Einen Rollrasen verlegen
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Rollrasen verlegen Sie am besten im Frühjahr oder Frühherbst, grundsätzlich aber an jedem frostfreien Tag, an dem Sie genug wässern können. Entscheidend sind ein gründlich vorbereiteter, ebener Boden und die Verarbeitung am Tag der Lieferung. Wer sorgfältig vorbereitet, hat nach wenigen Stunden eine grüne Fläche, die nach etwa zwei Wochen vorsichtig und nach vier bis sechs Wochen voll belastet werden kann.

Was Rollrasen ist und wie er entsteht
Rollrasen, auch Fertigrasen genannt, wird in spezialisierten Rasenschulen über viele Monate herangezogen, regelmäßig gemäht, gedüngt und gepflegt, bis sich eine dichte Grasnarbe gebildet hat. Zur Ernte schält eine Maschine den Rasen mitsamt einer dünnen Schicht Erde und Wurzeln in Bahnen ab und rollt ihn auf. Eine Rolle deckt je nach Anbieter meist etwa einen Quadratmeter.
Der Vorteil gegenüber der Aussaat liegt auf der Hand: Sie haben sofort eine geschlossene, unkrautfreie Fläche, müssen nicht wochenlang Vögel von der Saat fernhalten und brauchen kein Absperrband. Der Nachteil ist der Preis, der ein Vielfaches von Rasensaat beträgt, und die Tatsache, dass Rollrasen nicht besser wird als der Boden, auf dem er liegt.
Rollrasen-Sorten: welcher passt?
Rasenschulen bieten verschiedene Mischungen an. Die Bezeichnungen unterscheiden sich, die Grundtypen sind aber ähnlich:
| Typ | Eigenschaften | Geeignet für |
| Spiel- und Sportrasen | strapazierfähig, regeneriert sich gut, verträgt Sonne | Familiengärten, Flächen, auf denen Kinder spielen |
| Zier- oder Premiumrasen | feine, dichte Gräser, sehr gleichmäßige Optik | repräsentative Flächen mit wenig Tritt |
| Schattenrasen | Gräser, die mit weniger Licht auskommen | Bereiche unter Bäumen oder an Nordseiten, nicht für Vollschatten |
| Trocken- oder Mediterranrasen | trockenheitsverträglichere Gräser | sonnige Lagen, selten bewässerte Gärten |
| Kräuter- oder Blumenwiesen-Matten | Gräser mit Wildblumen und Kräutern | Natur- und Bauerngärten, wenig gemähte Flächen |
Für die meisten Hausgärten ist ein Spiel- und Sportrasen die richtige Wahl. Ein reiner Zierrasen sieht edel aus, verzeiht aber Fußballspiele und Gartenpartys schlechter. Auch Schattenrasen braucht Licht: Unter dichten Baumkronen gedeiht auf Dauer kein Rasen, dort sind Bodendecker die bessere Lösung.
Der richtige Zeitpunkt
Verlegen können Sie Rollrasen von etwa März bis in den Herbst, solange der Boden nicht gefroren ist und keine Nachtfröste zu erwarten sind. Besonders gut wächst er im Frühjahr und im September, wenn der Boden warm ist, die Luft aber nicht zu heiß. Im Hochsommer ist das Anwachsen möglich, verlangt aber sehr viel Wasser, oft zweimal täglich. Wer im Sommer verlegt, sollte das in den frühen Morgen- oder Abendstunden tun.
Bestellen Sie den Rasen erst, wenn der Boden fertig vorbereitet ist. Frisch geschälter Rollrasen sollte am selben Tag verlegt werden, spätestens aber am folgenden; bei Wärme erhitzt er sich in der gestapelten Rolle, vergilbt und stirbt ab.
Material und Werkzeug
- Rollrasen in der benötigten Menge plus etwa 5 Prozent Verschnitt
- Spaten oder Gartenfräse, Rechen, Richtlatte
- Rasenwalze (oft als Leihgerät erhältlich)
- scharfes Messer oder alter Spaten zum Zuschneiden
- Startdünger für Rasen
- Schubkarre und Bretter, um die frische Fläche nicht zu zertreten
- Sprenger oder Regner mit ausreichend Reichweite
Den Boden vorbereiten
Die Vorbereitung beginnt etwa zwei Wochen vor dem Verlegen und entscheidet über das Ergebnis.
- Altes entfernen. Alten Rasen abschälen oder tief einarbeiten, Wurzelunkräuter wie Quecke, Giersch und Löwenzahn möglichst vollständig ausgraben. Was jetzt im Boden bleibt, wächst später durch den neuen Rasen.
- Lockern. Den Boden spatentief umgraben oder fräsen, Steine und Wurzelreste auslesen. Schwere Böden verbessern Sie mit Sand und Kompost, sehr sandige mit Kompost; mehr dazu im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
- Setzen lassen und nacharbeiten. Den Boden einige Tage ruhen lassen und nachkeimendes Unkraut kurz vor dem Verlegen noch einmal entfernen.
- Einebnen. Mit Rechen und Richtlatte eine ebene Fläche herstellen, die etwa 2–3 cm unter angrenzenden Wegen und Kanten liegt, damit der fertige Rasen bündig abschließt.
- Walzen. Die Fläche so walzen, dass sie trittfest ist, aber nicht hart. Beim Betreten sollten kaum Fußabdrücke zurückbleiben. Senken, die sich dabei zeigen, auffüllen und nachwalzen.
- Düngen und anfeuchten. Einen Startdünger nach Packungsangabe streuen, flach einharken und den Boden leicht anfeuchten, falls er trocken ist.
Rollrasen verlegen: so geht es
Beginnen Sie an einer geraden Kante, etwa an der Terrasse oder einem Weg. Rollen Sie die erste Bahn straff aus und drücken Sie sie leicht an. Die nächsten Bahnen legen Sie dicht an dicht und im Verband, also mit versetzten Stoßfugen wie bei einer Ziegelmauer. So entstehen keine durchgehenden Fugen, an denen der Rasen austrocknet.
Die Kanten schieben Sie eng aneinander, ohne sie zu überlappen oder zu dehnen. Arbeiten Sie sich nach vorn auf Brettern, die Sie auf den bereits verlegten Rasen legen, nicht auf dem vorbereiteten Boden. An Rundungen, Beeten und Hindernissen schneiden Sie die Bahnen mit einem scharfen Messer zu. Vermeiden Sie kleine Stückchen am Rand: Sie trocknen besonders schnell aus. Besser ist es, ein ganzes Stück an den Rand zu legen und das Reststück weiter innen einzusetzen. Kleine Fugen und die Randbereiche füllen Sie mit einem Gemisch aus Erde und Sand auf.
Zum Schluss walzen Sie die gesamte Fläche längs und quer, damit die Wurzeln überall Bodenkontakt haben. Direkt danach wird gewässert.
Wässern: die ersten zwei Wochen entscheiden
Unmittelbar nach dem Verlegen braucht der Rasen eine durchdringende Wassergabe, sodass auch der Boden darunter einige Zentimeter tief feucht ist. Heben Sie zur Kontrolle eine Ecke an: Die Erde unter der Rolle muss nass sein. Wässern Sie auch dann, wenn es geregnet hat oder regnen soll.
In den folgenden rund zwei Wochen darf der Rasen nicht austrocknen. Je nach Wetter ist tägliches Wässern nötig, an heißen Tagen auch zweimal. Nach dem Anwachsen stellen Sie auf seltenere, dafür kräftigere Gaben um, damit die Wurzeln in die Tiefe gehen. Wie viel Wasser ein Garten danach wirklich braucht, erklärt der Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?. Ob der Rasen angewachsen ist, merken Sie, wenn sich die Bahnen nicht mehr anheben lassen.
Pflege nach dem Verlegen
Betreten Sie die Fläche in den ersten Tagen möglichst gar nicht, nach etwa zwei Wochen vorsichtig. Den ersten Schnitt machen Sie, sobald das Gras etwa 8–10 cm hoch ist, meist nach ein bis zwei Wochen. Kürzen Sie dabei nur die Spitzen auf rund 5 cm und verwenden Sie ein scharfes Messer, damit die noch schwach verwurzelten Soden nicht herausgerissen werden.
Danach wird Rollrasen gepflegt wie jeder andere Rasen: in der Wachstumszeit regelmäßig mähen, im Frühjahr und Frühsommer düngen und eine letzte Gabe mit kaliumbetontem Herbstdünger geben. Eine saubere Einfassung verhindert, dass der Rasen in die Beete wächst, siehe Tipps für eine schöne und pflegeleichte Rasenkante. Hinweise gegen spätere Probleme finden Sie unter Rasen ohne Unkraut und Die Entfernung von Moos im Garten.
Typische Fehler
- Rasen liegt über Nacht auf der Palette. Bei Wärme erhitzen sich die Rollen und vergilben.
- Boden nicht eben. Buckel werden später vom Mäher skalpiert, in Mulden steht Wasser.
- Fugen und Stoßkanten nicht versetzt. Durchgehende Fugen trocknen aus und bleiben sichtbar.
- Zu wenig gewässert. Die Oberfläche ist nass, der Boden darunter trocken – der Rasen wurzelt nicht an.
Häufige Fragen
Kann man Rollrasen direkt auf alten Rasen legen?
Nein. Der alte Rasen verrottet unter den neuen Bahnen, der Boden bleibt verdichtet, und der Rollrasen wurzelt schlecht an. Der alte Bewuchs muss entfernt und der Boden gelockert werden.
Wann darf man Rollrasen das erste Mal mähen?
Sobald das Gras etwa 8–10 cm hoch ist, meist ein bis zwei Wochen nach dem Verlegen. Nur die Spitzen kürzen und nicht tiefer als etwa 5 cm schneiden.
Wie lange muss man neuen Rollrasen wässern?
Intensiv etwa zwei Wochen lang, bis er angewachsen ist, je nach Wetter täglich. Danach seltener, aber durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen.
Welcher Rollrasen ist der beste?
Für normale Hausgärten ein Spiel- und Sportrasen, weil er robust ist und sich gut erholt. Für halbschattige Stellen gibt es Schattenrasen, für trockene Lagen trockenheitsverträglichere Mischungen.



