Rosenpflege im Sommer: So blühen Ihre Rosen bis zum Herbst
Inhalt10 Abschnitte
- Einmalblühend oder öfterblühend: das entscheidet über die Sommerpflege
- Ausputzen: So schneiden Sie Verblühtes richtig
- Der Sommerschnitt bei Beet- und Edelrosen
- Kletter- und Strauchrosen im Sommer
- Wildtriebe erkennen und entfernen
- Gießen: selten, durchdringend und nie über die Blätter
- Düngen: die letzte Gabe bis Anfang Juli
- Boden lockern und bedecken
- Sternrußtau und Mehltau erkennen und eindämmen
- Häufige Fragen
Im Sommer entscheidet sich, ob Ihre Rosen nach der ersten Blüte ein zweites Mal blühen und gesund in den Herbst gehen. Die wichtigsten Arbeiten sind: Verblühtes bei öfterblühenden Sorten zurückschneiden, bei Trockenheit selten, aber durchdringend gießen, bis Anfang Juli ein letztes Mal düngen und die Blätter auf Sternrußtau und Mehltau kontrollieren. Das ist weniger Arbeit, als es klingt, wenn Sie die Handgriffe zur richtigen Zeit erledigen.

Einmalblühend oder öfterblühend: das entscheidet über die Sommerpflege
Bevor Sie zur Schere greifen, sollten Sie wissen, welche Art von Rose Sie vor sich haben. Einmalblühende Rosen wie viele Rambler, historische Rosen und Wildrosen blühen einmal im Frühsommer, meist im Juni, und bilden danach Hagebutten. Sie blühen am Holz des Vorjahres. Ein Sommerschnitt bringt bei ihnen keine neue Blüte, sondern kostet schlimmstenfalls die des nächsten Jahres.
Öfterblühende Rosen, dazu gehören die meisten modernen Beet-, Edel-, Strauch- und Kletterrosen, blühen am diesjährigen Holz. Sie setzen nach einer ersten Blüte im Juni meist ab Ende Juli oder August einen zweiten Flor an, manche Sorten blühen fast ohne Pause bis zum Frost. Bei ihnen ist der Sommerschnitt das wichtigste Mittel für eine lange Blütezeit. Wissen Sie nicht, welche Sorte im Garten steht, hilft Geduld: Bildet die Rose nach der Blüte keine neuen Knospen, sondern kleine grüne Hagebutten, ist sie einmalblühend.
Ausputzen: So schneiden Sie Verblühtes richtig
Ausputzen heißt, verwelkte Blüten mitsamt einem Stück Stiel zu entfernen, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt. Schneiden Sie bis über das erste voll entwickelte Blatt mit fünf Fiederblättchen zurück, gezählt von der Blüte abwärts. Direkt unterhalb der Blüte sitzen meist nur dreiteilige Blätter, aus deren Achseln lediglich schwache Triebe kommen. Aus dem Auge über einem fünfteiligen Blatt wächst dagegen ein kräftiger Trieb, der wieder eine Blüte trägt.
Setzen Sie den Schnitt etwa 5 mm über dem Blatt und leicht schräg an. Bei Beetrosen mit Blütendolden warten Sie, bis die meisten Einzelblüten verblüht sind, und schneiden dann die ganze Dolde ab. Einzelne welke Blüten in der Dolde zupfen Sie zwischendurch aus. Eine scharfe Schere mit Bypass-Klingen quetscht die Triebe nicht; worauf es dabei ankommt, erklärt der Beitrag Die Rosenschere.
Einmalblühende Rosen putzen Sie nicht aus, wenn Sie Hagebutten möchten. Sie sind im Herbst ein Schmuck und im Winter Vogelfutter.
Der Sommerschnitt bei Beet- und Edelrosen
Beet- und Edelrosen dürfen im Sommer etwas kräftiger geschnitten werden als beim reinen Ausputzen. Nehmen Sie lange, dünne Triebe bis auf ein kräftiges, nach außen gerichtetes Auge über einem fünfteiligen Blatt zurück. So bleibt die Pflanze kompakt und luftig, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Mehr als ein Drittel der Triebhöhe sollte es aber nicht sein: Die Blätter sind die Kraftwerke der Rose, und wer zu viel Laub nimmt, bremst den zweiten Flor. Der eigentliche Rückschnitt findet im Frühjahr statt, wie der Beitrag Rosen im Frühjahr schneiden zeigt.
Nach Ende August schneiden Sie nur noch Verblühtes aus. Später angeregte Triebe würden bis zum Winter nicht mehr ausreifen.
Kletter- und Strauchrosen im Sommer
Bei öfterblühenden Kletterrosen putzen Sie Verblühtes an den Seitentrieben aus, lassen die langen Haupttriebe aber stehen und binden sie möglichst waagerecht oder bogenförmig an. Waagerecht geführte Triebe bilden auf ganzer Länge blühende Seitentriebe. Einmalblühende Rambler lichten Sie direkt nach der Blüte aus, indem Sie einige der ältesten Triebe bodennah entfernen. Das ist der einzige Schnitt, den sie brauchen. Wie Sie Kletterrosen an einem Bogen führen, steht im Beitrag Wie stellt man einen Rosenbogen auf?.
Wildtriebe erkennen und entfernen
Die meisten Gartenrosen sind auf eine robuste Wildrosenunterlage veredelt. Aus dieser Unterlage wachsen manchmal Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle entspringen, also aus der verdickten Stelle am Stammfuß oder direkt aus der Wurzel. Sie haben oft kleinere, mattere Blätter, sind heller oder anders bestachelt und wachsen sehr kräftig. Wenn Sie sie stehen lassen, überwuchern sie mit der Zeit die Edelsorte.
Legen Sie den Wildtrieb bis zu seinem Ursprung frei und reißen Sie ihn mit einem kräftigen Ruck nach unten ab, statt ihn abzuschneiden. Beim Schneiden bleiben schlafende Augen am Stumpf zurück, aus denen im nächsten Jahr neue Wildtriebe wachsen.
Gießen: selten, durchdringend und nie über die Blätter
Rosen wurzeln tief und kommen in normalen Gartenböden lange ohne zusätzliches Wasser aus. Bei anhaltender Trockenheit, und immer bei frisch gepflanzten Rosen, gießen Sie einmal pro Woche 10–20 Liter je Strauch langsam an den Wurzelbereich. Das Wasser erreicht so die tieferen Schichten. Häufiges, oberflächliches Gießen hält die Wurzeln dagegen flach.
Gießen Sie morgens und direkt auf den Boden. Nasse Blätter, die über Nacht nicht abtrocknen, sind die wichtigste Ursache für Sternrußtau. Rosen in Töpfen und Kübeln brauchen im Hochsommer dagegen fast täglich Wasser; mehr dazu im Beitrag Rosen im Kübel.
Düngen: die letzte Gabe bis Anfang Juli
Rosen werden zweimal im Jahr gedüngt: beim Austrieb im Frühjahr und nach der ersten Blüte im Juni. Diese Sommergabe gibt den öfterblühenden Sorten die Kraft für den zweiten Flor. Geeignet sind ein organischer Rosen- oder Volldünger nach Packungsangabe oder reifer Kompost, der leicht eingearbeitet wird.
Spätestens Anfang Juli ist Schluss mit stickstoffhaltigem Dünger. Stickstoff regt das Triebwachstum an, und späte, weiche Triebe reifen bis zum Winter nicht mehr aus und erfrieren. Erlaubt und bei vielen Gärtnern üblich ist im August eine Gabe eines kaliumbetonten Düngers ohne Stickstoff. Kalium festigt das Gewebe und verbessert die Frosthärte. Zu viel Stickstoff im Sommer macht Rosen außerdem anfälliger für Mehltau und Blattläuse.
Boden lockern und bedecken
Rosen mögen einen lockeren, durchlüfteten Boden. Hacken Sie die Erde um die Pflanzen flach, damit Sie die oberflächennahen Wurzeln nicht verletzen, und entfernen Sie dabei Unkraut. Eine dünne Mulchschicht aus Kompost oder angetrocknetem Rasenschnitt hält den Boden feucht. Grober Rindenmulch ist für Rosen weniger geeignet, weil er den Boden versauert und beim Zersetzen Stickstoff bindet. Eine Unterpflanzung mit Lavendel, Katzenminze oder Storchschnabel beschattet den Boden ebenfalls und sieht dabei gut aus; Ideen dazu stehen im Beitrag Einen Rosengarten anlegen.
Sternrußtau und Mehltau erkennen und eindämmen
Sternrußtau ist die häufigste Rosenkrankheit im Sommer. Er zeigt sich als violett-schwarze Flecken mit ausgefransten, sternförmigen Rändern auf der Blattoberseite. Die Blätter vergilben rund um die Flecken und fallen ab, stark befallene Rosen stehen im August fast kahl da. Der Pilz braucht Blattnässe, deshalb tritt er in regnerischen Sommern verstärkt auf.
Echter Mehltau bildet einen weißen, mehlartigen Belag auf Blättern, Trieben und Knospen, der sich abwischen lässt. Er liebt warme, trockene Tage mit feuchten Nächten und wird durch Stickstoffüberschuss gefördert. Falscher Mehltau zeigt dagegen rotbraune bis violette Flecken oben und einen grauen Pilzrasen unten auf dem Blatt. Bei Rosenrost sitzen orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite.
Bei allen Blattkrankheiten gilt: Entfernen Sie befallene Blätter sofort, sammeln Sie auch abgefallenes Laub auf und entsorgen Sie es im Restmüll, nicht auf dem Kompost. Luftig geschnittene Rosen an sonnigen Standorten erkranken deutlich seltener. Reicht das nicht, können Sie ein für Rosen zugelassenes Mittel aus dem Fachhandel nach Gebrauchsanweisung einsetzen. Langfristig am wirksamsten ist die Sortenwahl: Viele neuere Sorten sind gegen Blattkrankheiten sehr widerstandsfähig. Weitere Pilzkrankheiten im Garten beschreibt der Beitrag Schädliche Pilze im Garten, zu Schädlingen lesen Sie Blattläuse an Rosen bekämpfen.
Häufige Fragen
Muss man Rosen nach der Blüte zurückschneiden?
Öfterblühende Rosen ja: Schneiden Sie Verblühtes bis über das erste fünfteilige Blatt zurück, dann blühen sie ein zweites Mal. Einmalblühende Rosen brauchen keinen Sommerschnitt, Rambler werden nach der Blüte höchstens ausgelichtet.
Bis wann darf man Rosen düngen?
Stickstoffhaltigen Dünger geben Sie bis spätestens Anfang Juli. Danach ist höchstens noch ein kaliumbetonter Dünger ohne Stickstoff im August sinnvoll.
Wie oft muss man Rosen im Sommer gießen?
Eingewachsene Gartenrosen nur bei längerer Trockenheit, dann einmal pro Woche 10–20 Liter je Strauch. Frisch gepflanzte Rosen und Kübelrosen brauchen deutlich öfter Wasser.
Was tun gegen schwarze Flecken auf Rosenblättern?
Das ist meist Sternrußtau. Befallene und abgefallene Blätter entfernen und im Restmüll entsorgen, nur morgens und nicht über die Blätter gießen und die Rose luftig halten. Bei starkem Befall hilft ein für Rosen zugelassenes Mittel.



