Gartenmöbel aus Polyrattan reinigen und pflegen
Inhalt9 Abschnitte
- Was Polyrattan eigentlich ist
- Die regelmäßige Pflege im Sommer
- Gründliche Reinigung im Frühjahr: Schritt für Schritt
- Hartnäckige Verschmutzungen
- Warum kein Hochdruckreiniger?
- Kleine Schäden reparieren
- Polyrattan richtig überwintern
- Sonderfall: Möbel aus Naturrattan und einfache Kunststoffstühle
- Häufige Fragen
Polyrattan reinigen Sie am besten mit lauwarmem Wasser, etwas mildem Spülmittel und einer weichen Bürste, danach klar abspülen und gut trocknen lassen. Scheuermittel, Lösungsmittel und Hochdruckreiniger sind tabu, weil sie die Oberfläche des Kunststoffgeflechts angreifen. Mit einer gründlichen Reinigung im Frühjahr, gelegentlichem Abwischen im Sommer und einem trockenen Winterplatz halten gute Polyrattan-Möbel viele Jahre.

Was Polyrattan eigentlich ist
Polyrattan ist ein Geflecht aus Kunststofffasern, das die Optik von Naturrattan nachahmt, aber wetterfest ist. Die Fasern werden über ein Gestell gewickelt, das meist aus Aluminium, seltener aus Stahl besteht. Für Pflege und Haltbarkeit ist entscheidend, aus welchem Kunststoff das Geflecht besteht.
| Material | Eigenschaften | Pflegehinweis |
| Polyethylen (PE) | flexibel, UV-beständig bei guter Qualität, frostfest | verträgt Wasser und milde Seife problemlos |
| PVC-Geflecht | preiswerter, wird mit der Zeit steifer und kann bei Kälte und Sonne verspröden | vor starker Sonne und Frost besser schützen |
| Naturrattan | Pflanzenfaser, nicht wetterfest | nur unter Dach, nicht nass reinigen |
Hochwertiges PE-Rattan ist durchgefärbt und UV-stabilisiert. Billige Ware kann dagegen schon nach wenigen Sommern ausbleichen oder brüchig werden, was auch die beste Pflege nicht verhindert. Einen Überblick, wie sich Polyrattan gegen Holz, Metall und Kunststoff schlägt, bietet der Beitrag Gartenmöbel: aus welchem Material sind sie am besten?.
Die regelmäßige Pflege im Sommer
Staub, Pollen und Blütenblätter setzen sich im Geflecht fest, fallen aber kaum auf, solange sie trocken sind. Wischen Sie die Möbel während der Saison alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch ab. Lose Krümel und Pollen aus den Zwischenräumen entfernen Sie am schnellsten mit einem Handfeger oder dem Staubsauger mit Bürstenaufsatz.
Frische Flecken sofort abwischen. Vogelkot, Baumharz, Sonnencreme, Grillfett und Rotwein lassen sich frisch fast immer mit Wasser und etwas Spülmittel entfernen. Eingetrocknet und von der Sonne eingebrannt, wird es deutlich mühsamer.
Gründliche Reinigung im Frühjahr: Schritt für Schritt
Einmal im Jahr, am besten zum Saisonstart oder vor dem Einlagern, verdienen die Möbel eine Grundreinigung.
- Auflagen abnehmen. Kissen und Polster werden separat gereinigt, siehe Tipps und Tricks zur Reinigung von Auflagen und Sonnenschirmen.
- Trocken vorreinigen. Laub, Spinnweben und groben Schmutz mit Handfeger oder Staubsauger entfernen.
- Seifenlauge ansetzen. Lauwarmes Wasser mit einigen Spritzern mildem Spülmittel oder Neutralseife.
- Mit weicher Bürste reinigen. Das Geflecht in Richtung der Fasern bürsten. Eine weiche Spülbürste oder alte Zahnbürste erreicht auch die Kreuzungspunkte.
- Klar nachspülen. Mit klarem Wasser und Schwamm oder vorsichtig mit dem Gartenschlauch ohne harten Strahl. Seifenreste ziehen sonst neuen Schmutz an.
- Gründlich trocknen lassen. Möbel an einen sonnigen, luftigen Platz stellen oder leicht kippen, damit Wasser aus Rahmen und Geflecht ablaufen kann. Erst danach die Auflagen wieder auflegen.
Hartnäckige Verschmutzungen
Grüner Belag aus Algen und Moos entsteht, wenn die Möbel im Schatten oder unter Bäumen stehen. Er lässt sich meist mit Seifenlauge und Bürste entfernen, bei stärkerem Befall mit einem speziellen Kunststoffreiniger aus dem Fachhandel. Beugen Sie vor, indem Sie die Möbel nicht dauerhaft an feuchten, schattigen Stellen stehen lassen.
Harz lösen Sie vorsichtig mit etwas Speiseöl oder Butter, die Sie einwirken lassen und anschließend mit Spülmittelwasser abwaschen. Fettflecken von Grillgut oder Sonnencreme weichen in warmer Spülmittellösung auf.
Vermeiden Sie Scheuermilch, Stahlwolle, Drahtbürsten, Nitro- oder Waschbenzin, Aceton und chlorhaltige Reiniger. Sie rauen die Oberfläche auf, bleichen sie aus oder machen den Kunststoff spröde. Auch Schmutzradierer aus Melaminschaum wirken wie feines Schleifpapier und hinterlassen matte Stellen – wenn überhaupt, nur sehr vorsichtig an unauffälliger Stelle testen.
Warum kein Hochdruckreiniger?
Ein Hochdruckreiniger scheint die schnellste Lösung, schadet dem Geflecht aber. Der harte Wasserstrahl kann die Fasern aufrauen, anschneiden oder aus der Wicklung drücken, und er presst Wasser in hohle Rahmenteile und Verbindungen. Dort bleibt es lange stehen und kann bei Stahlgestellen Rost verursachen. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, arbeitet nur mit geringem Druck, Flachstrahldüse und großem Abstand. Wofür sich das Gerät im Garten wirklich eignet, beschreibt der Beitrag Hochdruckreiniger.
Kleine Schäden reparieren
Löst sich ein Faserende, sollten Sie es bald befestigen, bevor sich die Wicklung weiter aufzieht. Kleben Sie das Ende mit einem für Kunststoff geeigneten, wetterfesten Klebstoff fest oder fixieren Sie es mit einem kleinen Nagel oder einer Niete, wenn der Hersteller das vorsieht. Für größere Schäden bieten viele Hersteller Ersatzgeflecht in passender Farbe an. Gebrochene oder spröde Fasern bei älteren Möbeln sind meist ein Zeichen für ein Material ohne ausreichenden UV-Schutz.
Kontrollieren Sie einmal im Jahr auch Schrauben und Füße. Gummi- oder Kunststoffkappen unter den Beinen schützen Terrassenbeläge und verhindern, dass Wasser in die Rohre läuft.
Polyrattan richtig überwintern
Gutes PE-Rattan ist frostfest und kann theoretisch draußen bleiben. Besser für die Lebensdauer ist ein trockener, geschützter Winterplatz im Gartenhaus, in der Garage oder im Keller. Reinigen Sie die Möbel vorher gründlich und lassen Sie sie vollständig trocknen, sonst bilden sich über Winter Stockflecken.
Müssen die Möbel draußen überwintern, verwenden Sie atmungsaktive Schutzhüllen, die bis fast zum Boden reichen, aber unten Luft lassen. Luftdichte Plastikplanen sind ungeeignet, weil sich darunter Kondenswasser sammelt. Stellen Sie die Möbel nicht direkt auf nassen Rasen, sondern auf Terrasse oder Holzlatten, und entfernen Sie schwere Schneelasten. Weitere Tipps zum Einwintern gibt der Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.
Sonderfall: Möbel aus Naturrattan und einfache Kunststoffstühle
Echtes Rattan ist eine Pflanzenfaser und verträgt Nässe schlecht. Möbel aus Naturrattan gehören unter ein Dach oder in den Wintergarten und werden nur trocken abgebürstet oder nebelfeucht abgewischt. Mehr dazu lesen Sie unter Rattanmöbel.
Einfache Kunststoffstühle aus Polypropylen reinigen Sie wie Polyrattan mit Seifenlauge. Gegen den typischen Grauschleier hilft gründliches Schrubben mit einer weichen Bürste; tief eingefressene Verfärbungen sind bei älteren, verwitterten Stühlen oft nicht mehr zu entfernen, weil die Oberfläche selbst angegriffen ist.
Häufige Fragen
Womit reinigt man Polyrattan am besten?
Mit lauwarmem Wasser, etwas mildem Spülmittel oder Neutralseife und einer weichen Bürste. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen und gut trocknen lassen.
Darf man Polyrattan mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Besser nicht. Der harte Strahl kann die Fasern beschädigen und Wasser in Rahmen und Verbindungen drücken. Wenn überhaupt, nur mit sehr geringem Druck und großem Abstand.
Kann Polyrattan im Winter draußen bleiben?
Hochwertiges PE-Rattan übersteht Frost, hält aber länger, wenn es trocken und geschützt überwintert. Draußen braucht es eine atmungsaktive Schutzhülle, keine luftdichte Plane.
Braucht Polyrattan ein Pflegemittel?
Nicht zwingend. Regelmäßige Reinigung ist wichtiger. Ein spezielles Pflegespray für Kunststoffgeflecht kann die Oberfläche auffrischen und Schmutz abweisender machen, ersetzt aber nicht die Reinigung.



