Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen
Inhalt9 Abschnitte
- Was Pflanzen am Hang aushalten müssen
- Blühende Polster für sonnige Hänge
- Nelken und Steine: ein ideales Paar
- Teppich-Phlox: Farbteppich im Frühjahr
- Blütenpflanzen für halbschattige und schattige Böschungen
- Gräser und Akzentpflanzen als Partner
- Hang richtig bepflanzen: Schritt für Schritt
- Pflege: wenig, aber zur richtigen Zeit
- Häufige Fragen
Für Hänge und Böschungen eignen sich vor allem niedrige, trockenheitsverträgliche Polsterstauden und Bodendecker, die den Boden mit ihren Wurzeln festhalten und kaum Pflege brauchen: Blaukissen, Teppich-Phlox, Steinkraut, Schleifenblume, Nelken, Thymian und Polster-Glockenblumen für sonnige Lagen, Elfenblume, Waldsteinie oder Storchschnabel für den Halbschatten. Richtig gesetzt, schließen sie sich nach ein bis zwei Jahren zu einem Teppich, der von März bis in den Sommer blüht.

Was Pflanzen am Hang aushalten müssen
Ein Hang ist ein Standort mit Eigenheiten. Regenwasser fließt ab, statt einzusickern, der Boden oben ist meist trocken und mager, am Hangfuß sammelt sich dagegen Feuchtigkeit. Südhänge heizen sich im Sommer stark auf, Nordhänge bleiben kühl und schattig. Und weil Pflege an steilen Flächen mühsam ist, sollten die Pflanzen möglichst lange ohne Eingriff auskommen.
Gute Hangpflanzen haben deshalb drei Eigenschaften: Sie wurzeln dicht und flächig, sie vertragen Trockenheit und sie bilden geschlossene Polster, die Unkraut unterdrücken. Hohe, lockere Stauden, die gestützt werden müssen, haben an Böschungen nichts verloren. Grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung eines geneigten Grundstücks finden Sie im Beitrag Tipps für den Garten am Hang.
Blühende Polster für sonnige Hänge
In voller Sonne und auf durchlässigem Boden fühlen sich viele Steingartenstauden wohl. Diese Auswahl blüht nacheinander und ergibt über Monate Farbe:
| Pflanze | Blütezeit | Farbe | Besonderheit |
| Blaukissen (Aubrieta) | April–Mai | Blau, Violett, Rosa, Weiß | immergrün, hängt über Mauerkronen |
| Steinkraut (Aurinia saxatilis) | April–Mai | Gelb | graues Laub, sehr trockenheitsfest |
| Schleifenblume (Iberis sempervirens) | April–Mai | Weiß | immergrüner Halbstrauch |
| Teppich-Phlox (Phlox subulata, P. douglasii) | April–Juni | Rosa, Violett, Weiß, Blau | dichte Matten, nadelartiges Laub |
| Nelken (Dianthus) | Mai–Juli | Rosa, Rot, Weiß | duftend, silbergraues Laub |
| Polster-Glockenblumen (Campanula) | Juni–August | Blauviolett, Weiß | auch für Halbschatten |
| Thymian (Thymus) | Juni–August | Rosa, Violett | Bienenweide, trittfest |
| Fetthenne, Mauerpfeffer (Sedum) | Juni–September | Gelb, Rosa, Weiß | wasserspeichernde Blätter |
Das Weiß der Schleifenblume und das Gelb des Steinkrauts ergeben zusammen mit dem Blau des Blaukissens im Frühjahr ein kräftiges Bild. Später übernehmen Nelken, Glockenblumen und Thymian. Mehr über die Pflanzengruppe erfahren Sie im Beitrag Polsterstauden, das Blaukissen stellt der Beitrag Das Blaukissen ausführlich vor.
Nelken und Steine: ein ideales Paar
Nelken wirken zart, sind an Böschungen und Trockenmauern aber erstaunlich robust. Sie bevorzugen einen mageren, mineralischen und gut durchlässigen Untergrund, gern kalkhaltig, und verkümmern auf nassen, fetten Böden. Pfingst-Nelken (Dianthus gratianopolitanus) und Feder-Nelken (Dianthus plumarius) bilden graugrüne Polster, die auch im Winter sichtbar bleiben, und verströmen im Frühsommer einen würzigen Duft. Wer Verblühtes bei der Feder-Nelke abschneidet, verlängert den Flor. Porträts vieler Arten stehen im Beitrag Nelken, die göttlichen Blumen.
Teppich-Phlox: Farbteppich im Frühjahr
Teppich-Phloxe sind die Klassiker für sonnige Böschungen. Phlox douglasii wächst sehr kompakt und fast rasenartig, Phlox subulata bildet lockerere Matten und hängt schön über Mauerkanten herab. Je nach Witterung blühen sie von April bis Juni so dicht, dass kaum noch Laub zu sehen ist. In milden Wintern bleiben sie grün. Sie brauchen volle Sonne und durchlässigen Boden; im Schatten und auf schwerem, nassem Grund verkahlen sie von innen.
Blütenpflanzen für halbschattige und schattige Böschungen
Nord- und Osthänge oder Böschungen unter Bäumen verlangen andere Pflanzen. Gut bewährt haben sich:
- Busch-Windröschen (Anemone nemorosa): blüht im März und April weiß, breitet sich unter Gehölzen zu großen Teppichen aus und zieht im Sommer ein. Giftig.
- Elfenblume (Epimedium): zierliche Blüten im April und Mai, festes, oft wintergrünes Laub, verträgt Wurzeldruck von Bäumen.
- Waldsteinie (Waldsteinia ternata): gelbe Blüten im Frühjahr, dichter, wintergrüner Bodendecker.
- Storchschnabel (Geranium), etwa der Balkan-Storchschnabel: robust, trockenheitsverträglich im Schatten, blüht im Frühsommer.
- Bergenie (Bergenia): große, ledrige Blätter und rosa Blüten ab März, verträgt Sonne und Halbschatten.
- Polster-Glockenblumen: vor allem die Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana) wächst auch im Halbschatten und wird von Schnecken kaum angefressen.
Eine größere Auswahl flächendeckender Pflanzen stellt der Beitrag Auswahl der besten Bodendecker vor.
Gräser und Akzentpflanzen als Partner
Zwischen den Polstern setzen niedrige Gräser ruhige Linien. Blauschwingel (Festuca glauca) passt in sonnige, trockene Lagen, Seggen (Carex) in den Halbschatten. Einzelne höhere Stauden wie die Prachtscharte (Liatris spicata) mit violetten Blütenkerzen im Hochsommer oder Katzenminze sorgen für Höhe, sollten an steilen Stellen aber sparsam eingesetzt werden. Das Filzige Hornkraut (Cerastium tomentosum) mit weißen Blüten im Mai und Juni ist ein hervorragender Flächenfüller, wuchert allerdings stark und kann schwächere Nachbarn überwachsen.
Hang richtig bepflanzen: Schritt für Schritt
- Boden vorbereiten. Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke vollständig entfernen – später lassen sie sich zwischen den Polstern kaum noch herausholen. Schweren Boden mit Splitt oder grobem Sand durchlässiger machen.
- Erosion bremsen. Bei steilen Hängen ein Jutenetz oder eine Kokosmatte auslegen und an den Pflanzstellen kreuzweise einschneiden. Das Gewebe hält die Erde, bis die Wurzeln übernehmen, und verrottet danach.
- Pflanzmulden anlegen. Jede Pflanze in eine kleine, zum Hang hin geneigte Mulde setzen, damit Gießwasser nicht sofort abläuft.
- Versetzt pflanzen. Pflanzen Sie im Dreiecksverband statt in Reihen. Je nach Art rechnet man mit etwa 8–12 Polsterstauden je Quadratmeter.
- Mulchen. Eine dünne Schicht Splitt oder Kies hält die Feuchtigkeit, unterdrückt Unkraut und passt zu Steingartenpflanzen besser als Rindenmulch, der am Hang abrutscht.
- Im ersten Jahr gießen. Bis die Pflanzen eingewachsen sind, bei Trockenheit durchdringend wässern. Danach kommen die meisten Arten ohne zusätzliches Wasser aus.
Beste Pflanzzeit sind Frühjahr und Frühherbst. Für sehr steile Hänge sind Stützelemente sinnvoll; Möglichkeiten zeigen die Beiträge Hang mit Pflanzringen befestigen und Mauern im Garten bepflanzen.
Pflege: wenig, aber zur richtigen Zeit
Polsterstauden werden nach der Blüte um etwa ein Drittel zurückgeschnitten. Das hält sie kompakt und verhindert, dass sie von innen verkahlen. Mit einer Heckenschere geht das an größeren Flächen schnell. Gedüngt wird kaum, allenfalls im Frühjahr mit etwas Kompost; zu viel Nährstoff macht die Polster weich und anfällig. Alle paar Jahre lohnt es sich, überalterte Pflanzen zu teilen oder Lücken mit neuen Pflanzen zu schließen.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen halten einen Hang am besten fest?
Flächig wurzelnde Bodendecker und Polsterstauden, etwa Storchschnabel, Waldsteinie, Thymian, Teppich-Phlox und Fetthenne. Bei steilen Böschungen ergänzen niedrige Sträucher wie Kriechmispel oder Bodendeckerrosen die Wurzelwirkung.
Was blüht am Hang lange und ist pflegeleicht?
Eine Kombination aus Frühjahrsblühern wie Blaukissen und Schleifenblume mit Sommerblühern wie Glockenblumen, Thymian und Fetthenne. So blüht die Fläche von April bis September, und ein Rückschnitt nach der Blüte genügt.
Was pflanzt man an eine schattige Böschung?
Elfenblume, Waldsteinie, Storchschnabel, Bergenie und im Frühjahr Busch-Windröschen. Sie vertragen Schatten und Wurzeldruck von Bäumen.
Wann ist die beste Pflanzzeit für eine Böschung?
Frühjahr oder Frühherbst. Im Herbst ist der Boden noch warm und die Niederschläge sind meist zuverlässiger, sodass die Pflanzen bis zum Winter einwurzeln.



