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Garten-Ratgeber

Bohnen im Garten anbauen: Buschbohnen, Stangenbohnen und Co.

Gemüsevon Kathrin Schendel8 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welche Bohnen es gibt
  2. Standort und Boden
  3. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
  4. Buschbohnen säen: Abstand und Tiefe
  5. Stangenbohnen: Rankhilfe zuerst, dann säen
  6. Pflege: Gießen, Mulchen, Nachbarn
  7. Schädlinge und Krankheiten
  8. Ernten, und warum Bohnen nie roh auf den Tisch kommen
  9. Bewährte Sorten
  10. Häufige Fragen

Bohnen gehören zu den dankbarsten Gemüsen im Hausgarten: Sie wachsen schnell, brauchen kaum Dünger und liefern über Wochen frische Hülsen. Gesät wird erst, wenn der Boden sich auf mindestens 10–12 °C erwärmt hat – in den meisten Gegenden also ab Mitte Mai nach den Eisheiligen. Buschbohnen sind die einfachere Wahl für Einsteiger, Stangenbohnen bringen auf derselben Fläche mehr Ertrag und tragen länger.

Junge Buschbohnenpflanzen im Gemüsebeet
Junge Buschbohnenpflanzen im Gemüsebeet

Welche Bohnen es gibt

Wenn im Garten von Bohnen die Rede ist, sind fast immer Gartenbohnen gemeint (Phaseolus vulgaris). Von ihnen gibt es zwei Wuchsformen: niedrige Buschbohnen, die ohne Stütze auskommen, und rankende Stangenbohnen, die an einem Gerüst zwei bis drei Meter hoch klettern. Begriffe wie Prinzessbohne, Filetbohne, Brechbohne oder Wachsbohne beschreiben dagegen keine eigene Art, sondern die Form und Verwendung der Hülsen: Filet- und Prinzessbohnen sind besonders dünn und zart, Brechbohnen kräftiger, Wachsbohnen gelb. Als Zuckerbohnen werden im Handel meist besonders zarte, fadenlose grüne Bohnen bezeichnet; manchmal meint der Begriff auch die Zuckerschote, die eine Erbse ist und ganz anders angebaut wird – dazu mehr unter Zuckerschoten im Garten anpflanzen.

Daneben gibt es zwei Verwandte mit anderen Ansprüchen. Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) rankt ebenfalls, blüht leuchtend rot und kommt mit kühleren, feuchteren Lagen besser zurecht als die Gartenbohne. Die Dicke Bohne (Vicia faba), auch Puffbohne oder Ackerbohne genannt, ist botanisch eher mit der Wicke verwandt, verträgt leichten Frost und wird schon im März gesät.

MerkmalBuschbohneStangenbohne
Wuchshöheetwa 30–60 cm2–3 m an der Rankhilfe
Aussaat im FreilandMitte Mai bis Anfang JuliMitte bis Ende Mai, Anfang Juni
Erntebeginnetwa 8–10 Wochen nach Aussaatetwa 10–12 Wochen nach Aussaat
Erntedauer2–3 Wochen je Satzmehrere Wochen bis zum Frost
Windempfindlichkeitgeringhöher, Gerüst muss fest stehen
Geeignet fürkleine Beete, Folgesaaten, raue Lagenhohen Ertrag auf wenig Grundfläche

Standort und Boden

Bohnen möchten es sonnig, warm und etwas geschützt. Ein lockerer, humoser Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt, ist ideal; schwere, kalte und nasse Böden sind die häufigste Ursache für lückenhaftes Auflaufen. Wie Sie einen dichten Boden nach und nach aufbessern, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.

Frischen Mist oder viel Stickstoffdünger brauchen Bohnen nicht. Als Hülsenfrüchtler leben sie mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln zusammen, die Stickstoff aus der Luft binden. Eine dünne Schicht reifer Kompost vor der Aussaat genügt. Zu viel Stickstoff fördert Laub statt Hülsen und macht die Pflanzen anfälliger für Läuse. Stellen Sie Bohnen möglichst nicht dorthin, wo in den letzten drei bis vier Jahren schon Bohnen oder Erbsen standen.

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat

Bohnen stammen aus Mittel- und Südamerika und sind kälteempfindlich. Die Samen keimen erst ab etwa 10 °C Bodentemperatur zuverlässig, deutlich besser ab 12–15 °C. In kalter, nasser Erde liegen sie tagelang, faulen oder werden von den Maden der Bohnenfliege ausgefressen. Schon ein leichter Nachtfrost lässt aufgelaufene Pflanzen erfrieren.

Als Faustregel gilt deshalb: Buschbohnen und Stangenbohnen kommen nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland. Unabhängig vom Kalender erkennen Sie den richtigen Zeitpunkt daran, dass die Nächte nicht mehr unter etwa 8–10 °C fallen und sich die Erde in Handtiefe nicht mehr kühl anfühlt. Ein Bodenthermometer nimmt Ihnen das Rätselraten ab. Buschbohnen können Sie bis etwa Anfang Juli in weiteren Sätzen nachsäen, dann reicht die Zeit bis zum Herbst gerade noch.

Die Dicke Bohne ist die Ausnahme: Sie wird ab März gesät, sobald der Boden bearbeitbar ist, und ist im Juni erntereif.

Buschbohnen säen: Abstand und Tiefe

Buschbohnen sät man entweder in Reihen oder in kleinen Gruppen, sogenannten Horsten.

  1. Reihensaat. Ziehen Sie Rillen im Abstand von 40–50 cm und legen Sie die Bohnen alle 5–8 cm hinein.
  2. Horstsaat. Legen Sie alle 40 cm vier bis sechs Bohnen in eine flache Mulde. Die Pflanzen stützen sich gegenseitig und stehen stabiler.
  3. Tiefe. Die Samen kommen etwa 2–3 cm tief in die Erde, in leichtem Sandboden eher etwas tiefer, in schwerem Boden flacher.
  4. Andrücken und angießen. Drücken Sie die Erde leicht an und gießen Sie einmal gründlich. Danach nur mäßig feucht halten, bis die Keimlinge erscheinen.

Sind die Pflanzen etwa handhoch, häufeln Sie etwas Erde an die Stängel. Das gibt Halt, besonders auf windigen Flächen. Damit Sie nicht alle Bohnen auf einmal ernten, lohnt es sich, alle drei bis vier Wochen eine neue Reihe zu säen.

Stangenbohnen: Rankhilfe zuerst, dann säen

Stangenbohnen brauchen eine stabile Kletterhilfe von mindestens 2 m Höhe. Bewährt haben sich Holzstangen, die als Zelt zusammengebunden werden, eine Reihe einzelner Stangen mit Querlatte oder ein Gerüst mit Schnüren. Die Stangen werden vor der Aussaat gesetzt, sonst verletzen Sie später die Wurzeln. Schlagen Sie sie etwa 30–50 cm tief ein; ein voll behangenes Bohnengerüst fängt bei Sommergewitter viel Wind.

Um jede Stange legen Sie sechs bis acht Bohnen im Kreis, etwa 2–3 cm tief. Später lassen Sie die kräftigsten vier bis sechs Pflanzen stehen. Die Stangen stehen in der Reihe etwa 60–80 cm auseinander. Die jungen Triebe finden ihren Weg meist allein; wo nicht, führen Sie sie einmal behutsam an die Stange.

In rauen Lagen können Sie Stangenbohnen ab Anfang Mai in Töpfen vorziehen, zwei bis drei Samen je Topf, und Ende Mai auspflanzen. Das spart Zeit und schützt die empfindliche Keimphase vor Schnecken und Bohnenfliege. Mehr über Kletterhilfen im Garten finden Sie im Beitrag Rankhilfen für die Begrünung einer Hauswand.

Pflege: Gießen, Mulchen, Nachbarn

Bis zur Blüte brauchen Bohnen wenig Wasser. Sobald sie blühen und Hülsen ansetzen, sollten Sie bei Trockenheit durchdringend gießen, am besten morgens und direkt an den Boden, nicht über das Laub. Trockenstress während der Blüte lässt die Blüten abfallen. Eine dünne Mulchschicht aus Grasschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden.

In der Mischkultur gelten Bohnenkraut, Gurken, Kohl, Sellerie, Salat und Tomaten als gute Nachbarn. Erbsen, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch und Fenchel stellt man nach der Gärtnertradition besser nicht direkt neben Bohnen. Wie belastbar diese Regeln sind und was dahintersteckt, lesen Sie unter Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.

Schädlinge und Krankheiten

  • Schwarze Bohnenlaus. Sie besiedelt vor allem Triebspitzen, häufig an Dicken Bohnen. Befallene Spitzen abknipsen und die Kolonien mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen; Marienkäfer und Florfliegen erledigen den Rest. Weitere Wege stehen im Beitrag Schädlingsbekämpfung im Garten.
  • Bohnenfliege. Ihre Maden fressen keimende Samen. Beste Vorbeugung ist eine Aussaat in warmen Boden, damit die Keimlinge die kritische Phase schnell überstehen.
  • Schnecken. Sie lieben junge Bohnenkeimlinge. Kontrolle am Abend und ein Schneckenzaun helfen, siehe Einen Schneckenzaun errichten.
  • Brennflecken- und Fettfleckenkrankheit. Pilz- beziehungsweise Bakterienkrankheiten mit eingesunkenen oder glasigen Flecken auf den Hülsen. Sie werden oft mit dem Saatgut übertragen: Verwenden Sie gesundes Saatgut, gießen Sie nicht über das Laub und entfernen Sie befallene Pflanzen.
  • Bohnenrost. Rostbraune Pusteln auf den Blattunterseiten, meist spät im Jahr. Luftiger Stand und Fruchtwechsel beugen vor.

Ernten, und warum Bohnen nie roh auf den Tisch kommen

Ernten Sie Gartenbohnen, solange die Hülsen jung und zart sind und sich die Samen darin erst als kleine Wölbung abzeichnen. Eine reife Hülse lässt sich glatt durchbrechen. Regelmäßiges Pflücken alle zwei bis drei Tage hält die Pflanzen im Ertrag; bleiben Hülsen hängen und reifen aus, stellen die Pflanzen die Blütenbildung ein. Pflücken Sie vorsichtig mit zwei Händen, damit die Triebe nicht abreißen, und am besten, wenn das Laub trocken ist.

Wichtig für Familien mit Kindern und Haustieren: Rohe Bohnen sind giftig. Hülsen und Samen enthalten den Eiweißstoff Phasin, der schon in kleinen Mengen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslöst. Durch ausreichendes Kochen – mindestens zehn Minuten sprudelnd – wird er zerstört. Kinder sollten deshalb nicht vom Beet naschen. Bei Dicken Bohnen gibt es eine zweite Einschränkung: Menschen mit einem angeborenen Enzymmangel (Favismus) dürfen sie gar nicht essen.

Für Trockenbohnen lassen Sie die Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie pergamentartig rascheln, pflücken sie bei trockenem Wetter und lassen die Samen luftig nachtrocknen.

Bewährte Sorten

Die Sortenwahl ist Geschmackssache, doch einige Sorten haben sich seit Langem bewährt. Bei den Buschbohnen ist ‘Saxa’ eine frühe, robuste Sorte, die auch in rauen Lagen sicher trägt. Bei den Stangenbohnen ist ‘Neckarkönigin’ ein bekannter, ertragreicher Klassiker mit langen, fadenlosen Hülsen, ‘Blauhilde’ trägt violette Hülsen, die beim Kochen grün werden. ‘Borlotto Lingua di Fuoco’ hat rot marmorierte Hülsen und wird oft als Trockenbohne genutzt. Wer wenig Platz hat, findet bei den Feuerbohnen niedrige Sorten, die ohne hohes Gerüst auskommen. Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis „fadenlos“, wenn Sie sich das Abziehen der Fäden sparen möchten.

Häufige Fragen

Wann kann man Zuckerbohnen pflanzen?

Zarte, fadenlose Bohnen, die im Handel als Zuckerbohnen angeboten werden, säen Sie wie andere Gartenbohnen ab Mitte Mai, wenn der Boden warm ist. Meinen Sie Zuckerschoten, also Erbsen, beginnt die Aussaat schon im März.

Kann man Bohnen vorziehen?

Ja. Ab Anfang Mai zwei bis drei Samen je Topf auf der Fensterbank oder im Frühbeet säen und Ende Mai auspflanzen. Das lohnt sich vor allem bei Stangenbohnen und in kalten Lagen.

Wie viel Platz brauchen Buschbohnen?

Rechnen Sie mit 40–50 cm zwischen den Reihen und 5–8 cm in der Reihe, oder mit Horsten aus vier bis sechs Samen alle 40 cm.

Warum blühen meine Bohnen, setzen aber keine Hülsen an?

Meist ist es Trockenheit oder große Hitze während der Blüte. Gießen Sie in dieser Zeit durchdringend und mulchen Sie den Boden.

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Ein Leserkommentar

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