Zum Inhalt springen
Garten-Ratgeber

Pflanzen und Pflege von Lilien

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief: Lilie
  2. Die wichtigsten Liliengruppen
  3. Der richtige Standort: warmer Kopf, kühler Fuß
  4. Der passende Boden
  5. Lilien pflanzen: Schritt für Schritt
  6. Gießen und Düngen
  7. Lilien im Kübel
  8. Lilienhähnchen und Grauschimmel
  9. Lilien sind für Katzen hochgiftig
  10. Warum Lilien nicht mehr blühen
  11. Häufige Fragen

Lilienzwiebeln kommen im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Oktober in die Erde, die Madonnen-Lilie als Ausnahme schon im August. Gepflanzt wird etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, in lockeren, durchlässigen Boden an einen Platz, an dem die Blüten Sonne bekommen und der Fuß beschattet ist. Wichtig vorab: Lilien sind für Katzen hochgiftig, schon wenig Blütenstaub kann ein Nierenversagen auslösen.

Weiß blühende Lilien im Garten
Weiß blühende Lilien im Garten

Steckbrief: Lilie

Botanischer NameLilium, viele Arten und Hybriden
FamilieLiliengewächse (Liliaceae)
Wuchshöheje nach Sorte 40–200 cm
BlütezeitJuni–September, je nach Gruppe
StandortBlüten in der Sonne, Fuß im Schatten; manche Arten Halbschatten
Bodentiefgründig, humos, durchlässig, keine Staunässe
PflanzzeitMärz–Mai oder September–Oktober, Madonnen-Lilie August
Winterhärtedie meisten Gartenlilien gut winterhart
Giftigkeitfür Katzen hochgiftig, alle Teile einschließlich Pollen

Die wichtigsten Liliengruppen

Es gibt rund 100 Wildarten und Tausende Sorten. Für den Garten sind vor allem diese Gruppen wichtig, weil sie unterschiedliche Ansprüche haben:

  • Asiatische Hybriden: früh blühend ab Juni, meist ohne Duft, in vielen kräftigen Farben, robust und anspruchslos, auch für Töpfe.
  • Orientalische Hybriden: große, stark duftende Blüten im Juli und August, etwa in Weiß, Rosa und Rot. Sie bevorzugen einen kalkarmen, leicht sauren Boden.
  • Trompetenlilien: trichterförmige Blüten, oft duftend, hoch wachsend, im Hochsommer.
  • OT-Hybriden: Kreuzungen aus Orientalischen und Trompetenlilien, wüchsig, groß und duftend, weniger empfindlich beim Boden.
  • Türkenbund-Lilie (Lilium martagon): mit zurückgerollten Blütenblättern, verträgt Halbschatten und Kalk. Am Wildstandort ist sie geschützt – im Garten nur Pflanzen aus dem Handel verwenden.
  • Madonnen-Lilie (Lilium candidum): reinweiß und duftend, liebt Kalk und wird im Spätsommer sehr flach gepflanzt.

Der richtige Standort: warmer Kopf, kühler Fuß

Die meisten Lilien möchten mit den Blüten in der Sonne stehen, der Wurzelbereich soll dagegen kühl und beschattet bleiben. Am einfachsten erreichen Sie das, indem Sie Lilien zwischen niedrigere Stauden, Bodendecker oder kleine Sträucher setzen, die den Boden beschatten, aber nicht bedrängen. Ein Platz mit Morgen- und Nachmittagssonne und etwas Schutz in der heißesten Mittagszeit ist ideal. Wind knickt hohe Sorten leicht um; ein geschützter Platz oder ein Stab hilft.

In Gruppen von drei bis fünf Zwiebeln einer Sorte wirken Lilien am stärksten. Weiße Lilien vor dunklem Laub oder zwischen dunkelroten Rosen sind ein Klassiker; wie Rosen dazu passen, zeigt der Beitrag Einen Rosengarten anlegen. Beachten Sie beim Pflanzen, wie stark sich die Nachbarpflanzen ausbreiten, damit die Lilien nicht nach zwei Jahren überwuchert sind.

Der passende Boden

Lilien brauchen einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nie nass steht. Staunässe lässt die Zwiebeln faulen und ist die häufigste Ursache, wenn Lilien nach einem Winter verschwunden sind. Schwere Lehmböden lockern Sie mit Sand und Kompost auf, zusätzlich hilft eine 5 cm dicke Schicht Kies oder grober Sand unter den Zwiebeln. Frischer Mist gehört nicht an Lilien; er fördert Fäulnis. Wie Sie schweren Boden dauerhaft verbessern, beschreibt der Beitrag Schweren Gartenboden verbessern.

Lilien pflanzen: Schritt für Schritt

Lilienzwiebeln haben keine schützende Haut und trocknen schnell aus. Kaufen Sie feste, pralle Zwiebeln ohne Schimmel und pflanzen Sie sie möglichst bald nach dem Kauf.

  1. Pflanzloch ausheben. Die Tiefe beträgt etwa das Zwei- bis Dreifache der Zwiebelhöhe, bei großen Zwiebeln rund 15–20 cm. Viele Lilien bilden oberhalb der Zwiebel am Stängel zusätzliche Wurzeln und brauchen deshalb genug Erde darüber.
  2. Drainage einbringen. Auf schwerem Boden etwas Sand oder Kies auf den Grund geben.
  3. Zwiebel setzen. Mit der Spitze nach oben, Wurzeln nach unten. Die Madonnen-Lilie wird dagegen nur mit wenigen Zentimetern Erde bedeckt.
  4. Abstand halten. Zwischen den Zwiebeln 15–25 cm, je nach Größe der Sorte.
  5. Markieren und angießen. Ein Stab erinnert daran, wo die Zwiebeln liegen, und dient später als Stütze.

Wo Wühlmäuse vorkommen, setzen Sie die Zwiebeln in einen Pflanzkorb aus Drahtgeflecht, denn Lilienzwiebeln gelten bei ihnen als Leckerbissen. Grundsätzliches zu Blumenzwiebeln finden Sie im Beitrag Blumenzwiebeln für einen bunten Garten das ganze Jahr.

Gießen und Düngen

Während des Austriebs und der Blüte brauchen Lilien regelmäßig Wasser, besonders in trockenen Frühsommern. Gießen Sie durchdringend, aber nicht täglich, und immer auf den Boden statt über die Blätter. Nach dem Einziehen im Herbst ist kaum noch Wasser nötig.

Gedüngt wird beim Austrieb im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Dünger, beim Erscheinen der Knospen noch einmal mit einem Blühdünger, der eher kaliumbetont ist. Zu viel Stickstoff macht die Stängel weich und anfällig. Nach der Blüte schneiden Sie nur die verwelkten Blüten und Fruchtansätze ab, das Laub bleibt stehen, bis es gelb wird: Über die Blätter lagert die Zwiebel Kraft für das nächste Jahr ein.

Lilien im Kübel

Viele Lilien, vor allem niedrige Asiatische und Orientalische Sorten, wachsen gut in Töpfen. Der Kübel sollte mindestens 30 cm tief sein und ein Abzugsloch haben; drei Zwiebeln passen in ein Gefäß mit etwa 30 cm Durchmesser. Verwenden Sie hochwertige Kübelpflanzenerde mit etwas Sand. Im Winter stellen Sie den Topf geschützt an die Hauswand oder in einen kühlen, frostfreien Raum und halten die Erde fast trocken. Weitere Hinweise zur Pflege von Topfpflanzen stehen im Beitrag Kübelpflanzen pflegen.

Lilienhähnchen und Grauschimmel

Der wichtigste Schädling ist das Lilienhähnchen, ein leuchtend roter Käfer von knapp 1 cm Länge. Käfer und Larven fressen Blätter und Knospen, die Larven tarnen sich dabei mit ihrem eigenen Kot. Kontrollieren Sie ab dem Austrieb regelmäßig und sammeln Sie die Käfer ab; halten Sie dabei eine Hand oder ein Tuch darunter, denn sie lassen sich bei Berührung fallen und landen auf dem Rücken, wo man sie kaum sieht. Die Larven streifen Sie ab oder spritzen sie mit einem scharfen Wasserstrahl herunter.

In nassen Sommern tritt Grauschimmel (Botrytis) auf: braune Flecken auf den Blättern, später grauer Pilzrasen. Befallene Blätter entfernen, die Pflanzen nicht zu dicht setzen und nur auf den Boden gießen. Mehr dazu im Beitrag Der Kampf gegen den Grauschimmel.

Lilien sind für Katzen hochgiftig

Für Katzen sind alle Lilienarten hochgiftig. Blätter, Blüten, Stängel, Zwiebel und sogar Pollen, den eine Katze sich beim Putzen aus dem Fell leckt, oder Wasser aus der Vase können ein akutes Nierenversagen auslösen. Hat eine Katze Kontakt mit einer Lilie gehabt, ist sofort ein Tierarzt nötig, auch wenn sie zunächst unauffällig wirkt. Wer Freigänger oder Wohnungskatzen hat, verzichtet besser auf Lilien im Garten und in der Vase. Für Menschen und Hunde gelten echte Lilien als deutlich weniger gefährlich, Kinder sollten die Pflanzen trotzdem nicht in den Mund nehmen. Eine Übersicht weiterer kritischer Pflanzen gibt der Beitrag Vorsicht: giftige Zierpflanzen im Garten.

Warum Lilien nicht mehr blühen

Blühen Lilien nach einigen Jahren nur noch spärlich, hat das meist einen dieser Gründe: Die Zwiebeln haben sich stark vermehrt und stehen zu dicht, der Standort ist durch wachsende Nachbarpflanzen zu schattig geworden, das Laub wurde zu früh abgeschnitten, oder der Boden ist erschöpft. Nehmen Sie die Zwiebeln im Herbst heraus, teilen Sie sie und setzen Sie sie an einen neuen, sonnigeren Platz in frische Erde. Auch die kleinen Brutzwiebeln lassen sich so vermehren; sie brauchen zwei bis drei Jahre bis zur ersten Blüte.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Lilien?

Im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Oktober. Die Madonnen-Lilie ist die Ausnahme und kommt schon im August in die Erde.

Wie tief müssen Lilienzwiebeln in die Erde?

Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, bei großen Zwiebeln 15–20 cm. Nur die Madonnen-Lilie wird sehr flach gepflanzt.

Sind Lilien winterhart?

Die meisten Gartenlilien sind gut winterhart. Gefährlich wird ihnen Nässe im Winter, nicht Kälte. Lilien im Topf brauchen einen geschützten Platz, weil der Ballen durchfrieren kann.

Soll man Lilien nach der Blüte abschneiden?

Nur die verwelkte Blüte samt Fruchtknoten. Stängel und Laub bleiben stehen, bis sie im Herbst gelb werden, damit die Zwiebel genug Kraft für das nächste Jahr sammelt.

Das könnte Sie auch interessieren