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Garten-Ratgeber

Tipps für das Gartenhaus – darauf ist beim Kauf zu achten

Gartenhaus & Zaunvon Kathrin Schendel6 Min. · 8 Abschnitte
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wofür soll das Gartenhaus dienen?
  2. Die passende Größe
  3. Holz, Metall, Kunststoff oder Stein
  4. Worauf Sie bei der Ausstattung achten sollten
  5. Das richtige Fundament
  6. Baurecht: vor dem Kauf klären
  7. Selbst bauen oder Bausatz?
  8. Häufige Fragen

Beim Gartenhauskauf entscheiden vier Dinge: die Nutzung, die Größe, das Material samt Wandstärke und ein tragfähiges, trockenes Fundament. Wer nur Geräte unterbringen will, kommt mit einem kleinen Schuppen aus Metall oder Holz mit dünnen Wänden aus; wer darin sitzen, werkeln oder Pflanzen überwintern möchte, braucht mehr Fläche, Fenster und Wandstärken ab etwa 28 mm. Und bevor Sie bestellen: Fragen Sie beim Bauamt, ob das Haus in dieser Größe an dieser Stelle genehmigungsfrei ist.

Weißes Gartenhaus aus Holz, von Kletterpflanzen umrankt, davor eine Deko-Schubkarre
Weißes Gartenhaus aus Holz, von Kletterpflanzen umrankt, davor eine Deko-Schubkarre

Wofür soll das Gartenhaus dienen?

Am Anfang steht die Frage, was im Haus passieren soll. Ein Geräteschuppen nimmt Rasenmäher, Schubkarre, Werkzeug und im Winter die Gartenmöbel auf. Er braucht eine breite Tür, einen festen Boden und vor allem Trockenheit. Fenster sind nicht nötig, eines schadet aber nicht.

Ein Gartenhaus zum Aufenthalt ist etwas anderes: ein Ort zum Sitzen bei Regen, eine Werkstatt, ein Hobbyraum, ein Rückzugsort zum Lesen oder ein Arbeitsplatz im Grünen. Hier zählen Licht, Wandstärke, Dämmung und eventuell ein Stromanschluss. Auch als frostfreies Winterquartier für Kübelpflanzen taugt ein Gartenhaus nur, wenn es gedämmt und bei starkem Frost leicht beheizt ist.

Der Übergang zwischen beidem ist fließend. Planen Sie großzügig: Gartenhäuser füllen sich erfahrungsgemäß schneller, als man denkt. Wenn Geräte und Sitzplatz in ein Haus sollen, ist eine Trennwand oder ein Anbau mit eigener Tür praktisch.

Die passende Größe

Die Grundfläche richtet sich nach der Nutzung und nach dem Platz im Garten. Als grobe Orientierung:

NutzungGrundflächeWandstärke
Mülltonnen, kleine Geräte1–3 m²ab 12–19 mm
Geräteschuppen mit Rasenmäher und Fahrrädern4–8 m²19–28 mm
Geräte plus Sitzplatz oder Werkbank8–15 m²28–34 mm
Hobbyraum, Büro, Gästezimmerab 15 m²ab 40 mm, besser gedämmt

Beachten Sie auch den Platz rundherum. Ein Holzhaus braucht zu Hecke, Zaun und Nachbargebäude etwas Abstand, damit die Wände abtrocknen und Sie sie später streichen können. Einen halben Meter sollten Sie mindestens einplanen. Und die Tür muss sich öffnen lassen, ohne dass Sie erst die Hollywoodschaukel verrücken.

Stehen am geplanten Ort Bäume, prüfen Sie, ob Ihre Gemeinde eine Baumschutzsatzung hat. Größere Bäume dürfen dann oft nur mit Genehmigung gefällt werden. Grundsätzlich gilt nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz, dass Bäume und Gehölze zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht gefällt oder radikal zurückgeschnitten werden dürfen.

Holz, Metall, Kunststoff oder Stein

Holz ist mit Abstand das häufigste Material. Es fügt sich in fast jeden Garten ein, lässt sich leicht bearbeiten und reparieren und bietet ein angenehmes Raumklima. Meist wird nordisches Fichtenholz verwendet. Entscheidend für die Lebensdauer sind die Wandstärke, eine saubere Verarbeitung der Blockbohlen mit doppelter Nut und Feder, ein wirksamer Anstrich und konstruktiver Holzschutz: kein Erdkontakt, ausreichender Dachüberstand, keine Stellen, an denen Wasser stehen bleibt. Viele Bausätze kommen unbehandelt oder nur tauchgrundiert; den ersten Anstrich mit einer Holzschutzlasur oder Deckfarbe sollten Sie dann direkt nach dem Aufbau machen, alle Seiten einschließlich Schnittkanten. Danach ist je nach Anstrich und Wetterseite alle zwei bis fünf Jahre ein neuer Anstrich fällig. Mehr dazu unter Holz im Außenbereich: die richtige Imprägnierung.

Metall, meist verzinktes und beschichtetes Stahlblech oder Aluminium, ist günstig, schnell aufgebaut und nahezu wartungsfrei. Es eignet sich gut als Geräteschuppen, weniger als Aufenthaltsraum: Metallhäuser heizen sich in der Sonne auf, und an kalten Tagen bildet sich innen Kondenswasser. Eine Belüftung und eine Unterlage für Geräte, die nicht rosten sollen, sind sinnvoll.

Kunststoff ist pflegeleicht und leicht zu reinigen, bleibt aber meist auf kleine Schuppen und Boxen beschränkt. Billige Modelle werden unter UV-Licht spröde und sind bei Sturm gefährdet, wenn sie nicht gut verankert sind.

Stein – gemauert oder als Porenbeton – hält am längsten, lässt sich gut dämmen und braucht kaum Pflege. Dafür ist es teuer, der Bau dauert länger und erfordert ein vollwertiges Fundament. Für Laien ist es selten ein Wochenendprojekt.

Worauf Sie bei der Ausstattung achten sollten

  • Dach. Dachpappe ist günstig, hält aber nur einige Jahre. Bitumenschindeln, Trapezblech oder eine EPDM-Folie halten deutlich länger. Ein ausreichender Dachüberstand schützt die Wände vor Schlagregen.
  • Fußboden. Ein Holzboden sollte nicht direkt auf dem Beton liegen, sondern auf imprägnierten Unterlegbalken, damit Luft darunter zirkulieren kann.
  • Türen und Fenster. Doppeltüren erleichtern das Ein- und Ausfahren großer Geräte. Echtglas ist langlebiger als Kunststoffscheiben.
  • Beschläge und Schloss. Ein vernünftiges Schloss hält Gelegenheitsdiebe ab. Teure Geräte versichern Sie am besten über die Hausratversicherung – klären Sie, ob Gartenhäuser mitversichert sind.
  • Belüftung. Lüftungsgitter in Giebel oder Tür verhindern Schimmel, besonders wenn feuchte Gartenmöbel oder Auflagen im Haus überwintern.

Das richtige Fundament

Kein Gartenhaus sollte direkt auf der Wiese stehen. Das Fundament hält es waagerecht und schützt vor aufsteigender Feuchtigkeit. Drei Varianten sind üblich:

  1. Plattenfundament. Eine durchgehende Betonplatte, meist 10–15 cm dick und mit Baustahlmatte bewehrt, auf einer verdichteten Schotterschicht von 15–30 cm. Es ist die solideste Lösung, braucht aber viel Beton. Für größere Häuser ist eine umlaufende Frostschürze sinnvoll.
  2. Streifenfundament. Betonstreifen nur unter den tragenden Wänden, frostfrei gegründet, also etwa 80 cm tief. Es spart Material, ist aber mit mehr Grabarbeit verbunden.
  3. Punktfundament. Einzelne Betonblöcke oder Schraubfundamente an den Ecken und unter den Unterlegbalken. Für kleine und mittlere Holzhäuser oft ausreichend, schnell gemacht und mit wenig Bodeneingriff verbunden.

Für kleine Schuppen genügt manchmal eine Fläche aus Gehwegplatten auf verdichtetem Splitt. Entscheidend ist, dass alles exakt waagerecht liegt – sonst klemmen später Türen und Fenster.

Baurecht: vor dem Kauf klären

Ob Sie für ein Gartenhaus eine Genehmigung brauchen, entscheidet die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, dazu der Bebauungsplan. Die Grenzen für verfahrensfreie Gartenhäuser werden meist als umbauter Raum in Kubikmetern oder als Grundfläche angegeben und unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Auch Abstände zur Grenze, die Lage im Innen- oder Außenbereich und die Nutzung spielen eine Rolle. Ein Gartenhaus, in dem man wohnt oder regelmäßig übernachtet, gilt baurechtlich schnell als Aufenthaltsraum und braucht dann fast immer eine Genehmigung.

In Kleingartenanlagen gilt zusätzlich das Bundeskleingartengesetz: Die Laube darf höchstens 24 m² Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz haben und ist nicht zum dauernden Wohnen bestimmt. Die Satzung des Vereins kann weitere Vorgaben machen.

Selbst bauen oder Bausatz?

Die meisten Gartenhäuser werden als Bausatz gekauft. Zwei geübte Personen bauen ein mittelgroßes Blockbohlenhaus an ein bis zwei Tagen auf, wenn das Fundament steht. Wer es individueller möchte, baut komplett selbst – in Ständerbauweise mit Holzverschalung lässt sich jedes Maß umsetzen. Eine Anleitung finden Sie im Beitrag Ein Gartenhaus selber bauen. Soll im Gartenhaus später eine Sauna stehen, lesen Sie vorher Welche Gartensauna ist die richtige.

Häufige Fragen

Welche Wandstärke sollte ein Gartenhaus haben?

Für reine Geräteschuppen reichen 19–28 mm. Soll das Haus auch als Aufenthaltsraum dienen, sind 28–44 mm sinnvoll, für eine ganzjährige Nutzung zusätzlich eine Dämmung.

Kann ich ein Gartenhaus selber bauen?

Ja. Ein Bausatz ist für geübte Heimwerker gut zu schaffen, ein komplett selbst geplantes Haus in Ständerbauweise ebenfalls, braucht aber mehr Zeit und Planung. Das Fundament ist dabei der wichtigste Arbeitsschritt.

Welches Fundament brauche ich für ein Gartenhaus?

Für kleine bis mittlere Holzhäuser genügen oft Punktfundamente oder Schraubfundamente. Für größere oder gemauerte Häuser ist eine bewehrte Betonplatte oder ein Streifenfundament die sichere Wahl.

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