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Garten-Ratgeber

Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen

Möbel, Grill & Feuervon Christoph7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wann der richtige Zeitpunkt ist
  2. Wasserleitungen, Pumpen und Regentonnen entleeren
  3. Rasen und Laub
  4. Beete, Stauden und Gehölze
  5. Kübelpflanzen ins Winterquartier
  6. Den Gartenteich vorbereiten
  7. Gartenmöbel und Geräte
  8. Grill und Gasflasche
  9. Sonnenschirm, Markise und Sonnensegel
  10. Häufige Fragen

Den Garten winterfest zu machen heißt vor allem: alles, was Wasser enthält, entleeren; alles, was Frost nicht verträgt, ins Haus holen; und Textilien nur trocken und sauber einlagern. Beginnen sollten Sie im Oktober, spätestens vor den ersten Nachtfrösten. Welche Arbeiten dazugehören und worauf es bei Grill, Markise, Sonnenschirm und Sonnensegel ankommt, zeigt diese Übersicht.

Wann der richtige Zeitpunkt ist

Der Kalender gibt nur eine grobe Orientierung. Entscheidend ist, wann in Ihrer Region die ersten Nachtfröste zu erwarten sind; in rauen Lagen kann das schon Ende September sein, in milden Weinbaugegenden erst im November. Behalten Sie ab Anfang Oktober die Wettervorhersage im Blick. Wasserleitungen und empfindliche Kübelpflanzen haben Vorrang, denn sie nehmen schon bei der ersten frostigen Nacht Schaden. Möbel, Grill und Sonnenschutz können Sie an trockenen Tagen nach und nach erledigen. Einen Überblick über alle Gartenarbeiten des Monats gibt der Beitrag Gartenarbeiten im Oktober.

Wasserleitungen, Pumpen und Regentonnen entleeren

Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt Leitungen, Ventile und Gefäße. Deshalb gehört zu jedem Wintercheck:

  1. Außenwasserhahn absperren. Drehen Sie das Absperrventil im Haus zu, öffnen Sie den Hahn draußen und lassen Sie das Restwasser ablaufen. Der Hahn bleibt über den Winter offen.
  2. Schläuche leeren und einlagern. Gartenschläuche, Brausen und Spritzen werden entleert und frostfrei aufbewahrt.
  3. Bewässerungsanlagen ausblasen oder leeren. Tropfschläuche und fest verlegte Leitungen nach Herstellerangabe entwässern.
  4. Regentonnen leeren oder zumindest so weit ablassen, dass sich das Eis ausdehnen kann; Tonnen aus dünnem Kunststoff können sonst platzen.
  5. Pumpen von Brunnen und Wasserspielen ausbauen, reinigen und frostfrei lagern.

Rasen und Laub

Laub auf dem Rasen nimmt dem Gras Licht und Luft; darunter entstehen schnell kahle, faulige Stellen. Rechen Sie es deshalb regelmäßig ab, spätestens bevor Schnee fällt. Ein Rechen ist dabei die bessere Wahl als Laubsauger oder -bläser, die Kleintiere und Insekten gleich mit einsaugen oder aufwirbeln. Sie können das Laub auch mit dem Rasenmäher auf hoher Schnittstufe aufnehmen; zerkleinert verrottet es auf dem Kompost schneller.

Auf den Beeten darf das Laub dagegen liegen bleiben. Es schützt den Boden vor Frost und Austrocknung und bietet Unterschlupf für Nützlinge. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke wird gern von Igeln als Winterquartier genutzt – wie das gelingt, lesen Sie unter Ein Winterquartier für Igel herrichten. Weitere Ideen bietet der Beitrag Laub sammeln und im Garten nutzen.

Den Rasen mähen Sie so lange, wie er wächst, zuletzt auf etwa 4–5 cm. Ein kaliumbetonter Herbstdünger im September stärkt die Gräser für den Winter.

Beete, Stauden und Gehölze

Empfindliche Stauden und frisch gepflanzte Gehölze schützen Sie mit einer Lage Reisig, Laub oder Vlies. Rosen werden am Fuß mit Erde oder Kompost angehäufelt. Mit dem Rückschnitt müssen Sie im Herbst nicht eilig sein: Viele Stauden dürfen über den Winter stehen bleiben, ihre Samenstände ernähren Vögel und schützen den Wurzelstock. Frühjahrsblüher wie Forsythie oder Flieder schneiden Sie ohnehin erst nach der Blüte, die meisten Obstgehölze im späten Winter. Hecken dürfen ab Oktober auch wieder stärker zurückgeschnitten werden, denn das Verbot radikaler Schnitte gilt vom 1. März bis 30. September.

Kübelpflanzen ins Winterquartier

Nicht winterharte Kübelpflanzen wie Oleander, Olive, Zitrus oder Engelstrompete gehören ins Haus, bevor es friert; einige vertragen kurz leichte Minusgrade, viele nicht. Die richtige Temperatur hängt von der Pflanze ab. Immergrüne Mittelmeerpflanzen überwintern am besten hell und kühl bei etwa 5–10 °C, etwa im unbeheizten Wintergarten, im Treppenhaus oder im frostfreien Gewächshaus. Laubabwerfende Arten wie Fuchsien oder Feigen kommen auch mit einem dunklen, frostfreien Keller aus. Ein warmes Wohnzimmer ist für die meisten zu warm und zu dunkel; sie treiben dort vergeilte Triebe und werden anfällig für Schädlinge. Mehr dazu im Beitrag Kübelpflanzen richtig pflegen.

Den Gartenteich vorbereiten

Fischen Sie Laub und abgestorbene Pflanzenteile mit dem Kescher heraus, bevor sie am Grund faulen. Ein Laubschutznetz über dem Teich spart im Herbst viel Arbeit. Schneiden Sie Uferpflanzen und Schilf nicht zu tief ab; hohle Halme, die über das Eis ragen, helfen beim Gasaustausch.

Leben Fische im Teich, muss eine Stelle eisfrei bleiben, damit Faulgase entweichen können. Dafür gibt es Eisfreihalter aus Styropor oder kleine Teichheizer. Hacken Sie nie ein Loch ins Eis: Die Schläge übertragen sich als Druckwellen ins Wasser und können die Fische schwer schädigen. Kleine Becken aus Beton oder starrem Material schützt ein im Wasser treibender Gegenstand, etwa ein Holzklotz, der den Eisdruck aufnimmt. Wie es im Frühjahr weitergeht, beschreibt der Beitrag Gartenteich nach dem Winter pflegen.

Gartenmöbel und Geräte

Reinigen Sie Gartenmöbel gründlich und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor Sie sie einlagern. Holzmöbel können bei Bedarf noch einmal geölt werden. Am besten überwintern Möbel in einem trockenen, gut belüfteten Raum wie Garage oder Gartenhaus. Müssen sie draußen bleiben, verwenden Sie atmungsaktive Schutzhüllen, die nicht bis zum Boden reichen, damit Luft zirkulieren kann; unter dicht abschließender Folie bildet sich Kondenswasser und Schimmel. Polster und Auflagen gehören ins Haus.

Gartengeräte werden gesäubert, Metallteile leicht eingeölt. Beim Benzinrasenmäher leeren Sie den Tank oder lassen den Motor leer laufen, Akkus lagern Sie teilgeladen bei Zimmertemperatur. Ordnung im Schuppen schaffen die Ideen aus dem Beitrag Lagermöglichkeiten für Gartenzubehör.

Grill und Gasflasche

Reinigen Sie den Grillrost gründlich und leeren Sie die Asche aus, denn Asche zieht Feuchtigkeit und lässt die Kohlewanne rosten. Ein Holzkohlegrill ist in Schuppen oder Garage am besten aufgehoben. Beim Gasgrill kontrollieren Sie Schlauch und Dichtungen und reinigen die Brenner.

Die Gasflasche gehört nicht in den Keller. Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am Boden; in Räumen unter Erdgleiche kann so ein explosionsfähiges Gemisch entstehen. Gasflaschen lagern Sie gut belüftet und im Freien, etwa in einem schattigen, abgedeckten Bereich oder einem belüfteten Flaschenschrank, stehend und mit Schutzkappe. Viele Gasgrills können mit angeschlossener Flasche unter einer Abdeckhaube draußen überwintern. Wer vorhat, sich im nächsten Jahr einen festen Grillplatz zu bauen, findet im Beitrag Einen Gartengrill selber mauern eine Anleitung.

Sonnenschirm, Markise und Sonnensegel

Tisch und Stühle aus Holz unter einer dicken Schneedecke im Garten
Tisch und Stühle aus Holz unter einer dicken Schneedecke im Garten

Sonnenschirm. Bürsten Sie den Bezug ab, entfernen Sie Flecken mit lauwarmem Wasser und milder Seife und lassen Sie ihn aufgespannt vollständig trocknen. Falten Sie ihn dann behutsam, damit sich der Stoff nicht in den Streben verfängt, und stecken Sie ihn in die Schutzhülle. Am besten überwintert er trocken und luftig, liegend oder hängend. Der Schirmständer bleibt draußen, sofern er nicht mit Wasser gefüllt ist; wassergefüllte Ständer leeren Sie. Tipps zur Reinigung finden Sie unter Reinigung von Auflagen und Sonnenschirmen.

Markise. Abmontieren müssen Sie eine Markise nicht, ausgefahren bleiben darf sie über den Winter aber keinesfalls: Schnee und Wind können Tuch und Gestänge beschädigen. Rollen Sie das Tuch nur trocken ein, sonst drohen Stockflecken und Schimmel. Ist es doch einmal feucht eingefahren worden, fahren Sie die Markise am nächsten trockenen Tag kurz aus und lassen das Tuch abtrocknen. Kassettenmarkisen schützen das Tuch im eingefahrenen Zustand rundum; bei offenen Markisen gibt es nachrüstbare Schutzdächer. Ist das Tuch verschlissen, lohnt oft ein Tuchwechsel statt einer neuen Markise, siehe Wenn die Markise einen Tuchwechsel braucht.

Sonnensegel. Nehmen Sie Sonnensegel vor dem Winter ab. Schnee und nasses Laub werden schnell zu schwer, das Tuch reißt oder die Befestigungen geben nach. Waschen Sie das Segel nach Herstellerangabe, lassen Sie es vollständig trocknen und lagern Sie es locker gefaltet an einem trockenen Ort. Masten und Beschläge aus Edelstahl reinigen Sie und prüfen sie auf Rost und Lockerungen.

Häufige Fragen

Was kann man im Winter im Garten machen?

Neben dem Schneeräumen: Gehölze an frostfreien Tagen schneiden, Vögel füttern, Werkzeug pflegen, Saatgut bestellen und die nächste Saison planen. Wer den Garten auch im Winter nutzen möchte, findet Anregungen unter 5 Möglichkeiten, den Garten im Winter zu nutzen.

Darf ein Gasgrill unter der überdachten Terrasse stehen?

Zum Grillen ist eine gut belüftete, nach mindestens einer Seite offene Überdachung meist unproblematisch, sofern Sie den Mindestabstand des Herstellers zu Dach und Wänden einhalten. Die Gasflasche darf aber nie in Keller oder geschlossene Räume unter Erdgleiche.

Kann die Markise im Winter draußen bleiben?

Ja, eingefahren und mit trockenem Tuch. Ausgefahren gelassen, drohen Schäden durch Schnee und Sturm.

Wie warm muss es im Winterquartier für Kübelpflanzen sein?

Das hängt von der Art ab. Die meisten mediterranen Kübelpflanzen stehen hell bei etwa 5–10 °C am besten, laubabwerfende Arten vertragen auch einen dunklen, frostfreien Raum.

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