Mit dem Spindelmäher den Rasen mähen

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Ein Spindelmäher schneidet das Gras wie eine Schere: Eine rotierende Walze mit schraubenförmigen Messern führt die Halme gegen ein feststehendes Untermesser und schneidet sie glatt ab. Das ergibt ein besonders sauberes Schnittbild, aber nur auf einem ebenen, regelmäßig gemähten Rasen. Für kleine bis mittlere Flächen, die ein- bis zweimal pro Woche gemäht werden, ist ein Hand-Spindelmäher leise, sparsam und angenehm zu schieben; für hohes, verwildertes Gras ist er ungeeignet.

So funktioniert ein Spindelmäher
Das Herzstück ist die Spindel, eine waagerecht liegende Walze mit meist vier bis sechs schraubenförmig gewundenen Messern. Beim Schieben treiben die Räder die Spindel über ein Zahnrad an, sie dreht sich schneller, als der Mäher rollt. Unter der Spindel sitzt ein feststehendes Messer, das Untermesser. Jedes Spindelmesser streicht daran vorbei, erfasst die Grashalme und schneidet sie im Scherenschnitt ab.
Anders arbeitet der verbreitete Sichelmäher, bei dem ein Messer waagerecht mit hoher Drehzahl rotiert und das Gras eher abschlägt. Dabei fransen die Schnittstellen leicht aus, trocknen ein und färben sich bräunlich. Beim Spindelmäher bleiben die Schnittkanten glatt, der Rasen wirkt nach dem Mähen gleichmäßig grün. Das ist auch der Grund, warum auf Golfplätzen und Sportrasen fast ausschließlich Spindelmäher eingesetzt werden, dort allerdings als große motorisierte Maschinen mit mehreren Spindeln.
Handmäher, Elektro- oder Akkugerät
Für den Hausgarten gibt es Spindelmäher in drei Varianten. Der klassische Hand-Spindelmäher wird allein mit Muskelkraft betrieben. Er braucht weder Strom noch Benzin, ist leicht, fast wartungsfrei und so leise, dass man sich beim Mähen unterhalten kann. Auf einem kurz gehaltenen Rasen lässt er sich erstaunlich leicht schieben.
Elektro- und Akku-Spindelmäher treiben die Spindel mit einem Motor an. Sie schneiden gleichmäßiger, auch wenn man langsam schiebt, und kommen mit etwas längerem Gras besser zurecht. Motorisierte Spindelmäher mit Radantrieb gibt es auch für größere Flächen, sie sind aber teurer und schwerer als die meisten Sichelmäher. Einen Überblick über Rasenmähertypen gibt der Beitrag Rasenmäher-Kauf: darauf sollte man achten.
Für welchen Rasen sich ein Spindelmäher eignet
Ein Spindelmäher spielt seine Stärken auf einem ebenen, dichten und regelmäßig gemähten Rasen aus, zum Beispiel in Vorgärten, Reihenhausgärten oder auf einem Zierrasen. Die Walze folgt Unebenheiten nur begrenzt; auf holprigem Grund entstehen Stellen, an denen das Gras zu kurz oder gar nicht geschnitten wird.
Schwierig wird es bei hohem Gras. Ab etwa 8–10 cm Halmlänge drückt der Handmäher das Gras eher nieder, als dass er es schneidet. Auch die harten Blütenstiele von Wegerich, Löwenzahn oder Gräsern im Samenstand rutschen gern unter der Spindel durch. Kleine Äste, Zapfen, Steine oder Walnüsse blockieren die Spindel und können die Messer beschädigen; der Rasen sollte also vor dem Mähen frei davon sein. Für Wildblumenwiesen, Obstwiesen und hohes Gras ist ein Spindelmäher das falsche Gerät.
Richtig mähen mit dem Spindelmäher
Weil der Spindelmäher kurzes Gras braucht, ist häufiges Mähen Pflicht. In der Hauptwachstumszeit von Mai bis Juni sind das ein- bis zweimal pro Woche, im Hochsommer bei Trockenheit und im Herbst entsprechend seltener. Als Faustregel gilt: Nehmen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal ab. Wer seinen Rasen auf 4 cm hält, mäht also, sobald er etwa 6 cm hoch ist.
Die übliche Schnitthöhe für einen Gebrauchsrasen liegt bei etwa 3,5–5 cm, bei einem Zierrasen darf es etwas kürzer sein. Im Schatten und bei Trockenheit lassen Sie den Rasen länger. Mähen Sie nur, wenn das Gras trocken ist; nasses Gras verklebt die Spindel und wird nicht sauber geschnitten. Führen Sie den Mäher in geraden, leicht überlappenden Bahnen und wechseln Sie gelegentlich die Richtung, damit sich die Halme nicht in eine Richtung legen.
Der erste Schnitt im Frühjahr steht an, sobald der Rasen etwa 7–8 cm hoch ist, meist im März oder April. Stellen Sie den Mäher dafür zunächst höher ein und senken Sie die Schnitthöhe bei den folgenden Schnitten schrittweise ab. Mehr dazu lesen Sie unter April: Zeit für den ersten Rasenschnitt.
Schnittgut liegen lassen oder auffangen
Viele Hand-Spindelmäher werfen das Schnittgut nach hinten oder vorn aus, einen Fangkorb gibt es oft als Zubehör. Bei regelmäßigem Mähen sind die Halmstücke so kurz, dass Sie sie liegen lassen können. Sie rieseln zwischen die Gräser, verrotten innerhalb weniger Tage und geben Nährstoffe an den Rasen zurück, ähnlich wie beim Mulchmähen. Nur wenn Sie länger nicht gemäht haben, sollten Sie das Schnittgut abrechen oder auffangen, damit keine verfilzende Schicht entsteht. Überschüssiges Schnittgut kommt dünn verteilt auf den Kompost oder als Mulch unter Sträucher.
Messer einstellen und schärfen
Damit ein Spindelmäher sauber schneidet, müssen Spindel und Untermesser genau zueinander stehen. Ein einfacher Test: Schieben Sie einen Streifen Zeitungspapier zwischen Spindelmesser und Untermesser und drehen Sie die Spindel von Hand. Schneidet das Messer das Papier über die ganze Breite glatt durch, ist die Einstellung richtig. Reißt oder knickt das Papier an einer Stelle, stellen Sie das Untermesser an den Stellschrauben nach. Zu fest darf es aber nicht anliegen, sonst schleifen die Messer und der Mäher läuft schwer.
Mit der Zeit werden die Schneiden stumpf. Das Gras wird dann gequetscht statt geschnitten, und die Halmspitzen verfärben sich. Viele Geräte lassen sich mit einem Schleifset selbst nachschärfen: Dabei wird Schleifpaste auf die Spindelmesser aufgetragen und die Spindel rückwärts gegen das Untermesser gedreht. Stark beschädigte Messer oder ein abgenutztes Untermesser lassen Sie besser in einer Fachwerkstatt schleifen oder tauschen.
Pflege und Überwinterung
Entfernen Sie nach jedem Mähen Grasreste von Spindel, Untermesser und Rädern, am besten mit einer Bürste. Wasser sollten Sie nur sparsam einsetzen und das Gerät danach trocknen lassen. Vor der Winterpause reinigen Sie den Mäher gründlich, ölen die Messer und bewegliche Teile leicht ein und lagern ihn trocken. Bei Akkugeräten lagern Sie den Akku frostfrei und etwa halb geladen. Im Frühjahr prüfen Sie vor dem ersten Einsatz die Einstellung mit dem Papiertest.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich ein Spindelmäher?
Für Besitzer eines ebenen, gepflegten Rasens auf kleiner bis mittlerer Fläche, die gern regelmäßig mähen und Wert auf ein sauberes Schnittbild und Ruhe legen. Wer selten mäht oder eine unebene, naturnahe Wiese hat, ist mit einem Sichelmäher besser bedient.
Wie oft muss man mit dem Spindelmäher mähen?
In der Hauptwachstumszeit ein- bis zweimal pro Woche. Nehmen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmlänge ab, sonst wird das Mähen schwer und der Rasen leidet.
Darf man mit dem Hand-Spindelmäher am Sonntag mähen?
Die Lärmschutzregeln für Gartengeräte gelten für motorbetriebene Geräte. Allerdings verbieten die Feiertagsgesetze der Länder an Sonn- und Feiertagen oft generell störende Arbeiten, und auch Hausordnungen können Ruhezeiten festlegen. Ein leiser Handmäher fällt kaum auf, eine Garantie gibt es aber nicht.
Warum schneidet mein Spindelmäher nicht mehr richtig?
Meist ist das Untermesser verstellt oder die Messer sind stumpf. Prüfen Sie die Einstellung mit einem Streifen Papier und schärfen Sie die Messer bei Bedarf mit Schleifpaste nach. Auch zu hohes oder nasses Gras führt zu einem unsauberen Schnitt.



