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Garten-Ratgeber

Im April ist Pflanzzeit für Gladiolen

Gartenkalendervon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Blühende Gladiolen in Violett und Rot im Garten
Blühende Gladiolen in Violett und Rot im Garten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief: Gladiole
  2. Knolle, nicht Zwiebel
  3. Der richtige Standort
  4. Pflanztiefe und Abstand
  5. Gestaffelt pflanzen für lange Blüte
  6. Pflege: gießen, stützen, düngen
  7. Krankheiten und Schädlinge
  8. Die Knollen überwintern
  9. Kombinieren im Beet
  10. Häufige Fragen

Gladiolen werden ab Mitte April bis Anfang Juni gepflanzt, sobald der Boden abgetrocknet ist und sich auf etwa 10 °C erwärmt hat. Die Knollen treiben erst nach einigen Wochen aus, deshalb schadet ein Frühjahrsfrost ihnen meist nicht, den jungen Blättern über der Erde aber schon. Wer im Abstand von zwei bis drei Wochen mehrere Portionen setzt, hat vom Hochsommer bis in den Herbst hinein Blüten für Beet und Vase.

Steckbrief: Gladiole

Botanischer NameGladiolus, Gartenformen meist als Gladiolus × hortulanus zusammengefasst
FamilieSchwertliliengewächse (Iridaceae)
Wuchshöheje nach Sorte etwa 50–150 cm
BlütezeitJuli bis September, je nach Pflanztermin
PflanzzeitMitte April bis Anfang Juni
Standortsonnig, warm, windgeschützt
Bodenlocker, durchlässig, humos, schwach sauer bis neutral
Winterhärtegroßblumige Sorten nicht winterhart, Knollen frostfrei überwintern
Giftigkeitgilt als giftig, vor allem die Knollen; von Kindern und Haustieren fernhalten

Knolle, nicht Zwiebel

Gladiolen werden oft Blumenzwiebeln genannt, tatsächlich wachsen sie aus einer Knolle, einem verdickten Sprossstück mit einer trockenen Hülle. Im Laufe des Sommers bildet sich über der alten Knolle eine neue, die alte vertrocknet. Rund um die neue Knolle entstehen außerdem viele kleine Brutknöllchen. Das ist für die Pflege wichtig: Die Kraft für die Blüte im nächsten Jahr sammelt die Pflanze nach der Blüte über ihre Blätter in der neuen Knolle. Wer das Laub früh abschneidet, bekommt im Folgejahr schwache Pflanzen.

Kaufen Sie feste, pralle Knollen ohne weiche, dunkle oder eingesunkene Stellen. Große Knollen bringen kräftigere Blütenstiele, kleinere blühen oft später und schwächer.

Der richtige Standort

Gladiolen stammen überwiegend aus Südafrika und dem Mittelmeerraum. Sie brauchen einen vollsonnigen, warmen Platz, im Halbschatten werden die Stiele dünn und kippen um. Ein Standort, der etwas vor Wind geschützt ist, erspart später Arbeit beim Stützen. Der Boden soll locker und durchlässig sein. Schwere, nasse Böden sind ungünstig, weil die Knollen darin leicht faulen. Lockern Sie das Beet deshalb tief und arbeiten Sie bei Lehmboden groben Sand und Kompost ein; auf sehr leichten Böden hilft Kompost, Wasser und Nährstoffe zu halten.

Einen besonderen pH-Wert brauchen Gladiolen nicht, schwach sauer bis neutral ist ideal. Kalken Sie nur, wenn eine Bodenprobe einen deutlich zu niedrigen Wert zeigt – Hinweise dazu stehen unter Gartenboden mit Kalk verbessern. Frischen Mist sollten Sie nicht einarbeiten, er fördert Knollenfäule. Wechseln Sie außerdem den Standort nach einigen Jahren, damit sich keine Krankheitserreger im Boden anreichern.

Pflanztiefe und Abstand

Die Faustregel lautet: etwa 10–15 cm tief, bei großen Knollen eher tiefer. Das entspricht ungefähr der dreifachen Knollenhöhe und gibt den hohen Stielen Halt. Auf lockerem Sandboden setzen Sie die Knollen eher etwas tiefer, auf schwerem Boden etwas flacher. Kleinere Wildarten und Zwerggladiolen kommen mit 6–8 cm aus.

Der Abstand zwischen den Knollen liegt bei etwa 10–15 cm. Gladiolen wirken in Gruppen von fünf bis zehn Stück einer Sorte deutlich besser als einzeln oder in einer langen Reihe. Für die Vase lohnt eine eigene Reihe im Gemüsegarten, dann muss das Zierbeet nicht geplündert werden. Legen Sie die Knollen mit der Spitze nach oben und der flachen Wurzelseite nach unten ins Pflanzloch.

Gestaffelt pflanzen für lange Blüte

Von der Pflanzung bis zur Blüte vergehen je nach Sorte und Wetter etwa zehn bis vierzehn Wochen. Pflanzen Sie deshalb nicht alle Knollen auf einmal, sondern ab Mitte April alle zwei bis drei Wochen eine Portion, zuletzt Anfang Juni. So haben Sie von Juli bis in den September hinein laufend frische Blüten. In rauen Lagen beginnen Sie erst Anfang Mai. Später als Anfang Juni zu pflanzen lohnt kaum noch, denn dann blühen die Pflanzen erst kurz vor dem Frost und die neuen Knollen reifen nicht mehr richtig aus.

Pflege: gießen, stützen, düngen

Nach dem Pflanzen werden die Knollen angegossen, danach halten Sie den Boden gleichmäßig leicht feucht, ohne dass Wasser steht. Besonders in der Zeit, in der sich die Blütenähren bilden, brauchen Gladiolen ausreichend Wasser. Eine dünne Mulchschicht hält den Boden feucht.

Hohe Sorten sollten Sie frühzeitig an einem Stab festbinden oder zwischen Schnüren führen, sobald sich der Blütenstiel zeigt. Ein Anhäufeln der Erde um den Stängel gibt zusätzlich Halt. Wurde das Beet vor der Pflanzung mit Kompost versorgt, reicht meist eine Nachdüngung mit einem kaliumbetonten Blumendünger, wenn die Blätter etwa handhoch sind. Zu viel Stickstoff macht die Pflanzen weich und anfällig.

Für die Vase schneiden Sie die Stiele, wenn die untersten ein bis zwei Blüten geöffnet sind; die übrigen Knospen blühen in der Vase nach. Lassen Sie dabei mindestens vier Blätter an der Pflanze stehen, damit die neue Knolle genug Nahrung bekommt. Im Beet schneiden Sie verblühte Stiele ab, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt.

Krankheiten und Schädlinge

Der wichtigste Schädling ist der Gladiolenthrips, ein winziges Insekt, das an Blättern und Blüten saugt. Befallene Blätter zeigen silbrige Streifen, Blüten bleiben verkrüppelt oder öffnen sich nicht richtig. Die Tiere überwintern gern an den gelagerten Knollen. Sortieren Sie deshalb beim Einlagern und vor dem Pflanzen alle Knollen mit rauen, verkrusteten Stellen aus. Bei starkem Befall im Beet kommen nur für Zierpflanzen zugelassene Mittel nach Gebrauchsanweisung in Frage; oft ist es sinnvoller, befallene Pflanzen zu entfernen.

Knollenfäule durch Pilze zeigt sich an vergilbenden Blättern und weichen, verfärbten Knollen. Sie wird durch nassen, schweren Boden und durch zu frühes Einlagern feuchter Knollen gefördert. Schnecken fressen gern am jungen Austrieb, Wühlmäuse an den Knollen.

Die Knollen überwintern

Großblumige Gladiolen sind bei uns nicht winterhart. Graben Sie die Knollen im Oktober aus, spätestens wenn der erste Frost das Laub geschädigt hat. Schneiden Sie das Laub auf wenige Zentimeter zurück und lassen Sie die Knollen an einem luftigen, frostfreien Ort zwei bis drei Wochen abtrocknen. Danach lässt sich die alte, vertrocknete Mutterknolle leicht abdrehen. Lagern Sie die neuen Knollen trocken, luftig und kühl bei etwa 5–10 °C, etwa in Kisten oder Papiertüten. Die Brutknöllchen können Sie getrennt aufbewahren und im Frühjahr enger in ein Anzuchtbeet setzen; bis sie blühen, vergehen meist zwei Jahre.

Einige kleinblumige Arten wie die Byzantinische Gladiole (Gladiolus communis) sind in milden Lagen mit Winterschutz winterhart und können im Boden bleiben. Sie werden meist schon im Herbst gepflanzt.

Kombinieren im Beet

Gladiolen haben von unten wenig Laub, ihre Stärke sind die Blütenähren. Pflanzen Sie sie deshalb hinter halbhohe Stauden oder Sommerblumen wie Schleierkraut, Zinnien, Verbenen oder Ziergräser, die den kahlen Fuß verdecken. Dahlien sind wegen der ähnlichen Ansprüche und Pflanzzeit gute Partner – mehr dazu im Beitrag Dahlien – Vielfalt und Farbrausch im Garten. Was im April sonst noch gepflanzt werden kann, zeigt Was kann man im April pflanzen?, und die übrigen Arbeiten des Monats stehen unter Wichtige Gartenarbeiten im April.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Pflanzzeit für Gladiolen?

Ab Mitte April bis Anfang Juni, wenn der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist. In rauen Lagen beginnen Sie Anfang Mai.

Wie tief pflanzt man Gladiolen?

Etwa 10–15 cm tief, also rund die dreifache Knollenhöhe. Zu flach gesetzte Gladiolen kippen leicht um.

Kann man Gladiolen im Boden überwintern?

Die großblumigen Gartensorten nicht, sie erfrieren. Die Knollen werden im Herbst ausgegraben und frostfrei gelagert. Nur einige kleinblumige Arten überstehen milde Winter im Boden.

Welche Blumen kann man im April außerdem pflanzen?

Stauden, Ziergräser und robuste Einjährige als Direktsaat. Dahlien und frostempfindliche Sommerblumen folgen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.

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