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Garten-Ratgeber

Neue Apfelsorten mit rotem Fruchtfleisch

Obstvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Woher das rote Fruchtfleisch kommt
  2. Alte Sorten mit rotem Fruchtfleisch
  3. Neuere rotfleischige Sorten im Überblick
  4. Wie die roten Äpfel schmecken
  5. Standort und Pflanzung
  6. Befruchtung nicht vergessen
  7. Pflege und Schnitt
  8. Ernte und Lagerung
  9. Häufige Fragen

Äpfel mit rotem Fruchtfleisch gibt es als alte Sorten und als neuere Züchtungen. Zu den bekanntesten zählen Weirouge als herbe Verarbeitungssorte, der alte Rote Herbstkalvill mit rosa geädertem Fleisch sowie verschiedene neuere Sorten wie Baya Marisa, die sich auch roh gut essen lassen. Die Farbe stammt von einem Wildapfel aus Zentralasien und bleibt in Saft, Gelee und Kompott als kräftiges Rosa bis Rot sichtbar.

Aufgeschnittener Apfel der Sorte Weirouge mit rotem Fruchtfleisch
Aufgeschnittener Apfel der Sorte Weirouge mit rotem Fruchtfleisch | Foto: User:MarkusHagenlocher / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Woher das rote Fruchtfleisch kommt

Die meisten rotfleischigen Äpfel gehen auf den Niedzwetzky-Apfel zurück, eine Form des Wildapfels Malus sieversii aus Zentralasien. Bei ihm sind nicht nur Schale und Fruchtfleisch, sondern oft auch Blüten, junge Blätter und sogar das Holz rötlich gefärbt. Verantwortlich sind Anthocyane, dieselben Farbstoffe, die auch Kirschen, Heidelbeeren oder Rotkohl färben.

Ältere rotfleischige Sorten hatten oft einen herben, adstringierenden Geschmack und waren eher zum Verarbeiten gedacht. Neuere Züchtungen haben die rote Farbe mit einem angenehmeren Aroma kombiniert. Rote Äpfel sind also nicht völlig neu – neu ist, dass einige davon inzwischen auch als Tafelobst taugen.

Alte Sorten mit rotem Fruchtfleisch

Wer nach einer alten Sorte mit rotem Fruchtfleisch sucht, landet meist beim Roten Herbstkalvill. Diese traditionsreiche Sorte hat eine dunkelrote Schale und ein weißes Fruchtfleisch, das unter der Schale und oft bis ins Innere rosa bis rot geädert oder marmoriert ist. Sie reift im Herbst, schmeckt würzig und bevorzugt warme, geschützte Lagen mit guten Böden. In rauen Lagen und auf schweren Böden ist sie anfällig.

Daneben gibt es einige wenige weitere historische Sorten mit rotem oder rosa Fleisch, die vor allem in Sortengärten und bei spezialisierten Baumschulen zu finden sind. Ihr Wert liegt eher im Seltenheitswert und in der Verarbeitung als im Tafelgenuss.

Neuere rotfleischige Sorten im Überblick

SorteReifeGeschmackVerwendung
Weirougeab Ende August/Septemberherb-säuerlichSaft, Gelee, Mus, Kuchen
Baya Marisaetwa Septembersäuerlich-fruchtigroh und zum Verarbeiten, lagerfähig
Sirenaetwa ab Mitte Augustsäuerlichroh, Verarbeitung
Eraetwa ab Mitte Septembersüß-säuerlichvor allem roh
Odyssoetwa ab Oktoberwird im Lager milderroh nach Lagerung
Roter Herbstkalvillab Ende Septemberwürzigroh und Verarbeitung, alte Sorte

Die Reifezeiten sind Richtwerte und hängen von Lage und Jahr ab. Außerdem gibt es Säulenäpfel mit rotem Fruchtfleisch, die schmal nach oben wachsen und sich gut für Kübel eignen. Sie tragen meist kleinere Früchte, die sich vor allem zum Verarbeiten eignen.

Wie die roten Äpfel schmecken

Rotfleischige Äpfel sind in der Regel säurebetonter als die bekannten Supermarktsorten. Viele haben eine fruchtige Note, die an Beeren erinnert, einige – vor allem ältere Sorten wie Weirouge – eine deutliche Herbe. Roh genießen können Sie am ehesten die neueren Tafelsorten. Wer vor allem Farbe für die Küche möchte, ist mit den herben Sorten gut bedient: Sie ergeben leuchtend rosa Apfelmus, roten Saft und Gelee, die jedes Frühstücksbuffet aufwerten.

Durch langes Kochen und durch Luftkontakt kann die Farbe etwas nachdunkeln oder ins Bräunliche spielen. Ein Spritzer Zitronensaft stabilisiert sie. Beim Backen bleiben die Stücke meist gut rot erkennbar.

Standort und Pflanzung

Rotfleischige Äpfel haben dieselben Ansprüche wie andere Apfelbäume: einen sonnigen Platz, einen humusreichen, tiefgründigen Boden, der gleichmäßig feucht, aber nicht nass ist, und einen schwach sauren bis neutralen pH-Wert. Gepflanzt wird im Herbst nach dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr.

Die Baumgröße hängt wie bei allen Äpfeln von der Unterlage ab. Auf schwach wachsenden Unterlagen bleiben die Bäume klein genug für den Hausgarten und tragen früh; dafür brauchen sie einen Pfahl und guten Boden. Wie Sie die Wuchsform wählen, erklären die Beiträge Geeignete Apfelsorten und Spalierbäume.

Befruchtung nicht vergessen

Äpfel sind in aller Regel auf eine Befruchtersorte angewiesen, die gleichzeitig blüht. Das gilt auch für die rotfleischigen Sorten. In Wohngebieten stehen oft genug Apfelbäume und Zieräpfel in der Nachbarschaft, eine Garantie ist das aber nicht. Wer ganz sicher gehen will, pflanzt zwei Sorten oder setzt einen Zierapfel als Befruchter dazu.

Ein schöner Nebeneffekt: Viele rotfleischige Sorten blühen rosa bis kräftig pink und tragen rötlich überlaufenes Laub. Sie sind damit auch im Frühjahr ein Blickfang und eignen sich als Hausbaum für kleine Gärten, siehe Der Hausbaum als Herzstück im Garten.

Pflege und Schnitt

Rotfleischige Äpfel werden gepflegt wie andere Apfelbäume. Im Frühjahr eine Gabe Kompost, bei Trockenheit wässern, vor allem während der Fruchtentwicklung. Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter, ein leichter Sommerschnitt im Juni oder Juli lichtet die Krone und fördert die Ausfärbung. Einzelheiten finden Sie im Beitrag Obstbaumschnitt.

Zur Krankheitsanfälligkeit lassen sich keine allgemeinen Aussagen treffen: Einige neuere Sorten wurden gezielt auf Widerstandsfähigkeit gegen Schorf gezüchtet, andere sind anfälliger. Fragen Sie beim Kauf nach den Eigenschaften der konkreten Sorte in Ihrer Region. Ein luftiger Standort, aufgesammeltes Falllaub und ein ausgelichteter Baum helfen allen Sorten.

Ernte und Lagerung

Rotfleischige Äpfel sind reif, wenn sich die Frucht mit einer leichten Drehung vom Zweig löst und die Kerne braun sind. Die Farbe des Fruchtfleisches ist dagegen kein sicheres Reifezeichen, denn sie entwickelt sich je nach Sorte und Sommer unterschiedlich kräftig. Frühe Sorten sind nur kurz haltbar und sollten bald gegessen oder verarbeitet werden. Späte Sorten lassen sich kühl und feucht, etwa in einem Keller bei wenigen Grad, einige Wochen bis Monate lagern. Weitere Obstsorten finden Sie in der Rubrik Obst.

Häufige Fragen

Welche Apfelsorte hat rotes Fruchtfleisch?

Bekannt sind Weirouge, Baya Marisa, Sirena, Era, Odysso und die alte Sorte Roter Herbstkalvill. Dazu kommen Säulenäpfel mit rotem Fleisch für den Kübel.

Gibt es alte Apfelsorten mit rotem Fruchtfleisch?

Ja, die bekannteste ist der Rote Herbstkalvill mit rosa bis rot geädertem Fleisch. Die meisten Sorten mit durchgehend rotem Fleisch sind jedoch neuere Züchtungen.

Kann man rotfleischige Äpfel roh essen?

Die neueren Tafelsorten ja, sie sind meist säuerlich-fruchtig. Herbe Sorten wie Weirouge eignen sich besser für Saft, Mus und Gelee.

Braucht ein rotfleischiger Apfel einen Befruchter?

In der Regel ja, wie fast alle Äpfel. Eine gleichzeitig blühende zweite Apfelsorte oder ein Zierapfel in der Nähe sorgt für den Fruchtansatz.

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