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Garten-Ratgeber

Die Vielfalt der Sonnenblumen

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Herkunft: eine Pflanze aus Amerika
  2. Die Vielfalt der Sorten
  3. Folgen Sonnenblumen wirklich der Sonne?
  4. Aussaat: im Beet oder vorgezogen
  5. Standort und Pflege
  6. Schädlinge und Krankheiten
  7. Kerne ernten und als Vogelfutter nutzen
  8. Sonnenblumen im Bauerngarten und als Sichtschutz
  9. Häufige Fragen

Sonnenblumen (Helianthus annuus) sind einjährige Sommerblumen, die je nach Sorte 40 cm bis über 3 m hoch werden und von Juli bis September blühen. Gesät wird direkt ins Beet ab Ende April bis Anfang Juni, sobald der Boden warm ist, oder ab April im Topf auf der Fensterbank. Sie brauchen volle Sonne, reichlich Nährstoffe und – bei hohen Sorten – eine Stütze.

Blühende Sonnenblumen mit großen, gelben Blütenkörben
Blühende Sonnenblumen mit großen, gelben Blütenkörben

Herkunft: eine Pflanze aus Amerika

Die Sonnenblume gehört zu den Korbblütlern und stammt aus Nordamerika, wo sie schon vor Jahrtausenden als Nahrungspflanze angebaut wurde. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Seefahrer die Samen nach Europa. Zunächst war sie eine Zierpflanze in Gärten, später wurde sie vor allem in Osteuropa zur wichtigen Ölpflanze.

Die Gattung Helianthus umfasst rund 50–70 Arten. Im Garten spielt fast ausschließlich die einjährige Helianthus annuus eine Rolle. Daneben gibt es mehrjährige Stauden-Sonnenblumen, die jedes Jahr wiederkommen, und den Topinambur (Helianthus tuberosus), der wegen seiner Knollen angebaut wird und sich stark ausbreitet.

Die Vielfalt der Sorten

Das Sortenangebot ist groß und reicht weit über die klassische gelbe Riesenblume hinaus:

GruppeHöheVerwendung
Zwerg- und Topfsorten30–60 cmKübel, Balkon, Beetrand
Mittelhohe, verzweigte Sorten1–2 mBeet, Schnittblumen, viele Blüten je Pflanze
Einstielige Riesen2–3 m und mehrBlickfang, Sichtschutz, Kernernte
Gefüllte Sortenmeist 0,6–1,5 mBeet, Vase, pomponartige Blüten
Pollenfreie Schnittsorten1–2 mVase, kein Blütenstaub auf der Tischdecke

Die Farbpalette umfasst neben Gelb auch Zitronengelb, Creme bis fast Weiß, Orange, Rot, Braun und zweifarbige Sorten. Gefüllte Sorten wie ‚Teddybär‘ haben dicht besetzte, flauschige Blütenköpfe. Mehrstielige, verzweigte Sorten liefern über Wochen immer neue Blüten für die Vase, einstielige Sorten bilden dagegen eine einzige große Blüte.

Pollenfreie Sorten wurden für den Schnittblumenmarkt gezüchtet, weil sie keinen Blütenstaub verlieren. Für Bienen und Hummeln sind sie deutlich weniger wert, denn der eiweißreiche Pollen fehlt. Wer Insekten im Garten füttern möchte, wählt pollentragende, einfach blühende Sorten.

Folgen Sonnenblumen wirklich der Sonne?

Nur in ihrer Jugend. Junge Pflanzen und Knospen drehen sich im Laufe des Tages von Osten nach Westen und nachts zurück nach Osten. Dieses Verhalten nennt man Heliotropismus. Sobald die Blüte geöffnet ist, bleibt der Kopf dauerhaft nach Osten gerichtet. Die Morgensonne wärmt die Blüte früh auf, was mehr Insekten anlockt. Für den Garten bedeutet das: Pflanzen Sie Sonnenblumen so, dass Sie von Osten auf sie schauen, sonst sehen Sie vor allem Rückseiten.

Aussaat: im Beet oder vorgezogen

Die Direktsaat ins Beet ist am einfachsten, weil Sonnenblumen eine Pfahlwurzel bilden und ungern umgepflanzt werden. Säen Sie ab Ende April bis Anfang Juni, wenn der Boden sich erwärmt hat und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind; leichte Nachtfröste überstehen Sämlinge oft, junge Keimlinge sind aber empfindlich.

  1. Boden vorbereiten. Lockern Sie das Beet und arbeiten Sie Kompost ein.
  2. Säen. Legen Sie je zwei bis drei Samen etwa 2–3 cm tief an jede Pflanzstelle.
  3. Vereinzeln. Nach dem Aufgehen bleibt der kräftigste Sämling stehen.
  4. Schützen. Vögel picken frisch gesäte Kerne gern heraus, und Schnecken fressen die Keimlinge. Ein Netz oder ein Vlies über der Saat und Schneckenschutz helfen in den ersten Wochen.

Für eine frühere Blüte ziehen Sie ab April je zwei Samen in 9-cm-Töpfen auf der hellen Fensterbank vor, lassen den stärkeren Sämling stehen und pflanzen ihn Mitte Mai aus, bevor die Wurzel den Topf ausfüllt. Als Abstand rechnen Sie bei niedrigen Sorten mit 30 cm, bei verzweigten mit 50 cm und bei Riesen mit 50–60 cm. Wer mit Kindern gärtnert, findet in Sonnenblumen ein ideales Einstiegsprojekt, siehe Gärtnern mit Kindern.

Standort und Pflege

Sonnenblumen brauchen volle Sonne und einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. Sie sind Starkzehrer: Kompost beim Säen und bei großen Sorten ab Juni alle zwei bis drei Wochen ein organischer Dünger oder etwas verdünnte Brennnesseljauche halten sie im Wachstum. Gießen Sie in Trockenperioden durchdringend und gezielt an den Fuß der Pflanze.

Sorten über etwa 1,5 m brauchen an windigen Stellen einen stabilen Pfahl, an den der Stängel mit weichem Band in mehreren Höhen gebunden wird. Verzweigte Sorten bilden mehr Blüten, wenn Sie Verblühtes abschneiden. Im Kübel wählen Sie niedrige Sorten und ein Gefäß mit mindestens 10 l Erde, denn große Pflanzen trocknen im Topf rasch aus.

Schädlinge und Krankheiten

Die größte Gefahr für junge Sonnenblumen sind Schnecken, die Keimlinge über Nacht abfressen können. Absammeln, Schneckenkragen und ein zeitiger Schutz sind wirkungsvoller als späte Maßnahmen, mehr dazu in Schneckenkorn richtig einsetzen. Blattläuse sitzen gelegentlich an den Triebspitzen. In feuchten Spätsommern treten Echter Mehltau an den unteren Blättern und Grauschimmel an den Blütenköpfen auf; das ist gegen Saisonende meist kein Grund zum Eingreifen, befallene Pflanzenteile sollten aber nicht auf den Kompost.

Sonnenblumen sind für Menschen und Haustiere ungiftig.

Kerne ernten und als Vogelfutter nutzen

Die Kerne sind reif, wenn die Rückseite des Blütenkopfes gelbbraun wird, die Zungenblüten abgefallen sind und sich die Kerne leicht lösen lassen. Weil Vögel schneller sind, lohnt es sich, den Kopf frühzeitig mit einem luftdurchlässigen Netz oder Vlies zu umhüllen. Schneiden Sie den Kopf mit etwa 30 cm Stiel ab und lassen Sie ihn kopfüber an einem luftigen, trockenen Ort nachtrocknen, danach lassen sich die Kerne herausreiben.

Die Kerne sind reich an Fett und Eiweiß und ein beliebtes Winterfutter. Sie können ganze Köpfe auch einfach stehen lassen: Meisen, Finken und Kleiber bedienen sich direkt am Stängel. Weitere Ideen für einen vogelfreundlichen Garten finden Sie im Beitrag Die Vogelschutzhecke als Lebensraum für viele Vögel.

Sonnenblumen im Bauerngarten und als Sichtschutz

In einen Bauerngarten passen Sonnenblumen seit jeher, zusammen mit Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Zinnien und Dahlien. Eine Reihe hoher Sorten bildet im Spätsommer einen sommerlichen Sichtschutz, etwa am Zaun oder am Rand des Gemüsegartens. Stellen Sie hohe Sorten aber nicht an die Südseite von Gemüsebeeten, sonst werfen sie Schatten. Als Partner im Gemüsegarten sind sie auch bei Kürbissen beliebt, siehe Kürbis im heimischen Garten anbauen.

Häufige Fragen

Wann sät man Sonnenblumen?

Direkt ins Beet ab Ende April bis Anfang Juni, vorgezogen im Topf ab April. Ausgepflanzt wird ab Mitte Mai.

Wie tief sät man Sonnenblumenkerne?

Etwa 2–3 cm tief, zwei bis drei Samen je Stelle, später auf den stärksten Sämling vereinzeln.

Sind Sonnenblumen mehrjährig?

Die klassische Sonnenblume ist einjährig. Es gibt aber mehrjährige Stauden-Sonnenblumen anderer Arten, die jedes Jahr wieder austreiben.

Warum drehen sich meine Sonnenblumen nicht mehr zur Sonne?

Das ist normal. Nur junge Pflanzen folgen der Sonne; geöffnete Blüten bleiben nach Osten ausgerichtet.

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