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Garten-Ratgeber

Einen Garten im Landhausstil anlegen

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was den Landhausstil ausmacht
  2. Kleiner oder großer Garten: die Grundstruktur
  3. Stauden und Sommerblumen für die Beete
  4. Rosen, der Klassiker
  5. Sträucher und Bäume
  6. Wege, Einfassungen und Zäune
  7. Möbel und Dekoration
  8. Landhausgarten oder Bauerngarten?
  9. Häufige Fragen

Ein Garten im Landhausstil lebt von Fülle und Natürlichkeit: üppig bepflanzte Staudenbeete mit Rosen, Pfingstrosen und Rittersporn, Kieswege, ein Holzzaun, Blütensträucher, möglichst ein Obstbaum und Sitzplätze, an denen man verweilen möchte. Anders als der Bauerngarten ist er in erster Linie ein Ziergarten. Er funktioniert auf kleiner Fläche mit einer formalen Grundstruktur ebenso wie in großen Gärten mit geschwungenen Wegen und Wiese.

Landhausgarten mit Staudenbeeten, Rudbeckien und Sitzplatz aus Holz
Landhausgarten mit Staudenbeeten, Rudbeckien und Sitzplatz aus Holz | Foto: Nemracc / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Was den Landhausstil ausmacht

Der Landhausgarten greift das Bild ländlicher Gärten auf, ohne ihre Nutzpflicht. Seine Vorbilder sind der englische Cottage-Garten mit seinen überquellenden Rabatten, der ländliche französische Garten und der deutsche Bauerngarten. Gemeinsam ist ihnen eine Mischung aus klarer Grundstruktur und üppiger, scheinbar zwangloser Bepflanzung. Die Beete wirken, als seien sie von selbst so gewachsen, sind aber sorgfältig geplant.

Charakteristisch sind natürliche Materialien – Holz, Naturstein, Klinker, Kies, Terrakotta, Schmiedeeisen – und gedeckte, weiche Farben bei Möbeln und Accessoires. Kunststoff, Hochglanz und strenge Betonformen passen nicht.

Kleiner oder großer Garten: die Grundstruktur

Die Größe entscheidet über die Grundstruktur. In kleinen Gärten unter etwa 100 m² empfiehlt sich eine eher formale, symmetrische Gliederung: gerade Wege, rechteckige oder quadratische Beete mit niedriger Einfassung, ein zentraler Blickpunkt wie ein Rosenstämmchen, eine Kugel aus Formgehölz oder ein Pflanzgefäß. Die Fülle entsteht durch die dichte Bepflanzung innerhalb dieser Ordnung. Wo die Fläche fehlt, geht es in die Höhe: Rankgitter, Obelisken und Rosenbögen tragen Kletterrosen, Clematis und Wicken.

In großen Gärten darf es lockerer werden. Geschwungene Wege führen an breiten Staudenrabatten vorbei, eine Wiese mit Obstbäumen bildet den Hintergrund, Blütensträucher gliedern die Fläche. Eine Pergola, eine Laube oder ein kleiner Pavillon schaffen einen Sitzplatz mit Aussicht. Anregungen zur Aufteilung finden Sie unter Den eigenen Garten stilvoll gestalten.

Stauden und Sommerblumen für die Beete

Das Herz des Landhausgartens sind die Beete. Sie werden dicht und in Stufen bepflanzt, hohe Stauden hinten, niedrige vorne, dazwischen Lücken für Sommerblumen und Zwiebelblumen. Bewährte Pflanzen:

  • Leitstauden (hoch, auffällig): Rittersporn, Lupine, Pfingstrose, Phlox, Stockrose, Fingerhut, Königskerze, Taglilie. Mehr zu einer der schönsten unter Lupinen im Staudenbeet.
  • Begleitstauden: Glockenblume, Akelei, Katzenminze, Storchschnabel, Margerite, Schafgarbe, Sterndolde.
  • Füllstauden und Beetränder: Frauenmantel, Lavendel, Nelken, Polster-Glockenblume.
  • Sommerblumen: Ringelblume, Schmuckkörbchen, Löwenmäulchen, Zinnie, Dahlie, Duftwicke, Levkoje.
  • Zwiebelblumen: Tulpen, Narzissen, Zierlauch und Lilien für die Zeit vor und zwischen den Stauden.

Planen Sie so, dass von Frühjahr bis Herbst immer etwas blüht. Wie ein Beet über drei Jahreszeiten gelingt, lesen Sie unter Staudenbeet für drei Jahreszeiten. Beachten Sie: Fingerhut, Rittersporn, Eisenhut und Lupinen sind giftig. Wo kleine Kinder spielen, pflanzen Sie sie in den hinteren Teil der Beete oder verzichten darauf.

Rosen, der Klassiker

Kaum ein Landhausgarten kommt ohne Rosen aus. Strauchrosen und historische Sorten mit gefüllten, duftenden Blüten passen am besten, dazu Kletterrosen an Bogen, Zaun oder Hauswand. Sie brauchen einen sonnigen, luftigen Platz und nährstoffreichen, tiefgründigen Boden. Unter Rosen wachsen Lavendel, Katzenminze und Storchschnabel, die das Bild auflockern. Einen ganzen Garten rund um die Rose beschreibt Einen Rosengarten anlegen, den Aufbau eines Bogens Wie stellt man einen Rosenbogen auf.

Sträucher und Bäume

Blütensträucher geben dem Garten Struktur und Höhe. Typisch sind Flieder, Pfeifenstrauch (auch Falscher Jasmin genannt), Weigelie, Schneeball, Deutzie und Bauernhortensie. Viele davon duften, und sie blühen zu unterschiedlichen Zeiten. Porträts finden Sie unter Zauberhafter Flieder und Weigelien.

In größeren Gärten gehört ein Obstbaum dazu, ein Apfel- oder Birnbaum als Halb- oder Hochstamm, unter dem im Frühjahr Narzissen blühen und im Sommer eine Bank steht. Auch ein Kräuterbeet mit Salbei, Thymian, Rosmarin und Schnittlauch nahe der Terrasse passt zum Landhausstil und ist praktisch.

Wege, Einfassungen und Zäune

Die typischen Wegebeläge sind Kies, Splitt, Rindenmulch, alte Klinker und Naturstein. Kies ist günstig und passend, braucht aber eine Unterkonstruktion mit Vlies oder Schotter, damit er nicht versinkt. Rindenmulch muss alle paar Jahre erneuert werden. In Klinker- oder Natursteinwegen darf ruhig hier und da ein Polster aus Thymian oder Moos in den Fugen wachsen.

Die Beete werden gern niedrig eingefasst. Buchsbaum ist der Klassiker, aber pflegeintensiv und anfällig für Zünsler und Pilze; Lavendel, Heiligenkraut, niedrige Ilex-Sorten oder Einfassungen aus Weidenruten, Klinkern oder Gusseisen sind gute Alternativen. Ein Vergleich steht unter Gute Alternativen zum Buchs. Als Grundstücksgrenze passen ein Staketen- oder Lattenzaun aus Holz, eine Hecke oder ein bepflanzter Flechtzaun.

Möbel und Dekoration

Möbel aus Holz oder Schmiedeeisen, eine weiß gestrichene Bank, ein alter Tisch unter dem Baum – im Landhausgarten darf es etwas nostalgisch sein. Terrakottatöpfe, Zinkwannen, Weidenkörbe und alte Gießkannen dienen als Pflanzgefäße. Weniger ist dabei mehr: Ein paar ausgesuchte Stücke wirken stimmiger als eine Sammlung aus dem Dekoregal. Begrünte Hausfassaden mit Wildem Wein, Kletterrosen oder Blauregen runden das Bild ab.

Landhausgarten oder Bauerngarten?

Der Landhausgarten wird oft mit dem Bauerngarten verwechselt. Der Bauerngarten ist ursprünglich ein Nutzgarten mit festem Grundriss aus Wegekreuz und vier Beeten, in dem Blumen zwischen Gemüse wachsen. Der Landhausgarten ist ein Ziergarten mit Rasen, Sitzplätzen und üppigen Blumenbeeten, in dem Nutzpflanzen eine Nebenrolle spielen. Beides lässt sich gut verbinden, etwa mit einem kleinen Bauerngarten-Quadrat als Teil eines größeren Landhausgartens. Mehr dazu unter Einen traditionellen Bauerngarten anlegen.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen passen in einen Landhausgarten?

Stauden wie Rittersporn, Pfingstrose, Phlox, Lupine, Glockenblume und Frauenmantel, dazu Rosen, Blütensträucher wie Flieder, Pfeifenstrauch und Hortensie sowie Sommerblumen wie Ringelblume, Schmuckkörbchen und Dahlie.

Funktioniert der Landhausstil auch im kleinen Garten?

Ja. Dann mit formaler Grundstruktur, geraden Wegen und eingefassten Beeten, die dicht bepflanzt werden. Rankhilfen und Rosenbögen nutzen die Höhe.

Macht ein Landhausgarten viel Arbeit?

Mehr als ein Kiesgarten, weniger als man denkt. Dicht bepflanzte Beete lassen Unkraut wenig Raum, eine Mulchschicht hält den Boden feucht. Der Hauptaufwand sind das Zurückschneiden verblühter Stauden und der Rosenschnitt.

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