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Garten-Ratgeber

Welche Pflanzen für einen Schwimmteich

Teich & Wasservon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Rosa Seerosen zwischen Schwimmblättern im Teich
Rosa Seerosen zwischen Schwimmblättern im Teich
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welche Aufgabe die Pflanzen im Schwimmteich haben
  2. Die Zonen eines Schwimmteichs
  3. Sumpfzone: Blüten und Nährstoffzehrer am Rand
  4. Flachwasserzone: Röhricht mit Maß
  5. Unterwasserpflanzen: die eigentliche Kläranlage
  6. Schwimmblattpflanzen: Schatten für das Wasser
  7. Diese Pflanzen gehören nicht in den Schwimmteich
  8. Pflanzen richtig setzen: Substrat und Zeitpunkt
  9. Pflege übers Jahr
  10. Häufige Fragen

In einen Schwimmteich gehören vor allem heimische, nicht wuchernde Sumpf-, Flachwasser- und Unterwasserpflanzen, die in nährstoffarmem Kies wachsen und dem Wasser Nährstoffe entziehen. Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, Tausendblatt und Wasserhahnenfuß leisten dabei die meiste Arbeit gegen Algen, Röhricht und Sumpfstauden sorgen für Sauerstoff im Bodengrund und für den Blick. Tabu sind Schilf, Großer Rohrkolben und invasive Exoten – sie überwuchern den Regenerationsbereich oder durchbohren die Folie.

Welche Aufgabe die Pflanzen im Schwimmteich haben

Ein Schwimmteich funktioniert anders als ein Pool: Statt Chlor halten Pflanzen und Mikroorganismen das Wasser klar. Die Pflanzen nehmen gelöste Nährstoffe wie Phosphat und Nitrat auf, die sonst Algen ernähren würden. An ihren Wurzeln und Stängeln siedeln Bakterien, die organische Reste abbauen. Schwimmblätter beschatten die Wasseroberfläche und bremsen die Erwärmung, und im Pflanzengürtel findet Zooplankton Unterschlupf, das seinerseits Schwebealgen frisst.

Daraus folgt der wichtigste Grundsatz: Die Pflanzen sollen Nährstoffe verbrauchen, nicht mitbringen. Jede Handvoll Blumenerde, jeder Dünger und jede verrottende Laubschicht wirkt im Schwimmteich wie Futter für Algen. Die Pflanzenwahl ist deshalb nur die halbe Miete, das Substrat die andere.

Die Zonen eines Schwimmteichs

Ein naturnaher Schwimmteich besteht aus zwei Bereichen: dem pflanzenfreien Schwimmbereich und dem Regenerationsbereich, in dem die Pflanzen wachsen. Beide sind meist durch eine Mauer oder einen Wall knapp unter der Wasseroberfläche getrennt, damit kein Substrat in den Schwimmbereich rutscht. Bei Anlagen ganz ohne Technik rechnet man für den Regenerationsbereich häufig mit etwa der Hälfte der Wasserfläche, mit Pumpe und Filter kann er kleiner ausfallen. Wie Sie die Anlage insgesamt planen, lesen Sie im Beitrag Einen Schwimmteich anlegen.

Im Regenerationsbereich selbst unterscheidet man nach Wassertiefe:

ZoneWassertiefe (etwa)Geeignete Pflanzen
Feuchtzone und Uferrandnasser Boden, kein WasserstandMädesüß, Gilbweiderich, Wiesenknöterich, Seggen
Sumpfzone0–10 cmSumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Wasserminze, Blutweiderich, Sumpfschwertlilie
Flachwasserzone10–40 cmBlumenbinse, Froschlöffel, Pfeilkraut, Tannenwedel, Kalmus, Zwergrohrkolben
Tiefwasserzoneab etwa 40 cmSeerosen, Wasserknöterich, Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, Tausendblatt, Wasserhahnenfuß, Wasserfeder

Die Tiefenangaben sind Richtwerte. Wichtiger als der genaue Zentimeter ist, dass die Übergänge flach und stufig verlaufen, damit jede Pflanze ihre Lage findet und sich nicht über den ganzen Hang ausbreiten muss.

Sumpfzone: Blüten und Nährstoffzehrer am Rand

In der Sumpfzone steht das Wasser nur wenige Zentimeter hoch oder der Boden ist dauerhaft nass. Hier wachsen die blühfreudigsten Arten. Die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) eröffnet im April mit goldgelben Schalenblüten, das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) blüht den ganzen Sommer hellblau. Die Wasserminze (Mentha aquatica) duftet beim Darüberstreifen und wird von Insekten umschwärmt, der Blutweiderich (Lythrum salicaria) setzt im Hochsommer purpurne Kerzen.

Die Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) gehört zu den kräftigsten Nährstoffzehrern und ist deshalb im Schwimmteich gern gesehen. Sie breitet sich allerdings über Rhizome aus und sät sich aus, darum sollten Sie sie alle paar Jahre teilen. Sumpfdotterblume und Sumpfschwertlilie sind giftig – für Familien mit kleinen Kindern kein Ausschlusskriterium, aber ein Grund, die Pflanzen nicht direkt am Einstieg zu setzen.

Flachwasserzone: Röhricht mit Maß

Die Flachwasserzone ist das Herzstück der biologischen Reinigung. Röhrichtpflanzen leiten über ihre hohlen Stängel Sauerstoff in den Bodengrund, wo Mikroorganismen ihn für den Abbau organischer Stoffe brauchen. Gut geeignet sind die Blumenbinse (Butomus umbellatus) mit rosa Dolden, der Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), das Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) und der Tannenwedel (Hippuris vulgaris), der auch unter Wasser weiterwächst.

Der Kalmus (Acorus calamus) wächst kräftig, lässt sich aber gut in Schach halten. Unter den Rohrkolben kommt nur der Zwergrohrkolben (Typha minima) in Frage. Ergänzend eignen sich Gräser und Seggen, eine Auswahl finden Sie unter Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich.

Unterwasserpflanzen: die eigentliche Kläranlage

Den größten Beitrag zu klarem Wasser leisten die Pflanzen, die man kaum sieht. Unterwasserpflanzen nehmen Nährstoffe über die gesamte Blattoberfläche direkt aus dem Wasser auf und stehen damit in unmittelbarer Konkurrenz zu Schwebealgen. Tagsüber geben sie außerdem Sauerstoff ab.

  • Raues Hornkraut (Ceratophyllum demersum) treibt wurzellos im Wasser und wächst sehr schnell – ideal für den Anfang, wenn das Wasser noch nährstoffreich ist.
  • Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) bildet fein gefiederte Unterwasserwälder.
  • Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis) blüht im Frühsommer weiß über der Wasseroberfläche.
  • Wasserfeder (Hottonia palustris) trägt zartrosa Blütenstände und mag kühles, sauberes Wasser.
  • Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus) ist robust und wächst schon früh im Jahr.

Setzen Sie mehrere Arten, denn welche sich in Ihrem Teich durchsetzt, lässt sich schlecht vorhersagen. Die Kanadische Wasserpest, die früher häufig empfohlen wurde, wächst stark und neigt zur Massenentwicklung. Die ähnlich aussehende Nuttalls Wasserpest steht auf der EU-Liste invasiver Arten und darf weder gehandelt noch ausgesetzt werden.

Schwimmblattpflanzen: Schatten für das Wasser

Seerosen (Nymphaea) beschatten die Wasseroberfläche und halten den Teich im Sommer kühler. Wählen Sie Sorten nach der Wassertiefe: Es gibt Zwergsorten für 20–40 cm und starkwüchsige Sorten, die erst ab etwa 80 cm Tiefe gut gedeihen. In einem Schwimmteich sollten Seerosen nur einen Teil des Regenerationsbereichs bedecken, sonst fehlt den Unterwasserpflanzen das Licht.

Vorsicht bei der heimischen Teichrose (Nuphar lutea) und der Seekanne (Nymphoides peltata): Beide sind sehr wüchsig und in kleineren Schwimmteichen kaum zu bändigen. Der Wasserknöterich (Persicaria amphibia) ist eine gut beherrschbare Alternative. Schwimmende Arten wie der Froschbiss treiben leicht in den Schwimmbereich und werden dort lästig. Mehr Arten mit Porträts stellt der Beitrag Teichpflanzen vor.

Diese Pflanzen gehören nicht in den Schwimmteich

Schilf (Phragmites australis) und der Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia) sind die klassischen Fehlgriffe. Ihre spitzen Rhizome können Teichfolie durchstoßen, und sie erobern binnen weniger Jahre den gesamten Regenerationsbereich. Auch Bambus und Riesenschilf am Ufer gehören nur mit Rhizomsperre in Teichnähe. Großblättrige Uferstauden, die im Herbst viel Laub ins Wasser werfen, sind ebenfalls ungünstig.

Außerdem gilt: Arten auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten sind tabu, etwa Wasserhyazinthe, Brasilianisches Tausendblatt, Großer Wassernabel oder Nuttalls Wasserpest. Kaufen Sie im Zweifel heimische Arten und werfen Sie überzählige Pflanzen nie in Bäche oder Seen.

Pflanzen richtig setzen: Substrat und Zeitpunkt

Die beste Pflanzzeit liegt zwischen Ende April und Juni, wenn sich das Wasser erwärmt hat und die Pflanzen sofort einwurzeln. Entfernen Sie vor dem Setzen die Topferde der Gärtnerei vollständig, am einfachsten durch Ausspülen im Eimer. Sie ist meist gedüngt und würde die Algen im ersten Sommer kräftig anschieben.

  1. Substrat vorbereiten. Verwenden Sie gewaschenen Kies oder Sand mit etwa 0–16 mm Körnung, ohne Lehm- und Humusanteile. Er ist nährstoffarm und bleibt stabil.
  2. Pflanzen einsetzen. Setzen Sie Sumpf- und Flachwasserpflanzen in kleinen Gruppen derselben Art, das wirkt ruhiger und erleichtert später das Auslichten.
  3. Unterwasserpflanzen einbringen. Bewurzelte Arten stecken Sie in Bündeln in den Kies, Hornkraut legen Sie einfach ins Wasser.
  4. Geduld haben. Im ersten Jahr ist eine Algenblüte normal, bis die Pflanzen den Nährstoffhaushalt übernehmen.

Pflege übers Jahr

Ein Schwimmteich bleibt nur klar, wenn Nährstoffe regelmäßig aus dem System entfernt werden. Schneiden Sie abgestorbene Pflanzenteile im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr zurück und entfernen Sie das Schnittgut vollständig. Einige hohle Stängel über der Wasseroberfläche dürfen über den Winter stehen bleiben, sie erleichtern den Gasaustausch unter einer Eisdecke. Wuchernde Unterwasserpflanzen fischen Sie im Sommer mit einem Rechen ab – das ist gewollte Nährstoffernte. Laub sollte im Herbst mit einem Netz ferngehalten werden.

Wuchsstarke Horste werden alle drei bis vier Jahre geteilt. Gedüngt wird nie. Was nach dem Winter sonst zu tun ist, steht im Beitrag Gartenteich nach dem Winter pflegen.

Häufige Fragen

Wie viele Pflanzen braucht ein Schwimmteich?

Es kommt weniger auf die Stückzahl an als auf die Fläche: Der Regenerationsbereich sollte dicht bewachsen sein. Rechnen Sie in Sumpf- und Flachwasserzonen mit mehreren Pflanzen je Quadratmeter und setzen Sie reichlich Unterwasserpflanzen, sie wachsen schnell nach.

Brauche ich trotz Pflanzen einen Filter?

Das hängt von der Größe des Regenerationsbereichs und der Nutzung ab. Kleine, stark genutzte Schwimmteiche kommen selten ohne Pumpe und Filter aus. Hintergründe dazu im Beitrag Das richtige Filtersystem für den Gartenteich.

Darf ich Seerosen in den Schwimmbereich setzen?

Besser nicht. Der Schwimmbereich bleibt frei von Pflanzen und Substrat, sonst wird er trüb und rutschig. Seerosen gehören in den tieferen Teil des Regenerationsbereichs.

Welche Pflanzen sind im Schwimmteich giftig?

Sumpfdotterblume, Sumpfschwertlilie und Kalmus enthalten reizende oder giftige Stoffe. Für Badende ist das unproblematisch, kleine Kinder sollten die Pflanzen aber nicht in den Mund nehmen.

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