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Garten-Ratgeber

Kaffeesatz als Dünger verwenden

Gartenpflegevon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was im Kaffeesatz steckt
  2. Macht Kaffeesatz den Boden sauer?
  3. Welche Pflanzen profitieren
  4. Für Aussaat und Jungpflanzen besser nicht
  5. So sammeln und trocknen Sie Kaffeesatz
  6. Anwenden: drei Wege
  7. Hilft Kaffeesatz gegen Schädlinge?
  8. Zimmer-, Kübel- und Balkonpflanzen
  9. Häufige Fragen

Kaffeesatz ist ein brauchbarer, milder Dünger, aber kein Wundermittel. Er liefert vor allem etwas Stickstoff und Kalium, verbessert in kleinen Mengen die Bodenstruktur und eignet sich am besten als dünne, eingearbeitete Beigabe oder als Zutat für den Kompost. Wer ihn getrocknet und sparsam einsetzt, tut Beeten und Kübeln etwas Gutes; wer ihn dick auf die Erde schüttet, bekommt eher Schimmel als Wachstum.

Frischer Kaffeesatz in einem Siebträger
Frischer Kaffeesatz in einem Siebträger

Was im Kaffeesatz steckt

Beim Aufbrühen löst sich nur ein Teil der Inhaltsstoffe aus dem Kaffeepulver. Im Satz bleibt eine Menge organisches Material zurück, dazu Nährstoffe in kleinen Mengen. Der wichtigste ist Stickstoff, der Anteil liegt im Bereich von etwa zwei Prozent der Trockenmasse. Hinzu kommen Kalium, etwas Phosphor und Magnesium sowie Spurenelemente.

Das klingt nach viel, relativiert sich aber: Der Stickstoff ist organisch gebunden und wird erst nach und nach von Bodenlebewesen freigesetzt. Kaffeesatz wirkt deshalb langsam und schwach, ähnlich wie Kompost, und ersetzt bei hungrigen Pflanzen keinen richtigen Dünger. Sein eigentlicher Wert liegt darin, dass er Humus liefert und Regenwürmer anlockt, die ihn gern fressen und in den Boden ziehen.

Macht Kaffeesatz den Boden sauer?

Oft wird Kaffeesatz als Dünger für säureliebende Pflanzen empfohlen. Frisch gemahlener Kaffee ist tatsächlich leicht sauer, ein großer Teil der Säuren geht aber beim Aufbrühen ins Getränk über. Gebrauchter Kaffeesatz ist nur schwach sauer bis nahezu neutral und verändert den pH-Wert eines Gartenbodens in den üblichen Mengen kaum.

Für Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren oder Hortensien ist er deshalb eine willkommene organische Beigabe, aber kein Mittel, um einen kalkhaltigen Boden sauer zu machen. Auch blaue Hortensienblüten bekommen Sie damit allein nicht hin – dafür braucht es saure Erde und Aluminium, wie im Beitrag Hortensien pflanzen und richtig pflegen erklärt.

Welche Pflanzen profitieren

Grundsätzlich vertragen die meisten Garten- und Kübelpflanzen kleine Mengen Kaffeesatz. Besonders gut passt er zu:

  • Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azalee, Heidelbeere und Hortensie, die organisches Material und eine lockere Bodenstruktur schätzen.
  • Beerensträuchern wie Johannisbeere, Himbeere und Brombeere. Hier kann Kaffeesatz zusammen mit Kompost im Frühjahr unter die Mulchschicht.
  • Starkzehrendem Gemüse wie Tomaten, Gurken, Kürbis und Zucchini, allerdings nur als Ergänzung zu Kompost oder einem vollwertigen organischen Dünger.
  • Rosen, die eine humose Erde mögen.
  • Balkon- und Kübelpflanzen wie Geranien oder Fuchsien, wenn Sie den Satz beim Umtopfen unter frische Erde mischen.

Weniger geeignet ist Kaffeesatz für Pflanzen, die mageren, kalkhaltigen Boden bevorzugen, etwa Lavendel, viele Mittelmeerkräuter und Steingartenpflanzen. Sie brauchen keine zusätzlichen Nährstoffe und keinen Humus, der Feuchtigkeit hält.

Für Aussaat und Jungpflanzen besser nicht

Kaffeesatz enthält Koffein und andere Stoffe, die das Keimen und das Wachstum junger Pflanzen hemmen können. In Untersuchungen hat unkompostierter Kaffeesatz in größeren Mengen das Wachstum mancher Pflanzen eher gebremst als gefördert. Streuen Sie ihn deshalb nicht in Saatrillen und nicht an frisch gekeimte Sämlinge. Bei eingewachsenen Pflanzen und in kleinen Mengen spielt das keine Rolle, und im Kompost werden diese Stoffe abgebaut.

So sammeln und trocknen Sie Kaffeesatz

Frischer, feuchter Kaffeesatz schimmelt innerhalb weniger Tage. Wer ihn über Wochen sammeln will, muss ihn trocknen.

  1. Abkühlen lassen. Heißer Kaffeesatz gehört nicht an Pflanzen.
  2. Dünn ausbreiten. Verteilen Sie ihn auf einem Backblech, einem flachen Teller oder Zeitungspapier.
  3. Trocknen. An einem warmen, luftigen Ort oder auf der Heizung dauert das ein bis zwei Tage. Zwischendurch einmal umrühren.
  4. Offen lagern. Den trockenen Satz in einem offenen oder luftdurchlässigen Gefäß aufbewahren, nicht in einer geschlossenen Dose.

Kaffeepads und Filtertüten aus Papier dürfen mit auf den Kompost, Kapseln aus Aluminium oder Kunststoff nicht.

Anwenden: drei Wege

Einarbeiten. Streuen Sie den trockenen Satz dünn um die Pflanze und harken Sie ihn flach in die obere Erdschicht ein. Liegen bleibende Schichten verkrusten, lassen kaum Wasser durch und schimmeln. Als grobe Faustregel reicht für einen Strauch eine Handvoll alle vier bis sechs Wochen während der Wachstumszeit, für eine Kübelpflanze ein bis zwei Esslöffel.

Mit dem Gießwasser. Einen Esslöffel Kaffeesatz in einer Kanne Wasser verrühren und direkt auf den Wurzelbereich gießen. Das eignet sich vor allem für Topfpflanzen, bei denen Einarbeiten schwierig ist. Kalter Kaffeerest, stark verdünnt, lässt sich ebenso verwenden.

Beim Umtopfen oder Pflanzen. Mischen Sie beim Kübel bepflanzen eine kleine Menge unter die frische Erde, höchstens etwa zehn Prozent des Volumens.

Was Sie nicht sofort brauchen, geben Sie auf den Kompost. Dort ist Kaffeesatz eine ausgesprochen gute Zutat: Er liefert Stickstoff für die Rotte, zieht Kompostwürmer an und wird zusammen mit Laub und Gartenabfällen zu reifer Erde. Wie das funktioniert, lesen Sie unter So legst du deinen eigenen Kompost an.

Hilft Kaffeesatz gegen Schädlinge?

Vielfach wird behauptet, Kaffeesatz halte Blattläuse, Ameisen oder Schnecken fern. Belastbar ist davon wenig. Koffein wirkt in hoher Konzentration zwar auf Schnecken, doch gebrauchter Kaffeesatz enthält davon nur noch einen Bruchteil. Ein Ring aus Kaffeesatz um den Salat bremst Schnecken bestenfalls kurz, nach dem nächsten Regen gar nicht mehr. Als Schutz vor Schädlingen sollten Sie sich darauf nicht verlassen. Bewährte Wege finden Sie unter Schädlingsbekämpfung im Garten.

Zimmer-, Kübel- und Balkonpflanzen

In Töpfen ist Vorsicht angebracht. Kaffeesatz auf der Erdoberfläche schimmelt in der warmen Zimmerluft schnell, und bei Kübeln im Haus lockt feuchte organische Masse Trauermücken an. Arbeiten Sie ihn deshalb bei Topfpflanzen immer ein oder geben Sie ihn nur verdünnt mit dem Gießwasser.

Als alleiniger Dünger reicht Kaffeesatz für Balkonblumen nicht. Geranien, Petunien und Co. blühen den ganzen Sommer und brauchen regelmäßig einen vollwertigen Dünger. Wie Sie das richtig angehen, lesen Sie im Beitrag Balkonblumen richtig düngen. Auch beim Olivenbaum, nach dem als Hausmittel oft gefragt wird, ist Kaffeesatz höchstens eine kleine Beigabe: Oliven mögen durchlässige, eher kalkhaltige Erde und brauchen einen ausgewogenen Kübelpflanzendünger.

Häufige Fragen

Kann ich Johannisbeeren mit Kaffeesatz düngen?

Ja, als Ergänzung. Johannisbeeren schätzen humosen, feuchten Boden. Streuen Sie im Frühjahr eine Handvoll Kaffeesatz zusammen mit Kompost unter die Sträucher und decken Sie beides mit Mulch ab. Einen vollwertigen Beerendünger oder reichlich Kompost ersetzt das aber nicht.

Wie oft darf ich mit Kaffeesatz düngen?

In der Wachstumszeit etwa alle vier bis sechs Wochen in kleinen Mengen. Mehr bringt nicht mehr, sondern führt zu verkrusteter, schimmelnder Erde.

Muss Kaffeesatz getrocknet werden?

Wenn Sie ihn sofort einarbeiten, nicht. Wenn Sie ihn sammeln, ja – sonst schimmelt er im Behälter.

Ist Kaffeesatz auf dem Kompost besser aufgehoben?

In vielen Fällen ja. Dort werden hemmende Stoffe abgebaut, und die Nährstoffe kommen mit dem reifen Kompost gleichmäßig verteilt in die Beete.

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