Der Schnittlauch
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Schnittlauch ist ein mehrjähriges, völlig winterhartes Küchenkraut, das Sie ab März säen oder als Topfballen pflanzen und dann jahrelang von März bis Oktober ernten. Er braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz, humosen, gleichmäßig feuchten Boden und alle paar Jahre eine Teilung – mehr ist es kaum. Wer im Winter frisches Grün möchte, holt im Spätherbst einen Horst ins Haus, nachdem er einige Frostnächte draußen verbracht hat.

Steckbrief
| Botanischer Name | Allium schoenoprasum |
| Familie | Lauchgewächse (Amaryllidaceae) |
| Herkunft | gemäßigte Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas |
| Wuchshöhe | etwa 20–40 cm |
| Blüte | Mai–Juli, rosaviolette Kugeln, essbar |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht, gern lehmig |
| Winterhärte | voll winterhart |
| Giftigkeit | für Menschen unbedenklich, für Hunde und Katzen in größeren Mengen giftig |
Standort und Boden
Schnittlauch ist anpassungsfähig. Er wächst in voller Sonne ebenso wie im lichten Halbschatten, im Schatten bleibt er dünn. Wichtiger als die Sonne ist der Boden: Er sollte humos, nährstoffreich und gleichmäßig feucht sein, ohne dass Wasser steht. Lehmige Gartenböden mit etwas Kompost sind ideal, leichte Sandböden trocknen zu schnell aus und brauchen im Sommer regelmäßig Wasser. Kalk verträgt Schnittlauch gut, zwingend nötig ist er nicht.
In der Kräuterspirale gehört er deshalb in die untere, feuchte Zone, im Gemüsegarten an den Beetrand, wo er leicht erreichbar ist. Auch im Balkonkasten und im Topf gedeiht er gut, sofern das Gefäß mindestens 15–20 cm tief ist und nicht austrocknet.
Aussaat und Pflanzung
Schnittlauch lässt sich leicht aus Samen ziehen. Drinnen können Sie ab Februar/März in Töpfen säen, draußen ab April, sobald der Boden etwas erwärmt ist. Die Samen bedecken Sie etwa 1 cm hoch mit Erde, denn Schnittlauch ist ein Dunkelkeimer. Bei 15–20 °C keimt er nach etwa ein bis zwei Wochen, bei kühleren Temperaturen dauert es länger. Achten Sie auf frisches Saatgut: Schnittlauchsamen verliert schon nach ein bis zwei Jahren deutlich an Keimkraft.
Schneller geht es mit vorgezogenen Pflanzen. Setzen Sie die Horste von April bis September mit etwa 20–25 cm Abstand ins Beet und gießen Sie sie gut an. Supermarkt-Töpfe lassen sich ebenfalls auspflanzen, am besten geteilt in mehrere kleine Büschel.
Pflege: gießen, düngen, teilen
Gießen Sie in Trockenperioden regelmäßig, besonders bei Topfpflanzen. Trockenheit macht die Röhren hart und lässt die Spitzen gelb werden. Zum Düngen genügt im Frühjahr eine Schicht reifer Kompost. Wird viel geerntet, freut sich die Pflanze im Sommer über eine zusätzliche Gabe organischen Flüssigdüngers. Bei Topfpflanzen ist das regelmäßiger nötig, weil die Erde schneller auslaugt.
Nach drei bis vier Jahren werden die Horste dicht und im Inneren kahl, das Wachstum lässt nach. Dann ist es Zeit zum Teilen: Graben Sie den Horst im Frühjahr aus, zerteilen Sie ihn mit dem Spaten oder den Händen in faustgroße Stücke und setzen Sie diese an einen neuen Platz. So verjüngen Sie die Pflanze und bekommen gleich mehrere neue dazu.
Richtig ernten
Schneiden Sie die Halme mit einer scharfen Schere oder einem Messer etwa 2–5 cm über dem Boden ab. Nicht abreißen oder abzupfen, das verletzt die Pflanze und die Stümpfe werden braun. Ernten Sie immer büschelweise, statt überall ein paar Halme herauszuschneiden, dann treibt der Horst gleichmäßig nach. Nach einem kräftigen Rückschnitt dauert es je nach Witterung zwei bis drei Wochen, bis wieder geerntet werden kann.
Draußen reicht die Ernte meist von März bis Oktober. Im Winter zieht Schnittlauch ein und treibt im Frühjahr aus der Wurzel neu aus.
Blüten: abschneiden oder stehen lassen?
Ab Mai schiebt Schnittlauch feste Blütenstängel mit kugeligen, rosavioletten Köpfen. Die Stängel selbst sind hart und zum Essen ungeeignet, und blühende Horste bilden weniger zartes Laub. Wer vor allem Halme ernten möchte, schneidet deshalb einen Teil der Blütenstängel früh heraus.
Ganz entfernen müssen Sie die Blüten aber nicht. Die Blüten sind essbar, zerpflückt schmecken sie mild nach Zwiebel und sehen im Salat oder auf Butterbrot hübsch aus. Außerdem sind sie eine beliebte Nahrungsquelle für Wildbienen und Hummeln. Ein guter Kompromiss: einen Horst blühen lassen, die anderen für die Küche beernten. Lassen Sie die Blüten verblühen, sät sich Schnittlauch gern selbst aus.
Schnittlauch im Winter treiben
Frischen Schnittlauch im Winter bekommen Sie, indem Sie im November einen kräftigen Horst ausgraben, in einen Topf setzen und ihn zunächst draußen stehen lassen. Die Pflanze braucht einige Frostnächte als Kältereiz, erst danach beendet sie ihre Winterruhe zuverlässig. Holen Sie den Topf nach dieser Kältephase, etwa ab Dezember oder Januar, ins Haus an ein helles Fenster bei Zimmertemperatur. Nach wenigen Wochen treibt er aus und kann geerntet werden. Ein so getriebener Horst ist danach erschöpft, im Frühjahr setzen Sie ihn wieder ins Beet, damit er sich erholt.
Schädlinge und Krankheiten
Schnittlauch ist robust, einige Probleme treten aber auf:
- Lauchminierfliege und Lauchmotte: Ihre Larven fressen Gänge in die Halme, die dann welken oder weiße Flecken zeigen. Befallene Halme bodennah abschneiden und entsorgen, ein Kulturschutznetz während der Flugzeiten im Frühjahr und Spätsommer hält die Tiere fern.
- Thripse: Silbrig gesprenkelte Halme bei Hitze und Trockenheit deuten auf Thripse hin. Regelmäßiges Gießen und Abbrausen helfen.
- Schnittlauchrost: Orange Pusteln auf den Halmen verursacht ein Rostpilz. Befallene Halme abschneiden und in den Restmüll geben. Meist treibt der Horst danach gesund nach.
Nicht zu dicht pflanzen, ab und zu teilen und den Standort nach einigen Jahren wechseln – das beugt den meisten Problemen vor.
Haltbar machen
Schnittlauch lässt sich schlecht trocknen, er verliert dabei Farbe und Aroma. Die beste Methode ist Einfrieren: Halme waschen, trocken tupfen, in feine Röllchen schneiden und in einer Dose oder einem Gefrierbeutel einfrieren. Die Röllchen bleiben locker und lassen sich direkt aus dem Gefrierfach portionieren. Frisch geschnittener Schnittlauch hält im Kühlschrank in einem feuchten Tuch zwei bis drei Tage. Weitere Kräuter für den Küchengarten stellt der Beitrag Kräuter aus dem eigenen Garten vor.
Sorten und Verwandte
Neben dem normalen Schnittlauch gibt es feinröhrige Sorten mit besonders zarten Halmen und grobröhrige, ertragreiche Sorten, die sich gut zum Treiben eignen. Eine Variante mit weißen oder rosa Blüten gibt es ebenfalls. Der Schnittknoblauch (Allium tuberosum) hat flache Blätter, schmeckt nach mildem Knoblauch und blüht im Spätsommer weiß – ein guter Partner für alle, die Knoblauch im Garten mögen, ihn aber nicht jedes Jahr stecken wollen.
Häufige Fragen
Ist Schnittlauch mehrjährig?
Ja, Schnittlauch ist eine winterharte Staude. Er zieht im Winter ein und treibt jedes Frühjahr neu aus, wenn er alle drei bis vier Jahre geteilt wird.
Warum wird mein Schnittlauch gelb?
Häufige Ursachen sind Trockenheit, ausgelaugte Erde oder ein zu alter, dichter Horst. Kompost, gleichmäßiges Gießen und Teilen helfen. Gelbe Halme mit Fraßgängen deuten auf die Lauchminierfliege hin.
Kann man Schnittlauchblüten essen?
Ja, die Blüten schmecken mild nach Zwiebel. Die harten Blütenstängel sind dagegen ungenießbar.
Ist Schnittlauch giftig für Hunde und Katzen?
Wie alle Lauchgewächse enthält er Schwefelverbindungen, die für Hunde und Katzen in größeren Mengen giftig sind. Füttern Sie ihn nicht und lassen Sie Tiere nicht daran knabbern. Weitere Kräuter für die Mischkultur mit Schnittlauch sind Dill und Petersilie.



