sorten ist Mitte Juli bis Ende August die beste Zeit, spätestens Anfang September. Die Pflanzen wurzeln dann bis zum Winter ein und legen ihre Blütenknospen für das nächste Jahr an. Eine Pflanzung im Frühjahr, also im März oder April, ist ebenfalls möglich, vor allem für mehrmals tragende Sorten und Monatserdbeeren; bei einmal tragenden Sorten fällt die erste Ernte dann deutlich kleiner aus.

  1. Wurzeln wässern. Stellen Sie Topfballen vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Abstände einhalten. In der Reihe 25–30 cm, zwischen den Reihen 50–70 cm, damit Sie später bequem ernten und die Pflanzen abtrocknen.
  3. Richtig tief setzen. Das Herz der Pflanze, aus dem die neuen Blätter kommen, muss genau auf Höhe der Erdoberfläche sitzen. Zu tief gesetzt fault es, zu hoch trocknet es aus.
  4. Kräftig angießen. In den ersten zwei Wochen den Boden gleichmäßig feucht halten, bis die Pflanzen sichtbar neue Blätter bilden.

Gießen und Mulchen

Erdbeeren haben flache Wurzeln und brauchen vor allem von der Blüte bis zur Ernte gleichmäßige Feuchtigkeit. Gießen Sie morgens und direkt an den Boden, nicht über Blätter und Früchte. Nasse Früchte am Abend sind eine Einladung für Grauschimmel. Sind die Früchte fast reif, darf die Wassermenge etwas sinken; dann schmecken sie aromatischer und platzen weniger.

Sobald die ersten Früchte ansetzen, legen Sie Stroh unter die Pflanzen. Es hält die Früchte sauber und trocken, schützt vor Spritzwasser und hält den Boden feucht. Alternativ gibt es Mulchvlies oder Erdbeerkragen. Eine dünne Lage angetrockneter Rasenschnitt zwischen den Reihen unterdrückt Unkraut, sollte aber nicht direkt an den Früchten liegen. Mehr zum Thema lesen Sie unter Rindenmulch im Garten richtig verwenden – Rindenmulch selbst ist für Erdbeeren allerdings wenig geeignet.

Düngen: weniger ist mehr

Erdbeeren sind salzempfindlich und reagieren auf zu viel Stickstoff mit üppigem Laub, weichen Früchten und mehr Grauschimmel. Die wichtigste Düngung erfolgt nach der Ernte, im Juli oder August, wenn die Pflanzen die Blütenknospen für das Folgejahr anlegen. Ein organischer Beerendünger oder etwas Kompost ist dann ideal. Im Frühjahr genügt bei gut versorgtem Boden eine kleine Gabe zum Austrieb. Halten Sie sich bei fertigem Dünger an die Packungsangabe und bleiben Sie lieber darunter.

Nach der Ernte: schneiden und Ausläufer

Direkt nach der letzten Ernte schneiden Sie die alten Blätter bis etwa eine Handbreit über dem Boden ab, ohne das Herz zu verletzen. Das Stroh wird abgeräumt, das Beet gejätet und gedüngt. Die Pflanzen treiben danach frisches, gesundes Laub, und viele Blattkrankheiten verlieren ihre Grundlage.

Die Ausläufer entfernen Sie laufend, denn sie kosten Kraft. Wenn Sie ein neues Beet anlegen möchten, lassen Sie an kräftigen Mutterpflanzen einige der ersten Tochterpflanzen bewurzeln, am besten direkt in kleine Töpfe, die Sie neben die Mutter in den Boden setzen. Nach etwa vier bis sechs Wochen trennen Sie sie ab. Die besten Erträge liefern Erdbeeren im zweiten und dritten Jahr; danach werden die Früchte kleiner, und ein neues Beet an anderer Stelle lohnt sich.

Krankheiten und Schädlinge

Die häufigste Krankheit ist Grauschimmel (Botrytis cinerea): graue, pelzige Früchte bei feuchtem Wetter. Stroh, weite Abstände, Gießen am Morgen und das sofortige Entfernen befallener Früchte sind die beste Abwehr. Hintergründe stehen im Beitrag Der Kampf gegen den Grauschimmel. Rote oder weiße Flecken auf den Blättern stammen meist von Blattfleckenpilzen, die sich mit dem Rückschnitt nach der Ernte gut eindämmen lassen.

Unter den Schädlingen sorgen Schnecken für angefressene Früchte, dagegen helfen Absammeln, Stroh und ein Schneckenzaun. Knicken im Mai die Blütenknospen ab, war oft der Erdbeerblütenstecher am Werk. Amseln lassen sich mit einem engmaschigen, straff gespannten Netz fernhalten, das regelmäßig kontrolliert wird, damit sich keine Vögel darin verfangen.

Wenn Sie keinen Garten haben: Erdbeeren wachsen auch in Kästen und Ampeln, siehe Erdbeeren auf dem Balkon anpflanzen. Weitere Beerenobst-Ratgeber finden Sie in der Rubrik Obst.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, Erdbeeren zu pflanzen?

Für einmal tragende Sorten Mitte Juli bis Ende August, spätestens Anfang September. Im Frühjahr gepflanzte Erdbeeren tragen im ersten Jahr deutlich weniger.

Kann man Erdbeeren schon im April pflanzen?

Ja, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist und sich bearbeiten lässt. Besonders geeignet sind mehrmals tragende Sorten und Monatserdbeeren, die noch im selben Sommer ernten lassen.

Wie oft muss man Erdbeeren gießen?

Das hängt von Boden und Wetter ab. Entscheidend ist, dass der Boden von der Blüte bis zur Ernte nie austrocknet. Bei Trockenheit bedeutet das meist ein- bis zweimal pro Woche durchdringend, im Topf täglich.

Wie lange tragen Erdbeerpflanzen?

Die höchsten Erträge bringen sie im zweiten und dritten Jahr. Nach drei bis vier Jahren lohnt sich ein neues Beet an einer anderen Stelle.

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