Im April: Zeit zum Pflanzen von Ziergräsern

Inhalt10 Abschnitte
- Warum das Frühjahr für viele Gräser besser ist als der Herbst
- Der passende Standort je nach Grasart
- Boden richtig vorbereiten
- Pflanzabstände: großzügig, aber nicht kahl
- So pflanzen Sie Ziergräser
- Gießen und Düngen im ersten Jahr und danach
- Ziergräser zurückschneiden: wann und wie
- Große Horste im Frühjahr teilen
- Gräser kombinieren
- Häufige Fragen
Der April ist der beste Monat, um Ziergräser zu pflanzen – vor allem die spät austreibenden, wärmeliebenden Arten wie Chinaschilf, Pampasgras, Lampenputzergras und Rutenhirse. Sie haben dann den ganzen Sommer Zeit, um einzuwurzeln, und gehen gut gefestigt in ihren ersten Winter. Zugleich ist der April der Monat, in dem die alten Halme der Gräser zurückgeschnitten und große Horste geteilt werden. Wer beides zusammen erledigt, hat den Gräserbereich für die ganze Saison vorbereitet.

Warum das Frühjahr für viele Gräser besser ist als der Herbst
Die größte Auswahl an Gräsern finden Sie im Herbst, wenn die Halme in voller Pracht stehen. Für viele Arten ist das Pflanzen im Herbst aber ein Risiko. Gräser lassen sich grob in zwei Gruppen teilen:
- Warmzeitgräser wie Chinaschilf (Miscanthus sinensis), Pampasgras (Cortaderia selloana), Lampenputzergras (Pennisetum) und Rutenhirse (Panicum virgatum) treiben erst spät im Frühjahr aus und wachsen im Sommer. Im Herbst gepflanzt, bilden sie kaum noch Wurzeln und faulen in nassen Wintern leicht. Sie gehören ins Frühjahr.
- Kühlzeitgräser wie Schwingel (Festuca), Seggen (Carex), Rasenschmiele (Deschampsia) und Reitgras (Calamagrostis) wachsen schon früh im Jahr und im Herbst. Sie können im Frühjahr wie im Frühherbst gepflanzt werden.
Unabhängig vom Kalender gilt: Der Boden sollte abgetrocknet und nicht mehr gefroren sein. In milden Lagen passt das oft schon Ende März, in rauen Lagen eher Ende April. Frostempfindliche Arten wie das Federborstengras (Pennisetum setaceum) kommen ohnehin erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Welche Pflanzen im April sonst noch in die Erde dürfen, zeigt der Beitrag Was kann man im April pflanzen?.
Der passende Standort je nach Grasart
Ziergräser gibt es für nahezu jeden Platz im Garten, vom flachen Polster bis zum Horst über zwei Meter Höhe. Entscheidend ist, die Art zum Standort zu wählen – nicht umgekehrt. Eine grobe Orientierung gibt die Farbe der Halme:
- Blaue und graue Gräser wie Blauschwingel (Festuca glauca) oder Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) wollen volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden. Im Schatten und in feuchter Erde vergrünen sie und kümmern.
- Kräftig grüne Gräser wie Japan-Waldgras (Hakonechloa macra), Wald-Marbel (Luzula) oder viele Seggen vertragen Halbschatten bis Schatten und einen frischen, humosen Boden.
- Hohe Präriegräser wie Chinaschilf, Rutenhirse und Pampasgras brauchen Sonne und einen nährstoffreicheren, im Sommer ausreichend feuchten Boden.
Pampasgras ist außerdem empfindlich gegen Winternässe. Es braucht einen warmen, geschützten, sehr gut durchlässigen Platz, sonst fault das Herz des Horstes.
Boden richtig vorbereiten
Die meisten Ziergräser sind genügsam und brauchen keinen besonders nährstoffreichen Boden. Wichtiger ist die Durchlässigkeit: Staunässe vertragen nur wenige Gräser. Auf schweren Lehmböden lockern Sie den Pflanzbereich spatentief und arbeiten groben Sand oder feinen Kies ein, für Steppengräser ruhig reichlich. Gräser für den Halbschatten freuen sich dagegen über Laubkompost oder reifen Kompost, der den Boden humos und frisch hält.
Entfernen Sie vor dem Pflanzen Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch gründlich. Zwischen den Horsten eines Gräserbeets lassen sie sich später kaum noch herausholen. Wie sich unterschiedliche Böden verbessern lassen, beschreibt der Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen.
Pflanzabstände: großzügig, aber nicht kahl
Gräser werden im Lauf der Jahre deutlich breiter, als sie im Topf aussehen. Planen Sie deshalb nach der Endgröße. Als Faustregel gelten folgende Abstände:
| Grasgröße | Beispiele | Pflanzabstand |
| niedrig, bis 40 cm | Blauschwingel, Seggen, Japan-Waldgras | 25–40 cm |
| mittel, 40–100 cm | Lampenputzergras, Rasenschmiele, Blaustrahlhafer | 50–80 cm |
| hoch, über 100 cm | Chinaschilf, Rutenhirse, Reitgras | 80–120 cm |
| Solitär | Pampasgras, großes Chinaschilf | ringsum 1,5 m frei |
Ein neu angelegtes Gräserbeet wirkt bei diesen Abständen im ersten Jahr etwas licht. Die Lücken lassen sich mit einjährigen Sommerblumen füllen. Pflanzen Sie dichter, müssen Sie die Horste nach wenigen Jahren teilen.
Achten Sie auf Arten, die mit Ausläufern wandern, etwa manche Sorten des Blutgrases (Imperata cylindrica) oder das Schilfgras. Sie brauchen eine Wurzelsperre oder einen Platz, an dem sie sich ausbreiten dürfen. Horstbildende Gräser wie die meisten Chinaschilf-Sorten bleiben dagegen an Ort und Stelle.
So pflanzen Sie Ziergräser
- Topfballen wässern. Stellen Sie die Töpfe vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Pflanzloch ausheben. Etwa doppelt so groß wie der Topfballen, den Grund lockern.
- Wurzelfilz lösen. Stark verwurzelte Ballen mit den Fingern auflockern oder an den Seiten leicht anritzen, damit die Wurzeln in die Umgebung wachsen.
- Richtig tief setzen. Das Gras kommt so tief in die Erde, wie es im Topf stand. Zu tief gesetzte Horste faulen leicht.
- Andrücken und angießen. Erde festdrücken und kräftig wässern.
Auf trockenen Standorten hält eine Mulchschicht aus Kies oder Splitt die Feuchtigkeit im Boden und passt optisch zu Steppengräsern. Im Halbschatten eignet sich Laub- oder Rindenmulch.
Gießen und Düngen im ersten Jahr und danach
Im ersten Standjahr müssen Gräser regelmäßig gegossen werden, auch die trockenheitsverträglichen Arten. Nur so entwickeln sie ein tiefes Wurzelwerk. Ab dem zweiten Jahr genügt bei den meisten Arten Wasser in längeren Trockenperioden; Präriegräser wie Chinaschilf sind im Hochsommer allerdings dankbar für gelegentliches durchdringendes Gießen.
Mit Dünger gehen Sie sparsam um. Zu viel Stickstoff macht die Halme weich, sie kippen um und blühen schlechter. Starkwüchsige Arten wie Chinaschilf und Pampasgras erhalten im Frühjahr eine Schicht reifen Kompost, Steppengräser und Schwingel brauchen gar keinen Dünger.
Ziergräser zurückschneiden: wann und wie
Den Winter über bleiben die Halme stehen. Sie sehen mit Raureif schön aus, schützen das Herz der Pflanze vor Nässe und bieten Insekten ein Winterquartier. Zurückgeschnitten wird im Frühjahr, bevor der neue Austrieb die alten Halme durchdringt – meist im März oder April.
- Sommergrüne Gräser wie Chinaschilf, Rutenhirse, Lampenputzergras und Reitgras schneiden Sie handbreit über dem Boden ab, etwa 10–20 cm. Bündeln Sie hohe Horste vorher mit einer Schnur, dann geht es schneller und sauberer.
- Pampasgras wird im Frühjahr zurückgeschnitten, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Tragen Sie Handschuhe und lange Ärmel, die Blattränder sind scharf. Im Herbst binden Sie die Blätter zu einem Schopf zusammen, damit kein Regen ins Herz läuft.
- Wintergrüne Gräser wie Seggen, Schwingel und Wald-Marbel werden nicht abgeschnitten. Kämmen Sie abgestorbene Halme mit den Fingern oder einem Rechen aus.
Achten Sie beim Schnitt darauf, frische Spitzen nicht zu kappen – sonst tragen die Halme den ganzen Sommer braune, abgeschnittene Enden. Ausführlicher erklärt der Beitrag Ziergräser richtig zurückschneiden die einzelnen Arten.
Große Horste im Frühjahr teilen
Nach einigen Jahren verkahlen viele Gräser in der Mitte, während sie außen weiterwachsen. Dann ist es Zeit zu teilen. Warmzeitgräser teilen Sie im Frühjahr, kurz bevor oder während sie austreiben, also meist im April. Graben Sie den Horst aus, stechen Sie ihn mit einem scharfen Spaten in faustgroße bis kopfgroße Teile und pflanzen Sie die kräftigen Randstücke neu. Die abgestorbene Mitte kommt auf den Kompost. Große Chinaschilf-Horste sind dabei echte Kraftarbeit; eine Axt oder Säge kann helfen.
Gräser kombinieren
Gräser wirken am schönsten im Wechsel mit Stauden. Sonnige Präriebeete kombinieren Chinaschilf oder Rutenhirse mit Sonnenhut, Fetthenne, Astern und Salbei. Im Halbschatten passen Japan-Waldgras und Seggen zu Funkien, Farnen und Astilben. Hohe Gräser eignen sich außerdem als lockerer, luftiger Sichtschutz, der im Winter stehen bleibt und erst im Frühjahr fällt.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, Ziergräser zu pflanzen?
Für wärmeliebende Gräser wie Chinaschilf, Pampasgras und Lampenputzergras das Frühjahr, meist April. Kühlzeitgräser wie Schwingel und Seggen können auch im September gepflanzt werden.
Wie weit schneidet man Ziergräser zurück?
Sommergrüne Gräser im Frühjahr auf etwa 10–20 cm über dem Boden. Wintergrüne Arten wie Seggen und Schwingel werden nicht geschnitten, sondern nur ausgekämmt.
Darf man Ziergräser im Herbst schneiden?
Besser nicht. Die stehenden Halme schützen das Herz der Pflanze vor Nässe und Frost. Nur wenn Halme umgeknickt sind oder im Weg liegen, können Sie sie im Herbst einkürzen.
Was pflanzt man im April sonst noch?
Neben Gräsern vor allem winterharte Stauden, Gehölze mit Ballen und robuste Gemüsearten. Empfindliche Sommerblumen und Tomaten warten bis nach den Eisheiligen.



