Zum Inhalt springen
Garten-Ratgeber

Einen Schwimmteich anlegen: Anleitung und hilfreiche Tipps

Teich & Wasservon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Schwimmteich, Naturpool, Pool: die Unterschiede
  2. Wie groß muss ein Schwimmteich sein?
  3. Der richtige Standort
  4. Genehmigung und Sicherheit
  5. Der Bau in Schritten
  6. Die richtigen Pflanzen
  7. Pflege: was regelmäßig anfällt
  8. Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen
  9. Häufige Fragen

Ein Schwimmteich ist ein Badegewässer ohne Chlor, dessen Wasser von Pflanzen, Kies und Mikroorganismen gereinigt wird. Damit das funktioniert, braucht er deutlich mehr Fläche als ein Pool, denn neben dem Schwimmbereich muss eine bepflanzte Regenerationszone Platz finden – bei naturnahen Teichen etwa so groß wie der Badebereich. Mit sorgfältiger Planung, nährstoffarmem Wasser und regelmäßiger Pflege hält er über Jahrzehnte.

Naturnaher Schwimmteich mit Seerosen und Schilf in der Regenerationszone
Naturnaher Schwimmteich mit Seerosen und Schilf in der Regenerationszone

Schwimmteich, Naturpool, Pool: die Unterschiede

MerkmalSchwimmteichNaturpoolPool
Reinigungbiologisch über Pflanzen und Kiesbiologisch, dazu FiltertechnikFilter und Chlor oder andere Desinfektion
Anteil Badeflächeetwa die Hälfte oder wenigerdeutlich über die Hälfteganze Fläche
Optiknaturnah, Teichcharakterpoolähnlich mit Pflanzbereichtechnisch
WasserAlgenbelag an Wänden normalklarer, weniger Belagklar, chemisch behandelt
Technik und Stromgering bis mäßighöherhoch

Der klassische Schwimmteich kommt mit wenig Technik aus, braucht aber viel Pflanzfläche. Der Naturpool verlagert einen Teil der Reinigung in Filter, meist Pflanzen- oder Kiesfilter, die separat oder versteckt liegen können. Dadurch bleibt mehr Fläche zum Schwimmen, dafür steigen Technik- und Stromkosten. Wer vor allem Abkühlung sucht und wenig Platz hat, findet Alternativen unter Aufstellpools für den Garten.

Wie groß muss ein Schwimmteich sein?

Die Wasserfläche sollte nicht zu klein ausfallen, weil kleine Wasserkörper sich schnell aufheizen und aus dem Gleichgewicht geraten. Als grobe Orientierung gelten mindestens 50 m² Wasserfläche für einen Schwimmteich ohne Technik; unterhalb davon ist ein Naturpool mit Filterung meist die stabilere Lösung. Je größer die Regenerationszone im Verhältnis zum Schwimmbereich, desto weniger Technik ist nötig.

Die Tiefe im Schwimmbereich liegt üblicherweise bei 1,8–2,2 m. Tiefes Wasser bleibt im Sommer kühler und damit stabiler. Die Regenerationszone ist dagegen flach: von wenigen Zentimetern im Sumpfbereich bis etwa 1 m im tieferen Pflanzbereich. Zwischen beiden Zonen trennt meist eine Mauer oder ein Wall knapp unter der Wasseroberfläche, damit Substrat und Pflanzen nicht in den Schwimmbereich rutschen.

Der richtige Standort

  • Kein Laub von oben. Stellen Sie den Teich nicht unter oder direkt neben große Laubbäume. Laub bringt Nährstoffe ins Wasser, die Algen füttern.
  • Sonne mit Maß. Die Pflanzen der Regenerationszone brauchen Licht, gleichzeitig heizt sich ein Teich in praller Ganztagssonne stark auf. Ideal ist ein sonniger Platz, der über Mittag teilweise Schatten bekommt, etwa durch ein Gebäude oder einen entfernten Baum.
  • Kein Hang zum Teich. Regen darf keinen gedüngten Rasen oder Beeterde in den Teich spülen.
  • Grundwasser prüfen. Hoch anstehendes Grundwasser kann die Folie beim Leeren von unten hochdrücken. Eine Probegrabung oder Nachfrage bei Nachbarn schafft Klarheit.
  • Leitungen beachten. Klären Sie vor dem Aushub, wo Strom-, Gas- und Wasserleitungen liegen.

Genehmigung und Sicherheit

Ob ein Schwimmteich genehmigungspflichtig ist, regeln die Landesbauordnung und die Gemeinde. Kleinere Teiche sind in vielen Bundesländern verfahrensfrei, größere Becken oder Anlagen mit Mauern und Technik können eine Genehmigung erfordern. Auch Abstände zur Grundstücksgrenze und Vorgaben im Bebauungsplan spielen eine Rolle. Fragen Sie vor der Planung beim Bauamt nach.

Ein Schwimmteich ist tiefes Wasser. Als Eigentümer tragen Sie die Verantwortung dafür, dass niemand zu Schaden kommt, insbesondere Kinder. Ein Zaun um das Grundstück oder den Teichbereich, ein sicherer Einstieg mit Leiter oder Treppe und rutschfeste Stege sind dringend zu empfehlen. Fragen Sie auch bei Ihrer Haftpflichtversicherung nach.

Der Bau in Schritten

Die meisten Schwimmteiche werden ganz oder teilweise von Fachbetrieben gebaut, weil Aushub, Abdichtung und Technik Erfahrung verlangen. Wer selbst baut, arbeitet oft mit Bausätzen aus Wandelementen und Folie. Der Ablauf ist ähnlich:

  1. Planen und abstecken. Umriss, Schwimm- und Regenerationszone, Einstieg und Leitungswege festlegen, Wandelemente probeweise auslegen.
  2. Ausheben. Bei dieser Größe lohnt ein Minibagger. Der Aushub lässt sich für Geländemodellierung oder einen Bachlauf nutzen.
  3. Fundament und Wände. Je nach System wird eine Bodenplatte oder ein Streifenfundament gegossen, darauf werden Wandelemente oder Mauern für den Schwimmbereich errichtet.
  4. Schutzvlies und Folie. Die Folie wird mit mehreren Helfern möglichst faltenfrei verlegt. Kanten und Kontaktpunkte werden mit Vlies gepolstert.
  5. Hinterfüllen. Die Wände werden gleichmäßig hinterfüllt und eingeschlämmt, während langsam Wasser eingelassen wird, damit der Druck von beiden Seiten wächst.
  6. Regenerationszone gestalten. Mit gewaschenem, nährstoffarmem Kies und Sand füllen, keine Muttererde oder Blumenerde verwenden.
  7. Technik einbauen. Skimmer, Pumpe, gegebenenfalls Filter und Leitungen verlegen.
  8. Füllen und bepflanzen. Nach dem Füllen die Pflanzen setzen und den Rand mit Kapillarsperre und Steinen fertigstellen.

Klären Sie beim Wasserversorger, wie Sie den Teich am günstigsten befüllen, etwa über einen Hydranten mit Standrohr, und ob für das Füllwasser Abwassergebühren anfallen.

Die richtigen Pflanzen

Die Pflanzen der Regenerationszone entziehen dem Wasser Nährstoffe und liefern Sauerstoff. Bewährt haben sich Unterwasserpflanzen wie Hornblatt (Ceratophyllum demersum) und heimisches Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), Schwimmblattpflanzen wie Froschbiss und kleine Seerosen, dazu Röhricht- und Sumpfpflanzen wie Hechtkraut, Sumpfschwertlilie, Blutweiderich und Tannenwedel. Eine ausführliche Auswahl finden Sie unter Welche Pflanzen für einen Schwimmteich und Teichpflanzen für den heimischen Gartenteich.

Setzen Sie keine Fische ein. Sie bringen über Futter und Ausscheidungen Nährstoffe ins Wasser und fressen Kleintiere, die zur Wasserreinigung beitragen.

Pflege: was regelmäßig anfällt

  • Laub fernhalten. Im Herbst ein Laubschutznetz spannen oder den Skimmer laufen lassen.
  • Schlamm absaugen. Den Boden des Schwimmbereichs regelmäßig mit einem Teichsauger reinigen.
  • Pflanzen zurückschneiden. Im Herbst abgestorbene Pflanzenteile entfernen, damit die Nährstoffe den Teich tatsächlich verlassen.
  • Fadenalgen abfischen, bevor sie verrotten.
  • Technik warten: Pumpe, Filter und Skimmer nach Herstellerangabe reinigen.

Ein grüner Belag an den Wänden ist bei Schwimmteichen normal und kein Zeichen schlechter Wasserqualität. Chlor oder Algenmittel haben in einem biologisch gereinigten Teich nichts zu suchen, weil sie das Gleichgewicht zerstören.

Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen

Ein Schwimmteich ist eine große Investition. Vom Fachbetrieb gebaute Anlagen kosten in der Regel eine hohe fünfstellige Summe, je nach Größe, Technik und Gestaltung auch mehr. Eigenleistung bei Aushub und Bepflanzung senkt die Kosten, die Abdichtung sollte aber sitzen. Die laufenden Kosten liegen meist unter denen eines Pools, weil Chemie und aufwendige Heizung entfallen. Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie sich Referenzanlagen zeigen. Ideen für die Umgebung finden Sie unter Welches Material für die Poolumrandung.

Häufige Fragen

Wie viel Platz braucht ein Schwimmteich?

Als grobe Orientierung mindestens 50 m² Wasserfläche, wobei bei naturnahen Teichen etwa die Hälfte auf die Regenerationszone entfällt. Mit mehr Filtertechnik kann die Pflanzfläche kleiner ausfallen.

Welche Pflanzen gehören in einen Schwimmteich?

Unterwasserpflanzen wie Hornblatt und Tausendblatt, Schwimmblattpflanzen und Röhricht- und Sumpfpflanzen in der Regenerationszone. Wichtig ist nährstoffarmes Substrat statt Erde.

Brauche ich für einen Schwimmteich eine Baugenehmigung?

Das hängt von Bundesland, Größe und Gemeinde ab. Kleinere Teiche sind oft verfahrensfrei, größere Anlagen nicht immer. Fragen Sie vor der Planung beim Bauamt nach.

Kann man im Winter im Schwimmteich baden?

Eisbaden ist möglich, aber auf eigenes Risiko. Die Technik wird im Winter meist reduziert, und auf Eis sollten Sie nur gehen, wenn es sicher trägt.

Das könnte Sie auch interessieren