Kaffeepflanzen im Kübel ziehen
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Die Kaffeepflanze (Coffea arabica) ist eine dekorative, immergrüne Zimmerpflanze mit glänzenden Blättern, die im Sommer auch auf Balkon oder Terrasse stehen darf. Sie braucht einen hellen Platz ohne pralle Mittagssonne, gleichmäßige Wärme um 20 °C, leicht feuchte Erde und hohe Luftfeuchtigkeit. Nach drei bis fünf Jahren blüht sie und setzt bei guter Pflege sogar ein paar Kaffeekirschen an – für eine Tasse Kaffee reicht die Ernte allerdings selten.

Steckbrief der Kaffeepflanze
| Botanischer Name | Coffea arabica, Familie Rötegewächse (Rubiaceae) |
| Herkunft | Bergwälder Äthiopiens |
| Wuchshöhe im Topf | meist 1–1,5 m, mit Rückschnitt beliebig kleiner |
| Blüte | weiß, duftend, an älteren Pflanzen meist im Frühjahr oder Sommer |
| Standort | hell, ohne pralle Mittagssonne |
| Temperatur | 18–25 °C, im Winter nicht unter 15 °C |
| Substrat | humos, durchlässig, leicht sauer (etwa pH 5–6) |
| Giftigkeit | Blätter und Früchte enthalten Koffein; für Haustiere ungeeignet |
Herkunft und Eigenheiten
In ihrer Heimat, den Bergwäldern Äthiopiens, wächst die Arabica-Kaffeepflanze als Strauch im Unterholz: im lichten Schatten großer Bäume, bei mildem, ausgeglichenem Klima und hoher Luftfeuchtigkeit. Genau diese Bedingungen sollten Sie nachahmen. Große Hitze, pralle Sonne, trockene Heizungsluft und kalte Zugluft mag sie nicht.
Für die Zimmerkultur wird fast immer Arabica angeboten, gelegentlich auch die kompakte Zwergform ‘Nana’. Arabica ist selbstfruchtbar, schon eine einzige Pflanze kann also Früchte ansetzen. Die Blüten erscheinen in den Blattachseln, sind reinweiß und duften intensiv nach Jasmin. Aus ihnen entwickeln sich grüne Beeren, die in sieben bis neun Monaten über Gelb nach Rot reifen und je zwei Samen enthalten – die Kaffeebohnen.
Der richtige Standort im Haus
Ideal ist ein heller Platz an einem Ost- oder Westfenster. Am Südfenster braucht die Pflanze im Sommer Schutz vor der Mittagssonne, etwa durch eine Gardine. Zu dunkel darf es aber nicht sein, sonst wächst sie lang und blüht nicht. Die Temperatur sollte ganzjährig zwischen 18 und 25 °C liegen, im Winter sind etwas kühlere 15–18 °C in Ordnung. Unter 12 °C wird es für die Pflanze kritisch. Vermeiden Sie Standorte über der Heizung und in der Nähe von häufig geöffneten Türen.
Im Sommer ins Freie
Von Juni bis August darf die Kaffeepflanze nach draußen, wenn auch die Nächte zuverlässig über 15 °C bleiben. Gewöhnen Sie sie langsam an das Freiland: zuerst eine Woche in den Schatten, dann in den lichten Halbschatten. Direkte Mittagssonne verbrennt die Blätter auch nach der Eingewöhnung, sie bekommen dann braune, trockene Flecken. Tipps dazu gibt der Beitrag Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern. Ein geschützter Platz ohne Wind und Starkregen ist ideal. Sobald die Nachttemperaturen im Spätsommer wieder unter 15 °C sinken, kommt sie zurück ins Haus.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Die Erde sollte gleichmäßig leicht feucht, aber nie nass sein. Gießen Sie, sobald die oberste Schicht angetrocknet ist, am besten mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser wie Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser. Überschüssiges Wasser im Untersetzer wird nach einer Viertelstunde weggegossen, denn Staunässe lässt die Wurzeln faulen. Im Winter gießen Sie etwas weniger, ohne den Ballen austrocknen zu lassen.
Die hohe Luftfeuchtigkeit, die Kaffee gewohnt ist, ist in beheizten Wohnungen das größte Problem. Braune Blattspitzen und -ränder sind das typische Zeichen für zu trockene Luft. Abhilfe schaffen ein Luftbefeuchter, eine Schale mit Wasser und Kies unter dem Topf oder das gelegentliche Besprühen mit kalkarmem Wasser. Auch ein Standort in einem hellen Badezimmer kann gut funktionieren, wie der Beitrag Pflanzen für Küche und Bad zeigt.
Erde, Düngen und Umtopfen
Kaffee mag humose, durchlässige und leicht saure Erde. Gut geeignet ist hochwertige Kübelpflanzenerde, gemischt mit etwas Rhododendronerde und einem Anteil Blähton oder Perlite. Welche Erde wofür taugt, erklärt der Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen. Frisch getopfte Pflanzen haben für etwa zwei Monate genug Nährstoffe. Danach düngen Sie von März bis September alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen in halber Dosierung. Kalk mag die Pflanze nicht; ein ausgeprägtes Vergilben junger Blätter bei grünen Adern kann auf Eisenmangel durch zu kalkhaltiges Gießwasser hinweisen.
Umgetopft wird im Frühjahr, bei jungen Pflanzen jährlich, bei älteren alle zwei bis drei Jahre, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen. Der neue Topf muss ein Abzugsloch haben und nur wenig größer sein als der alte.
Schnitt
Ein Schnitt ist nicht nötig, wird die Pflanze aber zu groß oder zu sparrig, verträgt sie ihn gut. Kürzen Sie im Frühjahr zu lange Triebe über einem Blattpaar ein. Die Pflanze verzweigt sich dann und wird buschiger. Beachten Sie aber, dass Blüten an den seitlichen Zweigen entstehen: Wer zu viel wegschneidet, verschiebt die Blüte um ein Jahr.
Kaffeepflanzen selbst ziehen
Aus gekauften Kaffeebohnen wächst nichts – gerösteter Kaffee ist tot, und auch grüne Rohkaffeebohnen sind meist zu alt oder zu stark getrocknet. Keimfähig sind frische Samen aus reifen Kaffeekirschen oder spezielles Saatgut. Entfernen Sie das Fruchtfleisch, weichen Sie die Samen einen Tag in lauwarmem Wasser ein und legen Sie sie mit der flachen Seite nach unten etwa 1 cm tief in Anzuchterde. Bei rund 25 °C und gleichbleibender Feuchte, am besten unter einer Haube, keimen sie nach vier bis acht Wochen, manchmal noch später. Sobald die Sämlinge zwei bis drei Blattpaare haben, kommen sie einzeln in kleine Töpfe. Stecklinge sind ebenfalls möglich, wurzeln aber nur bei hoher Bodenwärme und Luftfeuchte zuverlässig.
Blätter fallen ab: Ursachen und Abhilfe
Die Kaffeepflanze zeigt schnell, wenn ihr etwas fehlt. Einzelne ältere Blätter, die gelb werden und abfallen, sind normal. Verliert sie viele Blätter, liegt es meist an einem dieser Punkte:
- Staunässe: Die Erde riecht muffig, die Wurzeln sind braun und weich. Pflanze austopfen, faule Wurzeln abschneiden, in frische Erde setzen und sparsamer gießen. Mehr dazu im Beitrag über Wurzelfäule.
- Trockenheit: Der Ballen ist ausgetrocknet, die Blätter hängen schlaff.
- Kälte oder Zugluft: Die Blätter werden schwarz oder fallen plötzlich ab.
- Lichtmangel: vor allem im Winter an einem zu dunklen Platz.
Unter trockener Heizungsluft machen sich gern Spinnmilben breit, erkennbar an feinen Gespinsten und hell gesprenkelten Blättern, außerdem Woll- und Schildläuse. Duschen Sie die Pflanze lauwarm ab, erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit und entfernen Sie Läuse mechanisch. Bei starkem Befall helfen Raubmilben oder ein für Zimmerpflanzen zugelassenes Mittel. Hinweise dazu stehen im Beitrag Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.
Ernte und Verarbeitung
Reife Kaffeekirschen sind tiefrot und geben auf leichten Druck nach. Das süßliche Fruchtfleisch wird entfernt, die Bohnen werden gewaschen, einige Wochen luftig getrocknet, dann von der Pergamenthaut befreit und in einer Pfanne oder im Backofen geröstet. Die Menge von einer Zimmerpflanze reicht eher für ein Experiment als für den Vorrat – der Reiz liegt im Selbermachen. Was man mit dem Satz des gekauften Kaffees anfangen kann, verrät der Beitrag Kaffeesatz als Dünger verwenden.
Häufige Fragen
Wie alt muss eine Kaffeepflanze sein, damit sie blüht?
In der Regel drei bis fünf Jahre. Voraussetzung sind viel Licht, gleichmäßige Wärme und eine Pflanze, die nicht ständig umgestellt wird.
Darf die Kaffeepflanze im Sommer nach draußen?
Ja, wenn die Nächte über 15 °C liegen. Sie braucht dort einen hellen, aber vor der Mittagssonne geschützten Platz und muss langsam an das Licht gewöhnt werden.
Warum bekommt meine Kaffeepflanze braune Blätter?
Braune Spitzen und Ränder deuten auf zu trockene Luft, braune Flecken auf der Blattfläche auf Sonnenbrand. Werden die Blätter schwarz, war es meist zu kalt.
Ist die Kaffeepflanze giftig?
Blätter und Früchte enthalten Koffein. Für Menschen ist das in üblichen Mengen kein Problem, Hunde und Katzen reagieren aber empfindlich darauf. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite von Haustieren.



