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Garten-Ratgeber

Lupinen im Staudenbeet

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel6 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Herkunft und Züchtung
  3. Sind Lupinen zweijährig?
  4. Der richtige Standort
  5. Lupinen pflanzen
  6. Pflege und Rückschnitt
  7. Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge
  8. Gute Nachbarn für Lupinen
  9. Krankheiten und Schädlinge
  10. Sind Lupinen giftig?
  11. Häufige Fragen

Lupinen blühen von Ende Mai bis Juli, und wer sie direkt nach der Blüte zurückschneidet, bekommt im Spätsommer oft eine zweite, kleinere Blüte. Mit ihren bis zu 120 cm hohen, dicht besetzten Blütenkerzen in fast allen Farben gehören sie zu den auffälligsten Stauden im Beet. Die Gartenlupine ist mehrjährig, aber kurzlebig – nach drei bis fünf Jahren lässt sie meist nach, weshalb sie oft fälschlich für zweijährig gehalten wird.

Rosa Lupinen mit hohen Blütenkerzen im Staudenbeet
Rosa Lupinen mit hohen Blütenkerzen im Staudenbeet

Steckbrief

Botanischer NameLupinus polyphyllus und Hybriden, Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Herkunftwestliches Nordamerika
Wuchshöhe80–120 cm, Zwergsorten ab 50 cm
BlütezeitEnde Mai–Juli, Nachblüte im August/September möglich
FarbenBlau, Violett, Rosa, Rot, Gelb, Weiß, Creme, oft zweifarbig
Standortsonnig bis leicht halbschattig
Bodendurchlässig, tiefgründig, kalkarm, schwach sauer bis neutral
Lebensdauermehrjährig, aber meist nur 3–5 Jahre
Winterhärtewinterhart
Giftigkeitgiftig, besonders die Samen

Herkunft und Züchtung

Die Stammart der Gartenlupinen, die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus), stammt aus dem Westen Nordamerikas. In Europa wurde sie im 19. Jahrhundert als Zierpflanze und zur Bodenverbesserung eingeführt. Das heutige Farbspektrum geht auf englische Züchtungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, vor allem auf die sogenannten Russell-Hybriden. Viele heute gehandelte Sorten und Samenmischungen stammen von ihnen ab.

In manchen Regionen Mitteleuropas ist die Vielblättrige Lupine inzwischen verwildert und verdrängt auf mageren Wiesen und Bergweiden die heimische Flora. In Deutschland gilt sie deshalb als invasive Art im naturschutzfachlichen Sinn. Im Garten ist das kein Problem, in der Nähe von Wiesen, Waldrändern und Schutzgebieten sollten Sie aber verhindern, dass Samen hinausgelangen – der Rückschnitt nach der Blüte erledigt das gleich mit.

Sind Lupinen zweijährig?

Die Frage taucht oft auf, und die Antwort ist: Gartenlupinen sind botanisch mehrjährige Stauden, sie leben aber nicht lange. Nach drei bis fünf Jahren werden die Horste schwächer, blühen weniger und fallen schließlich aus, besonders auf schweren oder nassen Böden. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen oft erst im zweiten Jahr, was den Eindruck einer zweijährigen Pflanze verstärkt.

Daneben gibt es tatsächlich einjährige Lupinenarten, etwa die Blaue, Gelbe und Weiße Lupine, die in der Landwirtschaft und als Gründüngung verwendet werden. Mit den Staudenlupinen im Beet haben sie außer der Verwandtschaft wenig gemein. Wie Lupinen zur Gründüngung eingesetzt werden, lesen Sie im Beitrag Gründüngung im August ausbringen.

Der richtige Standort

Lupinen brauchen Sonne. Im leichten Halbschatten blühen sie noch, im Schatten kaum. Entscheidender ist der Boden: Er sollte tiefgründig, locker und durchlässig sein, gern sandig-lehmig, und nicht zu viel Kalk enthalten. Auf kalkhaltigen Böden bekommen Lupinen häufig gelbe Blätter. Informationen zu passenden Standorten finden Sie im Beitrag Pflanzen für einen sauren Boden.

Staunässe, besonders im Winter, verträgt die Lupine nicht; sie ist der häufigste Grund für Ausfälle. Reiche Böden sind ebenfalls nicht nötig, denn Lupinen versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff.

Lupinen pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr, von April bis Mai, oder der frühe Herbst. Lupinen bilden eine tiefe Pfahlwurzel und lassen sich deshalb später schlecht umsetzen. Wählen Sie den Platz also gleich endgültig und pflanzen Sie möglichst junge Topfpflanzen, deren Wurzel noch nicht verkrümmt ist.

Halten Sie einen Pflanzabstand von etwa 50 cm ein, bei großen Sorten auch mehr. Die Pflanzen werden breit, und ein luftiger Stand beugt Mehltau vor. Das Pflanzloch lockern Sie tief, auf schwerem Boden mischen Sie Sand oder feinen Kies unter.

Pflege und Rückschnitt

Gießen müssen Sie Lupinen nur in der Anwachsphase und bei längerer Trockenheit; dank der tiefen Wurzel kommen eingewachsene Pflanzen gut allein zurecht. Stickstoffdünger ist überflüssig und sogar schädlich, weil er weiche, umfallende Stängel fördert. Eine dünne Schicht Kompost im Frühjahr reicht.

Nach der Hauptblüte schneiden Sie die verblühten Kerzen ab, bevor sich Samenhülsen bilden. Wer eine zweite Blüte möchte, kann die ganze Pflanze nach der Blüte auf eine Handbreit über dem Boden zurückschneiden und danach gut wässern. Sie treibt neu aus und blüht mit etwas Glück im August oder September erneut. Der Rückschnitt verhindert außerdem die Selbstaussaat, bei der die Nachkommen meist in blasseren Farben blühen und die ursprünglichen Sorten verdrängen.

Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge

Lupinen lassen sich leicht aus Samen ziehen. Die Samen haben eine harte Schale; weichen Sie sie vor der Aussaat etwa einen Tag in lauwarmem Wasser ein. Säen Sie im Frühjahr oder Frühsommer direkt ins Beet oder in tiefe Töpfe und bedecken Sie die Samen etwa 1–2 cm mit Erde. Das Substrat muss bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben. Wegen der Pfahlwurzel sollten die Sämlinge früh an ihren endgültigen Platz kommen.

Aus Samen entstehen allerdings keine sortenechten Pflanzen. Wer eine bestimmte Farbe erhalten möchte, schneidet im zeitigen Frühjahr junge Triebe mit einem Stück Wurzelhals als Grundstecklinge ab und bewurzelt sie in sandiger Erde.

Gute Nachbarn für Lupinen

Lupinen sind die Stars des Frühsommerbeets, danach werden sie unscheinbar. Kombinieren Sie sie deshalb mit Stauden, die entweder gleichzeitig blühen und die Kerzen ergänzen oder die Lücke im Hochsommer schließen:

  • Gleichzeitig blühend: Türkischer Mohn, Rittersporn, Bartiris, Margeriten, Storchschnabel, Frauenmantel und Katzenminze.
  • Für den Sommer danach: Taglilien, Sonnenhut, Phlox, Schafgarbe und Ziergräser, die die Lücke nach dem Rückschnitt verdecken.
  • Farblich: Blaue und violette Lupinen passen zu Gelb und Weiß, rosa Töne harmonieren mit Silberlaub und Pastellfarben.

Weitere Stauden mit ähnlicher Kerzenform finden Sie im Porträt zum Ehrenpreis. Klassisch ist die Lupine im Bauerngarten, wo sie sich zwischen Rittersporn, Pfingstrosen und Stockrosen gut macht. Wie man die Blütezeiten übers Jahr verteilt, beschreibt der Beitrag Staudenbeet für drei Jahreszeiten.

Krankheiten und Schädlinge

Die größte Gefahr droht im Frühjahr durch Schnecken, die den jungen Austrieb bis auf den Grund abfressen können. Kontrollieren Sie die Pflanzen in dieser Zeit regelmäßig; wie Sie Schnecken gezielt fernhalten, lesen Sie unter Schneckenkorn richtig einsetzen. Im Sommer tritt gelegentlich eine eigene Lupinen-Blattlaus auf, die in großen Kolonien an den Blütenstielen sitzt; abspritzen mit Wasser und das Abschneiden befallener Triebe helfen meist. Bei Trockenheit und dichtem Stand zeigt sich Echter Mehltau als weißer Belag, dann hilft mehr Luft zwischen den Pflanzen.

Sind Lupinen giftig?

Ja. Zierlupinen enthalten Bitterstoffe (Alkaloide) in allen Teilen, besonders viel in den Samen. Kinder sollten die erbsenähnlichen Hülsen nicht in den Mund nehmen, und auch für Hunde, Katzen und Weidetiere sind sie giftig. Die in Lebensmitteln verwendeten Süßlupinen sind speziell gezüchtete Sorten mit geringem Alkaloidgehalt; die Samen der Gartenlupinen sind keinesfalls essbar.

Häufige Fragen

Wann ist die Blütezeit der Lupinen?

Von Ende Mai bis Juli, mit dem Höhepunkt im Juni. Nach einem Rückschnitt folgt häufig eine Nachblüte im August oder September.

Sind Lupinen zweijährig oder mehrjährig?

Gartenlupinen sind mehrjährig, leben aber meist nur drei bis fünf Jahre. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen oft erst im zweiten Jahr. Wer Lupinen dauerhaft im Beet haben möchte, zieht alle paar Jahre Nachwuchs heran.

Welche Nachbarn passen zu Lupinen?

Rittersporn, Türkischer Mohn, Iris, Margeriten, Storchschnabel und Katzenminze blühen gleichzeitig. Für die Zeit nach der Lupinenblüte eignen sich Taglilien, Sonnenhut, Phlox und Gräser.

Kann man Lupinen umpflanzen?

Nur ungern. Die tiefe Pfahlwurzel reißt beim Ausgraben leicht ab. Junge Pflanzen lassen sich mit großem Wurzelballen versetzen, ältere Exemplare ersetzt man besser durch Nachwuchs.

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