Romantische Levkojen für den Bauerngarten
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Levkojen (Matthiola incana) sind duftende Sommerblumen aus dem Mittelmeerraum, die von Juni bis in den September blühen und vor allem am Abend einen würzigen, nelkenartigen Duft verströmen. Die meisten Gartenlevkojen werden einjährig gezogen: Aussaat im Frühjahr unter Glas, Pflanzung ins Beet ab Ende April. Winterhart sind Levkojen nicht zuverlässig – sie vertragen leichte Fröste, harte Winter überstehen sie nur in sehr milden Lagen.

Steckbrief
| Botanischer Name | Matthiola incana, Familie Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Herkunft | Mittelmeerraum |
| Lebensdauer | meist einjährig kultiviert, einige Formen zweijährig |
| Wuchshöhe | 20–80 cm, je nach Sorte |
| Blütezeit | Juni–September (Sommerlevkojen) |
| Blütenfarben | Weiß, Creme, Gelb, Rosa, Rot, Violett, Lila, einfach oder gefüllt |
| Standort | sonnig, luftig |
| Boden | humos, nährstoffreich, durchlässig, gern kalkhaltig |
| Winterhärte | nur leichte Fröste, nicht zuverlässig winterhart |
| Giftigkeit | gilt als ungiftig |
Herkunft und Geschichte
Die Wildform der Levkoje wächst an den Küsten des Mittelmeers, oft auf Felsen und kalkhaltigem Untergrund. Als Gartenpflanze wird sie seit dem 16. und 17. Jahrhundert kultiviert und war lange eine der beliebtesten Duftblumen in europäischen Gärten. Der botanische Gattungsname erinnert an den italienischen Arzt und Botaniker Pietro Andrea Mattioli. In Bauerngärten und Klostergärten gehörte die Levkoje ebenso dazu wie Nelken und Goldlack, mit dem sie eng verwandt ist.
Heute ist sie etwas aus der Mode gekommen, obwohl sie als Schnittblume weiterhin sehr gefragt ist. Wer sie einmal an einem warmen Sommerabend neben der Terrasse gerochen hat, versteht nicht recht, warum.
Sommer-, Herbst- und Winterlevkojen
Innerhalb der Art Matthiola incana unterscheidet man Sortengruppen nach ihrem Lebenszyklus:
- Sommerlevkojen sind einjährig. Im zeitigen Frühjahr gesät, blühen sie etwa zehn bis zwölf Wochen später. Daher stammt der alte englische Name „Ten Week Stocks“ für eine bekannte Sortengruppe.
- Herbstlevkojen werden im Frühjahr gesät und blühen erst im Spätsommer und Herbst.
- Winterlevkojen sind zweijährig: Aussaat im Sommer, Überwinterung frostfrei, Blüte im folgenden Frühjahr. Sie werden überwiegend in Gärtnereien für den Schnittblumenmarkt kultiviert.
Daneben gibt es eine ganz andere Art, die Abendlevkoje (Matthiola longipetala). Sie hat kleine, unscheinbare lila Blüten, die tagsüber geschlossen sind, verströmt aber abends einen intensiven Duft. Sie wird direkt ins Beet gesät und ist eine ideale Ergänzung unter Fenstern und am Sitzplatz.
Aussaat und Anzucht
Sommerlevkojen säen Sie von Februar bis April in Schalen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aus. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt und bei etwa 15–18 °C gleichmäßig feucht gehalten; nach ein bis zwei Wochen keimen sie. Danach sollten die Sämlinge kühler und sehr hell stehen, etwa bei 10–12 °C, sonst werden sie lang und weich. Sobald sie zwei richtige Blätter haben, pikieren Sie sie einzeln in kleine Töpfe. Weitere Tipps zur Anzucht im Frühjahr finden Sie im Beitrag Aussaat im März.
Levkojen vertragen leichten Frost, deshalb können abgehärtete Jungpflanzen ab Ende April ins Beet. Wer keine Anzucht betreiben möchte, kauft im Frühjahr fertige Jungpflanzen.
Gefüllte Blüten erkennen
Die gefüllten Levkojen sind besonders begehrt, bilden aber keine Samen. Das Saatgut stammt deshalb immer von einfach blühenden Pflanzen, und aus einer Aussaat gehen gefüllte und einfache Pflanzen gemeinsam hervor. Für viele Sorten gibt es sogenanntes Selektionssaatgut, bei dem sich die späteren gefüllten Pflanzen schon als Keimling erkennen lassen: Stellt man die Sämlinge nach der Keimung einige Tage kühl, zeigen die künftig gefüllten Pflanzen hellere, gelblich grüne Keimblätter, die einfachen bleiben dunkelgrün. Wer nur gefüllte Blüten möchte, pikiert dann gezielt die hellen Sämlinge. Welche Sorten sich so auslesen lassen, steht auf der Samentüte.
Der richtige Standort
Levkojen brauchen einen sonnigen, luftigen Platz. Im Schatten blühen sie spärlich und werden anfällig für Pilzkrankheiten. Der Boden sollte humos, locker und nährstoffreich sein, gern mit etwas Kalk. Staunässe vertragen sie gar nicht, schwere Böden lockern Sie daher mit Sand und Kompost auf.
Da Levkojen zu den Kreuzblütlern gehören, sollten sie nicht dort stehen, wo im Vorjahr Kohl, Radieschen oder andere Kreuzblütler wuchsen. Sonst droht die Kohlhernie, eine bodenbürtige Krankheit, die jahrelang im Boden überdauert und Wurzelwucherungen verursacht.
Pflanzen und Pflegen
Setzen Sie die Pflanzen mit einem Abstand von etwa 20–30 cm, niedrige Sorten auch enger. Gießen Sie regelmäßig, vor allem bei Trockenheit, aber immer auf den Boden und nicht über die Blüten. Nasse Blätter und dichter Stand fördern Mehltau und Grauschimmel.
Eine Düngung alle zwei bis drei Wochen mit einem Blühpflanzendünger oder eine Gabe Kompost beim Pflanzen versorgt die Pflanzen ausreichend. Hohe Sorten stützen Sie rechtzeitig mit Stäben, bevor sie nach einem Gewitter umfallen. Verblühtes schneiden Sie ab; das hält die Pflanze ansehnlich und fördert bei verzweigten Sorten weitere Blüten.
Sind Levkojen winterhart?
Einjährige Sommerlevkojen sterben nach der Blüte ab, die Frage stellt sich bei ihnen nicht. Die zweijährigen und die mehrjährigen Formen vertragen zwar leichten Frost von einigen Grad, überstehen einen normalen mitteleuropäischen Winter im Beet aber nur in besonders milden Lagen, etwa im Weinbauklima oder an geschützten Hauswänden, und auch dann nicht sicher. Mit Nässe kommen sie im Winter schlechter zurecht als mit Kälte.
Wer Winterlevkojen selbst ziehen möchte, überwintert die Jungpflanzen im Topf hell und kühl bei etwa 5–10 °C, zum Beispiel in einem unbeheizten Wintergarten oder frostfreien Gewächshaus, und pflanzt sie im Frühjahr aus.
Krankheiten und Schädlinge
Als Kreuzblütler haben Levkojen dieselben Gegenspieler wie Kohl. Junge Pflanzen werden gern von Erdflöhen angefressen, die kleine Löcher in die Blätter bohren; regelmäßiges Gießen und Hacken hält sie in Schach. Raupen des Kohlweißlings und Schnecken sammeln Sie ab. Bei feuchtwarmer Witterung zeigen sich Echter und Falscher Mehltau als Beläge auf den Blättern; befallene Teile entfernen Sie und entsorgen sie im Restmüll. Vorbeugend hilft ein luftiger Stand mit ausreichendem Abstand mehr als jede nachträgliche Behandlung. Mehr zur Abwehr lesen Sie im Beitrag Schneckenkorn richtig einsetzen.
Levkojen im Bauerngarten und auf dem Balkon
Im Bauerngarten passen Levkojen zu Bartnelken, Ringelblumen, Löwenmäulchen, Rittersporn und Schleierkraut. Duftende Partner sind Nelken und Duftwicken. Eine klassische, ruhige Kombination sind weiße Levkojen mit Hornveilchen und Gänseblümchen oder mit grauem Laub wie Wollziest oder Heiligenkraut. Setzen Sie Levkojen in Gruppen und spielen Sie mit Wuchshöhen: niedrige Sorten an den Beetrand, hohe weiter nach hinten. Weitere Gestaltungsregeln finden Sie unter Tipps zur Gestaltung von Blumenbeeten.
Niedrige Sorten eignen sich gut für Töpfe und Kästen auf Balkon und Terrasse. Wichtig sind ein Gefäß mit Wasserabzug und ein sonniger Platz; im Topf müssen Sie häufiger gießen und düngen als im Beet.
Levkojen als Schnittblumen
Levkojen gehören zu den klassischen Schnittblumen. Schneiden Sie die Stiele, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blüten offen ist, und stellen Sie sie in frisches, kühles Wasser. Die Stiele verderben das Wasser recht schnell, was man auch riecht. Wechseln Sie das Wasser deshalb täglich und schneiden Sie die Stiele dabei neu an. Dann halten die Blüten etwa eine Woche.
Häufige Fragen
Sind Levkojen winterhart?
Nicht zuverlässig. Sie vertragen leichte Fröste, aber keinen strengen Winter im Beet. Sommerlevkojen sind ohnehin einjährig, zweijährige Formen überwintert man frostfrei und hell.
Wann sät man Levkojen aus?
Sommerlevkojen von Februar bis April unter Glas, Pflanzung ins Beet ab Ende April. Abendlevkojen können ab April direkt ins Beet gesät werden.
Sind Levkojen mehrjährig?
Die meisten Gartenlevkojen werden einjährig gezogen. Es gibt zweijährige und kurzlebig mehrjährige Formen, die aber bei uns frostfrei überwintert werden müssen.
Warum duften Levkojen abends stärker?
Viele Duftblumen verstärken den Duft zur Dämmerung, wenn ihre Bestäuber, vor allem Nachtfalter, unterwegs sind. Bei der Abendlevkoje ist das besonders ausgeprägt.



