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Garten-Ratgeber

Giersch bekämpfen: Was wirklich hilft

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Giersch sicher erkennen
  2. Warum Giersch so hartnäckig ist
  3. Methode 1: Ausgraben und aussieben
  4. Methode 2: lichtdicht abdecken
  5. Methode 3: ständig abschneiden
  6. Kartoffeln und starke Nachbarn
  7. Helfen Unkrautvernichter gegen Giersch?
  8. Mit dem Giersch leben
  9. Häufige Fragen

Giersch lässt sich zurückdrängen, aber nur mit Ausdauer: Entweder Sie graben die Wurzelausläufer restlos aus, oder Sie decken die Fläche eine ganze Saison lang lichtdicht ab. Regelmäßiges Abschneiden schwächt ihn zusätzlich, erledigt ihn allein aber nicht. Chemische Mittel, die im Hausgarten erlaubt sind, töten meist nur die Blätter – der Giersch treibt aus den Rhizomen wieder aus.

Dichter Bestand von Giersch mit seinen dreiteiligen Blättern
Dichter Bestand von Giersch mit seinen dreiteiligen Blättern

Giersch sicher erkennen

Giersch (Aegopodium podagraria) ist ein heimischer Doldenblütler und wächst in Europa und weiten Teilen Asiens. Er wird 30–100 cm hoch, bleibt im Beet aber meist als dichter, rund kniehoher Blätterteppich. Sichere Erkennungsmerkmale:

  • Blätter: Jedes Blatt teilt sich in drei Abschnitte, die sich wiederum in drei Fiederblättchen teilen. Daher der alte Merksatz „dreimal drei“.
  • Stängel: Der Blattstiel ist im Querschnitt deutlich dreikantig und auf einer Seite rinnig.
  • Blüte: Von Juni bis Juli erscheinen weiße Doldenblüten auf höheren Stängeln.
  • Geruch: Zerriebene Blätter riechen würzig, ein wenig nach Petersilie und Möhre.

Die Merkmale sind wichtig, weil es giftige Doldenblütler gibt, die jungen Pflanzen ähneln können. Wer Giersch essen möchte, sollte ihn sicher bestimmen können.

Warum Giersch so hartnäckig ist

Das Geheimnis liegt unter der Erde. Giersch bildet ein dichtes Netz aus weißen, fleischigen Rhizomen, die knapp unter der Oberfläche waagerecht wachsen, meist in den oberen 10–20 cm. Aus jedem Stück mit einem Knoten kann eine neue Pflanze entstehen. Hinzu kommen Samen, die nach der Blüte reifen und sich ausbreiten.

Giersch mag humusreiche, nährstoffreiche und eher feuchte Böden im Halbschatten, also genau die Bedingungen unter Sträuchern, Hecken und am Gehölzrand. Dort bildet er rasch geschlossene Teppiche und verdrängt schwächere Stauden. Oft wandert er vom Nachbargrundstück oder mit Pflanzen aus fremden Gärten ein – ein Staudenballen mit ein paar Rhizomstückchen reicht.

Methode 1: Ausgraben und aussieben

Auf kleinen und mittleren Flächen ist das Ausgraben die gründlichste Methode.

  1. Bei feuchtem, lockerem Boden arbeiten. Nach einem Regen lassen sich die Rhizome leichter herausziehen, ohne zu reißen.
  2. Grabegabel statt Spaten verwenden. Ein Spaten zerschneidet die Rhizome in viele Stücke, von denen jedes wieder austreibt. Mit der Gabel lockern Sie die Erde und ziehen die Ausläufer als Ganzes heraus.
  3. Erde aussieben oder durchsuchen. Nehmen Sie Scholle für Scholle in die Hand und klauben Sie auch kleine weiße Stücke heraus.
  4. Stauden auslichten. Wächst Giersch in einem bestehenden Staudenbeet, graben Sie die Stauden aus, befreien deren Wurzelballen vom Giersch und setzen sie nach der Bodenreinigung wieder ein.
  5. Nacharbeiten. In den folgenden Wochen tauchen einzelne neue Blätter auf. Stechen Sie diese sofort mit der Wurzel aus, bevor sie sich wieder verzweigen.

Wichtig ist: Halbe Sachen machen es schlimmer. Wer den Giersch nur oberflächlich umgräbt, zerteilt die Rhizome und vermehrt ihn. Die Wurzelreste gehören in die Biotonne, nicht auf den eigenen Kompost, wo sie wieder austreiben können.

Methode 2: lichtdicht abdecken

Für große Flächen oder Bereiche, die gerade nicht bepflanzt werden müssen, ist das Abdecken die bequemere Methode. Giersch braucht Licht, und nach einer Saison ohne Blätter sind die Rhizome erschöpft.

  • Schneiden Sie den Bewuchs im Frühjahr bodennah ab.
  • Decken Sie die Fläche lückenlos mit dicker Pappe in mehreren Lagen oder mit lichtdichter Folie ab. Überlappen Sie die Bahnen großzügig.
  • Beschweren Sie die Abdeckung mit Steinen, Brettern oder einer Schicht Rindenmulch, damit sie nicht verrutscht.
  • Lassen Sie die Abdeckung mindestens eine ganze Vegetationsperiode, besser ein volles Jahr liegen.

Ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies allein genügt nicht, weil Giersch darunter an den Rändern und durch Pflanzlöcher hervorkommt. In Verbindung mit einer Mulchschicht verlangsamt es ihn aber deutlich. Worauf Sie bei Mulch achten sollten, steht unter Rindenmulch im Garten richtig verwenden.

Methode 3: ständig abschneiden

Wo Ausgraben nicht möglich ist, etwa zwischen den Wurzeln von Bäumen, bleibt das Aushungern. Mähen oder schneiden Sie den Giersch alle zwei bis drei Wochen bodennah ab, die gesamte Saison über. Jeder Neuaustrieb verbraucht Reserven aus den Rhizomen. Nach ein bis zwei Jahren ist der Bestand merklich schwächer. Das Verfahren ist zeitaufwendig, schont aber die Gehölzwurzeln. Auf Rasenflächen erledigt sich Giersch durch häufiges Mähen oft von selbst.

Kartoffeln und starke Nachbarn

Auf neu angelegten Flächen hat sich ein Jahr Kartoffelanbau bewährt. Die Pflanzen beschatten den Boden, und beim häufigen Anhäufeln und bei der Ernte wird die Erde mehrfach durchgearbeitet – dabei lassen sich Gierschrhizome gleich mit herausziehen. Die Kartoffel selbst vertreibt den Giersch nicht, es ist die Bodenbearbeitung, die wirkt.

Dauerhaft helfen konkurrenzstarke Pflanzen, die den Boden geschlossen bedecken: dichte Bodendecker, großblättrige Stauden oder eine Rasenfläche. Anregungen finden Sie unter Auswahl der besten Bodendecker. Gegen Nachschub vom Nachbargrundstück hilft eine senkrecht eingegrabene Rhizomsperre aus Kunststoff, rund 30 cm tief.

Helfen Unkrautvernichter gegen Giersch?

Nur eingeschränkt. Für den Haus- und Kleingarten zugelassene Herbizide wirken meist als Kontaktmittel, etwa auf Basis von Pelargonsäure: Die Blätter sterben ab, die Rhizome treiben nach einigen Wochen wieder aus. Man müsste also wiederholt behandeln und würde dabei auch benachbarte Pflanzen treffen. Mittel mit systemischer Wirkung bis in die Wurzeln sind für private Anwender stark eingeschränkt.

Wenn Sie ein Herbizid einsetzen, dann nur ein ausdrücklich für den Haus- und Kleingarten zugelassenes Mittel und genau nach Gebrauchsanweisung. Auf Wegen, Einfahrten und anderen befestigten Flächen ist jede Anwendung verboten – auch mit Essig oder Salz. Mehr zu Alternativen lesen Sie unter Rasen ohne Unkraut und Kiesflächen im Garten sauber halten.

Mit dem Giersch leben

Ganz ehrlich: In einem Garten mit Gierschnachbarn ist eine vollständige Beseitigung selten dauerhaft. Oft ist es klüger, ihn aus Gemüse- und Staudenbeeten fernzuhalten und ihm unter großen Gehölzen einen Streifen zu überlassen. Schneiden Sie dort die Blüten vor der Samenreife ab, damit er sich nicht weiter aussät.

Giersch ist zudem ein altes Wildgemüse. Die jungen, noch glänzenden Blätter schmecken im Salat, in Kräuterquark oder wie Spinat gedünstet. In der Volksheilkunde wurde er traditionell bei Gicht und Rheuma verwendet, worauf auch der Name podagraria verweist; belegt ist eine Wirkung nicht. Wer ihn isst, bekämpft ihn immerhin ein bisschen mit.

Häufige Fragen

Was ist das beste Mittel gegen Giersch?

Das beste Mittel ist Ausdauer: Rhizome vollständig ausgraben oder die Fläche ein Jahr lang lichtdicht abdecken. Herbizide für den Hausgarten erfassen die Rhizome kaum und bringen nur vorübergehend Ruhe.

Wie lange muss man Giersch abdecken?

Mindestens eine volle Saison, am besten ein ganzes Jahr. Kürzere Zeiträume schwächen die Rhizome, töten sie aber nicht sicher ab.

Darf Giersch auf den Kompost?

Blätter ohne Blüten und Samen ja. Rhizome und samentragende Blütenstände gehören in die Biotonne, weil sie im Gartenkompost überleben können.

Kommt Giersch nach dem Ausgraben wieder?

Fast immer tauchen einzelne Triebe aus übersehenen Rhizomstückchen auf. Wer diese in den ersten Wochen konsequent aussticht, bekommt die Fläche aber in den Griff.

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