Ringelblumen im eigenen Garten pflanzen
Inhalt10 Abschnitte
- Steckbrief Ringelblume
- Eine alte Heil- und Bauerngartenpflanze
- Aussaat Schritt für Schritt
- Standort und Boden
- Pflege: Verblühtes entfernen, bei Trockenheit gießen
- Mehltau, Blattläuse und Schnecken
- Was die Ringelblume im Gemüsebeet leistet – und was nicht
- Blüten ernten und trocknen
- Sorten und Kombination
- Häufige Fragen
Die Ringelblume ist eine der unkompliziertesten Sommerblumen überhaupt. Sie wird von Ende März bis Mai direkt ins Beet gesät, keimt nach ein bis zwei Wochen und blüht von Juni bis zum ersten Frost in Gelb und Orange. Sie ist einjährig, sät sich aber so zuverlässig selbst aus, dass man sie selten ein zweites Mal kaufen muss.

Steckbrief Ringelblume
| Botanischer Name | Calendula officinalis |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Wuchshöhe | 30–60 cm, niedrige Sorten um 20–30 cm |
| Blütezeit | Juni bis zum Frost |
| Blütenfarben | Gelb, Orange, Apricot, Creme, einfach oder gefüllt |
| Standort | sonnig bis lichter Halbschatten |
| Boden | durchlässig, normal bis mäßig nährstoffreich |
| Aussaat | Ende März–Mai direkt ins Beet, Nachsaat bis Juni |
| Lebensdauer | einjährig, sät sich selbst aus |
| Giftigkeit | nicht giftig, Blütenblätter essbar; bei Korbblütler-Allergie Hautreizung möglich |
Eine alte Heil- und Bauerngartenpflanze
Die Ringelblume stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und wird seit dem Mittelalter in Klostergärten und später in Bauerngärten gezogen. Ihren Namen verdankt sie den gekrümmten, geringelten Samen. Der Artname officinalis weist darauf hin, dass sie früher in Apotheken verwendet wurde.
In der Volksheilkunde wird die Ringelblume traditionell äußerlich zur Haut- und Wundpflege eingesetzt, etwa als Salbe oder Ölauszug. Arzneimittel mit Ringelblumenblüten gibt es in Apotheken. Wer selbst Salben rührt, sollte wissen, dass Hausrezepte keine geprüfte Wirkung garantieren – bei Wunden, Verbrennungen oder Ekzemen gehört die Behandlung in ärztliche Hände.
Die Blütenblätter sind essbar und geben Salaten, Suppen und Kräuterbutter Farbe. Früher wurden sie auch zum Färben von Butter und Käse verwendet, weshalb man die Ringelblume als „Safran der armen Leute“ bezeichnete.
Aussaat Schritt für Schritt
Ringelblumen werden fast immer direkt ins Beet gesät. Das ist einfacher als Vorziehen, und die Pflanzen entwickeln sich ohne Umpflanzstress zügig.
- Zeitpunkt. Ab Ende März, sobald der Boden abgetrocknet und bearbeitbar ist; leichte Nachtfröste überstehen die Keimlinge. Eine zweite Aussaat im Juni sorgt für frische Blüten bis in den Herbst.
- Boden vorbereiten. Das Beet lockern, Unkraut entfernen und die Oberfläche fein harken. Eine Düngung ist in normalem Gartenboden nicht nötig.
- Säen. Die großen, gekrümmten Samen etwa 1–2 cm tief legen, in Reihen mit 25–30 cm Abstand oder breitwürfig. Ringelblumen sind Dunkelkeimer, die Samen müssen also mit Erde bedeckt sein.
- Feucht halten. Bei etwa 15–20 °C keimen die Samen nach 7–14 Tagen.
- Vereinzeln. Stehen die Sämlinge zu dicht, werden sie auf 20–30 cm Abstand ausgedünnt. Überzählige Pflanzen lassen sich im jungen Stadium gut umsetzen.
Wer früher Blüten möchte, kann ab März in Töpfen auf der Fensterbank vorziehen und die Jungpflanzen ab Ende April auspflanzen. Einen Überblick über weitere Aussaaten im Frühjahr gibt der Beitrag Aussaat im März.
Standort und Boden
Ringelblumen blühen am reichsten in voller Sonne, vertragen aber auch lichten Halbschatten. Der Boden sollte durchlässig sein; sehr schwere, nasse Böden mögen sie nicht, dort sind Kübel oder ein Hochbeet die bessere Wahl. Zu viel Dünger ist eher schädlich: Die Pflanzen werden mastig, fallen um und blühen weniger.
In Kübeln und Balkonkästen gedeihen vor allem die niedrigen Sorten gut. Dort brauchen sie allerdings regelmäßig Wasser und alle paar Wochen etwas Flüssigdünger, weil der begrenzte Wurzelraum schnell erschöpft ist.
Pflege: Verblühtes entfernen, bei Trockenheit gießen
Die wichtigste Pflegemaßnahme ist das Ausknipsen verwelkter Blüten. Die Pflanze steckt dann ihre Kraft nicht in die Samenbildung, sondern bildet laufend neue Knospen. Wer die Selbstaussaat fürs nächste Jahr möchte, lässt gegen Ende des Sommers einige Blüten ausreifen.
Im Beet kommen Ringelblumen mit normalen Niederschlägen gut aus. In längeren Trockenphasen sollten Sie aber gießen, sonst stellen die Pflanzen die Blüte ein und werden anfällig für Mehltau. Gießen Sie morgens direkt auf den Boden, nicht über die Blätter.
Werden die Pflanzen im Hochsommer lang und unansehnlich, hilft ein kräftiger Rückschnitt um etwa ein Drittel. Sie treiben danach buschig nach und blühen erneut.
Mehltau, Blattläuse und Schnecken
Das häufigste Problem ist Echter Mehltau, ein weißer, abwischbarer Belag auf den Blättern, der vor allem im Spätsommer bei Wechsel von warmen Tagen und kühlen Nächten auftritt. Befallene Blätter entfernen, luftiger pflanzen und morgens gießen. Gegen Ende der Saison ist ein leichter Befall normal und kein Grund zum Handeln. Mehr dazu erfahren Sie unter Schädliche Pilze im Garten.
Blattläuse sitzen gern an Triebspitzen und Knospen. Das ist nicht nur ein Nachteil: Die Läuse locken Marienkäfer und Florfliegen an, die anschließend auch benachbarte Gemüsepflanzen absuchen.
Was die Ringelblume im Gemüsebeet leistet – und was nicht
Ringelblumen sind beliebte Mischkulturpartner, und das zu Recht: Ihre offenen Blüten locken Bienen, Hummeln und Schwebfliegen an, deren Larven Blattläuse fressen. Ihre Wurzeln lockern den Boden, und nach der Saison liefern die Pflanzen gutes Material für Kompost oder Mulch.
Häufig wird behauptet, eine Einfassung aus Ringelblumen halte Schnecken fern. Das Gegenteil ist eher der Fall: Junge Ringelblumen werden von Schnecken gern gefressen. Manche Gärtner nutzen genau das und setzen sie als Ablenkung an den Beetrand, wo sie die Schnecken dann einsammeln. Einen verlässlichen Schutz bieten andere Maßnahmen, etwa ein Schneckenzaun.
Auch gegen Fadenwürmer (Nematoden) wird die Ringelblume empfohlen. Für einige Nematodenarten gibt es Hinweise auf eine gewisse Wirkung, ähnlich wie bei der Studentenblume (Tagetes). Einen Befall bekämpft man damit aber nicht; betrachten Sie die Ringelblume als Beitrag zur Bodengesundheit, nicht als Pflanzenschutzmittel. Welche Pflanzen sich gut vertragen, steht im Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Blüten ernten und trocknen
Geerntet werden die voll geöffneten Blüten an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Für die Küche zupfen Sie die Blütenblätter frisch ab. Zum Trocknen breiten Sie die ganzen Blütenköpfe oder die Blütenblätter auf Papier oder einem Gitter an einem luftigen, schattigen Ort aus. Vollständig getrocknet, lagern Sie sie dunkel in Gläsern mit Schraubdeckel. Getrocknete Blüten eignen sich auch für Ölauszüge; wie Sie dabei sicher vorgehen, lesen Sie unter Kräuter- und Gewürzöle selber machen.
Eine alte Bauernregel sagt, dass die Ringelblume Regen ankündigt, wenn sie morgens geschlossen bleibt. Tatsächlich schließen sich die Blüten bei trübem, feuchtem Wetter und am Abend. Als Wettervorhersage taugt das allenfalls für den Tag.
Sorten und Kombination
Neben den klassischen, einfach blühenden orangefarbenen Formen gibt es gefüllte Sorten, zweifarbige mit dunkler Mitte und zarte Apricot- und Cremetöne. Hohe Sorten eignen sich als Schnittblumen und halten in der Vase etwa eine Woche. Im Bauerngarten passen Ringelblumen zu Kornblumen, Borretsch, Kapuzinerkresse und Schmuckkörbchen; Ideen dazu finden Sie unter Einen Bauerngarten anlegen. Im Kräuterbeet ergänzen sie Salbei, Thymian und Schnittlauch, wie im Beitrag Kräuter aus dem eigenen Garten beschrieben.
Häufige Fragen
Wann sät man Ringelblumen aus?
Direkt ins Beet ab Ende März bis Mai, eine Nachsaat ist bis Juni möglich. Vorziehen auf der Fensterbank geht ab März.
Ist die Ringelblume mehrjährig?
Nein, sie ist einjährig. Weil sie sich reichlich selbst aussät, erscheint sie aber jedes Jahr wieder, oft auch an unerwarteten Stellen.
Ist die Ringelblume giftig?
Nein, die Blütenblätter sind essbar. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler können auf Kontakt mit Hautreizungen reagieren.
Vertreibt die Ringelblume Schnecken?
Nein. Junge Pflanzen werden von Schnecken sogar gern gefressen. Sie können höchstens als Ablenkung dienen, an der man die Schnecken einsammelt.



