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Garten-Ratgeber

Eine Terrasse im mediterranen Stil

Terrasse & Balkonvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was den mediterranen Stil ausmacht
  2. Boden und Mauern aus Naturstein und Terrakotta
  3. Kübelpflanzen: die Hauptdarsteller
  4. Duft und Würze: Kräuter in Terrakottatöpfen
  5. Schatten: Pergola, Sonnensegel und Kletterpflanzen
  6. Möbel und Accessoires
  7. Terrakotta-Kübel: schön, aber mit Eigenheiten
  8. Überwintern: das Winterquartier gleich mitplanen
  9. Häufige Fragen

Eine Terrasse im mediterranen Stil lebt von drei Zutaten: warmen Naturmaterialien wie Terrakotta und Naturstein, duftenden Pflanzen aus dem Süden in großen Kübeln und einem schattigen Platz unter einer Pergola. Weil die meisten typischen Mittelmeerpflanzen bei uns nicht winterhart sind, gehört zur Planung auch die Frage, wo sie den Winter verbringen. Wer das bedenkt, holt sich ein Stück Süden auf die Terrasse, das auch im deutschen Klima funktioniert.

Mediterraner Innenhof mit Bäumchen in Terrakottakübeln
Mediterraner Innenhof mit Bäumchen in Terrakottakübeln

Was den mediterranen Stil ausmacht

Mittelmeergärten sind keine englischen Rasen. Sie sind auf Hitze und Trockenheit ausgelegt: helle Steinflächen, Mauern, die tagsüber Wärme speichern, Schatten spendende Pergolen, silbrige und grau belaubte Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Die Farben sind warm – Ocker, Terrakotta, Sand, Weiß, dazu das Blau von Keramik oder Fensterläden. Typisch ist eine gewisse Gelassenheit: Nicht jede Fuge muss makellos sein, Patina auf Töpfen und Möbeln gehört dazu.

Diese Grundidee lässt sich auf fast jede Terrasse übertragen, egal ob groß oder klein. Wichtig ist eine sonnige, möglichst geschützte Lage nach Süden oder Westen, denn dort fühlen sich die Pflanzen wohl.

Boden und Mauern aus Naturstein und Terrakotta

Für den Belag eignen sich Natursteinplatten in warmen Tönen, etwa Sandstein, Travertin oder Kalkstein, auch Cotto- und Terrakottafliesen, sofern sie ausdrücklich frostfest sind. Unregelmäßiges Polygonalpflaster wirkt besonders ursprünglich. Einen Vergleich der Materialien finden Sie im Beitrag Terrasse aus Stein oder Holz bauen.

Eine niedrige Trockenmauer als Einfassung oder Sitzmauer speichert die Sonnenwärme bis in den Abend und bietet Eidechsen und Insekten Unterschlupf. In ihre Fugen passen Polsterthymian, Hauswurz und andere Polsterstauden. Mehr Anregungen stehen unter Mauern im Garten bepflanzen. Wird die Terrasse neu gebaut, klären Sie vorher, ob Überdachung oder Größe genehmigungspflichtig sind; Hinweise gibt der Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.

Kübelpflanzen: die Hauptdarsteller

Ohne Pflanzen im Topf keine mediterrane Terrasse. Klassiker in Terrakottakübeln sind:

  • Zitruspflanzen wie Zitrone, Orange, Kumquat. Sie duften, blühen und tragen oft gleichzeitig. Mehr dazu im Beitrag Zitronenbaum.
  • Olivenbaum (Olea europaea), das Symbol des Südens. Er verträgt leichte Fröste, im Kübel sind die Wurzeln aber empfindlicher als im Boden. Pflegehinweise und typische Krankheiten stehen unter Die Augenfleckenkrankheit beim Olivenbaum.
  • Oleander (Nerium oleander), üppig blühend in Rosa, Weiß oder Rot. Alle Pflanzenteile sind stark giftig, auch für Hunde, Katzen und Pferde – bei kleinen Kindern im Haushalt eine Überlegung wert.
  • Bougainvillea mit leuchtend violetten, pinken oder orangefarbenen Hochblättern; sie braucht den wärmsten Platz der Terrasse.
  • Echter Lorbeer (Laurus nobilis), gut als Formschnitt-Kugel oder Stämmchen, liefert nebenbei Küchengewürz.
  • Feige (Ficus carica), in milden Regionen auch ausgepflanzt an einer warmen Hauswand.

Dazu passen Bleiwurz (Plumbago) mit himmelblauen Blüten, die violette Prinzessinnenblume, Mittagsgold (Gazania) und Agaven. Letztere stammen übrigens nicht vom Mittelmeer, sondern aus Amerika; sie sind dort aber so verbreitet, dass sie das Bild der Küsten prägen. Beachten Sie die spitzen Blattdornen, wenn Kinder auf der Terrasse spielen.

Duft und Würze: Kräuter in Terrakottatöpfen

Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel sind echte Mittelmeerpflanzen und verströmen in der Sonne ihren typischen Duft. Sie gedeihen in mageren, durchlässigen Substraten und vertragen Trockenheit weit besser als Nässe. Basilikum ergänzt die Runde als Sommergast. Nicht alle sind bei uns zuverlässig winterhart: Echter Lavendel und Thymian überstehen den Winter meist gut, Rosmarin nur mit Schutz oder im hellen, kühlen Quartier, Schopflavendel ist empfindlich. Mehr Kräuterwissen finden Sie unter Kräuter aus dem eigenen Garten.

Für zusätzlichen Duft sorgen Zistrosen, Jasmin und natürlich die Blüten der Zitruspflanzen, die an warmen Abenden die ganze Terrasse einhüllen.

Schatten: Pergola, Sonnensegel und Kletterpflanzen

Im Süden spielt sich das Leben im Schatten ab. Eine Pergola aus Holz oder Metall, berankt mit Wildem Wein, Weinreben, Blauregen oder Kletterrosen, gibt der Terrasse Struktur und im Sommer einen luftigen Schatten. Weinreben liefern zusätzlich Trauben; Wilder Wein färbt sich im Herbst leuchtend rot. Blauregen (Wisteria) wird sehr schwer und kräftig und ist in allen Teilen giftig, besonders die Samen; er braucht eine stabile Konstruktion. Bis die Pflanzen die Pergola bedecken, überbrückt ein Sonnensegel aus Leinen oder Baumwolloptik die Zeit.

Möbel und Accessoires

Schmiedeeisen und Metall mit Patina, Mosaiktische, schwere Holzmöbel im Landhausstil oder geflochtene Möbel passen zum mediterranen Stil. Holz ist dabei kein Stilbruch, solange es natürlich und robust wirkt. Wichtiger als das Material ist die Farbwelt: Naturtöne, Weiß, Blau und Terrakotta. Hinweise zu Materialien und Pflege stehen unter Gartenmöbel: aus welchem Material sind am besten?.

Accessoires machen den Unterschied: große Amphoren als Blickfang, Windlichter und Laternen, bunte Keramik, Kissen in Leinenstoffen, ein kleiner Wandbrunnen, dessen Plätschern das Urlaubsgefühl verstärkt. Weniger ist hier mehr: Eine gut platzierte Amphore wirkt stärker als zehn kleine Figuren.

Terrakotta-Kübel: schön, aber mit Eigenheiten

Terrakotta ist atmungsaktiv und hält die Wurzeln im Sommer kühl, verliert über die Wand aber auch Wasser, sodass Sie öfter gießen müssen. Einfache Tontöpfe sind oft nicht frostfest; Wasser, das in die Poren eindringt, sprengt sie beim Gefrieren. Kaufen Sie deshalb ausdrücklich frostfeste Qualität, wenn Kübel draußen überwintern sollen, und stellen Sie sie auf Füße, damit Wasser abläuft. Mehr dazu im Beitrag Kübel für den Garten oder die Terrasse richtig bepflanzen.

Überwintern: das Winterquartier gleich mitplanen

Die meisten mediterranen Kübelpflanzen vertragen keinen oder nur leichten Frost. Sie ziehen im Herbst, meist im Oktober oder vor den ersten stärkeren Nachtfrösten, in ein helles, kühles Winterquartier mit etwa 5–10 °C – ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus, eine frostfreie Garage mit Fenster. Oleander und Olive vertragen leichten Frost und dürfen länger draußen bleiben, Bougainvillea und Zitrus gehören früher hinein. Nach den Eisheiligen Mitte Mai kommen sie zurück auf die Terrasse, anfangs einige Tage in den Halbschatten, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt Kübelpflanzen pflegen.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen passen zu einer mediterranen Terrasse?

Zitruspflanzen, Olive, Oleander, Lorbeer, Feige und Bougainvillea im Kübel, dazu Rosmarin, Thymian, Lavendel und Salbei. Für die Pergola eignen sich Weinreben, Wilder Wein oder Blauregen.

Welche mediterranen Pflanzen sind winterhart?

Echter Lavendel, Thymian, Salbei und Feige in milden Lagen kommen meist durch den Winter. Olive und Rosmarin vertragen leichten Frost, Zitrus und Bougainvillea müssen frostfrei überwintern.

Welcher Bodenbelag passt zum mediterranen Stil?

Natursteinplatten in warmen Tönen wie Sandstein oder Travertin, Polygonalplatten oder frostfeste Cottofliesen.

Ist Oleander giftig?

Ja, alle Pflanzenteile sind für Menschen und Haustiere stark giftig. Tragen Sie beim Schnitt Handschuhe und stellen Sie ihn außer Reichweite kleiner Kinder.

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