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Garten-Ratgeber

Sommerastern für Blütenpracht im Spätsommer

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Steckbrief Sommeraster
  2. Sommeraster oder Staudenaster?
  3. Aussaat und Vorkultur
  4. Standort, Boden und Pflege
  5. Asternwelke erkennen und vermeiden
  6. Sommerastern als Schnittblume
  7. Kombination im Beet
  8. Samen selbst gewinnen
  9. Häufige Fragen

Sommerastern sind einjährige Sommerblumen, die das Beet von Juli bis in den Oktober füllen, wenn viele andere Blumen schon nachlassen. Sie werden ab März auf der Fensterbank vorgezogen oder ab Mitte Mai direkt ins Beet gesät und brauchen einen sonnigen Platz mit humosem, durchlässigem Boden. Die wichtigste Regel betrifft ihre gefürchtetste Krankheit, die Asternwelke: Sommerastern nie mehrere Jahre hintereinander an dieselbe Stelle setzen.

Rosafarbene Sommeraster (Callistephus chinensis) in Blüte
Rosafarbene Sommeraster (Callistephus chinensis) in Blüte

Steckbrief Sommeraster

Botanischer NameCallistephus chinensis
Weitere NamenGartenaster, China-Aster
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
Wuchshöheniedrige Sorten 15–30 cm, mittelhohe um 50–60 cm, hohe bis etwa 90 cm
BlütezeitJuli–Oktober
BlütenfarbenWeiß, Rosa, Rot, Violett, Blau, Gelbtöne; keine reinen Orangetöne
Standortsonnig bis lichter Halbschatten
Bodenhumos, durchlässig, gleichmäßig feucht
Lebensdauereinjährig, nicht winterhart
Giftigkeitnicht als giftig bekannt

Sommeraster oder Staudenaster?

Botanisch sind Sommerastern keine echten Astern. Sie bilden eine eigene Gattung, Callistephus, mit nur einer Art. Die Stauden-Astern, etwa Raublatt-, Glattblatt- oder Kissenastern, gehören dagegen zu Symphyotrichum und verwandten Gattungen, sind mehrjährig und blühen vor allem im Herbst. Wer im Gartencenter nach „Astern“ fragt, sollte deshalb dazusagen, was er meint: eine Pflanze für einen Sommer oder eine Staude für viele Jahre.

Die Sommeraster stammt aus China und kam im 18. Jahrhundert nach Europa, der Überlieferung nach durch Samen, die ein französischer Missionar nach Paris schickte. Die Wildform trägt einfache, margeritenähnliche Blüten. Durch Züchtung entstand eine große Vielfalt an Blütenformen: dicht gefüllte, kugelige Pompon-Astern, lockere Päonien-Astern mit einwärts gebogenen Blütenblättern, Straußenfeder-Astern mit langen, gedrehten Zungenblüten und einfache Sorten, die von Insekten besser genutzt werden können.

Aussaat und Vorkultur

Für eine frühe Blüte ziehen Sie Sommerastern ab Ende März oder im April vor:

  1. Säen. Samen dünn in Aussaaterde streuen und hauchdünn mit Erde bedecken.
  2. Keimen lassen. Bei etwa 15–18 °C hell stellen und gleichmäßig feucht halten. Nach ein bis zwei Wochen erscheinen die Keimlinge.
  3. Pikieren. Sobald die ersten echten Blätter da sind, einzeln in kleine Töpfe setzen und kühler, bei etwa 12–15 °C, weiterkultivieren, damit sie kompakt bleiben.
  4. Abhärten. Ab Anfang Mai tagsüber nach draußen stellen.
  5. Auspflanzen. Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, ins Beet setzen. Abstand je nach Sorte 20–30 cm.

Einfacher, aber mit späterer Blüte, ist die Direktsaat ab Mitte Mai an Ort und Stelle. Die Sämlinge werden später auf den endgültigen Abstand vereinzelt. Wer beides kombiniert, verlängert die Blütezeit bis in den späten Herbst.

Standort, Boden und Pflege

Sommerastern lieben Sonne, kommen aber auch mit lichtem Halbschatten zurecht. Der Boden sollte humos und durchlässig sein. Arbeiten Sie vor dem Pflanzen etwas reifen Kompost ein; frischer Mist ist ungeeignet und fördert Krankheiten.

Gießen Sie gleichmäßig und möglichst morgens direkt auf den Boden. Trockenstress lässt die Pflanzen stocken, nasse Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten. Ab Juni reicht alle zwei bis drei Wochen eine schwache Gabe Flüssigdünger oder eine Portion Kompost, im Kübel etwas häufiger. Hohe Sorten brauchen an windigen Plätzen eine Stütze. Verblühtes regelmäßig abschneiden verlängert die Blütezeit.

Asternwelke erkennen und vermeiden

Die Asternwelke ist die bekannteste Krankheit der Sommeraster. Auslöser ist ein bodenbürtiger Pilz aus der Gattung Fusarium, der die Leitungsbahnen der Pflanze verstopft.

Woran erkennen Sie sie? Die Pflanzen welken, obwohl der Boden feucht ist, meist zuerst einseitig. Die Blätter werden gelb bis braunschwarz, der Stängelgrund verfärbt sich dunkel und wird morsch. Häufig trifft es Pflanzen kurz vor oder während der Blüte.

Heilen lässt sich die Asternwelke nicht. Befallene Pflanzen entfernen Sie mitsamt Wurzel und entsorgen sie im Restmüll, nicht auf dem Kompost. Da der Pilz jahrelang im Boden überdauert, ist Vorbeugung entscheidend:

  • Fruchtwechsel. Sommerastern frühestens nach vier bis fünf Jahren wieder an dieselbe Stelle pflanzen.
  • Widerstandsfähige Sorten. Im Samenhandel sind Sorten erhältlich, die als welketolerant oder welkeresistent gekennzeichnet sind.
  • Durchlässiger Boden. Staunässe und verdichtete Böden fördern den Pilz.
  • Keine Überdüngung. Weiches, mastiges Gewebe ist anfälliger.

Daneben kommen gelegentlich Echter Mehltau und Grauschimmel vor, vor allem in nassen Spätsommern. Hilfreich ist, was gegen alle Blattpilze hilft: luftig pflanzen, morgens gießen, kranke Teile entfernen. Mehr dazu unter Der Kampf gegen den Grauschimmel und Schädliche Pilze im Garten. Junge Pflanzen werden außerdem gern von Schnecken angefressen.

Sommerastern als Schnittblume

Die hohen Sorten gehören zu den haltbarsten Sommerblumen für die Vase. Schneiden Sie die Stiele, wenn die Blüten zu etwa drei Vierteln geöffnet sind, am besten morgens. Entfernen Sie die Blätter, die ins Wasser ragen würden, und wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage. So halten Sommerastern oft ein bis zwei Wochen. Für einen eigenen Schnittblumenbereich lohnt es sich, einige Reihen im Gemüsegarten zu reservieren, dann fehlen die Stiele nicht im Zierbeet.

Kombination im Beet

Niedrige Sorten eignen sich für Beeteinfassungen, Schalen und Balkonkästen, mittelhohe und hohe für Rabatten und den Bauerngarten. Gut kombinieren lassen sie sich mit Zinnien, Löwenmäulchen, Schmuckkörbchen, Sonnenblumen und Ziergräsern. Weil Sommerastern erst ab Juli richtig loslegen, sind sie ideale Nachfolger für Frühjahrsblüher oder für Lücken, die Stauden nach der Frühsommerblüte hinterlassen. Anregungen dazu finden Sie unter Tipps zur Gestaltung von Blumenbeeten und Einen Bauerngarten anlegen.

Samen selbst gewinnen

Von nicht gefüllten, samenfesten Sorten können Sie im Herbst Samen ernten. Lassen Sie dazu einige Blüten vollständig verblühen und abtrocknen, bis die Samenstände flauschig werden. Die Samen trocken und kühl lagern. Bei Hybridsorten und stark gefüllten Formen fallen die Nachkommen allerdings oft anders aus als die Mutterpflanze. Sammeln Sie außerdem nie Samen von Pflanzen, die Anzeichen der Asternwelke hatten.

Häufige Fragen

Sind Sommerastern mehrjährig?

Nein, sie sind einjährig und sterben mit dem ersten Frost ab. Mehrjährig sind die Stauden-Astern, die botanisch zu anderen Gattungen gehören.

Wann pflanzt man Sommerastern aus?

Vorgezogene Pflanzen kommen nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, ins Beet. Direkt gesät wird ebenfalls ab Mitte Mai.

Was hilft gegen Asternwelke?

Behandeln lässt sie sich nicht. Entscheidend sind Fruchtwechsel von mindestens vier bis fünf Jahren, welketolerante Sorten und ein durchlässiger Boden ohne Staunässe.

Warum welken meine Sommerastern trotz Gießen?

Das ist das typische Anzeichen der Asternwelke. Prüfen Sie den Stängelgrund: Ist er dunkel verfärbt und morsch, liegt die Pilzkrankheit vor.

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