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Garten-Ratgeber

Die Wurzelfäule - Vorbeugung und Bekämpfung

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel5 Min. · 8 Abschnitte
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was hinter Wurzelfäule steckt
  2. Woran Sie Wurzelfäule erkennen
  3. Welche Pflanzen besonders anfällig sind
  4. Kübelpflanzen retten: Schritt für Schritt
  5. Befallene Pflanzen im Beet
  6. Gibt es Mittel gegen Wurzelfäule?
  7. Vorbeugen: der Boden entscheidet
  8. Häufige Fragen

Wurzelfäule entsteht fast immer dort, wo Wurzeln dauerhaft im Nassen stehen. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist deshalb nicht ein Mittel, sondern ein durchlässiger Boden und maßvolles Gießen. Kübelpflanzen lassen sich bei frühem Befall oft retten, indem Sie faule Wurzeln herausschneiden und in frische, lockere Erde umtopfen. Stark befallene Gartenpflanzen dagegen müssen samt Wurzelballen weg.

Wurzelfäule: faulender Wurzelhals mit weißem Pilzgeflecht
Wurzelfäule: faulender Wurzelhals mit weißem Pilzgeflecht | Foto: Jerzy Opioła / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Was hinter Wurzelfäule steckt

„Wurzelfäule“ ist kein einzelner Erreger, sondern ein Sammelbegriff für Schäden, bei denen Wurzeln absterben und verrotten. Die wichtigsten Auslöser:

  • Phytophthora-Arten. Sie gehören zu den Eipilzen (Oomyceten), sind also streng genommen keine echten Pilze. Ihre Sporen schwimmen im Bodenwasser aktiv zu den Wurzeln – deshalb sind sie bei Staunässe so erfolgreich. Bekannte Vertreter befallen Rhododendren, Eiben, Scheinzypressen, Lebensbäume und Erdbeeren. Der Erreger der Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln und Tomaten gehört ebenfalls zu dieser Gattung.
  • Pythium, Fusarium und Rhizoctonia. Diese Bodenpilze verursachen Fäulen an Wurzeln und am Stängelgrund, besonders bei Sämlingen und Jungpflanzen.
  • Hallimasch. Er befällt vor allem geschwächte Gehölze und zeigt sich durch weiße Pilzmyzel-Fächer unter der Rinde am Stammfuß und im Herbst durch honiggelbe Pilzbüschel.
  • Sauerstoffmangel. Auch ohne Erreger ersticken Wurzeln, wenn alle Poren mit Wasser gefüllt sind. Die abgestorbenen Wurzeln werden anschließend von Fäulniserregern besiedelt.

Allen gemeinsam ist: Feuchtigkeit und verdichteter Boden sind der Türöffner. Gesunde Wurzeln in lockerem Boden werden deutlich seltener befallen.

Woran Sie Wurzelfäule erkennen

Weil sich alles unter der Erde abspielt, sind die ersten Anzeichen unspezifisch – und leider leicht mit Trockenheit zu verwechseln.

  • Die Pflanze welkt, obwohl der Boden feucht ist. Das ist das wichtigste Warnsignal.
  • Blätter vergilben, werden schlaff, verfärben sich später rötlich oder braun und fallen ab.
  • Neue Triebe bleiben kurz und dünn, das Wachstum stockt.
  • Bei Nadelgehölzen verfärben sich ganze Partien von unten oder von innen braun.
  • Am Stammgrund kann sich die Rinde dunkel verfärben, manchmal tritt Schleimfluss auf.
  • Im Kübel riecht die Erde muffig oder faulig.

Gewissheit bringt nur ein Blick auf die Wurzeln. Gesunde Wurzeln sind hell, fest und elastisch. Kranke sind braun bis schwarz, weich und matschig, und die äußere Rinde lässt sich wie ein Strumpf von der Wurzel abziehen.

Welche Pflanzen besonders anfällig sind

Grundsätzlich kann jede Pflanze Wurzelfäule bekommen, wenn sie zu nass steht. Besonders häufig betroffen sind:

PflanzengruppeTypisches Problem
Rhododendron, Azalee, ErikaPhytophthora bei schwerem, nassem Boden
Eibe, Thuja, ScheinzypresseBraunfärbung ganzer Pflanzen in Hecken
ErdbeerenRhizomfäule und Rote Wurzelfäule
Kartoffeln, TomatenKraut- und Knollenfäule, Stängelgrundfäulen
Lavendel, Rosmarin, SalbeiFäule im Winter bei nassem Boden
Kübel- und ZimmerpflanzenStaunässe im Untersetzer oder Übertopf

Wenn Sie in einem Garten mit schwerem Lehm- oder Tonboden gärtnern, sollten Sie bei diesen Pflanzen besonders auf die Bodenvorbereitung achten.

Kübelpflanzen retten: Schritt für Schritt

Im Topf haben Sie die besten Chancen, weil Sie an die Wurzeln herankommen.

  1. Austopfen. Nehmen Sie die Pflanze aus dem Gefäß und lösen Sie die nasse Erde vorsichtig ab.
  2. Wurzeln prüfen. Schneiden Sie alle braunen, matschigen Wurzeln mit einer sauberen, scharfen Schere bis ins gesunde, helle Gewebe zurück.
  3. Oberirdisch ausgleichen. Wurde viel Wurzelmasse entfernt, kürzen Sie auch die Triebe etwas ein, damit die Pflanze weniger Wasser verdunstet.
  4. Gefäß reinigen oder wechseln. Der alte Topf wird gründlich mit heißem Wasser geschrubbt. Achten Sie auf ausreichend große Abzugslöcher.
  5. Frische, durchlässige Erde verwenden. Unten eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies, darauf eine strukturstabile Kübelpflanzenerde, bei Mittelmeerpflanzen mit Sand oder Splitt gemischt. Alte Erde nicht wiederverwenden.
  6. Vorsichtig weitergießen. Erst gießen, wenn die oberen Zentimeter angetrocknet sind. Wasser im Untersetzer nach einer Viertelstunde abgießen.

Hat die Pflanze kaum noch gesunde Wurzeln, bleibt oft nur, Stecklinge von gesunden Trieben zu nehmen. Mehr zur Pflege im Topf finden Sie unter Kübelpflanzen pflegen und Kübel richtig bepflanzen.

Befallene Pflanzen im Beet

Im Garten ist eine Rettung schwieriger. Bei leichtem Befall eines Strauchs können Sie versuchen, die Pflanze auszugraben, kranke Wurzeln zu entfernen und sie an einen durchlässigeren Platz zu setzen. Ist eine Pflanze großflächig abgestorben, sollte sie samt Wurzelballen entfernt werden. Das Material gehört in den Restmüll, nicht auf den Kompost.

Die Erreger bleiben im Boden. Tauschen Sie an dieser Stelle die Erde großzügig aus und setzen Sie für einige Jahre keine anfälligen Arten derselben Gruppe dorthin. Bei Erdbeeren und Kartoffeln hilft ein Fruchtwechsel: dieselbe Kultur erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet. Das Desinfizieren von Gartenboden mit chemischen Präparaten ist im Hausgarten weder zulässig noch sinnvoll.

Gibt es Mittel gegen Wurzelfäule?

Für den Haus- und Kleingarten sind nur wenige Fungizide gegen Wurzel- und Stammgrundfäulen zugelassen, und die meisten wirken ausschließlich vorbeugend. Ist der Befall sichtbar, kommen sie in der Regel zu spät. Wenn Sie ein Mittel einsetzen möchten, fragen Sie im Fachhandel nach einem für Ihre Pflanze zugelassenen Präparat und halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung. Pflanzenstärkungsmittel, etwa mit Mykorrhiza-Pilzen, können die Wurzelgesundheit bei Neupflanzungen unterstützen, heilen aber keine bestehende Fäule.

Vorbeugen: der Boden entscheidet

  • Schwere Böden verbessern. Arbeiten Sie reichlich Kompost und groben Sand ein, damit Wasser abfließen kann. Wie das geht, steht in Schweren Gartenboden verbessern.
  • Nicht zu tief pflanzen. Der Wurzelballen sollte mit der Bodenoberfläche abschließen, bei Rhododendren eher etwas höher sitzen.
  • Bedarfsgerecht gießen. Lieber seltener und durchdringend als täglich ein bisschen. Den Finger in die Erde zu stecken ist der beste Feuchtemesser.
  • Stickstoff maßvoll. Überdüngte Pflanzen bilden weiches Gewebe, das anfälliger ist.
  • Gesundes Pflanzgut kaufen. Prüfen Sie beim Kauf, ob die Wurzeln im Topf hell sind.
  • Werkzeug reinigen, wenn Sie an kranken Pflanzen gearbeitet haben.

Bei Zimmerpflanzen, die immer wieder faulen, kann Hydrokultur eine Alternative sein, weil der Wasserstand dort sichtbar ist.

Häufige Fragen

Kann sich eine Pflanze von Wurzelfäule erholen?

Ja, wenn noch genügend gesunde Wurzeln vorhanden sind und die Ursache beseitigt wird. Bei Kübelpflanzen gelingt das nach dem Umtopfen oft. Stark befallene Gartenpflanzen erholen sich meist nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Wurzelfäule und Trockenschaden?

Beide lassen Pflanzen welken. Bei Trockenheit ist der Boden trocken und die Wurzeln sind hell und fest. Bei Wurzelfäule ist der Boden feucht und die Wurzeln sind braun und matschig.

Kann ich Erde mit Wurzelfäule wiederverwenden?

Besser nicht. Die Erreger überdauern im Boden. Entsorgen Sie Topferde von befallenen Pflanzen über den Restmüll und verwenden Sie frisches Substrat.

Welche Rolle spielt der Hallimasch?

Er befällt vor allem geschwächte Gehölze und kann sie zum Absterben bringen. Weiße, fächerartige Beläge unter der Rinde am Stammfuß sind ein deutliches Zeichen. Befallene Gehölze sollten mitsamt Wurzeln entfernt werden.

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