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Garten-Ratgeber

Kunststoffplatten aus PVC für die Terrasse

Terrasse & Balkonvon Christoph6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Kunststoffbeläge es für die Terrasse gibt
  2. Die Vorteile von PVC-Platten
  3. Die Nachteile, die im Prospekt fehlen
  4. Woran Sie gute Qualität erkennen
  5. Der richtige Untergrund
  6. PVC, Holz oder Stein im Vergleich
  7. Reinigung und Pflege
  8. Braucht die Terrasse eine Baugenehmigung?
  9. Häufige Fragen

Kunststoffplatten aus PVC sind eine pflegeleichte, splitterfreie und vergleichsweise günstige Lösung für Terrasse und Balkon, vor allem als Klickfliesen auf einem vorhandenen festen Untergrund. Sie haben aber klare Grenzen: Billige Ware bleicht in der Sonne aus und wird spröde, dunkle Platten heizen sich stark auf, und auch Kunststoff bekommt in schattigen Lagen Grünbelag. Wer auf UV-Stabilität, Materialstärke und einen ebenen Unterbau achtet, hat lange Freude daran.

Welche Kunststoffbeläge es für die Terrasse gibt

Unter „Kunststoffplatten für die Terrasse“ werden mehrere recht unterschiedliche Produkte verkauft:

  • Klickfliesen aus PVC oder PP, meist 30 × 30 cm oder 40 × 40 cm groß, mit einer Rasterunterseite, die einfach auf einen festen Untergrund gelegt und verbunden wird.
  • Kunststoffdielen aus reinem PVC, oft als Hohlkammerprofil, die wie Holzdielen auf eine Unterkonstruktion geschraubt oder geklippt werden.
  • WPC- und BPC-Dielen, bei denen Holz- oder Bambusfasern mit Kunststoff verbunden sind. Sie werden häufig mit Kunststoffplatten in einen Topf geworfen, verhalten sich aber anders: Sie sehen holzähnlicher aus, nehmen etwas Wasser auf und können in der Sonne noch heißer werden. Mehr dazu im Beitrag WPC als Alternative für Terrasse und Balkon.
  • Kunststoff-Holz-Fliesen, bei denen Holzleisten auf einem Kunststoffgitter befestigt sind. Sie verbinden die Optik von Holz mit dem einfachen Klicksystem.

Dieser Beitrag beschäftigt sich vor allem mit den ersten beiden Gruppen.

Die Vorteile von PVC-Platten

Kunststoff muss nicht geölt oder lasiert werden. Das ist der größte Unterschied zu Holz, bei dem je nach Holzart jährlich oder alle paar Jahre Pflege ansteht. Kunststoff splittert nicht, sodass man barfuß gefahrlos darüber laufen kann, und verschütteter Saft lässt sich leicht aufwischen.

Klickfliesen sind außerdem schnell verlegt. Auf einem vorhandenen ebenen Belag, etwa alten Fliesen oder einer Betonplatte auf dem Balkon, ist eine kleine Fläche an einem Nachmittag fertig – ohne Werkzeug, ohne Kleber und ohne Eingriff in den Untergrund. Das macht sie auch für Mieter interessant, denn beim Auszug lassen sich die Platten wieder aufnehmen. Einzelne beschädigte Fliesen tauscht man einfach aus.

Die Nachteile, die im Prospekt fehlen

Die Behauptung, auf Kunststoff könnten sich keine Algen und Moose festsetzen, stimmt leider nicht. Auf jeder dauerhaft feuchten, schattigen Fläche bildet sich mit der Zeit Grünbelag, auch auf PVC. Er sitzt nur oberflächlich und lässt sich leichter entfernen als von rauem Stein oder Holz, rutschig wird die Fläche trotzdem.

Weitere Schwächen:

  • Hitze: Dunkle Kunststoffbeläge werden in praller Sonne so heiß, dass man sie barfuß meiden sollte. Helle Farbtöne sind deutlich angenehmer.
  • Wärmeausdehnung: Kunststoff dehnt sich bei Wärme spürbar aus. Ohne Randfugen können sich Platten aufwölben.
  • UV-Alterung: Billige Ware bleicht aus, wird spröde und bricht nach wenigen Jahren.
  • Optik: Auch hochwertige Kunststoffoberflächen sehen aus der Nähe nach Kunststoff aus.
  • Umwelt: PVC ist ein chlorhaltiger Kunststoff. Die Herstellung ist energieintensiv, das Recycling von Verbundmaterialien schwierig, und im Brandfall entstehen ätzende Gase. Alte Platten gehören zum Wertstoffhof, nicht in den Hausmüll.

Woran Sie gute Qualität erkennen

Die Preisspanne ist groß, und der Unterschied zeigt sich meist erst nach zwei, drei Sommern. Achten Sie beim Kauf auf folgende Punkte:

  1. UV-Stabilisierung. Der Hersteller sollte ausdrücklich angeben, dass das Material für den dauerhaften Außeneinsatz UV-stabilisiert und farbecht ist.
  2. Materialstärke und Gewicht. Dünnwandige, federnde Platten verformen sich schneller. Eine massive Platte liegt satter und klappert nicht.
  3. Rutschhemmung. Eine strukturierte Oberfläche ist bei Nässe sicherer als eine glatte.
  4. Stabiler Verbindungsmechanismus. Die Klicks sollten spürbar einrasten und sich trotzdem ohne Bruch wieder lösen lassen.
  5. Frostbeständigkeit und Temperaturbereich. Seriöse Hersteller nennen, für welche Temperaturen das Material geeignet ist.
  6. Nachkaufbarkeit. Wer später ein paar Platten ersetzen oder anbauen will, ist mit einem gängigen Format besser bedient.

Der richtige Untergrund

Klickfliesen brauchen einen festen, ebenen und tragfähigen Untergrund, auf dem Wasser ablaufen kann. Ideal sind vorhandene Beton- oder Plattenflächen, Balkonestriche oder alte Fliesen mit leichtem Gefälle. Unebenheiten von mehr als ein paar Millimetern führen dazu, dass Platten kippeln und die Verbindungen brechen.

Auf offenem Boden ist mehr Vorbereitung nötig. So gehen Sie vor:

  1. Fläche ausheben. Den Mutterboden abtragen, je nach Bodenart etwa 15–25 cm tief.
  2. Tragschicht einbauen. Schotter lagenweise einfüllen und mit einer Rüttelplatte gründlich verdichten. Dabei ein Gefälle von etwa 2 % vom Haus weg einarbeiten.
  3. Ausgleichsschicht abziehen. Eine dünne Lage Splitt obenauf mit einer Richtlatte exakt eben abziehen.
  4. Unkrautvlies auslegen. Ein wasserdurchlässiges Vlies verhindert, dass Unkraut durch die Fugen wächst.
  5. Platten verlegen. An einer geraden Kante beginnen, Reihe für Reihe einklicken und am Rand eine Dehnungsfuge von etwa 1 cm zu Wänden und Einfassungen lassen.

Eine seitliche Einfassung aus Randsteinen oder Kantenprofilen verhindert, dass sich die Fläche verschiebt. Auf Dachterrassen und Balkonen mit Abdichtung darf die Dichtungsbahn nicht beschädigt werden. Dort legt man oft Bautenschutzmatten aus Gummigranulat unter, die die Abdichtung schützen und Trittschall dämpfen.

PVC, Holz oder Stein im Vergleich

Dafür
  • keine Anstriche oder Öle nötig
  • splitterfrei und barfußfreundlich
  • schnell und ohne Werkzeug verlegt
  • rückbaubar, gut für Mieter
  • vergleichsweise günstig
Dagegen
  • heizt sich in dunklen Farben stark auf
  • billige Ware bleicht und versprödet
  • Grünbelag im Schatten möglich
  • wirkt weniger hochwertig als Holz oder Stein
  • ökologisch umstritten

Wer lieber einen natürlichen Belag hätte, findet die Abwägung zwischen Stein und Holz im Beitrag Terrasse aus Stein oder Holz bauen.

Reinigung und Pflege

Kunststoffplatten sind pflegeleicht, aber nicht pflegefrei. Fegen Sie Laub und Erde regelmäßig ab, denn dort, wo organisches Material liegen bleibt, beginnt der Grünbelag. Zur Reinigung genügen Wasser, eine weiche Bürste und etwas mildes Reinigungsmittel. Mit dem Hochdruckreiniger sollten Sie vorsichtig sein und die Herstellerangaben beachten. Klickfliesen können Sie einmal im Jahr anheben und den Untergrund darunter ausspülen, weil sich unter dem Raster Schmutz sammelt. Mehr allgemeine Tipps finden Sie im Beitrag Terrasse richtig reinigen.

Braucht die Terrasse eine Baugenehmigung?

Der Belag selbst spielt baurechtlich keine Rolle. Eine ebenerdige Terrasse ist in praktisch allen Bundesländern genehmigungsfrei, egal ob aus Kunststoff, Holz oder Stein. Anders kann es aussehen, wenn die Terrasse erhöht, überdacht oder auf einem Dach angelegt wird – dann entscheiden die Landesbauordnung und gegebenenfalls der Bebauungsplan. Ausführlich erklärt das der Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse? Im Zweifel hilft eine kurze Nachfrage beim Bauamt.

Häufige Fragen

Kann ich PVC-Klickfliesen direkt auf Rasen oder Erde legen?

Nein. Ohne verdichteten, ebenen Unterbau sinken die Platten ein, kippeln und brechen an den Verbindungen. Auf offenem Boden brauchen Sie eine Schottertragschicht mit Splittausgleich.

Wie lange halten Kunststoffplatten auf der Terrasse?

Das hängt stark von der Qualität ab. UV-stabilisierte, massive Platten halten viele Jahre, sehr billige Ware kann schon nach wenigen Sommern ausbleichen und spröde werden.

Werden Kunststoffplatten in der Sonne heiß?

Ja, vor allem in dunklen Farben. Wählen Sie für sonnige Terrassen helle Farbtöne.

Was ist besser: PVC oder WPC?

PVC-Platten sind leichter, günstiger und nehmen kein Wasser auf. WPC wirkt holzähnlicher und wird meist als Diele auf einer Unterkonstruktion verlegt. Für Balkone und schnelle Lösungen auf festem Untergrund sind Klickfliesen oft praktischer.

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