Gartengestaltung mit Pavillons
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Ein Pavillon schafft im Garten einen Sitzplatz mit Dach, der Schatten spendet, vor Regen schützt und zugleich ein Blickpunkt ist. Für den dauerhaften Platz eignet sich ein fest verankerter Holz- oder Metallpavillon, für Feste und wechselnde Standorte ein Falt- oder Partypavillon. Wie gut er sich einfügt, hängt weniger vom Modell ab als vom richtigen Platz, der passenden Größe und davon, ob Material und Stil zu Haus und Garten passen.

Was einen Pavillon ausmacht
Ein Pavillon ist ein frei stehender, meist zu allen Seiten offener Bau mit Dach. Anders als ein Gartenhaus dient er nicht als Lager, sondern als Aufenthaltsort: für den Kaffee am Nachmittag, das Essen mit Freunden oder die Leseecke im Schatten. Klassisch sind runde, sechs- oder achteckige Grundrisse mit spitz zulaufendem Dach; moderne Formen sind oft quadratisch mit Flachdach oder verstellbaren Lamellen.
Zwischen dem offenen Pavillon und dem geschlossenen Gartenhaus gibt es viele Zwischenstufen. Seitenwände aus Holz, Rankgitter, Vorhänge oder Rolltüren machen aus dem luftigen Dach einen geschützten Raum, der auch an windigen Abenden nutzbar bleibt.
Die Bauarten im Überblick
| Bauart | Stärken | Schwächen | Geeignet für |
| Holzpavillon | warm, natürlich, stabil, gut zu bepflanzen | braucht Holzschutz und regelmäßige Pflege | dauerhafter Sitzplatz, Landhaus- und Naturgärten |
| Metallpavillon (Stahl, Aluminium) | filigran, pflegearm, verschiedene Dachformen | Stahl muss verzinkt oder beschichtet sein, Aluminium kann leicht sein | moderne Gärten, Rosenpavillon, Terrassen |
| Lamellenpavillon | Dach je nach Wetter öffnen oder schließen, oft mit Regenrinne | teuer, schwer, braucht solides Fundament | Terrasse als Wohnraum im Freien |
| Faltpavillon, Partyzelt | schnell aufgebaut, mobil, günstig | windanfällig, Plane altert, nicht für den Dauereinsatz | Feste, Märkte, zeitweiser Schatten |
Holzpavillons wirken warm und fügen sich gut ein. Sie sind aber nur dann langlebig, wenn das Holz gegen Feuchtigkeit geschützt ist: kesseldruckimprägniertes Nadelholz, Lärche, Douglasie oder Robinie, dazu konstruktiver Holzschutz wie Pfostenträger aus Metall, die das Holz vom Boden fernhalten, und ein Dachüberstand. Wie Sie Holz im Außenbereich richtig behandeln, erklärt der Beitrag Holz im Außenbereich – die richtige Imprägnierung. Beim Aufbau hilft die Anleitung Holz-Gartenpavillon aufbauen.
Metallpavillons sind schlanker und brauchen kaum Pflege. Aus verzinktem oder pulverbeschichtetem Stahl entstehen romantische Rosenpavillons mit Kuppeldach, aus Aluminium moderne Modelle mit festen oder beweglichen Dachlamellen.
Faltpavillons und Partyzelte sind für den Einsatz auf Zeit gedacht. Bei Wind müssen sie gut abgespannt oder abgebaut werden, Regenwasser darf sich nicht auf dem Dach sammeln. Als Dauerlösung für den Garten eignen sie sich nicht.
Den richtigen Platz finden
Ein Pavillon muss nicht an der Terrasse stehen. Oft ist er gerade am Ende des Gartens am schönsten, als Ziel eines Weges und als Ort mit Blick zurück aufs Haus. Beobachten Sie vorher, wo abends die Sonne hinscheint, wo Wind durch den Garten zieht und von wo aus Nachbarn hineinsehen können. Ein halbschattiger Platz unter einem großen Baum bietet im Hochsommer angenehme Kühle; unter Bäumen sammeln sich allerdings Laub, Harz und Vogelkot auf dem Dach.
Wichtig ist ein ebener, tragfähiger Untergrund. Kleine Holzpavillons stehen auf Punktfundamenten oder Einschlagbodenhülsen, größere und schwere Modelle brauchen Betonfundamente. Als Boden eignen sich Pflaster, Natursteinplatten, Kies, Holzdielen oder einfach Rasen; letzterer leidet aber unter Stühlen und wenig Licht.
Größe und Proportionen
Die Größe richtet sich nach der Nutzung. Für zwei Sessel und einen kleinen Tisch reichen rund 3 × 3 m; für einen Esstisch mit sechs Stühlen sollten es mindestens 3 × 4 m oder ein Durchmesser von etwa 4 m sein, damit man bequem aufstehen und herumgehen kann. Achten Sie aber auf die Proportionen: Ein großer Pavillon in einem kleinen Garten erdrückt alles andere. In einem Reihenhausgarten wirkt oft ein schlanker Metallpavillon besser als ein wuchtiges Holzhaus.
Dach und Wetterschutz
Die Dachdeckung entscheidet über Schutz und Wirkung. Holzschindeln passen zu Landhausgärten, Bitumenschindeln sind günstig und dicht, Metall- oder Kupferdächer sehr langlebig, Polycarbonat- oder Glasplatten lassen Licht durch. Stoffdächer und Planen spenden Schatten, schützen aber nur begrenzt vor Regen und müssen im Winter abgenommen werden. Wer den Pavillon ganzjährig nutzen möchte, sollte an eine Regenrinne denken, damit das Wasser nicht direkt neben dem Sitzplatz auf den Boden prasselt.
Für windige Tage bewähren sich Seitenteile: feste Wände an der Wetterseite, Rollos oder Vorhänge aus wetterfestem Stoff. Achten Sie darauf, dass sie abnehmbar oder aufrollbar sind, damit das Gerüst bei Sturm nicht wie ein Segel wirkt.
Den Pavillon bepflanzen und einbinden
Ein Pavillon wirkt erst dann wie ein Teil des Gartens, wenn er eingewachsen ist. Rankpflanzen an den Pfosten und Seitenteilen verwandeln ihn in eine grüne Laube: Kletterrosen und Clematis für romantische Gärten, Blauregen für kräftige Konstruktionen, Geißblatt für Duft am Abend, wilder Wein und Efeu für dichtes Grün. Blauregen entwickelt enorme Kräfte und braucht ein sehr stabiles Gerüst; alle Pflanzenteile sind außerdem giftig, ebenso beim Efeu. Anregungen gibt der Beitrag Rankhilfen für die Begrünung einer Hauswand.
Auch die Umgebung zählt. Ein Weg aus Trittsteinen oder Kies führt zum Pavillon, eine niedrige Hecke oder ein Staudenbeet rahmt ihn ein. Wer modern gestaltet, kombiniert einen schlichten Metallpavillon mit Kies, Gräsern und Mauerelementen aus Naturstein oder Gabionen; wer es natürlich mag, setzt auf Holz, Naturstein und üppige Stauden. Ideen für das Zusammenspiel von Holz und Stein finden Sie im Beitrag Moderne Gartengestaltung.
Braucht ein Pavillon eine Baugenehmigung?
Das regeln die Landesbauordnungen, und sie unterscheiden sich. In vielen Bundesländern sind kleine, offene Gartenlauben und Pavillons bis zu einer bestimmten Größe verfahrensfrei, größere oder geschlossene Bauten nicht. Auch verfahrensfreie Bauten müssen aber Bebauungsplan, Grenzabstände und örtliche Satzungen einhalten. Faltpavillons, die nur zeitweise stehen, sind in aller Regel unproblematisch. Vor dem Kauf eines festen Pavillons lohnt ein kurzer Anruf beim Bauamt, besonders wenn er nahe an der Grundstücksgrenze stehen soll. Die Grundsätze sind ähnlich wie bei Terrassenüberdachungen, siehe Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?
Pflege über das Jahr
Kontrollieren Sie im Frühjahr Schrauben, Verbindungen und Verankerungen, denn Holz arbeitet und Wind rüttelt am Gerüst. Holzpavillons werden je nach Anstrich alle zwei bis drei Jahre nachbehandelt, graue Stellen und Risse zeigen, wann es so weit ist. Laub und Nadeln auf dem Dach entfernen Sie im Herbst, damit Wasser abfließt. Stoffdächer und Seitenteile werden vor dem Winter gereinigt, vollständig getrocknet und eingelagert; wie das geht, steht im Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.
Häufige Fragen
Welcher Pavillon hält Wind am besten stand?
Fest verankerte Holz- oder Metallpavillons mit Fundament. Faltpavillons sind windanfällig und sollten bei Sturmwarnung abgebaut werden.
Kann ein Holzpavillon das ganze Jahr draußen bleiben?
Ja, wenn das Holz geschützt ist, die Pfosten nicht im nassen Erdreich stehen und das Dach dicht ist. Stoffdächer und Vorhänge nehmen Sie im Winter ab.
Welche Pflanzen eignen sich für einen Pavillon?
Kletterrosen, Clematis, Geißblatt, wilder Wein und für sehr stabile Konstruktionen Blauregen. Beachten Sie, dass Blauregen und Efeu giftig sind.
Wie groß sollte ein Pavillon für sechs Personen sein?
Für einen Esstisch mit sechs Stühlen rechnen Sie mit mindestens 3 × 4 m oder rund 4 m Durchmesser.



