Vorsicht: Giftige Zierpflanzen im Garten
Inhalt11 Abschnitte
- Wie gefährlich sind Giftpflanzen im Garten wirklich?
- Die gefährlichsten Zierpflanzen im Überblick
- Eisenhut, Eibe und Goldregen
- Herbstzeitlose und Maiglöckchen: Verwechslungsgefahr
- Engelstrompete, Wunderbaum und Oleander: Exoten auf der Terrasse
- Kirschlorbeer, Thuja und weitere Heckenpflanzen
- Mäßig giftige Pflanzen, die Sie kennen sollten
- Entwarnung: diese Pflanzen gelten als unbedenklich
- Giftpflanzen für Hunde, Katzen und Nager
- Was tun im Notfall?
- Häufige Fragen
Einige der beliebtesten Gartenpflanzen sind stark giftig: Eisenhut, Eibe, Goldregen, Herbstzeitlose, Engelstrompete, Oleander, Fingerhut, Maiglöckchen, Seidelbast, Wunderbaum und Kirschlorbeer gehören dazu. Gefährlich wird es vor allem für Kleinkinder, die Beeren und Samen in den Mund stecken, und für Haustiere. Viele andere Pflanzen, nach deren Giftigkeit häufig gefragt wird, etwa Harlekinweide oder Ehrenpreis, sind dagegen unbedenklich.

Wie gefährlich sind Giftpflanzen im Garten wirklich?
Ernste Vergiftungen durch Gartenpflanzen sind selten. Die meisten Anfragen bei den Giftinformationszentren betreffen kleine Kinder, die ein Blatt oder eine Beere probiert haben, und verlaufen glimpflich, weil die Menge gering war oder die Pflanze bitter schmeckt. Das ist aber kein Grund zur Sorglosigkeit: Bei einigen Arten reichen wenige Beeren, Samen oder Blätter für eine lebensbedrohliche Vergiftung.
Entscheidend sind drei Fragen: Wie giftig ist die Pflanze, welche Teile sind giftig, und wie verlockend sind sie? Eine hochgiftige Pflanze mit unauffälligen, bitteren Blättern ist für Kinder weniger riskant als eine mäßig giftige mit leuchtenden, süß aussehenden Beeren. Wer kleine Kinder oder Haustiere hat, sollte die gefährlichsten Arten kennen und im Zweifel ganz auf sie verzichten. Hinweise für das Gärtnern mit Kindern gibt der Beitrag Gärtnern mit Kindern.
Die gefährlichsten Zierpflanzen im Überblick
| Pflanze | Giftige Teile | Besonders gefährlich |
| Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) | alle Teile, vor allem Wurzel und Samen | gilt als giftigste Pflanze Europas; Gift auch über die Haut |
| Eibe (Taxus baccata) | alle Teile außer dem roten Fruchtfleisch | Nadeln und Samen; für Pferde und Rinder oft tödlich |
| Goldregen (Laburnum) | alle Teile, vor allem Samen | erbsenähnliche Schoten locken Kinder |
| Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) | alle Teile, vor allem Knolle und Samen | Blätter im Frühjahr mit Bärlauch verwechselbar |
| Engelstrompete (Brugmansia) | alle Teile | Blüten und Samen |
| Oleander (Nerium oleander) | alle Teile | wirkt auf das Herz, auch für Haustiere |
| Fingerhut (Digitalis) | alle Teile | wirkt auf das Herz |
| Maiglöckchen (Convallaria majalis) | alle Teile, auch Blumenwasser | rote Beeren, Blätter mit Bärlauch verwechselbar |
| Seidelbast (Daphne mezereum) | alle Teile, vor allem Beeren und Rinde | leuchtend rote Beeren |
| Wunderbaum (Ricinus communis) | vor allem die Samen | wenige zerkaute Samen können tödlich sein |
| Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) | Blätter und Samen | Fruchtfleisch gering, zerkaute Kerne gefährlich |
Eisenhut, Eibe und Goldregen
Der Blaue Eisenhut ist mit seinen tiefblauen Blütenkerzen eine prächtige Staude für halbschattige Beete, enthält aber in allen Teilen das Alkaloid Aconitin. Schon geringe Mengen können Herzrhythmusstörungen und Atemlähmung auslösen, und das Gift kann über die Haut aufgenommen werden. Tragen Sie bei der Arbeit an Eisenhut deshalb Handschuhe.
Die Eibe ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen und in fast allen Teilen giftig. Nur der rote Samenmantel ist ungiftig und süß; der Samen darin ist es nicht. Zerkaute Nadeln und Samen können beim Menschen schwere Herzstörungen verursachen, für Pferde, Rinder und Schafe sind schon kleine Mengen Schnittgut tödlich. Schnittgut deshalb nie auf Weiden oder an Koppeln entsorgen. Mehr zur Pflanze im Beitrag Die Eibe – vielseitig und immergrün.
Beim Goldregen sind die bohnenähnlichen Schoten mit den Samen die größte Gefahr, weil sie Kinder zum Spielen und Probieren verleiten. Das enthaltene Cytisin führt zu Erbrechen, Krämpfen und Kreislaufproblemen. In Gärten mit Kleinkindern ist der Goldregen verzichtbar.
Herbstzeitlose und Maiglöckchen: Verwechslungsgefahr
Die Herbstzeitlose blüht im Herbst zartlila und bildet ihre Blätter erst im Frühjahr, und genau dann werden sie immer wieder mit Bärlauch verwechselt. Das enthaltene Colchicin ist schon in kleinen Mengen gefährlich; Vergiftungen verlaufen schwer und treten mit Verzögerung auf. Das gilt auch für das Maiglöckchen, dessen Blätter ebenfalls dem Bärlauch ähneln. Wer Bärlauch sammelt, sollte jedes Blatt zerreiben: Nur Bärlauch riecht nach Knoblauch. Einzelheiten stehen im Beitrag Die Herbstzeitlose.
Engelstrompete, Wunderbaum und Oleander: Exoten auf der Terrasse
Die Engelstrompete enthält in allen Teilen Tropanalkaloide wie Scopolamin, die zu Unruhe, Halluzinationen, Herzrasen und in schweren Fällen zu Atemlähmung führen. Der schwere Abendduft der Blüten kann bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen; die Pflanze gehört deshalb nicht unter das Schlafzimmerfenster. Nach dem Schneiden gründlich die Hände waschen. Mehr im Beitrag Engelstrompete.
Der Wunderbaum wird wegen seiner großen, oft rötlichen Blätter als einjährige Blattschmuckpflanze gezogen. Seine gefleckten, bohnenähnlichen Samen enthalten Rizin, eines der stärksten Pflanzengifte. Schneiden Sie die stacheligen Samenkapseln in Haushalten mit Kindern vor der Reife ab. Der Oleander enthält herzwirksame Glykoside, die für Menschen und Haustiere gefährlich sind, sein Holz sollte nie zum Grillen verwendet werden. Pflegehinweise stehen im Beitrag Krankheiten beim Oleander.
Kirschlorbeer, Thuja und weitere Heckenpflanzen
Viele Heckenpflanzen sind giftig, was im Alltag oft übersehen wird. Beim Kirschlorbeer enthalten Blätter und Samen blausäurebildende Stoffe; das Fruchtfleisch ist gering giftig, zerkaute Kerne sind es nicht. Hinweise zur Pflege gibt Kirschlorbeerhecke pflegen. Thuja (Lebensbaum) ist in allen Teilen giftig und kann bei Hautkontakt Reizungen auslösen, Liguster hat schwarze, giftige Beeren, Buchsbaum ist ebenfalls giftig. Beim Heckenschnitt sind lange Ärmel und Handschuhe sinnvoll, und das Schnittgut gehört nicht in die Reichweite von Weidetieren.
Mäßig giftige Pflanzen, die Sie kennen sollten
Weitere Pflanzen sind giftig, führen aber meist nur zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, wenn größere Mengen gegessen werden. Dazu gehören Christrose, Efeu (vor allem die Beeren), Lupinen (Samen), Blauregen (Samen und Hülsen), Pfaffenhütchen (Früchte), Stechpalme (Beeren), Rhododendron, Hyazinthen, Narzissen, Tulpenzwiebeln, Schneeglöckchen, Wandelröschen und Wolfsmilch. Der Milchsaft der Wolfsmilch reizt zudem Haut und Augen. Auch Hortensien enthalten in Blättern und Blüten blausäurebildende Stoffe und gelten als gering giftig; ernste Vergiftungen durch Verzehr sind aber selten.
Entwarnung: diese Pflanzen gelten als unbedenklich
Nicht jede Pflanze, über die sich Eltern Gedanken machen, ist giftig:
- Harlekinweide (Salix integra ‘Hakuro Nishiki’): Weiden gelten als ungiftig. Die Rinde enthält Salicin, das in normalen Mengen unbedenklich ist. Mehr im Beitrag Harlekinweide.
- Ehrenpreis (Veronica): Die Stauden und ihre Sorten gelten nicht als giftig, auch nicht für Haustiere. Porträt im Beitrag Kerzenförmige Schönheiten: der Ehrenpreis.
- Duftwicke (Lathyrus odoratus): Blätter und Blüten sind unproblematisch, die Samen und Hülsen gelten dagegen als gering giftig. Ernte der Samen also nicht in Kinderhand geben.
Als unbedenklich gelten außerdem Ringelblume, Kapuzinerkresse, Sonnenblume, Rosen, Fuchsien und Stiefmütterchen, die sich für Familiengärten gut eignen.
Giftpflanzen für Hunde, Katzen und Nager
Haustiere reagieren teilweise anders als Menschen. Für Katzen sind Lilien hochgiftig, schon Pollen kann ein Nierenversagen auslösen; mehr dazu im Beitrag Pflanzen und Pflege von Lilien. Hunde kauen gern auf Stöcken und Zwiebeln herum, gefährlich sind hier Eibenholz, Oleander und Blumenzwiebeln. Kaninchen und Meerschweinchen im Freigehege sollten keinen Zugang zu Eibe, Thuja, Kirschlorbeer, Goldregen oder Efeu haben.
Was tun im Notfall?
- Ruhe bewahren und Reste entfernen. Pflanzenreste aus dem Mund nehmen, etwas Wasser oder Tee zu trinken geben.
- Kein Erbrechen auslösen, keine Milch und kein Salzwasser geben.
- Beim Giftnotruf anrufen. Die Giftinformationszentren der Länder sind rund um die Uhr erreichbar und sagen, ob Handlungsbedarf besteht. Die Nummer des zuständigen Zentrums sollten Sie vorab im Telefon speichern.
- Bei Symptomen wie Bewusstseinsstörungen, Krämpfen oder Atemnot sofort 112 wählen.
- Pflanze mitnehmen. Ein Zweig oder ein Foto erleichtert die Bestimmung.
Bei Haustieren ist direkt der Tierarzt oder die tierärztliche Notfallpraxis zuständig.
Häufige Fragen
Ist die Harlekinweide giftig?
Nein, die Harlekinweide gilt als ungiftig für Menschen und Haustiere und ist auch für Gärten mit Kindern geeignet.
Ist die Duftwicke giftig?
Blätter und Blüten gelten als unbedenklich, die Samen und Hülsen jedoch als gering giftig. Kinder sollten die erbsenähnlichen Samen nicht essen.
Welche Gartenpflanze ist am giftigsten?
Der Blaue Eisenhut gilt als giftigste Pflanze Europas. Ebenfalls sehr gefährlich sind Eibe, Herbstzeitlose, Wunderbaum und Engelstrompete.
Welche giftigen Pflanzen sollte man mit Kleinkindern meiden?
Vor allem Pflanzen mit auffälligen Beeren oder Samen: Seidelbast, Goldregen, Eibe, Maiglöckchen, Wunderbaum und Pfaffenhütchen. Auf Eisenhut und Engelstrompete verzichten Sie am besten ganz.



