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Garten-Ratgeber

Rasen im Sommer: richtig mähen und gießen bei Hitze

Gartenpflegevon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die richtige Schnitthöhe bei Hitze
  2. Die Drittel-Regel
  3. Wie oft Sie im Sommer mähen sollten
  4. Die beste Tageszeit zum Mähen
  5. Scharfe Messer schonen den Rasen
  6. Mulchmähen im Sommer
  7. Richtig gießen: selten, aber durchdringend
  8. Sommerruhe: wenn der Rasen braun wird
  9. Braune Flecken und ihre Ursachen
  10. Düngen im Sommer
  11. Häufige Fragen

Im Sommer gilt für den Rasen: höher mähen, seltener mähen und seltener, dafür durchdringend gießen. Stellen Sie den Mäher bei Hitze auf 5–6 cm, nehmen Sie nie mehr als ein Drittel der Halmlänge ab und wässern Sie mit etwa 10–15 Litern je Quadratmeter pro Gang statt täglich ein bisschen. Wird der Rasen trotzdem braun, ist er meist nicht tot, sondern ruht.

Wie der Rasen im Frühjahr in die Saison startet, mit erstem Schnitt, Vertikutieren und Nachsaat, beschreibt April: Zeit für den ersten Rasenschnitt. Hier geht es um die heißen Monate von Juni bis August, in denen die meisten Fehler passieren.

Aufsitzmäher beim Rasenschnitt in einem sommerlichen Garten
Aufsitzmäher beim Rasenschnitt in einem sommerlichen Garten

Die richtige Schnitthöhe bei Hitze

Die Schnitthöhe ist die wichtigste Stellschraube im Sommer. Längere Halme beschatten den Boden, verdunsten dadurch weniger Wasser und versorgen tiefere Wurzeln. Ein Gebrauchsrasen verträgt im Frühjahr 4–5 cm, im heißen Sommer sollten es 5–6 cm sein. Zu kurz gemähter Rasen trocknet schneller aus, bekommt eher braune Stellen, und Unkräuter wie Wegerich oder Löwenzahn finden in den Lücken Platz.

Rasen im Halbschatten mähen Sie ganzjährig eher auf 6 cm, weil die Gräser dort mehr Blattfläche brauchen. Ein Zierrasen auf 2–3 cm ist im Sommer nur mit reichlich Wasser und viel Aufwand zu halten.

Die Drittel-Regel

Schneiden Sie bei jedem Mähen höchstens ein Drittel der Halmlänge ab. Wollen Sie den Rasen auf 5 cm halten, mähen Sie also spätestens, wenn er 7–8 cm hoch ist. Wer den Rasen nach einer längeren Pause von 12 cm auf 4 cm herunterschneidet, nimmt ihm auf einen Schlag den Großteil seiner Blattmasse. Die Gräser zehren dann von ihren Reserven, und in der Hitze wird der Rasen oft innerhalb weniger Tage strohgelb.

Nach dem Urlaub oder einer langen Regenpause gehen Sie deshalb in Etappen vor: zuerst auf die höchste Stufe des Mähers, einige Tage später eine Stufe tiefer, bis die gewohnte Höhe wieder erreicht ist.

Wie oft Sie im Sommer mähen sollten

Einen festen Wochentag gibt es nicht, der Rasen bestimmt den Takt. Im Mai und Juni, der Hauptwachstumszeit, ist ein wöchentlicher Schnitt üblich, bei gut gedüngtem Rasen nach viel Regen auch zweimal pro Woche. In heißen, trockenen Phasen wächst der Rasen deutlich langsamer, dann genügt es oft, alle 10–14 Tage zu mähen.

Steht der Rasen während einer Dürre praktisch still, lassen Sie den Mäher ganz stehen. Das Überfahren belastet die gestressten Gräser zusätzlich, Radspuren bleiben als braune Streifen sichtbar, und zu schneiden gibt es ohnehin kaum etwas. Nach dem ersten ergiebigen Regen setzt das Wachstum wieder ein, dann mähen Sie nach der Drittel-Regel wieder regelmäßig.

Die beste Tageszeit zum Mähen

Gemäht wird am besten am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, oder am frühen Abend. In der Mittagshitze verlieren die frischen Schnittstellen besonders viel Wasser, und die Halmspitzen vertrocknen. Nasses Gras wird nicht sauber geschnitten und verklebt den Mäher.

Beim Mähen am Abend gilt es, den Lärmschutz im Blick zu behalten. In Wohngebieten ist der Betrieb von motorbetriebenen Rasenmähern nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung werktags von 20 bis 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig untersagt; viele Gemeinden schreiben zusätzlich eine Mittagsruhe vor. Mähroboter sollten ebenfalls nicht in der Dämmerung und nachts fahren. Dann sind Igel unterwegs, die bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich einrollen, und von den Messern schwer verletzt werden können.

Scharfe Messer schonen den Rasen

Ein stumpfes Messer schneidet die Halme nicht, es reißt sie ab. Die ausgefransten Enden trocknen ein und färben sich grau bis bräunlich, die ganze Fläche wirkt ein paar Tage nach dem Mähen fahl, und die Wunden sind eine Eintrittspforte für Pilze. Sind die Schnittkanten einiger Halme zerfasert statt glatt, muss das Messer geschliffen oder ersetzt werden, in der Regel einmal pro Saison. Worauf es beim Gerät selbst ankommt, steht unter Rasenmäher-Kauf: darauf sollte man achten.

Mulchmähen im Sommer

Beim Mulchmähen bleibt das fein zerkleinerte Schnittgut auf der Fläche liegen. Im Sommer hat das zwei Vorteile: Die dünne Schicht schützt den Boden vor Verdunstung, und das Schnittgut gibt beim Zersetzen Nährstoffe zurück, vor allem Stickstoff und Kalium.

Mulchen funktioniert allerdings nur, wenn wenig Schnittgut anfällt. Gemäht wird dafür häufig und nach der Drittel-Regel, und nur bei trockenem Gras. Langes oder nasses Schnittgut verklumpt, bleibt in Haufen liegen, erstickt die Gräser darunter und fördert Rasenfilz. Fällt nach einer Pause viel Grasschnitt an, sammeln Sie ihn besser auf und nutzen ihn als Mulch unter Sträuchern oder im Gemüsebeet.

Richtig gießen: selten, aber durchdringend

Der häufigste Fehler beim Rasen im Sommer ist das tägliche kurze Sprengen am Abend. Das Wasser dringt nur wenige Zentimeter ein, die Wurzeln bleiben flach, und die dauerfeuchte Oberfläche lädt Pilze und Moos ein. Besser ist es, selten zu gießen, dafür etwa 10–15 Liter je Quadratmeter auf einmal, das entspricht 10–15 mm Niederschlag. Diese Menge feuchtet den Boden rund 10–15 cm tief an.

Auf Sandboden, der Wasser schlecht hält, ist das bei Hitze etwa alle drei bis vier Tage nötig, auf lehmigem Boden reicht meist einmal pro Woche. Wie lange Ihr Regner für diese Menge braucht, finden Sie mit einem einfachen Test heraus: Stellen Sie ein paar gerade Gläser oder einen Regenmesser auf die Fläche und stoppen Sie die Zeit, bis etwa 1–1,5 cm Wasser darin stehen. Am besten gegossen wird am frühen Morgen, wenn wenig verdunstet und die Halme im Tagesverlauf abtrocknen.

Durst erkennen Sie, bevor der Rasen braun wird: Die Fläche bekommt einen bläulich-grauen Schimmer, die Halme rollen sich ein, und Fußspuren bleiben lange sichtbar, weil sich die Gräser nicht wieder aufrichten. In trockenen Sommern schränken Gemeinden die Entnahme von Leitungs- oder Grundwasser für den Garten gelegentlich ein; gesammeltes Regenwasser ist dann Gold wert, siehe Regenwasser im Garten sammeln.

Sommerruhe: wenn der Rasen braun wird

Wird es über Wochen heiß und trocken, ziehen sich die Rasengräser zurück. Die Blätter vergilben und werden strohig, die Triebknospen an der Basis und die Wurzeln bleiben aber meist am Leben. Diese Sommerruhe ist ein Schutzmechanismus, kein Todesurteil. Nach ergiebigem Regen wird ein gesunder Rasen innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder grün.

Sie können sich also bewusst entscheiden, den Rasen in einer Trockenperiode ruhen zu lassen, statt ihn mit viel Wasser grün zu halten. Wichtig ist dann: nicht mähen, nicht düngen, möglichst wenig betreten. Ungünstig ist ein Mittelweg aus gelegentlichem, knappem Gießen, der die Gräser immer wieder aus der Ruhe weckt und ihre Reserven aufbraucht. Bleiben nach dem Regen einzelne Stellen braun, säen Sie sie ab Ende August nach. Im Hochsommer selbst vertrocknen frische Keimlinge zu leicht.

Braune Flecken und ihre Ursachen

Nicht jeder braune Fleck ist Trockenheit. Eine schnelle Probe: Ziehen Sie an den Halmen. Sitzen sie fest und ist der Boden darunter staubtrocken, fehlt Wasser, oft an Böschungen, an Südseiten, über Wurzeln großer Bäume oder über Bauschutt im Untergrund. Lässt sich die Grasnarbe dagegen wie ein Teppich abheben, haben Engerlinge die Wurzeln gefressen. Das sind die Larven von Gartenlaubkäfer, Junikäfer und Maikäfer.

Kreisrunde gelbe Flecken mit einem dunkelgrünen, üppigen Rand entstehen typischerweise durch Hundeurin: Der konzentrierte Stickstoff verbrennt die Mitte und düngt den Rand. Hilfreich ist, die Stelle sofort mit reichlich Wasser zu spülen. Rötliche, fädige Beläge an den Halmspitzen weisen auf Rotspitzigkeit hin, eine Pilzkrankheit, die bei feuchter Wärme und Nährstoffmangel auftritt; meist hilft eine ausgewogene Düngung. Unkraut, das sich in lückigen Stellen breitmacht, behandelt Rasen ohne Unkraut.

Düngen im Sommer

Die Sommerdüngung erfolgt üblicherweise im Juni, nach dem ersten großen Wachstumsschub. Bei Hitze und Trockenheit wird nicht gedüngt. Mineralischer Dünger auf trockenem Rasen kann die Halme verbrennen, und die Gräser können die Nährstoffe ohne Wasser ohnehin nicht aufnehmen. Streuen Sie Dünger nur auf feuchten Rasen, am besten vor einem angekündigten Regen, oder wässern Sie ihn anschließend gründlich ein. Halten Sie sich an die Mengenangabe auf der Packung.

Organische Rasendünger wirken langsamer und verbrennen den Rasen kaum. Im Spätsommer folgt dann eine kaliumbetonte Herbstdüngung, die die Gräser für den Winter stärkt. Ob der Rasen zusätzlich Kalk braucht, sollte ein Bodentest klären, bevor Sie im Herbst streuen; mehr dazu unter Den Rasen im Herbst kalken.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte man den Rasen im Sommer mähen?

Bei Hitze auf 5–6 cm, im Schatten auf etwa 6 cm. Kürzer als 4 cm sollte ein Gebrauchsrasen im Sommer nicht sein.

Soll man bei Hitze Rasen mähen?

Nur, wenn er tatsächlich wächst, und dann am Vormittag oder frühen Abend. Steht der Rasen während einer Dürre still, lassen Sie den Mäher stehen, bis es wieder geregnet hat.

Wie viel Wasser braucht der Rasen im Sommer?

Etwa 10–15 Liter je Quadratmeter pro Gießgang, auf Sandboden bei Hitze alle drei bis vier Tage, auf Lehmboden etwa einmal pro Woche. Besser selten und durchdringend als täglich wenig.

Erholt sich brauner Rasen wieder?

In den meisten Fällen ja. Braun gewordener Rasen ruht meist nur und wird nach ergiebigem Regen innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder grün. Stellen, die dauerhaft braun bleiben, säen Sie ab Ende August nach.

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