Forsythien nach der Blütezeit schneiden
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Forsythien werden direkt nach der Blüte geschnitten, also meist im April, denn sie blühen am Holz des Vorjahres. Wer im Herbst oder Winter schneidet, entfernt die Blütenknospen des nächsten Frühjahrs. Beim regelmäßigen Auslichtungsschnitt nehmen Sie alle zwei bis drei Jahre die ältesten Triebe bodennah heraus; ein radikaler Verjüngungsschnitt ist nur bei stark vergreisten Sträuchern nötig und gehört in die Zeit von Oktober bis Februar.

Die Forsythie im Porträt
Die Forsythie, auch Goldglöckchen genannt, gehört zu den ersten Blütensträuchern im Gartenjahr. Ihre leuchtend gelben Blüten erscheinen im März und April, noch bevor sich die Blätter entfalten, oft rund um Ostern. Die Gartenforsythien sind überwiegend Hybriden, die aus ostasiatischen Wildarten gezüchtet wurden. Benannt ist die Gattung nach dem schottischen Gärtner William Forsyth; nach Europa kamen die Pflanzen im 19. Jahrhundert.
| Botanischer Name | Forsythia × intermedia und weitere Arten, Familie Ölbaumgewächse |
| Wuchshöhe | meist 2–3 m, Zwergsorten unter 1 m |
| Blütezeit | März bis April, vor dem Laubaustrieb |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | nährstoffreich, frisch, ohne Staunässe |
| Winterhärte | sehr gut winterhart |
| Giftigkeit | gilt als schwach giftig, größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen |
| Schnittzeitpunkt | direkt nach der Blüte |
Forsythien sind robust, frosthart und anspruchslos. Sie wachsen auf fast jedem Gartenboden, mögen es aber nicht staunass. Im Kübel müssen sie gleichmäßig feucht gehalten werden, im Garten genügen Mulch und Gießen in längeren Trockenphasen.
Warum der Schnitt nach der Blüte so wichtig ist
Forsythien bilden ihre Blütenknospen im Sommer an den Trieben, die im selben Jahr gewachsen sind. Diese Triebe blühen im folgenden Frühjahr. Jeder Schnitt zwischen Sommer und Blüte kostet also Blüten. Schneiden Sie dagegen gleich nach dem Verblühen, hat der Strauch den ganzen Sommer Zeit, kräftige neue Triebe mit Blütenknospen zu bilden.
Ohne Schnitt vergreist eine Forsythie. Die neuen, langen Triebe wachsen vor allem aus den oberen Bereichen alter Äste. Oben entsteht ein dichtes, besenartiges Geflecht, das unter seinem Gewicht bogenförmig überhängt. Die Basis verkahlt, der Strauch wird immer breiter, und geblüht wird nur noch außen an den Spitzen.
Der Auslichtungsschnitt Schritt für Schritt
Der Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitt hält die Forsythie jung und blühfreudig. Er wird idealerweise jedes Jahr, spätestens alle zwei bis drei Jahre direkt nach der Blüte durchgeführt.
- Die ältesten Triebe bodennah entfernen. Schneiden Sie etwa ein Viertel bis ein Drittel der ältesten, dicksten und am stärksten verzweigten Triebe direkt über dem Boden ab. Sie erkennen sie an der dunklen, rissigen Rinde.
- Überhängende Triebe ableiten. Lange, bogig nach unten hängende Zweige kürzen Sie bis zu einem weiter innen liegenden, nach oben wachsenden jungen Trieb. So wird die Krone schmaler und aufrechter.
- Schwache und sich kreuzende Triebe herausnehmen. Alles, was nach innen wächst, scheuert oder sehr dünn ist, kommt weg.
- Nicht einkürzen. Die Spitzen gesunder Triebe nicht rundherum stutzen. Das führt zu noch mehr besenartigem Austrieb und einer unnatürlichen Kugelform.
Aus der Basis treibt der Strauch danach kräftige neue Ruten, die im übernächsten Frühjahr reich blühen. Verwenden Sie für dicke Triebe eine Astschere oder eine kleine Säge, eine Gartenschere reicht nur für dünne Zweige.
Der Verjüngungsschnitt für alte Sträucher
Ist eine Forsythie über Jahre nicht geschnitten worden, hilft ein kräftiger Verjüngungsschnitt. Sie können dabei alle Triebe auf etwa 20–30 cm über dem Boden zurücknehmen. Forsythien vertragen das gut und treiben willig aus dem alten Holz. Schonender ist ein Verjüngen in zwei bis drei Etappen, bei dem Sie jedes Jahr nur einen Teil der alten Triebe bodennah abschneiden; dann blüht der Strauch weiter.
Nach einem radikalen Schnitt treibt die Forsythie viele junge Triebe. Im folgenden Winter lassen Sie davon die kräftigsten, gut verteilten stehen und entfernen die schwachen. Mit ein bis zwei Jahren Blühpause müssen Sie beim radikalen Verjüngen rechnen.
Was das Naturschutzrecht erlaubt
Nach § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es vom 1. März bis 30. September verboten, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze radikal zurückzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Erlaubt sind in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte. Der übliche Auslichtungsschnitt nach der Blüte im April fällt darunter. Ein radikaler Verjüngungsschnitt gehört dagegen in die Zeit von Oktober bis Ende Februar. Kontrollieren Sie vor jedem Schnitt, ob Vögel im Strauch brüten. Ein besetztes Nest darf nicht gestört werden; dann warten Sie mit dem Schnitt. Mehr zu den Regeln beim Gehölzschnitt steht im Beitrag Hecke richtig schneiden.
Vermehrung und Pflege
Forsythien lassen sich leicht vermehren. Am einfachsten sind Steckhölzer: Im Winter schneiden Sie bleistiftdicke, einjährige Triebe in etwa 20 cm lange Stücke und stecken sie so tief in lockere Gartenerde, dass nur ein bis zwei Knospen herausschauen. Bis zum Sommer bilden sie Wurzeln. Auch Absenker gelingen gut: Ein bodennaher Trieb wird zur Erde gebogen, mit etwas Erde bedeckt und bildet dort Wurzeln.
Gedüngt werden muss eine Forsythie im Garten kaum. Etwas Kompost im Frühjahr genügt. Krankheiten und Schädlinge sind selten; gelegentlich treten Wucherungen an den Trieben auf, die Sie großzügig herausschneiden.
Sorten und Verwendung im Garten
Im Handel finden Sie zahlreiche Sorten. Verbreitet sind aufrecht wachsende, großblumige Hybriden wie ‘Lynwood’ oder ‘Week End’ sowie kompakte Formen wie ‘Minigold’, die sich auch für kleine Gärten und große Kübel eignen. Für niedrige Hecken und Böschungen gibt es kriechende Zwergforsythien.
Forsythien wirken als Solitär, in freiwachsenden Blütenhecken und gemischt mit anderen Frühblühern. Schön ist die Kombination mit der rot blühenden Blut-Johannisbeere oder mit Zierkirschen. Die Blüten der Forsythie sind für Insekten allerdings wenig ergiebig. Wer Bienen und Hummeln im Frühjahr etwas bieten will, pflanzt zusätzlich Kornelkirsche, Salweide oder Felsenbirne. Weitere Ideen für Gehölze liefert der Beitrag Allrounder im Garten: robuste Gehölze.

Typische Schnittfehler
- Schnitt im Herbst oder Winter. Die Blütenknospen sind dann schon angelegt und werden abgeschnitten.
- Rundherum stutzen. Die Forsythie wird zur dichten Kugel mit besenartigen Trieben und blüht nur außen.
- Nur Spitzen kürzen, nie von unten verjüngen. Der Strauch vergreist trotz Schnitt.
- Radikalschnitt im Frühjahr oder Sommer. Nach dem Naturschutzrecht nicht erlaubt und für brütende Vögel gefährlich.
Wann welche Gehölze im Garten geschnitten werden, fasst auch der Beitrag Obstbaumschnitt für Obstgehölze zusammen.
Häufige Fragen
Wann schneidet man Forsythien?
Direkt nach der Blüte, meist im April. Dann hat der Strauch den Sommer über Zeit, neue Triebe mit Blütenknospen für das nächste Jahr zu bilden.
Wie stark darf man eine Forsythie zurückschneiden?
Beim jährlichen Auslichten etwa ein Viertel bis ein Drittel der ältesten Triebe bodennah. Ein radikaler Rückschnitt auf 20–30 cm ist möglich, gehört aber in die Zeit von Oktober bis Februar und kostet ein bis zwei Jahre Blüte.
Warum blüht meine Forsythie nicht mehr?
Meist ist sie im Herbst oder Winter geschnitten worden, oder sie ist vergreist, weil sie jahrelang nicht ausgelichtet wurde. Ein zu schattiger Standort kann ebenfalls die Blüte mindern.
Darf man Forsythien im Sommer schneiden?
Ein schonender Formschnitt ist erlaubt, bringt der Blüte aber nichts, weil dabei schon angelegte Knospen verloren gehen. Radikale Rückschnitte sind vom 1. März bis 30. September verboten.



