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Garten-Ratgeber

Einen Rosengarten anlegen

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Den richtigen Platz finden
  2. Den Boden vorbereiten
  3. Rosenmüdigkeit: warum der Vorbesitzer zählt
  4. Die Rosenklassen und ihre Abstände
  5. Rosen pflanzen: Schritt für Schritt
  6. Die Gestaltung: formal oder romantisch
  7. Begleitpflanzen für Rosen
  8. Wege und Einfassungen
  9. Die Pflege im Rosengarten
  10. Häufige Fragen

Ein Rosengarten gelingt, wenn drei Dinge stimmen: ein sonniger, luftiger Platz mit mindestens fünf bis sechs Stunden Sonne, ein tiefgründig gelockerter, humusreicher Boden, auf dem vorher keine Rosen standen, und robuste Sorten. Gepflanzt wird am besten im Herbst von Oktober bis November oder im zeitigen Frühjahr, Containerrosen gehen fast das ganze Jahr. Alles Weitere – Beetform, Farben, Begleitpflanzen und Wege – ist Gestaltung und Geschmack.

Rosengarten mit Rosenbögen und Kletterrosen in Rot, Rosa und Weiß
Rosengarten mit Rosenbögen und Kletterrosen in Rot, Rosa und Weiß

Den richtigen Platz finden

Rosen lieben Licht. Ideal ist ein Platz mit Morgen- und Nachmittagssonne, an dem die Blätter nach Regen und Tau rasch abtrocknen. Luftige Lagen sind wichtig, weil nasse Blätter die häufigsten Rosenkrankheiten fördern: Sternrußtau, Mehltau und Rosenrost. Ein windstiller, stickiger Winkel ist deshalb ungünstiger als ein offener Platz. Zugige Ecken und die pralle Hitze vor einer Südwand mit reflektierender Fläche mögen Rosen dagegen auch nicht.

Meiden Sie außerdem den Wurzelbereich großer Bäume. Rosen sind Tiefwurzler und vertragen die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe schlecht, dazu kommt der Schatten.

Den Boden vorbereiten

Rosen wachsen am besten in einem tiefgründigen, humusreichen, lehmig-sandigen Boden mit einem pH-Wert um 6–7. Weil ihre Wurzeln tief reichen, lockern Sie die Beetfläche etwa zwei Spaten tief. Schwere Lehmböden verbessern Sie mit Kompost und Sand, leichte Sandböden mit Kompost und etwas lehmhaltiger Erde, damit sie Wasser besser halten. Moorige, sehr saure Böden sind für Rosen ungeeignet und müssen stark mit mineralischer Erde und Kompost aufgebessert werden. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.

Rosenmüdigkeit: warum der Vorbesitzer zählt

Standen an der gewünschten Stelle vorher schon Rosen, wachsen neue Rosen dort oft schlecht, selbst wenn der Boden gedüngt wird. Diese Bodenmüdigkeit betrifft auch andere Rosengewächse wie Apfel, Birne und Quitte. Sie ist kein einfacher Nährstoffmangel, sondern eine Nachbaukrankheit, bei der Bodenorganismen und Rückstände der Vorgänger eine Rolle spielen. Die Pflanzen bleiben klein und bilden kaum neue Wurzeln.

Die sicherste Lösung ist ein anderer Platz. Geht das nicht, tauschen Sie die Erde in jedem Pflanzloch großzügig aus, etwa 50 × 50 cm breit und tief, und verwenden Sie Erde von einer Stelle, an der keine Rosengewächse standen. Einige Jahre Pause mit anderen Pflanzen, etwa Studentenblumen als Gründüngung, können den Boden ebenfalls regenerieren.

Die Rosenklassen und ihre Abstände

Für die Planung hilft es, die Rosenklassen zu kennen. Sie unterscheiden sich in Höhe, Wuchs und Platzbedarf:

RosenklasseWuchs und HöheAbstand
Beetrosenbuschig, 40–80 cm, viele Blüten in Büscheln30–40 cm, etwa 5–7 Pflanzen je m²
Edelrosenaufrecht, 60–120 cm, große Einzelblüten40–50 cm
Kleinstrauch- und Bodendeckerrosenbreit, flach, 30–80 cm40–60 cm
Strauchrosen1,5–2 m und mehr1–1,5 m
Kletterrosen und Rambleran Bogen, Gitter oder Pergola, 2–10 mmindestens 1 m, je nach Wuchs mehr
Stammrosenveredelt auf 60–140 cm hohen Stammals Solitär oder in Reihe

Achten Sie beim Kauf auf robuste, gesunde Sorten. Eine Orientierung bietet das ADR-Prädikat der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung, das an Sorten vergeben wird, die über mehrere Jahre ohne Pflanzenschutz gesund geblieben sind.

Rosen pflanzen: Schritt für Schritt

Wurzelnackte Rosen pflanzen Sie im Herbst von Oktober bis November, solange der Boden offen ist, oder im Frühjahr von März bis April. Containerrosen lassen sich an frostfreien Tagen fast ganzjährig setzen, im Sommer brauchen sie danach aber viel Wasser.

  1. Wässern. Stellen Sie wurzelnackte Rosen vor dem Pflanzen einige Stunden, besser über Nacht, in einen Eimer Wasser.
  2. Einkürzen. Schneiden Sie verletzte Wurzeln weg und kürzen Sie die übrigen leicht ein. Frühjahrspflanzen schneiden Sie auch oberirdisch auf etwa 15–20 cm zurück.
  3. Pflanzloch ausheben. Es sollte so tief und weit sein, dass die Wurzeln ohne Knick hineinpassen, meist etwa 40 cm tief. Die Sohle lockern.
  4. Einsetzen. Setzen Sie die Rose so, dass die Veredlungsstelle etwa 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Das schützt sie vor Frost.
  5. Auffüllen und einschlämmen. Füllen Sie mit verbesserter Erde auf, treten Sie leicht an und gießen Sie kräftig.
  6. Anhäufeln. Bei Herbstpflanzung häufeln Sie Erde etwa 15–20 cm hoch um die Triebbasis an und ziehen sie im Frühjahr wieder weg.

Die Gestaltung: formal oder romantisch

Für einen Rosengarten gibt es zwei Grundrichtungen. Der formale Rosengarten arbeitet mit symmetrischen Beeten, oft rechteckig oder rund, eingefasst von niedrigen Hecken, mit Stammrosen als Akzenten und einem Rosenbogen oder Pavillon als Mittelpunkt. Er wirkt ruhig und klar und passt zu Häusern mit strenger Architektur.

Der romantische Rosengarten mischt Strauch-, Beet- und Kletterrosen mit Stauden, geschwungenen Wegen und Sitzplätzen. Er wirkt üppig und natürlich und verzeiht auch einzelne Ausfälle. Innerhalb der Beete pflanzen Sie Rosen am besten in Gruppen von drei bis fünf Pflanzen einer Sorte; das wirkt ruhiger als ein bunter Einzelmix. Duftrosen gehören in die Nähe von Terrasse, Bank oder Fenster, wo man sie auch riecht. Strauchrosen können als blühender Sichtschutz dienen. Wie ein Rosenbogen sicher steht, erklärt der Beitrag Wie stellt man einen Rosenbogen auf.

Begleitpflanzen für Rosen

Rosen wirken mit Begleitern lebendiger, und gemischte Pflanzungen sind weniger anfällig für Schädlinge. Bewährte Partner sind Frauenmantel, Storchschnabel, Katzenminze, Salbei, Rittersporn, Glockenblumen und Schafgarbe, als Rahmen niedrige Ziergräser. An Rosenbögen und Pergolen ergänzen Clematis oder Geißblatt die Kletterrosen. Lavendel wird oft neben Rosen empfohlen, bevorzugt aber einen mageren, trockeneren Boden als die Rose; setzen Sie ihn deshalb an den Beetrand, wo der Boden weniger gedüngt wird. Halten Sie um jede Rose einen Wurzelbereich von etwa 30–40 cm frei, damit die Stauden nicht zu stark konkurrieren.

Wege und Einfassungen

Wege gliedern den Rosengarten und machen die Beete für Schnitt und Pflege zugänglich. Kies ist preiswert und durchlässig, braucht aber gelegentlich Pflege gegen Unkraut. Pflaster, Klinker oder Natursteinplatten sind dauerhaft und auch nach Regen gut begehbar, Mosaikwege aus Kieseln setzen Akzente. Planen Sie Wege mindestens 80–100 cm breit, damit Sie mit Schubkarre und Schere an alle Rosen kommen, ohne sich an den Dornen zu verfangen. Anregungen dazu bietet der Beitrag Gartenwege anlegen.

Die Pflege im Rosengarten

Die wichtigsten Aufgaben sind überschaubar: Schnitt im Frühjahr, wenn die Forsythien blühen, Düngung im Frühjahr und nach der ersten Blüte, Gießen in Trockenphasen direkt an den Fuß der Pflanze und das Ausputzen verblühter Blüten bei öfter blühenden Sorten. Ab Juli wird nicht mehr stickstoffbetont gedüngt, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Ausführlich beschreiben das die Beiträge Rosen im Frühjahr schneiden und Blattläuse an Rosen bekämpfen.

Häufige Fragen

Wann legt man einen Rosengarten am besten an?

Wurzelnackte Rosen pflanzen Sie im Oktober und November oder im März und April. Containerrosen gehen fast ganzjährig, im Herbst wurzeln sie aber am besten ein.

Wie viel Sonne brauchen Rosen?

Mindestens fünf bis sechs Stunden direkte Sonne am Tag, an einem luftigen Platz, an dem die Blätter schnell abtrocknen.

Kann ich Rosen dort pflanzen, wo vorher Rosen standen?

Nur mit großzügigem Bodenaustausch, sonst wachsen die neuen Rosen wegen der Bodenmüdigkeit schlecht. Besser ist ein anderer Platz.

Welche Pflanzen passen in einen Rosengarten?

Frauenmantel, Storchschnabel, Katzenminze, Salbei, Rittersporn und Glockenblumen sind bewährte Partner, an Bögen Clematis und Geißblatt.

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Ein Leserkommentar

  1. Duftende Pflanzen für den Garten » Der Garten-Ratgeber

    [...] Abstand unbedingt notwendig. Zu den berühmtesten duftenden Pflanzen gehört natürlich die Rose, die allesamt einen leicht orientalischen Charakter haben, sich aber dennoch von Sorte zu Sorte [...]

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