Knoblauch im Garten anpflanzen: Zeitpunkt, Pflege und Ernte
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Knoblauch wird am besten im Herbst gesteckt, zwischen Ende September und Anfang November, einige Wochen bevor der Boden gefriert. Die Zehen bewurzeln sich noch vor dem Winter, treiben im Frühjahr früh aus und bilden bis zum Juli kräftige Knollen. Eine Pflanzung im Februar oder März ist möglich, bringt aber meist kleinere Knollen. Was er sonst braucht, ist wenig: Sonne, einen durchlässigen Boden und keine Staunässe.

Steckbrief Knoblauch
| Botanischer Name | Allium sativum |
| Familie | Amaryllisgewächse, Unterfamilie Lauchgewächse |
| Wuchshöhe | etwa 40–80 cm, mit Blütenschaft bis 1 m |
| Pflanzzeit | Ende September bis Anfang November, alternativ Februar bis März |
| Ernte | Juni bis August, je nach Pflanzzeit und Sorte |
| Standort | vollsonnig, warm |
| Boden | locker, durchlässig, humos, nicht frisch gedüngt |
| Abstand | Reihen 25–30 cm, in der Reihe 10–15 cm |
| Giftigkeit | für Hunde, Katzen und Pferde giftig |
Das richtige Pflanzgut
Setzen Sie keine Knollen aus dem Supermarkt. Sie stammen oft aus wärmeren Anbaugebieten, sind nicht an unser Klima angepasst und manchmal keimgehemmt behandelt. Pflanzknoblauch aus dem Gartenfachhandel oder von Gärtnern aus der Region ist die sicherere Wahl, zumal er in der Regel auf Viren und Gallmilben kontrolliert ist.
Grob unterscheidet man zwei Typen. Knoblauch mit festem Blütenschaft, oft Hardneck genannt, bildet im Frühsommer einen Stängel mit kleinen Brutzwiebeln und gilt als besonders winterhart und aromatisch; er eignet sich vor allem für die Herbstpflanzung. Knoblauch ohne festen Schaft, Softneck genannt, bildet mehr, aber kleinere Zehen, lässt sich länger lagern und zu Zöpfen flechten. Beide Typen können im Herbst gesteckt werden.
Standort und Boden
Knoblauch braucht einen vollsonnigen, warmen Platz. Im Schatten bleiben die Knollen klein. Der Boden soll locker und durchlässig sein, gern etwas sandig; auf schwerem, nassem Lehm faulen die Zehen im Winter. Bessern Sie einen solchen Boden mit Sand und Kompost auf oder weichen Sie auf ein Hochbeet aus.
Frischen Mist oder viel Dünger mag Knoblauch nicht. Zu viel Stickstoff macht die Knollen weich und schlecht lagerfähig und fördert Pilzkrankheiten. Ein Beet, das im Vorjahr mit Kompost versorgt wurde, genügt. Achten Sie auf die Fruchtfolge: Knoblauch sollte nicht dort stehen, wo in den letzten drei bis vier Jahren Zwiebeln, Lauch, Schnittlauch oder Knoblauch wuchsen. Mehr dazu unter Zwiebeln im Garten anbauen.
Knoblauch stecken: Schritt für Schritt
- Knolle teilen. Lösen Sie die Zehen erst kurz vor dem Stecken aus der Knolle, ohne die Haut zu entfernen. Verwenden Sie die großen äußeren Zehen; die kleinen inneren wandern in die Küche.
- Boden vorbereiten. Lockern Sie das Beet und entfernen Sie Wurzelunkräuter.
- Stecken. Setzen Sie die Zehen mit der Spitze nach oben etwa 3–5 cm tief, sodass über der Spitze noch 2–3 cm Erde liegen. Abstand in der Reihe 10–15 cm, zwischen den Reihen 25–30 cm.
- Andrücken. Drücken Sie die Erde leicht an. Angegossen wird nur, wenn der Boden sehr trocken ist.
Die Kälte des Winters schadet dem Knoblauch nicht, im Gegenteil: Viele Sorten brauchen eine Kälteperiode, damit sich die Knolle später in Zehen teilt. In rauen Lagen oder bei Kahlfrost schützt eine lockere Decke aus Laub oder Reisig. Bei Frühjahrspflanzung stecken Sie die Zehen so früh wie möglich, sobald der Boden offen ist, damit sie noch einen Kältereiz bekommen.
Pflege während der Saison
Knoblauch ist anspruchslos. Halten Sie das Beet unkrautfrei, denn die schmalen Blätter beschatten den Boden kaum, und Konkurrenz kostet Knollengröße. Lockern Sie die Oberfläche vorsichtig. Gegossen wird im Frühjahr bei längerer Trockenheit, solange die Blätter wachsen. Ab Juni, wenn die Knollen reifen, wird nicht mehr gegossen, sonst leidet die Lagerfähigkeit.
Bei Knoblauch mit Blütenschaft erscheint im Frühsommer ein Stängel, der sich zunächst einrollt. Brechen Sie ihn ab, sobald er sich einmal gekringelt hat; dann steckt die Pflanze die Kraft in die Knolle. Die Schäfte sind übrigens essbar und schmecken mild nach Knoblauch. Wer die Brutzwiebeln im Blütenstand zur Vermehrung nutzen möchte, lässt einige Schäfte stehen. Aus diesen Brutzwiebeln wachsen im ersten Jahr meist nur Rundlinge, einzehige Knollen, die erst im zweiten Jahr eine normale Knolle bilden.
Knoblauch in der Mischkultur
Knoblauch hat einen guten Ruf als Nachbar. Traditionell setzt man ihn zwischen Erdbeeren, Möhren, Tomaten, Gurken, Rote Bete und unter Obstgehölze oder Rosen. Ungünstig sind nach der Gärtnertradition Bohnen, Erbsen und Kohl. Dass der Duft bestimmte Schädlinge verwirrt, wird häufig angenommen; eine sichere Schutzwirkung sollten Sie davon aber nicht erwarten. Mehr zu diesem Thema steht im Beitrag Perfekte Nachbarn im Garten: Mischkultur.
Knoblauch gegen Blattläuse
Knoblauch wird im Garten traditionell auch gegen Blattläuse eingesetzt, entweder als Nachbarpflanze oder als Aufguss beziehungsweise Brühe. Die Wirkung solcher Hausmittel ist begrenzt: Sie können Läuse eine Zeit lang fernhalten oder die Pflanze stärken, einen starken Befall beseitigen sie in der Regel nicht. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass selbst hergestellte Mittel, die gezielt gegen Schädlinge ausgebracht werden, rechtlich als Pflanzenschutzmittel gelten können. Was sich mit Knoblauch sinnvoll erreichen lässt und wo die Grenzen liegen, erklärt der Beitrag Mit Knoblauch gegen Blattläuse vorgehen. Oft genügt es, die Läuse abzuspülen und Marienkäfern und Schwebfliegen Zeit zu geben.
Gallmilben, Weißfäule und andere Probleme
- Knoblauchgallmilbe. Die winzige Tulpengallmilbe (Aceria tulipae) saugt an den Zehen, vor allem im Lager. Befallene Zehen werden runzlig, bräunlich und trocknen ein; im Beet wachsen die Blätter verdreht und gelb gestreift. Die Milben gelangen fast immer mit befallenem Pflanzgut in den Garten. Stecken Sie deshalb nur einwandfreie Zehen aus kontrolliertem Pflanzgut und sortieren Sie verdächtige Knollen aus. Allgemeines zu diesen Schädlingen finden Sie unter Gallmilben erfolgreich bekämpfen.
- Weißfäule. Ein Bodenpilz, der weißes Myzel und schwarze Dauerkörper an der Knollenbasis bildet; das Laub vergilbt vom Rand her. Die Dauerkörper überleben viele Jahre im Boden. Befallene Pflanzen restlos entfernen und über den Hausmüll entsorgen, auf der Fläche lange keine Lauchgewächse mehr anbauen.
- Lauchmotte und Lauchminierfliege. Ihre Larven fressen in den Blättern. Ein Kulturschutznetz während der Flugzeiten schützt.
- Rost. Orangefarbene Pusteln auf den Blättern, begünstigt durch feuchte Witterung und dichten Stand. Meist erst spät in der Saison und für die Knolle selten ernst.
Ernte, Trocknung und Lagerung
Herbstknoblauch ist je nach Sorte ab Ende Juni bis in den Juli erntereif, Frühjahrsknoblauch etwas später. Geerntet wird, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blätter gelb geworden ist. Wartet man, bis alles verwelkt ist, lösen sich die Hüllen und die Zehen fallen auseinander; dann halten die Knollen schlechter.
Lockern Sie die Erde mit einer Grabegabel und ziehen Sie die Pflanzen an einem trockenen Tag heraus. Lassen Sie sie mit dem Laub zwei bis drei Wochen an einem luftigen, schattigen und regengeschützten Ort nachtrocknen, gebündelt aufgehängt oder auf einem Gitter liegend. Danach schneiden Sie Laub und Wurzeln ab oder flechten Zöpfe. Trocken und kühl gelagert halten Softneck-Sorten oft bis ins Frühjahr, Hardneck-Sorten meist einige Monate. Die besten Knollen legen Sie für die nächste Pflanzung beiseite.
Knoblauch im Topf und auf dem Balkon
Knoblauch wächst auch im Balkonkasten oder Kübel, sofern das Gefäß mindestens 15–20 cm tief ist und einen guten Wasserabzug hat. Die Erde sollte durchlässig sein, gern mit etwas Sand gemischt. Über den Winter stellen Sie Gefäße geschützt an die Hauswand, damit der Wurzelballen nicht durchfriert. Die Ernte fällt kleiner aus als im Beet, doch das frische Grün lässt sich laufend wie Schnittlauch nutzen. Ein weiteres Würzgemüse mit ähnlich geringem Anspruch ist Schnittlauch.
Denken Sie daran, dass Knoblauch, auch das Laub, für Hunde, Katzen und Pferde giftig ist. Beete, an denen Haustiere knabbern, sind kein guter Platz.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Knoblauch?
Am besten von Ende September bis Anfang November. Eine Pflanzung im Februar oder März ist möglich, ergibt aber meist kleinere Knollen.
Wie tief steckt man Knoblauchzehen?
Etwa 3–5 cm tief, sodass über der Spitze 2–3 cm Erde liegen, mit 10–15 cm Abstand in der Reihe.
Hilft Knoblauch gegen Blattläuse?
Er kann Läuse eine Zeit lang fernhalten, einen starken Befall beseitigt er meist nicht. Abspülen und Nützlinge fördern ist oft wirksamer.
Was tun bei Gallmilben am Knoblauch?
Befallene Zehen nicht stecken und nicht einlagern, sondern entsorgen. Neues Pflanzgut aus kontrollierter Herkunft verwenden und die Fläche einige Jahre nicht mit Lauchgewächsen bepflanzen.



