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Garten-Ratgeber

Ein Heizpilz für den Garten

Möbel, Grill & Feuervon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie ein Heizpilz wärmt
  2. Gas-Heizpilz: viel Leistung, aber teuer im Betrieb
  3. Elektrische Infrarotstrahler: gezielt und sparsam
  4. Gas oder Strom? Die Entscheidung im Überblick
  5. Sicherheit beim Gas-Heizpilz
  6. Sicherheit bei elektrischen Strahlern
  7. Richtig aufstellen und effizient heizen
  8. Alternativen zum Heizpilz
  9. Pflege und Lagerung
  10. Häufige Fragen

Ein Heizpilz verlängert den Abend auf der Terrasse, indem er Menschen und Möbel mit Wärmestrahlung direkt erwärmt statt die Luft. Es gibt ihn in zwei Varianten: mit Propangas betrieben, als hoher Standstrahler mit großer Reichweite, oder elektrisch als Infrarotstrahler. Für den privaten Garten ist ein elektrischer Infrarotstrahler meist die sparsamere und sicherere Wahl, der Gas-Heizpilz lohnt sich dort, wo kein Stromanschluss ist oder eine große Fläche beheizt werden soll.

Glühender Brennerkopf eines Heizpilzes von unten
Glühender Brennerkopf eines Heizpilzes von unten

Wie ein Heizpilz wärmt

Heizstrahler funktionieren wie die Sonne an einem kühlen Frühlingstag: Die Luft bleibt kalt, aber wo die Strahlung auftrifft, wird es warm. Deshalb kann man im Freien überhaupt sinnvoll heizen – würde ein Gerät die Luft erwärmen, wäre die Wärme mit dem ersten Windstoß verschwunden. Daraus folgen zwei praktische Regeln: Wärme kommt nur dort an, wo der Strahler „hinsieht“, und Wind kühlt die Haut trotzdem ab. Ein Windschutz an der Terrasse bringt oft mehr als ein zusätzliches Gerät.

Gas-Heizpilz: viel Leistung, aber teuer im Betrieb

Der klassische Heizpilz steht auf einem Sockel, in dem eine Propangasflasche untergebracht ist, oben sitzt der Brenner mit dem namensgebenden Schirm, der die Wärme nach unten lenkt. Die Heizleistung liegt meist bei mehreren Kilowatt bis über 10 kW; damit wärmt ein Gerät einen Kreis von einigen Metern Durchmesser. Der Vorteil ist die Unabhängigkeit vom Stromnetz, der Strahler kann überall auf der Terrasse oder im Garten stehen.

Der Nachteil ist der Verbrauch. Eine 11-kg-Gasflasche reicht bei voller Leistung je nach Gerät oft nur für wenige Abende, und beim Verbrennen entsteht entsprechend viel CO₂. Wer den Heizpilz regelmäßig nutzt, wechselt häufig Flaschen. Aus Klimaschutzgründen haben einige Städte Heizpilze in der Außengastronomie zeitweise eingeschränkt; im Privatgarten ist ihr Betrieb in der Regel erlaubt, aber eben kostspielig.

Elektrische Infrarotstrahler: gezielt und sparsam

Elektrische Heizstrahler gibt es als Standgeräte in Pilzform, als Wand- und Deckenstrahler oder als Tischgeräte. Sie haben meist eine Leistung von etwa 1,5–2,5 kW und wärmen gezielt einen Sitzbereich. Ein Gerät mit 2 kW verbraucht in einer Stunde 2 kWh Strom; bei einem Strompreis von 35 Cent je kWh kostet eine Stunde also rund 70 Cent. Das ist nicht wenig, aber deutlich günstiger als ein großer Gasstrahler, und es entsteht vor Ort kein Abgas.

Es gibt verschiedene Strahlertypen: Hellstrahler mit Halogen- oder Quarzröhren geben sofort Wärme ab, leuchten aber rot-orange und können blenden. Carbonstrahler geben ein angenehmeres, weniger grelles Licht ab. Dunkelstrahler leuchten kaum und fügen sich unauffällig in eine Terrassenüberdachung ein, brauchen aber einige Minuten zum Aufheizen. Für einen festen Sitzplatz unter einem Dach ist ein fest montierter Wand- oder Deckenstrahler oft die eleganteste Lösung.

Gas oder Strom? Die Entscheidung im Überblick

Gas-Heizpilz
  • hohe Heizleistung, große Fläche
  • kein Stromanschluss nötig
  • frei aufstellbar im ganzen Garten
  • aber: hohe Betriebskosten und viel CO₂
  • aber: nur im Freien, Flaschenwechsel und -lagerung
Elektrischer Infrarotstrahler
  • günstiger im Betrieb
  • sofort bzw. schnell warm, kein Abgas
  • auch unter Dächern und an Wänden montierbar
  • aber: braucht Steckdose oder festen Anschluss
  • aber: kleinerer Wirkungsbereich

Sicherheit beim Gas-Heizpilz

Ein Gasstrahler darf ausschließlich im Freien betrieben werden, nicht in Wintergarten, Zelt, Pavillon mit geschlossenen Seitenwänden oder Garage. Bei der Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid, das in geschlossenen Räumen lebensgefährlich wird. Achten Sie beim Kauf auf einen Kippschutz, der die Gaszufuhr unterbricht, wenn das Gerät umfällt, und auf eine Flammenüberwachung. Der Strahler braucht einen ebenen, festen Stand und ausreichend Abstand zu Sonnenschirmen, Markisen, Hecken und Dachüberständen; die Herstellerangaben dazu sollten Sie genau einhalten.

Prüfen Sie vor jeder Saison Schlauch und Druckregler auf Risse und poröse Stellen und tauschen Sie beschädigte Teile aus. Bei Gasgeruch schließen Sie sofort das Flaschenventil. Gasflaschen gehören nicht in Keller oder Räume unter Erdgleiche, weil Propan schwerer als Luft ist und sich am Boden sammelt. Lagern Sie Reserveflaschen im Freien oder an einem gut belüfteten Ort, aufrecht und gegen Umfallen gesichert.

Sicherheit bei elektrischen Strahlern

Elektrische Heizstrahler für draußen brauchen eine passende Schutzart gegen Spritzwasser; achten Sie auf die Angaben des Herstellers zur Verwendung im Freien. Angeschlossen werden sie nur an eine Außensteckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter, nicht über lange Verlängerungskabel und Mehrfachstecker. Fest montierte Strahler schließt eine Elektrofachkraft an. Halten Sie den vorgeschriebenen Abstand zu brennbaren Materialien ein, auch zu Markisentuch und Holzdecken über dem Strahler.

Richtig aufstellen und effizient heizen

Stellen Sie den Strahler so, dass er auf die Sitzplätze strahlt, nicht auf leere Flächen. Ein Heizpilz mitten in einer großen, offenen Terrasse verheizt viel Energie in den Himmel. Unter einer Überdachung mit Seitenwänden oder vor einer Hauswand wirkt dieselbe Leistung spürbar stärker. Schalten Sie den Strahler nur ein, wenn Sie tatsächlich draußen sitzen, und nutzen Sie bei elektrischen Geräten Stufenschalter oder eine Zeitschaltuhr. Warme Kleidung, Decken und Sitzkissen senken die nötige Leistung zusätzlich.

Alternativen zum Heizpilz

Wer nur gelegentlich an kühlen Abenden draußen sitzt, braucht nicht unbedingt einen Heizstrahler. Eine Feuerschale oder ein Feuerkorb wärmt die Runde und schafft Atmosphäre, allerdings nur mit trockenem Holz und mit Rücksicht auf die Nachbarn – mehr dazu im Beitrag Feuerkörbe und Feuerschalen für den Garten. Ein windgeschützter Sitzplatz, beheizbare Sitzauflagen oder einfach gute Wolldecken verlängern den Abend ebenfalls. Wie man den Garten insgesamt zum Wohnraum macht, beschreibt Chillen im Garten – Wohnzimmer im Freien, und Ideen für den Abschluss der Saison finden Sie unter Das feierliche Abgrillen im Garten.

Pflege und Lagerung

Nach der Saison reinigen Sie den Strahler, entfernen beim Gasgerät die Flasche und lagern das Gerät trocken, am besten mit einer atmungsaktiven Schutzhülle gegen Staub. Zündet ein Gas-Heizpilz nicht mehr, liegt es häufig an einer verschmutzten Düse, an der Piezozündung oder am Thermoelement der Flammenüberwachung. Reparaturen am Gasweg sollten Sie Fachleuten überlassen. Was sonst vor dem Winter zu tun ist, steht im Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Heizpilz im Betrieb?

Ein elektrischer Strahler mit 2 kW verbraucht 2 kWh pro Stunde, bei 35 Cent je kWh also rund 70 Cent. Ein großer Gasstrahler ist deutlich teurer, weil eine Flasche bei voller Leistung nur für wenige Abende reicht.

Darf man einen Gas-Heizpilz im Wintergarten benutzen?

Nein. Gasstrahler sind nur für das Freie zugelassen. In geschlossenen oder teilweise geschlossenen Räumen droht eine lebensgefährliche Kohlenmonoxidvergiftung.

Wärmt ein elektrischer Heizstrahler genauso gut wie Gas?

Auf kleiner Fläche ja, und zwar sehr gezielt. Für eine große offene Fläche hat ein Gasstrahler mehr Reserven. Am Sitzplatz unter einem Dach ist der elektrische Strahler meist die bessere Wahl.

Ist ein Heizpilz im Privatgarten erlaubt?

In der Regel ja. Beschränkungen gab es vor allem für die Außengastronomie einzelner Städte. Beachten Sie die Sicherheitsabstände und die Regeln zur Lagerung von Gasflaschen.

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