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Garten-Ratgeber

Gründüngung im August ausbringen

Gartenpflegevon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was eine Gründüngung leistet
  2. Warum gerade der August so gut passt
  3. Die wichtigsten Gründüngungspflanzen im Vergleich
  4. Die passende Gründüngung für die Fruchtfolge wählen
  5. Gründüngung säen: Schritt für Schritt
  6. Zwischen den Kulturen und vor der Neuanlage
  7. Die Gründüngung abmähen und einarbeiten
  8. Gründüngung im Herbst und Winter
  9. Häufige Fragen

Der August ist einer der besten Monate für eine Gründüngung: Die ersten Beete sind abgeerntet, der Boden ist warm, und schnell wachsende Arten wie Phacelia, Gelbsenf oder Ölrettich bilden bis zum Herbst noch eine dichte Decke. Wichtig ist nur, die Art zur Fruchtfolge zu passen – Senf und Ölrettich zum Beispiel nicht vor Kohl. Im Winter frieren viele Arten ab und schützen den Boden als Mulch, im Frühjahr wird der Rest flach eingearbeitet.

Blühende Phacelia (Phacelia tanacetifolia), eine beliebte Gründüngungspflanze
Blühende Phacelia (Phacelia tanacetifolia), eine beliebte Gründüngungspflanze

Was eine Gründüngung leistet

Gründüngung bedeutet, Pflanzen nicht für die Ernte, sondern für den Boden anzubauen. Sie wirken auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Lockerung. Die Wurzeln durchziehen den Boden, manche wie Ölrettich, Lupine oder Luzerne auch tiefere, verdichtete Schichten. Nach dem Absterben hinterlassen sie feine Kanäle, durch die Wasser und Luft eindringen.
  • Humus. Grün und Wurzeln werden vom Bodenleben zersetzt und bauen Humus auf. Regenwürmer finden reichlich Futter.
  • Schutz. Ein dicht bewachsener Boden verschlämmt bei Starkregen nicht, trocknet weniger aus und wird nicht abgeschwemmt.
  • Nährstoffe festhalten. Die Pflanzen nehmen Stickstoff auf, der sonst über Winter ins Grundwasser ausgewaschen würde, und geben ihn beim Verrotten wieder frei.
  • Stickstoff sammeln. Hülsenfrüchtler wie Lupinen, Klee und Wicken binden mithilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft.
  • Unkraut unterdrücken. Wo die Gründüngung dicht steht, hat Unkraut kaum Platz.

Mehr darüber, wie Gründüngung in eine Bodenverbesserung passt, lesen Sie im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.

Warum gerade der August so gut passt

Gesät werden kann eine Gründüngung je nach Art von März bis Oktober. Der August hat aber besondere Vorteile. Frühkartoffeln, Erbsen, Frühkohl, Zwiebeln und die ersten Salate sind abgeerntet, und die Beete liegen sonst bis zum nächsten Frühjahr brach. Der Boden ist warm, die Samen keimen innerhalb weniger Tage, und bis zu den ersten Frösten bleiben noch zwei bis drei Monate Wachstumszeit. Das reicht, damit schnellwüchsige Arten eine kräftige Wurzelmasse und eine geschlossene Decke bilden.

Wer später sät, muss auf winterharte Arten umsteigen, die im Herbst nur langsam wachsen und ihre Hauptarbeit im Frühjahr leisten. Auch unabhängig vom Monat gilt: Sobald ein Beet frei wird und nichts mehr nachgepflanzt wird, ist Zeit für eine Gründüngung.

Die wichtigsten Gründüngungspflanzen im Vergleich

PflanzeAussaat bis etwaWinterStärken und Hinweise
Phacelia (Bienenfreund)Anfang Septemberfriert abmit keinem Gemüse verwandt, sehr gute Bienenweide, dichte Wurzeln
GelbsenfSeptemberfriert abwächst sehr schnell; Kreuzblütler, nicht vor Kohl, Rettich, Radieschen
ÖlrettichAnfang Septemberfriert meist abtiefe Pfahlwurzel gegen Verdichtung; ebenfalls Kreuzblütler
Lupinen (Blaue, Gelbe, Weiße Lupine)Anfang Augustfriert absammeln Stickstoff, tiefe Wurzeln; mögen leichte, kalkarme Böden
BuchweizenAnfang Augustsehr frostempfindlichschnell, gut auf armen Böden
InkarnatkleeEnde Augustteilweise winterhartsammelt Stickstoff
Winterroggen, WickroggenOktoberwinterhartwächst im Frühjahr weiter, rechtzeitig einarbeiten

Die Angaben sind Richtwerte für mildere Lagen; in rauen Gegenden verschieben sich die letzten Aussaattermine um ein bis zwei Wochen nach vorn. Die Samen der Lupinen und die Pflanzen selbst enthalten Bitterstoffe und gelten als giftig; Kinder sollten nicht daran naschen.

Die passende Gründüngung für die Fruchtfolge wählen

Eine Gründüngung ist eine Kultur wie jede andere und hat Verwandte im Gemüsebeet. Das spielt eine Rolle, weil verwandte Pflanzen dieselben Krankheiten und Schädlinge teilen. Senf, Ölrettich und Raps sind Kreuzblütler wie alle Kohlarten. Auf Beeten, auf denen im nächsten Jahr Kohl, Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen sollen, oder bei bekanntem Befall mit Kohlhernie, sind sie tabu. Lupinen, Klee und Wicken sind Hülsenfrüchtler und passen nicht vor Erbsen und Bohnen.

Phacelia ist die neutrale Wahl: Sie ist mit keinem gängigen Gemüse verwandt und passt vor praktisch jede Folgekultur. Wer unsicher ist, fährt mit ihr am besten. Einen Überblick über gute und schlechte Nachbarn im Beet gibt der Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten – Mischkultur.

Gründüngung säen: Schritt für Schritt

  1. Beet räumen. Entfernen Sie Ernterückstände und Unkraut, vor allem Wurzelunkräuter.
  2. Boden lockern. Lockern Sie die oberste Schicht mit Grubber, Kultivator oder Grabegabel und zerkleinern Sie grobe Klumpen mit dem Rechen. Ein feines Saatbett wie für Rasen ist nicht nötig, eine krümelige Oberfläche genügt.
  3. Breitwürfig säen. Streuen Sie das Saatgut gleichmäßig von Hand aus, bei feinem Saatgut gemischt mit etwas Sand. Die Menge steht auf der Packung; bei Phacelia und Senf sind es nur wenige Gramm je Quadratmeter, bei großsamigen Lupinen deutlich mehr.
  4. Einarbeiten. Harken Sie die Samen flach ein, damit sie Bodenkontakt haben. Lupinen und andere große Samen dürfen etwas tiefer liegen.
  5. Andrücken. Klopfen Sie den Boden mit der Rückseite des Rechens an oder treten Sie ihn mit einem Brett leicht fest.
  6. Feucht halten. Im August ist der Boden oft trocken. Gießen Sie, bis die Saat aufgegangen ist, danach kommt die Gründüngung meist allein zurecht.

Zwischen den Kulturen und vor der Neuanlage

Eine Gründüngung muss nicht immer eine ganze Fläche einnehmen. Ringelblumen oder Tagetes lassen sich als Lückenfüller zwischen Gemüsereihen säen; Tagetes kann zudem den Bestand bestimmter bodenbürtiger Fadenwürmer verringern, wenn sie über einen längeren Zeitraum dicht steht. Mehr zu Ringelblumen lesen Sie unter Ringelblumen im eigenen Garten pflanzen.

Besonders wertvoll ist eine Gründüngung vor der Neuanlage eines Gartens, etwa auf einem Neubaugrundstück mit verdichtetem, humusarmem Boden. Hier lohnt es sich, eine ganze Saison einzuplanen: im Frühjahr zum Beispiel Lupinen oder Ölrettich für die Tiefenlockerung, im Spätsommer Phacelia oder eine Mischung, danach über Winter eine winterharte Art. Viele Saatguthändler bieten dafür fertige Mischungen an.

Die Gründüngung abmähen und einarbeiten

Lassen Sie die Pflanzen nicht aussamen, sonst wird aus der Gründüngung im nächsten Jahr ein Unkraut. Mähen Sie sie spätestens bei Blühbeginn ab, wenn Sie das Beet noch im selben Jahr brauchen, oder kurz vor der Samenreife. Phacelia sollte ruhig eine Weile blühen, sie ist eine der besten Bienenweiden im Spätsommer.

Abfrierende Arten wie Phacelia, Senf und Lupinen lassen Sie über Winter einfach stehen. Der Frost lässt sie zusammenfallen, und die Reste schützen den Boden als Mulchdecke. Im Frühjahr harken Sie sie ab oder arbeiten sie flach mit der Hacke ein. Winterharte Arten wie Roggen mähen Sie im Frühjahr etwa zwei bis drei Wochen vor der Bepflanzung ab, lassen das Grün kurz antrocknen und arbeiten es dann flach ein. Tief vergraben sollten Sie Grünmasse nie: Ohne Luft fault sie, statt zu verrotten.

Gründüngung im Herbst und Winter

Nach dem August wird die Auswahl kleiner. Bis in den September hinein lassen sich noch Senf und Phacelia säen, sie werden aber nicht mehr so groß. Ab Mitte September bis in den Oktober sind winterharte Arten wie Winterroggen oder Wickroggen die richtige Wahl. Sie bedecken den Boden über Winter und wachsen im Frühjahr kräftig weiter. Was sonst im Herbst für den Boden zu tun ist, steht im Beitrag Den Gartenboden im Spätherbst pflegen. Eine Übersicht über Aussaaten im Spätsommer gibt der Gartenkalender: Aussaat im September.

Häufige Fragen

Welche Gründüngung passt im August?

Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich und Buchweizen wachsen jetzt am schnellsten; Lupinen sollten bis Anfang August im Boden sein. Phacelia ist die sicherste Wahl, weil sie mit keinem Gemüse verwandt ist.

Muss man die Gründüngung im Herbst umgraben?

Nein. Abfrierende Arten lassen Sie über Winter stehen, im Frühjahr werden die Reste flach eingearbeitet. Umgraben ist nur auf schweren Böden sinnvoll, die ohnehin im Herbst umgegraben werden.

Wann muss die Gründüngung weg?

Bevor sie Samen bildet, und bei winterharten Arten etwa zwei bis drei Wochen vor der nächsten Pflanzung. So hat das Grün Zeit, im Boden anzurotten.

Kann man nach Senf Kohl pflanzen?

Besser nicht. Senf ist ein Kreuzblütler wie Kohl und kann Kohlhernie und Schädlinge übertragen. Vor Kohl eignet sich Phacelia.

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