Im Januar: Sitkafichtenläuse erkennen und bekämpfen

Inhalt9 Abschnitte
- Was die Sitkafichtenlaus ist
- Welche Nadelbäume befallen werden
- Das Schadbild: gelbe Flecken, braune Nadeln, kahle Zweige
- Wie gefährlich der Befall ist
- Die Klopfprobe: so weisen Sie die Läuse nach
- Die Sitkafichtenlaus bekämpfen
- Vorbeugen: gesunde Fichten werden seltener befallen
- Verwechslungen: andere Ursachen für braune Nadeln
- Häufige Fragen
Die Sitkafichtenlaus ist einer der wenigen Schädlinge, die ausgerechnet im Winter aktiv sind. Deshalb ist der Januar die richtige Zeit, um Fichten auf sie zu kontrollieren: Mit einer einfachen Klopfprobe finden Sie die winzigen grünen Läuse, lange bevor im Frühjahr die Nadeln braun werden und abfallen. Wer zwischen Herbst und März regelmäßig klopft und bei Befall rechtzeitig behandelt, erspart seinen Fichten kahle Zweige, die nie wieder zuwachsen.
Was die Sitkafichtenlaus ist
Die Sitkafichtenlaus (Elatobium abietinum), auch Fichtenröhrenlaus genannt, ist eine Blattlaus, die sich auf Fichten spezialisiert hat. Sie ist nur etwa 1–2 mm groß, grün gefärbt und hat auffallend rote Augen, die man mit einer Lupe gut erkennt. Sie sitzt vor allem auf der Unterseite älterer Nadeln und saugt dort Pflanzensaft.
Anders als die meisten Blattläuse ist sie auf kühles Wetter eingestellt. Sie vermehrt sich im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr, solange es mild ist. In milden Wintern vermehren sich die Tiere ungeschlechtlich und bringen lebende Junge zur Welt, sodass die Zahl innerhalb weniger Wochen stark ansteigen kann. Längere starke Fröste dagegen dezimieren die Läuse. Nach einem milden Winter ist deshalb im Frühjahr mit besonders starken Schäden zu rechnen.
Welche Nadelbäume befallen werden
Besonders gefährdet sind Fichten, die nicht aus Mitteleuropa stammen:
- Stechfichte (Picea pungens), einschließlich der beliebten Blaufichte
- Sitkafichte (Picea sitchensis), nach der die Laus benannt ist
- Serbische Fichte oder Omorika (Picea omorika)
- Zuckerhutfichte (Picea glauca ‘Conica’) und andere Formen der Weißfichte
Die heimische Gemeine Fichte oder Rotfichte (Picea abies) wird seltener und meist schwächer befallen. Tannen und Douglasien werden nur ausnahmsweise besiedelt, Kiefern praktisch nie. Braune Nadeln an diesen Arten haben fast immer andere Ursachen.
Das Schadbild: gelbe Flecken, braune Nadeln, kahle Zweige
Die Schäden werden meist erst im Frühjahr sichtbar, also Wochen nachdem die Läuse gesaugt haben. Typisch ist folgender Verlauf:
- Gelbe Flecken oder Bänder auf den Nadeln, zunächst an den Einstichstellen.
- Die Nadeln verfärben sich gelbbraun bis braun.
- Sie fallen ab, oft schon bei leichter Berührung.
Der Befall beginnt im Inneren der Krone an den älteren Nadeljahrgängen und im unteren Bereich des Baums. Von dort breitet er sich nach außen und oben aus. Der frische Austrieb des laufenden Jahres bleibt meist verschont, denn wenn er im Mai erscheint, geht die Population der Läuse bereits zurück. Das Ergebnis ist ein typisches Bild: außen grüne Triebspitzen, innen kahle, braune Zweige.
Klebrigen Honigtau und Rußtau, wie man sie von anderen Blattläusen kennt, finden Sie bei der Sitkafichtenlaus kaum. Die Tiere scheiden zwar zuckerhaltige Tröpfchen aus, schleudern sie aber von sich weg. Auch Ameisen, die sonst Läusekolonien anzeigen, fehlen meist.
Wie gefährlich der Befall ist
Ein einzelner Befall bringt eine gesunde Fichte meist nicht um. Das Problem ist, dass Fichten an kahlen Zweigabschnitten keine neuen Nadeln bilden. Verlorene Nadeln wachsen nicht nach, der Baum verkahlt von innen, und nach mehreren starken Befallsjahren hintereinander kann er so geschwächt sein, dass er abstirbt oder durch weitere Schädlinge wie Borkenkäfer den Rest bekommt. Für Ziergehölze ist schon ein Jahr mit starkem Befall ein dauerhafter optischer Schaden.
Die Klopfprobe: so weisen Sie die Läuse nach
Die Klopfprobe ist die sicherste Methode, einen Befall früh zu erkennen:
- Einen älteren Zweig auswählen, am besten im unteren Kronenbereich und auf der Schattenseite.
- Ein weißes Blatt Papier oder ein helles Tuch darunter halten oder auf den Boden legen.
- Kräftig klopfen, etwa mit einem Besenstiel, oder den Zweig mehrmals schütteln.
- Auszählen. Die herabgefallenen grünen Läuse sind auf dem hellen Untergrund gut zu sehen, eine Lupe hilft.
Führen Sie die Probe von Oktober bis März etwa alle zwei bis vier Wochen an mehreren Zweigen durch, nach milden Wochen öfter. Finden Sie je Zweig mehr als etwa fünf Läuse, sollten Sie handeln. Bei Werten darunter reicht es, weiter zu beobachten.
Die Sitkafichtenlaus bekämpfen
Im Winter fehlen die natürlichen Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen noch weitgehend. Wer einen stärkeren Befall feststellt, muss deshalb selbst eingreifen, und zwar vor dem Frühjahr, solange die Schäden noch nicht sichtbar sind.
Geeignet sind zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl aus dem Fachhandel. Sie wirken durch direkten Kontakt: Die Seife löst die Wachsschicht der Läuse auf, das Öl verklebt ihre Atemöffnungen. Beide Wirkstoffe gelten als schonend für die meisten Nützlinge.
Worauf es bei der Anwendung ankommt:
- Gründlich spritzen, vor allem ins Innere der Krone und auf die Nadelunterseiten. Was nicht getroffen wird, überlebt.
- An frostfreien Tagen behandeln, bei Temperaturen über etwa 5–10 °C, damit das Mittel wirkt und nicht auf den Nadeln gefriert. Genauere Angaben stehen in der Gebrauchsanweisung.
- Wiederholen: Meist sind zwei Behandlungen im Abstand von ein bis zwei Wochen nötig. Danach mit einer weiteren Klopfprobe den Erfolg prüfen.
- Hinweise zum Mittel beachten. Manche Öl- oder Seifenpräparate können bei blau bereiften Fichten den Wachsbelag vorübergehend angreifen, sodass die Nadeln grüner erscheinen. Probieren Sie das Mittel bei Blaufichten zunächst an einem Zweig.
Bei sehr großen Bäumen, die Sie nicht vollständig erreichen, ist ein Fachbetrieb für Baumpflege die bessere Wahl.
Vorbeugen: gesunde Fichten werden seltener befallen
Geschwächte Bäume leiden stärker. Fichten sind Flachwurzler und reagieren empfindlich auf Trockenheit. Gießen Sie sie in trockenen Sommern und Herbsten durchdringend, damit sie gut versorgt in den Winter gehen. Staunässe schadet ebenso. Eine Mulchschicht aus Nadelstreu oder Rindenmulch hält den Boden gleichmäßig feucht, mehr dazu im Beitrag Rindenmulch im Garten richtig verwenden. Mit Stickstoff sollten Sie sparsam umgehen, weil üppig gedüngte Nadeln für saugende Insekten attraktiver sind.
Fördern Sie außerdem Nützlinge, die im Frühjahr die Restbestände dezimieren. Ein Insektenhotel im Garten, heimische Blühpflanzen und der Verzicht auf breit wirkende Insektizide helfen Marienkäfern, Florfliegen und Schlupfwespen. Wer neu pflanzt, kann weniger anfällige Nadelgehölze wählen; Anregungen gibt der Beitrag Immergrüne Pflanzen.
Verwechslungen: andere Ursachen für braune Nadeln
Braune Nadeln an Fichten können auch andere Gründe haben: Trockenschäden nach heißen Sommern, Frosttrocknis im Spätwinter, wenn der Boden gefroren ist und die Sonne scheint, Nadelpilze oder Spinnmilben, die vor allem an der Zuckerhutfichte feine Gespinste und fahl gesprenkelte Nadeln hinterlassen. Die Klopfprobe bringt Klarheit: Fallen grüne Läuse mit roten Augen herunter, ist die Sitkafichtenlaus der Übeltäter. Zu Spinnmilben lesen Sie mehr unter Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben, zu Nadelgehölzen allgemein unter Thuja: Schädlinge und Krankheiten.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zur Bekämpfung der Sitkafichtenlaus?
Zwischen Herbst und Frühjahr, sobald die Klopfprobe einen stärkeren Befall zeigt. Ideal ist eine Behandlung an milden, frostfreien Tagen im Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor die Nadeln braun werden.
Wachsen die braunen Nadeln wieder grün nach?
Nein. Abgeworfene Nadeln ersetzt die Fichte nicht, kahle Zweigabschnitte bleiben kahl. Nur neue Triebe an den Spitzen bilden frische Nadeln.
Welche Hausmittel helfen gegen die Sitkafichtenlaus?
Wirksam und für den Hausgarten zugelassen sind Präparate auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl. Selbst angerührte Mischungen sind rechtlich nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen und schwer zu dosieren.
Wird die Rotfichte auch befallen?
Seltener als Blaufichte, Omorika oder Sitkafichte, aber nicht nie. Tannen und Douglasien werden nur ausnahmsweise befallen.



