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Garten-Ratgeber

Zu jedem Anlass die richtigen Blumen verschenken

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Blumensprache: was Farben ausdrücken
  2. Welche Blume steht wofür?
  3. Die richtigen Blumen für jeden Anlass
  4. Wie groß darf der Strauß sein?
  5. Saisonale Blumen: frischer und länger haltbar
  6. Blumen, die weiterwachsen: Topf- und Gartenpflanzen
  7. Rücksicht auf Haustiere und Allergiker
  8. So hält der Strauß lange
  9. Häufige Fragen

Mit einem gemischten Strauß in warmen, fröhlichen Farben liegen Sie bei fast jedem Anlass richtig. Vorsicht ist nur bei drei Dingen geboten: rein roten Rosen, die fast überall als Liebeserklärung verstanden werden, rein weißen Sträußen, die viele mit Trauer verbinden, und stark duftenden Blumen am Krankenbett. Wer die Lieblingsblumen des Beschenkten kennt, darf alle Regeln vergessen, denn persönliche Vorlieben schlagen jede Blumensprache.

Bunter Blumenstrauß mit Gerbera, Eustoma und Schleierkraut
Bunter Blumenstrauß mit Gerbera, Eustoma und Schleierkraut

Blumensprache: was Farben ausdrücken

Die Farbe fällt zuerst ins Auge und wird darum auch am ehesten gedeutet. Die folgenden Bedeutungen sind keine festen Regeln, aber verbreitete Assoziationen, die man kennen sollte:

FarbeWird verstanden alsPasst zu
RotLiebe, LeidenschaftPartner, Jahrestag, Valentinstag
RosaZuneigung, Dankbarkeit, ZärtlichkeitMutter, Freundin, Geburt, Dank
Gelb und OrangeFröhlichkeit, Lebensfreude, FreundschaftGeburtstag, Genesung, Einladung
WeißReinheit, Neubeginn, aber auch TrauerHochzeit, Taufe, Trauerfall
Blau und ViolettRuhe, Treue, WertschätzungDank, Abschied, Jubiläum
Bunt gemischtFreude ohne bestimmte Botschaftfast jeder Anlass

Rein weiße Sträuße verbinden vor allem ältere Menschen mit Beerdigungen, insbesondere mit weißen Lilien, Chrysanthemen, Callas und Astern. Zu Hochzeit und Taufe sind sie dagegen genau richtig. Zu einem Geburtstag oder Krankenbesuch mischen Sie besser Farbe hinein. Rein rote Sträuße, vor allem aus Rosen, sind der Partnerin oder dem Partner vorbehalten. Im Geschäftsleben oder bei Bekannten wirken sie missverständlich.

Welche Blume steht wofür?

Neben den Farben haben auch einzelne Blumen traditionelle Bedeutungen, die auf die Blumensprache des 18. und 19. Jahrhunderts zurückgehen. Heute kennt sie kaum noch jemand im Detail, einige Klassiker sind aber verbreitet:

  • Rosen stehen allgemein für Liebe und Bewunderung, in Rot besonders deutlich, in Gelb, Orange oder Rosa eher für Freundschaft und Dank.
  • Tulpen gelten als fröhlich und unverfänglich, ideal für den Frühling.
  • Sonnenblumen stehen für Lebensfreude und Optimismus.
  • Nelken waren lange Zeit Standardgeschenk und gelten als Zeichen von Zuneigung und Anerkennung. Mehr über die Pflanze im Beitrag Nelken, die göttlichen Blumen.
  • Lilien wirken edel und festlich, in Weiß aber auch feierlich-ernst.
  • Vergissmeinnicht stehen, wie der Name sagt, für Erinnerung und Verbundenheit.
  • Margeriten gelten als schlicht und natürlich, Freesien als Zeichen von Vertrauen, Flieder und Anemonen als zärtlich.
  • Chrysanthemen sind in Deutschland vor allem Grabblumen, in anderen Ländern dagegen Festtagsblumen.

In gemischten Sträußen verliert die Einzelbedeutung ihr Gewicht. Ein bunter Strauß sagt vor allem: Ich habe an dich gedacht. Wer unsicher ist, fährt damit am besten.

Die richtigen Blumen für jeden Anlass

Geburtstag

Hier ist fast alles erlaubt, was fröhlich wirkt: bunte Sträuße, saisonale Blumen, gern mit den Lieblingsfarben des Geburtstagskindes. Zu runden Geburtstagen darf der Strauß üppiger ausfallen. Rote Rosen nur, wenn eine Liebesbeziehung besteht.

Einladung und Dankeschön

Als Mitbringsel zu einer Einladung reicht ein kleiner, handlicher Strauß. Praktisch für die Gastgeber ist ein Strauß, der schon gebunden ist und direkt in die Vase kann, oder eine Topfpflanze, um die sich niemand mitten im Trubel kümmern muss. Für ein Dankeschön eignen sich Rosa, Gelb und helle Mischfarben.

Krankenbesuch

Am Krankenbett sind kleine, nicht stark duftende Sträuße in hellen, freundlichen Farben richtig. Stark duftende Blumen wie Lilien, Hyazinthen oder Freesien können in kleinen Zimmern Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Rein weiße Sträuße meiden Sie. Topfpflanzen mit Erde sind in manchen Kliniken aus hygienischen Gründen unerwünscht, auf Intensivstationen sind oft gar keine Blumen erlaubt; fragen Sie vorher nach.

Hochzeit und Jubiläum

Für die Hochzeit selbst sind Weiß, Creme, Rosa und Pastell üblich, abgestimmt auf den Brautstrauß, wenn Sie ihn kennen. Zu Hochzeitstagen und Jubiläen passen Rosen in allen Farben. Den Brautstrauß selbst sucht traditionell das Brautpaar aus oder der Bräutigam.

Geburt und Taufe

Zarte Farben wie Rosa, Hellblau, Weiß und Gelb in einem kleinen Strauß. Da junge Eltern wenig Zeit haben, ist ein pflegeleichter Strauß oder eine robuste Zimmerpflanze eine gute Wahl.

Trauerfall

Zur Beerdigung werden Kränze, Gestecke oder Sträuße in Weiß, Creme, Blau oder gedeckten Farben gewählt, oft mit Rosen, Lilien, Callas, Chrysanthemen oder Nelken. Ein Kondolenzstrauß für die Hinterbliebenen darf etwas heller und tröstlicher ausfallen.

Geschäftlicher Anlass

Im Beruf sind neutrale, elegante Sträuße angemessen, etwa in Gelb, Orange, Weiß mit Grün oder gemischt. Rote Rosen, rote Nelken und alles, was romantisch wirken könnte, lassen Sie weg.

Wie groß darf der Strauß sein?

Die Größe sollte zum Anlass und zur Beziehung passen. Zu einer Einladung, als Entschuldigung oder als kleines Danke genügt ein handlicher Strauß; ein zu großer wirkt schnell übertrieben und bringt die Gastgeber in Verlegenheit, weil sie eine passende Vase suchen müssen. Zu feierlichen Anlässen wie runden Geburtstagen, Hochzeiten oder Jubiläen darf es dagegen ein repräsentativer Strauß sein. Die alte Regel, eine ungerade Zahl von Blumen zu schenken, stammt aus der Tradition; gerade Anzahlen gelten in einigen Ländern als Trauerzeichen. Das Einwickelpapier wurde früher vor der Übergabe entfernt, heute bleibt dekorative Verpackung meist dran, nur schlichtes Transportpapier nehmen Sie ab.

Saisonale Blumen: frischer und länger haltbar

Blumen der Saison sind meist frischer, halten länger und kommen mit kürzeren Transportwegen aus. Im Frühjahr sind das Tulpen, Narzissen, Ranunkeln, Anemonen und Flieder, im Sommer Pfingstrosen, Rittersporn, Sonnenblumen, Dahlien und Löwenmäulchen, im Herbst Astern, Chrysanthemen, Dahlien und Hagebuttenzweige, im Winter Amaryllis, Christrosen und Zweige. Wer einen eigenen Garten hat, kann einen Strauß auch selbst schneiden. Anregungen für einen Schnittblumengarten finden Sie im Beitrag Dahlien: Vielfalt und Farbrausch im Garten.

Blumen, die weiterwachsen: Topf- und Gartenpflanzen

Eine blühende Topfpflanze oder ein Strauch für den Garten hält länger als jeder Schnittstrauß und erinnert über Jahre an den Anlass. Zu Hause freuen sich viele über Orchideen, Usambaraveilchen oder eine blühende Zimmerpflanze, Gartenbesitzer über eine Rose, eine Hortensie oder Blumenzwiebeln für den Herbst. Eine Pflegeanleitung zur Hortensie steht im Beitrag Hortensien pflanzen und richtig pflegen.

Rücksicht auf Haustiere und Allergiker

Wer Katzen hält, sollte keine Lilien in der Vase haben: Für Katzen sind alle Teile der Lilie hochgiftig, auch Pollen und Vasenwasser. Näheres im Beitrag Pflanzen und Pflege von Lilien. Auch Amaryllis, Narzissen und Maiglöckchen sind für Tiere und Kinder giftig. Pollenallergiker vertragen oft Sträuße mit gefüllten Blüten besser, bei denen wenig Pollen frei wird. Eine Übersicht kritischer Pflanzen bietet der Beitrag Vorsicht: giftige Zierpflanzen im Garten.

So hält der Strauß lange

  1. Stiele schräg anschneiden. Mit einem scharfen Messer 2–3 cm abschneiden, damit die Leitbahnen offen sind.
  2. Blätter unter der Wasserlinie entfernen. Sie faulen sonst und verkürzen die Haltbarkeit.
  3. Saubere Vase, frisches Wasser. Lauwarmes Wasser, bei Bedarf mit Frischhaltemittel, alle zwei Tage wechseln und dabei nachschneiden.
  4. Kühl stellen. Nicht neben die Heizung, nicht in die pralle Sonne und nicht neben reifes Obst, das Ethylen abgibt und das Verblühen beschleunigt.
  5. Narzissen separat. Ihr Schleim verkürzt die Haltbarkeit anderer Blumen; stellen Sie frisch geschnittene Narzissen vorher einige Stunden allein ins Wasser.

Häufige Fragen

Welche Blumen schenkt man, wenn man unsicher ist?

Einen gemischten Strauß in Gelb, Orange und Rosa. Er wirkt fröhlich und hat keine besondere Botschaft, die missverstanden werden könnte.

Darf man weiße Blumen verschenken?

Ja, zu Hochzeit, Taufe oder in Kombination mit anderen Farben. Nur rein weiße Sträuße zu Geburtstagen oder Krankenbesuchen wirken auf manche Menschen wie Trauerblumen.

Welche Blumen eignen sich für einen Krankenbesuch?

Kleine Sträuße in hellen Farben ohne starken Duft, etwa Tulpen, Gerbera, Ranunkeln oder Sonnenblumen. Vorher klären, ob die Station Blumen erlaubt.

Welche Blumen schenkt man zum Geburtstag?

Am besten die Lieblingsblumen oder -farben des Geburtstagskindes, sonst einen bunten, saisonalen Strauß. Rote Rosen nur für den Partner.

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