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Garten-Ratgeber

Im Porträt: Die Plumerie (Frangipani)

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief der Plumerie
  2. Herkunft und Bedeutung
  3. Der richtige Standort im Sommer
  4. Substrat, Kübel und Gießen
  5. Überwinterung: Blattfall ist normal
  6. Warum sie manchmal nicht blüht
  7. Schneiden und Vermehren durch Stecklinge
  8. Schädlinge und Krankheiten
  9. Wo die Plumerie gut aufgehoben ist
  10. Häufige Fragen

Die Plumerie, auch Frangipani genannt, ist ein tropischer Strauch mit wachsartigen, stark duftenden Blüten, der hierzulande nur als Kübelpflanze gelingt. Sie braucht im Sommer einen warmen, sonnigen Platz und im Winter ein helles Quartier, in dem die Temperatur nicht unter etwa 10 °C fällt. Der häufigste Fehler ist zu viel Wasser in der Ruhezeit – dann faulen die fleischigen Triebe von unten her.

Pink-gelbe Blüten der Plumerie (Frangipani) zwischen großen Blättern
Pink-gelbe Blüten der Plumerie (Frangipani) zwischen großen Blättern

Steckbrief der Plumerie

Botanischer NamePlumeria rubra, seltener Plumeria obtusa und Hybriden
FamilieHundsgiftgewächse (Apocynaceae)
HerkunftMittelamerika, Mexiko, Karibik; heute in allen Tropen verbreitet
Wuchshöhe im Kübelmeist 1–2 m
Blütezeitüberwiegend Sommer, je nach Sorte und Pflege auch später
BlütenfarbenWeiß, Gelb, Rosa, Rot, Orange, oft mit gelbem Schlund oder mehrfarbig
Standortvollsonnig, warm, windgeschützt
Substratsehr durchlässig, mineralisch angereichert
Winterhärtenicht winterhart, Quartier nicht unter etwa 10 °C
Giftigkeitweißer Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute; Pflanzenteile nicht verzehren

Herkunft und Bedeutung

Plumerien stammen ursprünglich aus dem tropischen Amerika, wurden aber früh in Asien, auf Hawaii und im Pazifikraum heimisch gemacht. In Thailand, Bali oder Sri Lanka stehen sie an Tempeln und auf Friedhöfen, daher der Name Tempelbaum. Auf Hawaii werden die Blüten zu Blütenkränzen gebunden. Der Name Frangipani geht einer verbreiteten Erklärung nach auf ein italienisches Adelsgeschlecht zurück, das ein Parfüm mit ähnlichem Duft herstellen ließ.

In ihrer Heimat wachsen Plumerien zu kleinen Bäumen von mehreren Metern Höhe heran. Die Triebe sind dick, fleischig und speichern Wasser; im Kübel bleibt die Pflanze deutlich kleiner und verzweigt sich nur langsam. Die Blüten erscheinen in Büscheln an den Triebspitzen und öffnen sich nacheinander, sodass ein Blütenstand viele Wochen lang schmückt. Ihre Blütenblätter wirken fast wie aus Wachs, weshalb man sie auf den ersten Blick für künstlich halten kann.

Der richtige Standort im Sommer

Von Ende Mai bis in den September gehört die Plumerie ins Freie, sobald die Nächte verlässlich über etwa 12–15 °C bleiben. Ideal ist ein vollsonniger, geschützter Platz, etwa vor einer Hauswand oder auf einer Südterrasse. Mehr Sonne bedeutet mehr Blüten – im Halbschatten wächst die Pflanze zwar, blüht aber oft gar nicht. Frisch aus dem Winterquartier sollte sie sich eine Woche lang an einem hellen, nicht prallsonnigen Ort an das UV-Licht gewöhnen, sonst bekommen die jungen Blätter Sonnenbrand.

Dauerregen mag die Plumerie nicht. Ein Platz unter einem Dachüberstand hat sich deshalb bewährt, zumal nasse, kühle Wochen die Wurzeln schnell faulen lassen. Hohe Luftfeuchtigkeit ist in ihrer Heimat normal; draußen im Sommer reicht die natürliche Luftfeuchte aber in aller Regel aus. Wer sie im Wintergarten hält, kann die Blätter gelegentlich mit kalkarmem Wasser besprühen, nicht jedoch die Blüten.

Substrat, Kübel und Gießen

Plumerien brauchen ein Substrat, in dem kein Wasser steht. Gut geeignet ist hochwertige Kübelpflanzenerde, die mit einem Drittel Blähton, Bims oder Lava gemischt wird. Der Kübel muss ein Abzugsloch haben, und der Untersetzer sollte nach dem Gießen nicht voll Wasser stehen bleiben. Ein nicht zu großes Gefäß ist besser als ein zu großes: In viel Erde bleibt es lange nass, und die Pflanze setzt ihre Kraft eher in Wurzeln als in Blüten.

Während der Wachstumszeit gießen Sie durchdringend, lassen die obere Erdschicht aber zwischendurch antrocknen. Die Fingerprobe hilft: Ist die Erde in zwei bis drei Zentimetern Tiefe noch feucht, wird nicht gegossen. Von Mai bis August braucht die Plumerie etwa alle zwei Wochen einen Flüssigdünger für Blühpflanzen, der eher phosphorbetont als stickstofflastig ist. Viel Stickstoff fördert Blätter, aber keine Blüten. Halten Sie sich an die Dosierung auf der Packung, im Zweifel lieber etwas schwächer. Ab September wird nicht mehr gedüngt, damit die Triebe ausreifen.

Überwinterung: Blattfall ist normal

Im Herbst, wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, wirft die Plumerie ihre Blätter ab. Das ist keine Krankheit, sondern ihre natürliche Ruhezeit. Rechtzeitig vor den ersten kalten Nächten, spätestens wenn die Temperatur nachts unter etwa 10 °C sinkt, zieht sie ins Winterquartier.

Geeignet ist ein heller Raum mit etwa 12–18 °C, zum Beispiel ein temperierter Wintergarten oder ein kühles, helles Zimmer. Blattlos kommt sie auch mit weniger Licht aus. In dieser Zeit wird kaum gegossen – bei kühlen Temperaturen reicht es, den Ballen alle paar Wochen ganz leicht anzufeuchten, damit er nicht völlig austrocknet. Die dicken Triebe speichern genug Wasser. Werden sie weich oder dunkel, ist das ein Warnsignal für Fäulnis durch Nässe.

Wer einen Wintergarten mit gleichbleibend 18–20 °C und viel Licht hat, kann die Plumerie auch grün durch den Winter bringen. Dann braucht sie allerdings weiterhin maßvoll Wasser. Mehr zu Temperatur und Luftfeuchte im Glasanbau lesen Sie unter Das richtige Klima im Wintergarten.

Warum sie manchmal nicht blüht

Die Blütezeit hängt stark von Sorte, Alter und Licht ab. Die meisten Plumerien blühen im Sommer, manche erst im Spätsommer oder bei guter Pflege im Wintergarten auch in der kalten Jahreszeit. Bleibt die Blüte aus, liegt es fast immer an einem von drei Gründen: zu wenig Sonne, zu viel Stickstoff oder eine zu junge Pflanze. Aus Samen gezogene Plumerien brauchen mehrere Jahre bis zur ersten Blüte.

Häufig heißt es, eine Plumerie blühe erst, wenn sie sich verzweigt habe. Das stimmt nur zum Teil: Stecklinge von einer blühfähigen Mutterpflanze können auch an einem einzelnen Trieb Blüten ansetzen. Nach der Blüte verzweigt sich der Trieb meist von selbst an der Spitze.

Schneiden und Vermehren durch Stecklinge

Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht nötig. Zu lange Triebe können Sie im Frühjahr einkürzen; die Pflanze verzweigt sich dann unterhalb der Schnittstelle. Tragen Sie dabei Handschuhe, denn der austretende Milchsaft reizt die Haut.

Die Vermehrung gelingt am einfachsten über Stecklinge:

  1. Trieb schneiden. Im Frühsommer ein 20–30 cm langes, ausgereiftes Triebstück abschneiden.
  2. Abtrocknen lassen. Den Steckling ein bis zwei Wochen an einem schattigen, luftigen Ort liegen lassen, bis die Schnittfläche vollständig verkorkt ist.
  3. Stecken. In ein sehr durchlässiges Gemisch aus Erde und Sand oder Perlite stecken, etwa 5–8 cm tief.
  4. Kaum gießen. Warm und hell stellen, das Substrat nur ganz leicht feucht halten. Ohne Wurzeln verdunstet der Steckling wenig und fault bei Nässe schnell.
  5. Geduld haben. Die Bewurzelung dauert je nach Wärme mehrere Wochen. Frischer Blattaustrieb allein ist noch kein sicheres Zeichen für Wurzeln.

Allgemeine Tipps zur Vermehrung von Kübelpflanzen finden Sie im Beitrag über das Vermehren von Oleander, der ähnlich robust ist.

Schädlinge und Krankheiten

Im Winterquartier treten gelegentlich Spinnmilben und Wollläuse auf, draußen im Sommer seltener. Wie Sie Spinnmilben erkennen und loswerden, steht unter Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben. Orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite deuten auf Rost hin, eine Pilzkrankheit. Befallene Blätter entfernen Sie und entsorgen sie im Restmüll; im Herbst fallen sie ohnehin ab.

Das größte Risiko bleibt Fäulnis durch Staunässe, besonders im kühlen Winterquartier. Weiche, eingesunkene Triebstellen schneiden Sie bis ins feste, gesunde Gewebe zurück und lassen die Schnittstelle trocknen.

Wo die Plumerie gut aufgehoben ist

Die Plumerie ist keine Pflanze für Einsteiger, aber auch keine Diva. Wer einen sonnigen Sommerplatz und ein helles, frostfreies Winterquartier hat, wird mit Blüten belohnt, die mit ihrem Duft eine ganze Terrasse füllen. Weitere Ideen für außergewöhnliche Pflanzen finden Sie unter Vorschläge für besondere Kübelpflanzen, die Grundlagen zur Pflege unter Kübelpflanzen pflegen.

Häufige Fragen

Ist die Plumerie winterhart?

Nein. Sie ist eine tropische Pflanze und verträgt keinen Frost. Schon längere Zeit unter etwa 10 °C schadet ihr, besonders wenn das Substrat dabei feucht ist.

Warum verliert meine Frangipani im Herbst alle Blätter?

Das ist ihre natürliche Ruhezeit, ausgelöst durch kürzere Tage und kühlere Temperaturen. Stellen Sie das Gießen weitgehend ein und warten Sie auf den Neuaustrieb im Frühjahr.

Ist die Plumerie giftig?

Der Milchsaft kann Haut und Schleimhäute reizen, Pflanzenteile sollten weder von Kindern noch von Haustieren gekaut werden. Beim Schneiden sind Handschuhe sinnvoll.

Wie oft muss ich eine Plumerie gießen?

Im Sommer durchdringend, sobald die obere Erdschicht angetrocknet ist, im Winter nur sehr sparsam. Staunässe ist gefährlicher als eine kurze Trockenphase.

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