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Garten-Ratgeber

Rosen im Frühjahr schneiden

Gartenpflegevon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Der richtige Zeitpunkt
  2. Vorbereitung und Werkzeug
  3. So sitzt der Schnitt richtig
  4. Der Grundschnitt, der für alle Rosen gilt
  5. Wie stark Sie welche Rose schneiden
  6. Kletterrosen am Rosenbogen
  7. Nach dem Schnitt: düngen, mulchen, beobachten
  8. Frisch gepflanzte Rosen
  9. Häufige Fragen

Rosen werden im Frühjahr geschnitten, wenn die Forsythien blühen – je nach Region und Witterung meist im März oder April. Beet- und Edelrosen kürzen Sie kräftig auf drei bis fünf Augen, öfterblühende Strauchrosen um etwa ein Drittel, und einmalblühende Rosen werden jetzt nur ausgelichtet. Wer die Rosenklasse verwechselt, schneidet im schlimmsten Fall die ganze Blüte des Jahres weg.

Rosentrieb wird mit der Gartenschere zurückgeschnitten
Rosentrieb wird mit der Gartenschere zurückgeschnitten

Der richtige Zeitpunkt

Nach dem Kalender allein sollten Sie sich nicht richten. Die bewährte Gärtnerregel lautet: Geschnitten wird, wenn die Forsythien blühen. Dann sind strenge Fröste in der Regel vorbei, die Rosenaugen schwellen an und sind gut zu erkennen. Schneiden Sie zu früh, riskieren Sie, dass ein Kälteeinbruch die frischen Schnittstellen und die obersten Augen schädigt. Schneiden Sie zu spät, wenn die Triebe schon lang sind, verliert die Pflanze Kraft, die sie bereits in den Austrieb gesteckt hat.

An schattigen oder kalten Standorten verschiebt sich der Termin etwas nach hinten. Ein guter Anhaltspunkt: Die neuen Austriebe sind noch kurz, höchstens wenige Zentimeter lang. Im Herbst schneiden Sie dagegen allenfalls lange Triebe leicht ein, damit Wind und Schnee sie nicht abbrechen. Der eigentliche Rückschnitt gehört ins Frühjahr.

Vorbereitung und Werkzeug

Sie brauchen eine scharfe, saubere Rosenschere, bei dicken, alten Trieben eine Astschere oder eine kleine Säge, und feste Handschuhe mit langen Stulpen. Eine stumpfe Schere quetscht die Triebe, die Wunde heilt schlecht und wird zur Eintrittspforte für Pilze. Welche Schere sich eignet, erklärt der Beitrag Die richtige Rosenschere.

Hat die Rose über den Winter einen Erdhügel oder eine Abdeckung bekommen, entfernen Sie diesen Schutz vor dem Schnitt, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Erst dann sehen Sie, wo die Veredlungsstelle sitzt und welche Triebe gesund sind.

So sitzt der Schnitt richtig

Jeder Schnitt endet über einem Auge, also einer schlafenden Knospe am Trieb. Aus ihm wächst der neue Trieb in die Richtung, in die das Auge zeigt.

  1. Ein nach außen zeigendes Auge wählen. So wächst die Rose nach außen, die Mitte bleibt licht und luftig.
  2. Etwa 5 mm über dem Auge ansetzen. Schneiden Sie näher, trocknet das Auge ein; lassen Sie einen langen Zapfen, stirbt dieser ab.
  3. Leicht schräg schneiden. Die Schnittfläche fällt vom Auge weg ab, damit Regenwasser nicht auf die Knospe läuft.
  4. Glatt durchziehen. Ein sauberer Schnitt verheilt schnell, ein ausgefranster nicht.

Der Grundschnitt, der für alle Rosen gilt

Bevor Sie sich um Höhe und Form kümmern, gehen Sie bei jeder Rose in dieser Reihenfolge vor:

  • Totes Holz entfernen. Braune, schrumpelige oder schwarz verfärbte Triebe schneiden Sie bis ins gesunde, grüne Holz mit weißem Mark zurück.
  • Kranke und beschädigte Triebe herausnehmen, etwa mit Rindenschäden oder Frostrissen.
  • Schwache und nach innen wachsende Triebe entfernen. Alles, was dünner als ein Bleistift ist, trägt kaum Blüten.
  • Sich kreuzende Triebe auflösen. Von zwei scheuernden Trieben bleibt der kräftigere.
  • Wildtriebe beseitigen. Triebe, die unterhalb der Veredlungsstelle aus der Unterlage kommen, oft mit kleineren, siebenteiligen Blättern, reißen Sie möglichst an ihrem Ursprung ab, statt sie abzuschneiden.
  • Alte Triebe ersetzen. Nehmen Sie bei älteren Rosen jedes Jahr ein bis zwei der ältesten, verholzten Triebe bodennah heraus, damit junge nachwachsen können.

Wie stark Sie welche Rose schneiden

Die Stärke des Rückschnitts hängt von der Rosenklasse ab. Wissen Sie nicht, welche Rose Sie haben, beobachten Sie ein Jahr lang: Blüht sie nur einmal im Frühsommer, ist sie einmalblühend.

RosenklasseSchnitt im Frühjahr
Beetrosenkräftig auf etwa 3–5 Augen, rund 15–25 cm über dem Boden
Edelrosenkräftige Triebe auf 3–5 Augen, schwache kürzer
Zwergrosenauf etwa 10–15 cm
Öfterblühende Strauchrosenum etwa ein Drittel kürzen, alte Triebe auslichten
Einmalblühende Strauch- und Wildrosennur auslichten; Formschnitt nach der Blüte
Öfterblühende KletterrosenSeitentriebe auf 2–5 Augen, lange Haupttriebe erhalten
Rambler, einmalblühende Kletterrosenkaum schneiden, nur totes und altes Holz entfernen
Bodendeckerrosenalle paar Jahre kräftig verjüngen, sonst auslichten
StammrosenKrone wie eine Beetrose auf 3–5 Augen

Der Grund für die Unterschiede: Beet- und Edelrosen sowie öfterblühende Sorten blühen am diesjährigen Holz. Ein kräftiger Schnitt fördert bei ihnen starke Neutriebe mit großen Blüten – hier stimmt die alte Regel, dass ein Radikalschnitt der Rose nichts ausmacht. Einmalblühende Rosen blühen dagegen am Holz des Vorjahres. Wer sie im Frühjahr stark kürzt, schneidet genau die Triebe weg, die im Juni blühen würden.

Kletterrosen am Rosenbogen

Bei Kletterrosen bleiben die langen Haupttriebe das Gerüst. Binden Sie sie möglichst waagerecht oder schräg an, denn an gebogenen Trieben bilden sich mehr blühende Seitentriebe als an senkrechten. Die Seitentriebe des Vorjahres kürzen Sie auf wenige Augen. Alte, kaum noch blühende Haupttriebe ersetzen Sie nach und nach durch junge aus der Basis. Wie Sie einen Rosenbogen aufstellen und die Triebe anbinden, lesen Sie unter Wie stellt man einen Rosenbogen auf.

Nach dem Schnitt: düngen, mulchen, beobachten

Nach dem Frühjahrsschnitt ist der richtige Moment für die erste Düngung, mit einem organischen Rosendünger oder gut verrottetem Kompost. Harken Sie ihn flach ein und gießen Sie danach. Eine zweite, kleinere Gabe folgt nach der ersten Blüte; ab Juli wird nicht mehr gedüngt, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.

Das Schnittgut kommt nicht auf den Kompost, wenn es Pilzflecken zeigt, etwa von Sternrußtau. Mit dem Austrieb erscheinen oft auch die ersten Schädlinge. Blattläuse sitzen gern an den Triebspitzen, siehe Blattläuse an Rosen bekämpfen; zusammengesponnene Blätter deuten auf die Raupen des Rosenwicklers hin, lesen Sie dazu Der Rosenwickler.

Frisch gepflanzte Rosen

Das Frühjahr ist auch Pflanzzeit für wurzelnackte und getopfte Rosen. Wurzelnackte Rosen kürzen Sie beim Pflanzen auf etwa 15–20 cm und schneiden die Wurzelspitzen leicht an. Die Veredlungsstelle sitzt etwa fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche. Wer ein ganzes Beet plant, findet Anregungen im Beitrag Einen Rosengarten anlegen.

Häufige Fragen

Wann schneidet man Rosen im Frühjahr?

Zur Forsythienblüte, meist im März oder April. Wichtiger als das Datum ist, dass keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und die Augen gut sichtbar anschwellen.

Wie weit darf man Rosen zurückschneiden?

Beet- und Edelrosen auf drei bis fünf Augen, öfterblühende Strauchrosen um etwa ein Drittel. Einmalblühende Rosen werden im Frühjahr nur ausgelichtet.

Was passiert, wenn man Rosen zu spät schneidet?

Die Rose hat schon Kraft in lange Austriebe gesteckt, die Sie wegschneiden. Sie blüht dann etwas später und oft weniger üppig, erholt sich aber.

Soll man Rosen im Herbst schneiden?

Nur leicht: lange Triebe einkürzen, damit sie bei Wind und Schnee nicht brechen. Der eigentliche Rückschnitt folgt im Frühjahr.

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